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Von Kindheit an depressiv?

BJla7ckSwaUn87 hat die Diskussion gestartet


Ich kann mich nicht erinnern, je richtig glücklich gewesen zu sein. Ich meine, einfach sagen zu können, ja so wie es gerade läuft, passt es, ist es richtig, so stimmt es.

Meine frühesten Erinnerungen reichen so etwa bis zum 3. Lebensjahr? Da ist meine Mam das erste Mal mit meinem Bruder und mir von meinem Vater weggezogen. Ich erinnere mich an den Häuserblock, wie wir dort rumgerannt sind. Ansonsten an den Kindergarten und die Grundschule meines Heimatdorfes, in das wir dann wieder zurückgekehrt sind. Ich war auch damals kein unbeschwertes Kind.

Wie gesagt, ich habe das Gefühl, noch nie richtig glücklich gewesen zu sein.

Es ging weiter in meinem Leben, dass ich zig Mal umgezogen bin von Mutter zu Vater und wieder zurück und auch als ich alleine lebte, musste ich ständig einfach so umziehen, verändern, umstellen. Freundschaften brachen ausseinander, Beziehungen gingen in die Brüche, ohne dass ich einen wirklichen Grund dafür nennen kann.

Eine Zeit in meinem Leben dachte ich, ich hätte mein Glück und meine Bestimmung gefunden - irgendwie stimmt es ja auch. Der einzige Grund für mich auf dieser Welt zu sein, sind meine beiden Kinder. Durch sie fühle ich mich lebendig. Nur um sie glücklich zu sehen, würde ich alles tun.

Aber meine Ehe geht hopps, weil ich einfach beziehungsunfähig bin, einfach weil ich von grundauf tief traurig bin und immer nur eine gewisse Zeit anders fühlen kann. Ich bin erst 23 Jahre alt und so am Ende. Dabei habe ich ansonsten keine Sorgen. Ich hab schon so viel, was andere in meinem Alter nicht haben.

Ausser einen Beruf. Es ist nicht nur wegen dem Jung-Mutter-Sein. Ich halte nichts durch. Ich weiß nicht mal, wo ich hin will.

Sind das Depressionen? Können diese angeboren sein?

Antworten
Z@wack}44


Für mich, BlackSwan87, klingt das eher nach Traurigkeit und Melancholie, vielleicht auch nach einer Hemmung, sich unbeschwert zu bewegen. Es gibt sicher viele Menschen, die getrennte Eltern haben und oft umziehen mußten, ohne dass sie unglücklich geworden wären. Ich zähle mal ein paar Symptome auf, die für eine Depression sprechen würden, und Du kannst prüfen, ob Du Dich darin wiederfindest: innere Leere, verminderte Belastbarkeit, Entscheidungsschwäche, "Wollen-aber-nicht-können", Introvertiertheit, Sozialphobie, Libidoverlust, Schlafstörungen, evtl. Suizidgedanken.

Hast Du Freundinnen, Hobbys, Wünsche, Ziele? Wie läuft Dein Tag ab? Was tust Du, wenn Du Dir etwas gönnen möchtest? Wie geht Dein Mann mit Deinem Wesen um? Hast Du das Gefühl, dass Du mit Deiner Familie nicht glücklich sein kannst, weil Du kein Vorbild hattest? Bist Du gesund (Blutbild, Ferritinwert, Schilddrüse, Sexualhormone)?

BtlackSwhan87


Danke für den Denkanstoss! Ja das sind wohl Depressionen. Libidoverlust. Endlich weiß ich, warum ich meinen lieben, hübschen Mann nicht mehr anziehend finde und nicht mehr mit ihm schlafen will. Es liegt nicht an ihm, das habe ich schon vermutet, aber dass es wegen der Depressionen ist, hab ich nicht gedacht.

Ich habe neben dem Ziel, meine Kinder zu glücklichen und guten Menschen zu erziehen und unser kürzlich gekauftes Zuhause, den Garten im Sommer schön herzurichten, den Wunsch einen Beruf zu erlernen, der mir Spaß macht.

Ich mache seit 1,5 Jahren eine schulische Ausbildung und seitdem geht es noch mehr bergab mit mir.

Ich weiß, dass ich sie abbrechen muss. Ich quäle mich bestimmt seit Juli jeden Tag dorthin. Meine Kopfschmerzen werden immer häufiger und heftiger, ebenso wie die Schlafstörungen. Wenn ich dann zuhause bin, bin ich nur am Putzen, Aufräumen, Ordnen, Sortieren. Das sind Zwänge. Wenn ich nicht fertig werde, kann ich nicht schlafen. Oder weil ich ekelhafte Gedanken habe, die ich immer wieder wiederholen muss. Schmerzen, Geräusche, Gerüche, die einfach nur schrecklich sind, stelle ich mir dann immer wieder vor.

Gesundheitlich sollte ich mich auch mal durchchecken lassen. Aber ich vermute, das würde sich alles mit der Zeit geben, wenn ich diese Ausbildung aufgehört und was anderes angefangen habe. Ich suche ja auch schon was anderes, was aber natürlich nicht so einfach ist mit zwei Kindern. Ich habe einfach solche Panik davor, als Versagerin dazustehen. Jaja wieder 'ne junge Mutter, die beruflich nichts auf die Beine stellt...

Aber lieber beruflich versagen, als als Mutter und Ehefrau oder?

BblFackSwMan8x7


Was mich aber dennoch beschäftigt ist, dass ich glaube, von Anfang an traurig gewesen zu sein und deshalb frage ich mich, kann einem eine Depression angeboren sein?

Ich erinnere mich daran, als kleines Kind auf einem Balken unseres Wintergartens (das Dach konnte man von der Terrasse aus begehen) gesessen, ein Seil geknüpft und mit mir gehadert zu haben, es mir nun um den Hals zu legen und zu springen. Weiß nicht, wie alt genau ich da war. Ich wollte einfach nicht mehr.

Das war jetzt nur ein Beispiel, an das ich mich erinnere. Ich will ja auch nicht jammern, mir ging es immer so schlecht - im Gegenteil, ich hatte und habe es immer schon sehr gut. Es gibt keinen wirklichen Grund, traurig zu sein. Aber ich bin es und ich war es schon immer.

Und ich habe immer versucht, etwas daran zu ändern. Hab viel verändert in meinem Leben, große Schritte gewagt und nie bin ich zur Ruhe gekommen.

Was zum Teufel steckt dahinter? ":/ :°(

A&ndrexaXX


Das erinnert mich doch sehr an die Krankheit "Zwangsgedanken". Mein Ex litt auch darunter, dein Text könnte von Ihm sein.

Zxwacxk44


An angeborene Depressionen glaube ich nicht. Allenfalls könnte ich mir eine Schilddrüsenunterfunktion in jugendlichem Alter vorstellen (bei Neugeborenen wird das gleich nach der Geburt überprüft); in manchen Fällen sind Depressionen Symptome einer SD-UF.

Nach der derzeitigen Theorie sind Depressionen mit einem Ungleichgewicht der Neurotransmitter, vornehmlich Serotonin verbunden; d.h. eine Besonderheit im Hirnstoffwechsel wäre dafür verantwortlich. Auslöser können aber auch traumatische Erlebnisse sein. Wenn Deine Symptome schwerpunktmäßig auf Zwangsstörungen hindeuten, wäre vielleicht eine Psychotherapie angebracht. Andernfalls könnte Dir eventuell ein Antidepressivum helfen. Bevor man die psychische Schiene angeht, sollte sichergestellt sein, dass Du sonst gesund bist (Eisen/Ferritin, Schilddrüse).

B5lackKSwan87


Also ich habe einen "Check-Up" beim Arzt machen lassen. Ergebnis des Bluttests bekomm ich diese Woche noch, der Rest war in Ordnung.

Ich fühl mich so schrecklich, so leer.

Eigentlich bin ich mir sicher, dass es psychisch bedingt ist. Und dass ich eine Therapie machen müsste. Aber ich kann mich nicht aufraffen. Die Wartezeiten sind so lang und wie soll ich das zeitlich noch schaffen.

Ein neuer Gedanke hat sich in meinem Kopf festgesetzt.

Ich sehne mich so sehr nach einer neuen Liebe. Das würde mich, zumindest momentan, da bin ich mir sicher, glücklich machen. Aber das geht nicht. Es wäre egoistisch.

BFlack_SwaIn8x7


Danke auf jeden Fall für eure Antworten!

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