» »

Wechsel des Antidepressiums - Fluoxetin vs. Fluvoxadura

fhirefiFghte+r8x0 hat die Diskussion gestartet


Liebe Forumsteilnehmer,

heute möchte ich mich mal mit einem Thema an euch wenden, wozu ich gerne eure ehrliche Meinung haben möchte.

Vor ca. zwei Jahren wurde bei mir ein klassischer Burnout diagnostiziert. Seitdem bin ich in ärztlicher Behandlung und nehme auch Antidepressiva. Anfangs haben zwei verschiedene AD nicht gewirkt. Darauf hin habe ich Fluoxetin verschrieben bekommen und nahm ein Jahr lang 20mg täglich. Psychisch ging es mir viel besser, aber ich hatte dennoch mit starkem Schwindel, Zittern, Unruhe und Muskelverspannungen zu kämpfen. Meine Konzentration war alles andere als gut. Da es mir psychisch besser ging habe ich über Monate hinweg versucht, das Fluoxetin auszuschleichen. 20mg -> 10mg -> 5mg -> 0. Siehe da -plötzlich war die Konzentration top, der Schwindel weg und auch die Muskelverspannungen komplett weg. Leider kamen die Depris aber wieder zurück - etwa 10 Tage nachdem ich das letzte mal Fluoxetin genommen habe. Ich hab daher wieder angefangen es zu nehmen (10mg täglich), aber leider sind die Nebenwirkungen wie Unruhe, Zittern, schlechte Konzentration und vor allem auch die Muskelverspannungen auch wieder da. Ich fühle mich, als ob ich komplett neben mir stehen würde die Muskulatur schmerzt als ob ich überall Muskelkater hätte. Meine Erfahrung sagt mir, dass diese Nebenwirkungen auch nie verschwinden solange ich Fluoxetin nehme.

Meine Mutter leidet - wie ich auch - seit ihrem 27. Lebensjahr ebenfalls an Depressionen. Bei ihr hat damals die Suche nach dem richtigen Medikament sehr lange gedauert, bis ihr schließlich mehr durch Zufall Fluvoxadura verschrieben wurde. Dieses AD hat bei ihr alle Probleme verschwinden lassen. Sie ist topfit, hat keine Depris mehr (solange sie die Tabletten nimmt - 100mg täglich), hat eine gute Konzetration und auch körperlich gehts ihr gut, was zu Zeiten der "falschen" Antidepressiva auch nicht der Fall war (sie hatte damals mit Kopfschmerzen und starken Rückenschmerzen zu tun). Es gibt also durchaus viele Parallelen zu mir.

Ehrlich gesagt möchte ich das Fluoxetin nicht mehr weiter nehmen wegen den starken Nebenwirkungen bei mir. Meine Frage ist daher, soll ich auch mal Fluvoxadura ausprobieren und es mir verschreiben lassen? Hat von Euch jemand Erfahrungen mit dem Medikament (Wirkstoff Fluvoxamin)? Es gehören zwar beide AD (Fluoxetin und Fluvoxadura) zur Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) aber trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass sie anders wirken und wenn meine Mutter damit gute Erfahrungen gemacht hat, hoffe ich, dass sie mir nicht nur die Veranlagung zur Krankheit vererbt hat sondern auch die Faktoren, die für ein gutes Ansprechen auf Fluvoxadura zuständig sind. Kann man einfach nahtlos mit der Einnahme von Fluvoxadura weitermachen wenn man Fluoxetin nicht mehr nimmt? ???

Wie gesagt würde ich aber dazu erstmal gerne Eure Erfahrung bzw. Meinung dazu erfahren, weil ich erst in zwei Wochen einen Termin beim Doc bekommen habe.

Vielen lieben Dank schon mal im Voraus für Eure Antworten.

Antworten
s,chne4cke198x5


Hallo Firefighter!

Ich selbst hab auch mal ne Zeit Fluoxetin genommen. Dann hab ich auf ein anderes Medikament gewechselt (weil das Fluoxetin bei mir nicht mehr richtig gewirkt hat und ich Schwierigkeiten hatte, meine Beine still zu halten) und jetzt hab ich eigentlich keinerlei Beschwerden mehr... bei ADs muss man halt öfters rumprobieren, bis man das optimale für sich gefunden hat. Kann sein, dass der Wirkstoff, den deine Mutter nimmt bei dir besser anschlägt, muss aber nicht. In jedem Fall würd ich mal mit dem Neurologen / Hausarzt über einen Präparatwechsel reden.

Ich hab bei meinem Wechsel von Fluoxetin auf Venlafaxin auch keine Pause machen müssen, sondern bin direkt von einem Tag auf den anderen auf das neue Präparat gewechselt.

f-irefzightexr80


Hallo Schnecke1985,

vielen Dank für deine Antwort. :-)

Es macht viel Mut zu lesen, dass es doch noch Hoffnung gibt, ein AD zu finden, was man auch relativ nebenwirkungsarm über längere Zeit einsetzen kann. Wie lange nimmst du Venlafaxin schon? Hast du bei dem AD andere Nebenwirkungen gemerkt?

Ich habe heute mittag zufällig schon einen Thread von dir gelesen, wo es um deinen ersten Tag bei der Therapie ging. Leider konnte ich ihn aus Zeitgründen nicht zu ende lesen. Wie geht es dir denn damit bzw. hast du sie schon abgeschlossen und bist du heute beschwerdefrei?

Sorry dass ich so viele Fragen habe aber mich beschäftigt das Thema einfach weil man gerne wissen möchte, was mit einem los ist und wie man die momentane Situation wieder ändern kann.

Danke!

s\chn ecke,1985


Hallo!

Ich nehm das neue AD seit Oktober und hab überhaupt keine Nebenwirkungen mehr. Musste nur bisher die Dosis dreimal erhöhen, jetzt müsste aber alles passen :-) Beschwerdefrei bin ich mal mehr mal weniger, aber bei mir liegt ja mehr vor, als eine "normale" Depression, es geht mir aber im Vergleich zum Vorjahr viel besser und ich hoffe, dass ich irgendwann mit Hilfe der Therapie wieder ganz in Ordnung komme :)z

fmireficghter8x0


Das freut mich echt, dass du mittlerweile zumindest von den AD keine Nebenwirkungen mehr hast und hoffe natürlich, dass es dir irgendwann in absehbarer Zeit wieder zu 100% gut geht und drücke dir dabei beide Daumen. :)^ Ich denke, man darf die Hoffnung nie aufgeben sonst gibt man sich selber auf und das wäre das Schlimmste was passieren könnte. Ich freue mich jedenfalls für dich über deine Fortschritte. :)z

ZUw2acxk44


Hallo firefighter80, im Falle eines Medikamentenwechsels von Fluoxetin auf ein anderes AD, solltest Du unbedingt Deinen Psychiater befragen: Fluoxetin hat nämlich eine sehr lange Halbwertszeit von 4-6 Tagen (Fluvoxamin dagegen 20 h); die Art und Weise, wie man da ein Serotonin-Syndrom vermeiden kann, sollte man schon dem Experten überlassen.

Wenn Deiner Mutter Fluvoxamin geholfen hat, heißt das nicht, dass es Dir auch helfen muß, aber es spricht natürlich nichts dagegen, es auszuprobieren. Ausprobieren ist sowieso die einzige Möglichkeit, ein wirksames und verträgliches AD zu finden. Die Erfahrungen Dritter mit ihren Psychopharmaka lassen sich nämlich leider nicht übertragen.

fdirefi1gMhter8x0


Hallo Zwack44,

vielen Dank für deine Einschätzung

Ich werde die Zeit bis zum Arzttermin jetzt noch mit Fluoxetin überbrücken und die Nebenwirkungen wohl oder übel in Kauf nehmen (müssen). Dann rede ich mit dem Doc drüber und frage ihn mal nach seiner Meinung. Bei diesen andauernden Nebenwirkungen wird es doch mit Sicherheit möglich sein, ihn davon zu überzeugen, mir ein anderes AD zu verschreiben, was evtl. besser wirkt und nebenwirkungsärmer ist.

Bin schon gespannt, wie er die Sache sieht.

Z+wadck4~4


Dass der Arzt Dir ein anderes Medikament verschreiben wird, bezweifle ich keine Sekunde, denn er weiß auch: Wenn die Nebenwirkungen nicht akzeptabel sind, neigt der Patient zum unkontrollierten Absetzen, und damit ist niemandem gedient.

f0irefMightexr80


Naja, heute nachmittag werde ich dann wohl schlauer sein. Kurzfristig habe ich jetzt doch noch für heute nachmittag einen Termin beim Doc bekommen. Sollte er mir wirklich ein anderes Medikament verschreiben, so könnte ich morgen damit anfangen und evtl. aufkommende Nebenwirkungen erstmal übers Wochenende testen. Klar würden die Nebenwirkungen länger dauern bevor sie (hoffentlich) verschwinden aber ich finde es immer besser, wenn man in der Zeit zu Hause sein kann und sich nicht zusätzlich noch in die Arbeit quälen muss.

fVivrefigvhterx80


So - heute nachmittag hat dann der Termin beim Arzt statt gefunden. Er hat sich viel Zeit genommen und mit mir lange über meine Situation und seine Sicht der Dinge gesprochen. Er meinte es kann gut sein, dass meine Depression durch die Erbanlagen begünstigt werden. Auch das Fluoxetin soll ich nicht weiter nehmen sondern wir probieren es jetzt mal mit Fluvoxamin (50mg). Diese Dosis sollte ich jetzt mal die nächsten Tage bzw. Wochen nehmen und wenn ich damit nicht den gewünschten Erfolg in puncto guter Stimmung habe, darf ich die Dosis auf 100mg erhöhen. Wenns geht würde ich gerne mit 50mg klar kommen, aber wenns nicht geht muss ich sowieso erhöhen.

Sollten sich hier auch starke nicht wieder verschwinden wollende Nebenwirkungen einstellen, so würden wir das Medikament wieder wechseln. Er sagt es gibt hier zig verschiedene Varianten und leider muss man leider wirklich durchprobieren, bis man das für sich passende AD gefunden hat. Aber ich soll nicht aufgeben. Es gibt immer Licht am Ende des Tunnels. Bin echt gespannt ob es wirkt und wenn ja wie, bzw. wie die Nebenwirkungen ausfallen. Morgen früh gehts los.... :)z

Zswack\44


Drücke Dir die Daumen, dass Du das richtige AD erwischt hast!

fiirWefi5ghtMer8x0


Danke Zwack! Jetzt heisst es einfach ausprobieren und abwarten...

fLirefiJght(er8x0


So - da bin ich wieder. Seit Samstag nehme ich nun das mir verschriebene Fluvoxamin 50mg. Heute morgen also die 5. Tablette. Ich weiss, dass das AD innerhalb dieser kurzen Zeit noch nicht wirken kann aber trotzdem hoffe ich, dass sich ziemlich rasch die stimmungsaufhellende Wirkung einstellt. Gestern gings mir mehr als besch.... Ich hatte eine wahnsinnige Unruhe in mir und hab es nirgends so richtig ausgehalten. Ausserdem war mir den ganzen Tag total kalt. Abends hatte ich dann noch Vorlesung in der Uni (Abendstudium), was ich aber in der Pause abgebrochen habe. Ich hoffe echt, dass das AD bald anschlägt und es mir besser geht, weil so ist nebenbei studieren fast unmöglich. Im Beipackzettel steht, dass die positive Wirkung nach ca. 10 - 14 Tagen einsetzt. Können das diejenigen von euch, die das AD auch schon probiert haben bestätigen?

Vielen Dank für Eure Antworten!

f|ireafigh<ter8x0


Hallo zusammen,

heute möchte ich mich mal wieder bei euch melden.

Heute vor genau zwei Wochen habe ich angefangen Fluvoxamin zu nehmen. Erst eine gute Woche lang 50mg, dann drei Tage lang 75mg und seit drei Tagen 100mg. Die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen. Ich zittere manchmal, bin oftmals etwas unruhig, was auch zur Folge hat, dass ich morgens früh wach werde. Mein Hauptproblem ist aber, dass ich absolut gaga im Kopf bin und meine Konzetration darunter leidet. Ich weiss nicht, ob das von der Krankheit kommt oder von dem AD. Auch tue ich mich schwer längere Texte zu lesen bzw. die Zusammenhänge zu verstehen. Auch habe ich wieder starke Nackenverspannungen.

Ich möchte euch daher fragen, wer von euch auch schon Erfahrungen mit Fluvoxamin gemacht hat und wer dabei ähnliche Symptome hatte. Sind bei euch die Symptome wieder verschwunden und wenn ja, nach welchem Zeitraum? Ich hab zwar schon gelesen, dass bei manchen die Wirkung des ADs erst nach sechs Wochen eintritt und sie sich dann erst besser fühlten aber das kommt mir schon verdammt lang vor.

Über Eure Erfahrungen mit Fluvoxamin wäre ich euch echt dankbar.

Vielen Dank im Voraus.

ZXwajck4x4


Hallo firefighter80,

jedes AD muß ja einen bestimmten Wirkstoffspiegel im Blutserum erreichen, bevor die Wirkung einsetzen kann. Die dürfte erst mit 100 mg erreicht sein. Ich habe damals innerhalb von 14 Tagen auf 150 mg Fevarin gesteigert, hatte auch Zittern (das wieder verschwunden ist) und hohen Blutdruck (der nicht verschwunden ist). Habe es deswegen dann wieder abgesetzt und durch ein anderes AD ersetzt. Konzentrationsstörungen hatte ich keine, aber wir wissen ja: Das ist von Patient zu Patient verschieden.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH