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Ich brauche Liebe

h}eyeerdaxhl hat die Diskussion gestartet


Hallo allerseits.

Ich muss mir etwas vom Herzen schreiben.

Ich (23 m) bin alleine. Zwar nicht lange aber doch irgendwie mein ganzes Leben. Habe ein Selbstbild von mir das ich in der Wirklichkeit nicht halten kann, Ansprüche, die ich nicht erfüllen kann. Seit 10 Jahren keinen besten Freund mehr, niemanden dem ich mich wirklich anvertrauen könnte

Bin stark, einfühlsam, klug, sportlich ,aufbrausend, ängstlich reumütig und sehr verletzbar, leicht beschämbar und zweifelnd. Mein Vater ist gestorben, vor drei Jahren…ich…konnte nicht weinen, trauern, hab es verdrängt. Mutter und Bruder sind Menschen, mit denen ich nichts gemeinsam habe und kaum rede.

Seit ca 3 Monaten weine ich mich öfters in den Schlaf, ich, der nie Gefühle zeigt, weder verletzbar scheint noch in Verlegenheit zu bringen ist – der dachte nicht weinen zu können.

Ich weine wegen verpasster Chancen, weine da ich für sehr kurze Zeit jemanden hatte der mich spürte, aber auch weil mich niemand berührt.

Wurde als Kind nie angefasst, umarmt, getröstet, gestreichelt. Wenn ich in Beziehungen war, habe ich viel nachgeholt, liebe Nähe, den wilden Geschmack fremder Haut.

Kurzum, ich denke, verrückt zu werden, oder zumindest gestört.

Manchmal wache ich auf und stelle mir bildlich vor, wie ich mir ins Gesicht schlage, mal mit flacher Hand, dann mit der Faust. Unterhalb des Auges, während ich noch im Bett liege. Würde mir nie etwas antun, pflege meinen Körper ernährungstechnisch so gut es geht und mit harter Disziplin, fühle mich wohl und zufrieden, wenn ich nackt vor dem großen Spiegel stehe, manchmal minutenlang wie eine Statue. Aber mein erster Gedanke ist mich zu schlagen –um berührt zu werden?

Habe Angst, unter Menschen zu gehen, fühle mich nicht wert ihre Zeit zu verschwenden, Angst unangenehm aufzufallen, zu stören. Ich versuche es trotzdem, will den Kontakt nicht ganz verlieren, da ich spüre wie seltsam ich so werde (bin?)

Was noch? War immer klein, schmächtig, aber dennoch eher gut im Sport (Fußballverein, ect), aber abgegrenzt habe ich mich immer durch schulische Leistungen, besser gesagt, definiert.

Und jetzt? Uni läuft halbwegs gut…aber ich fühle mich relativ dumm. Bin langsam im Geiste, starr, lebe im Nebel, in Fremdsprachen fallen mir Vokabeln kaum mehr ein, kann nur mehr jeweils eine Sache gleichzeitig tun.

Habe immer (!) Mundgeruch (bestätigt – möchte aber nicht darüber diskutieren) meide auch oder gerade deshalb Nähe obwohl ich sie brauche und es mich zerreist. Bin ich etwas aufgeregt –wegen alltäglicher Sachen, wie etwa eine längere Autofahrt –verkrampft mein Magen, manchmal bekomme ich Durchfall, aber immer das Gefühl am falschen Platz zu sein. Als ob ich beweisen müsste, es wert zu sein. Bei Prüfungen ect. hingegen nicht.

Habe eventuell eine Schilddrüsenunterfunktion (TSH 5,3), und seit 9 Monaten eine Überweisung an einen Endokrinologen…aber ich bin nie dort gewesen, aus Angst, lebenslang Tabletten schlucken zu müssen. Magenprobleme habe ich auch (weiß nicht was ich noch essen kann ohne gleich sehr starken Belag auf der Zunge zu bekommen; oder Magenschmerzen), chronische Lidrandentzündung und häufige Konjunktivitis

Entweder ruiniert mein Körper meinen Geist oder mein Geist meinen Körper…

Danke fürs Lesen… @:) Wie komme ich da raus? Die ganzen Selbstzweifel sind mir seit ca 3 Monaten richtig ins Bewusstsein gekommen.

Antworten
Srweet%revexnge


Hallo heyerdahl :D

Also für mich klingt das eher so als ob du einfach zu hohe Ansprüche an dich stellst!

Du solltest einfach daran arbeiten, dich so zu akzeptieren, auch mit deinen Fehlern und Macken ;-D

Sie machen dich einzigartig!

Lg

Sweetrevenge

hueye rKd&axhl


Hi Sweerevenge *:)

Danke für deine Antwort - du hast ja so recht.

Ich habe Probleme damit Dinge zu akzeptieren, die ich lösen könnte. :-(

Ich mag meinen Perfektionismus sogar, denn er macht mich besser...und schlussendlich ist er das Übel, aber der einzige Mechanismus der mich zu Veränderungen antreibt. Oje, ich fühle in den Tiefen meiner Seele noch große Brocken liegen ;-)

Ich glaube nicht, dass ich einzigartig sein möchte....nur normal. :°(

lg

u~nlixke


vielleicht magst du deinen perfektionismus oder bist so perfektionistisch, weil du angst vor nähe hast. vielleicht willst du dich unterbewusst von anderen dadurch distanzieren und unterscheiden weil du angst hast veletzt zu werden??

@:)

umnBlikxe


und was das weinen angeht: weinen ist gut!!! weine wann immer dir danach ist. dadurch kannst du verarbeiten und es lösen sich spannungen in deinem körper und deiner seele. *:)

ist es denn bei dir auch so dass dir niemand "gut genug" erscheint? also dass andere perfekt sein müssen damit du sie magst? das kenne ich nämlich von mir, das ist auch so einen art schutz

pzhoexbe


Wurde als Kind nie angefasst, umarmt, getröstet, gestreichelt.

Das könnte der Ausschlag für eine Persönlichkeitsstörung gewesen sein..bei mir war das als kind auch so ..nur das ich zusätzlich noch prügel bekommen habe.

Ich habe -um mich innerlich zu spüren auch den drang gehabt mich zu verletzen -allerdings ..habe ich mich wirklich verletzt -das du es "nur"im traum hast ..sagt aber doch auch einiges aus.

Oje, ich fühle in den Tiefen meiner Seele noch große Brocken liegen

ich denke auch ..denn ein kind das nie liebe verspürte ..und nie streicheleinheiten bekam -muss tief in seiner seele verletzt sein.

Wie wäre es denn mal mit einer Therapie?? -mir hat das sehr geholfen..ich weiß, männer haben immer so ihre probleme mit einer therapie -aber hinterher..sind sie alle froh und dankbar es getan zu haben.

wie alt bist du denn??

ich glaube auch nicht das du einzigartig sein willst...aber -du bist nun mal einzigartig -das sind wir alle.. ;-)

dein perfektionismuss ..ich denke auch den brauchst du ..um die kontrolle zu behalten??!

arbeite an deinem inneren kind ..denn das kam zu kurz -du kannst ihm heute wo du erwachsen bist,beistehen und ihm zu einer besseren zukunft verhelfen. :)*

ObneOnmlxy


@ heyerdahl

Kenne das Gefühl auch sehr gut - bin auch fürchterlich perfektionistisch und streng mir selbst und teilweise auch anderen gegenüber.

Aber:

Man muss sich selbst lieben. Am Ende ist es alles, was man hat: sich selbst

Versuche einfach mal, dich selbst nicht mehr ganz so ernst zu nehmen und konzentriere dich auf das, was dir an dir selbst gefällt bzw. was dir an dir gefallen sollte:

Bin stark, einfühlsam, klug, sportlich ,aufbrausend, ängstlich reumütig und sehr verletzbar, leicht beschämbar und zweifelnd.

hAeyerFdahxl


@ unlike

Hi, ich hatte einen harten Panzer, was das Verletztsein angeht. Nach außen hin..nach innen nie.

Damit kein falscher Eindruck entsteht, muss ich anmerken dass ich sowohl abgeschossen habe wie auch abgeschossen worden bin.

Ja weinen...es beruhigt mich...aber hat mein Bild von Mann zerstört. Ich kann nicht anders, war immer eher die Schulter zum anlehnen.

ist es denn bei dir auch so dass dir niemand "gut genug" erscheint?

Du wirst vielleicht lachen aber...ich würde fast jeden zum Freund nehmen und fast jede als Freundin mögen. Würde deshalb, weil ich das schlussendlich aus irgendwelchen Gründen nicht tue. Es beruhigt mich teils zu sehen, das andere nicht perfekt sind, hatte aber dennoch immer das "Pech" mit sehr schönen Menschen zu verkehren.

Andere müssen nicht perfekt sein, im Gegenteil...meine Maßstäbe gelten nur für mich. Ich liebe Macken.

cOoHlt s2.x0


Habe ähnlich gelagerte Probleme. Vielleicht hilft Dir Folgendes:

1. Such Dir professionelle Hilfe, eine Psychologin nach Möglichkeit.

2. Beschäftige Dich vielleicht mal mit Buddhismus, Tich Na Than "Wie Siddarta zum Buddha wurde" o.ä. oder vom Dalai Lama gibt es gute Anleitungsbücher für ein glückliches Leben.

3. Kauf Dir nen Zungenschaber und check Deine Verdauung, Darmflora etc., habe dazu schon genug Fäden hier im Forum gesehen

4. Check mal den Blog hier [[http://www.centerpointe.com/blog/]] wenn du das Geld hast mach das CD-Programm von ihm, hat mir zeitweise extrem die Augen geöffnet, bin noch dran

5. Es gibt andere Programm, etwa von Ken Wilber "Integral Life Practice"

6. Zum Thema Psychosomatik gibt es ein Hörbuch von Robert Betz, ist zu empfehlen

Das wichtigste ist aus meiner Sicht, nicht aufzugeben und immer weiter zu suchen.

Check mal die vier edlen Wahrheiten. Du haftest an Maßstäben, die Du nicht erfüllen kannst.

ODneOn!ly


Ich liebe Macken.

Und andere lieben auch deine Macken ;-)

hMeyerdsahxl


@ phoebe

Das könnte der Ausschlag für eine Persönlichkeitsstörung gewesen sein..bei mir war das als kind auch so ..nur das ich zusätzlich noch prügel bekommen habe.

Das tut mir sehr leid für dich :°_

dein perfektionismuss ..ich denke auch den brauchst du ..um die kontrolle zu behalten??!

Volltreffer... und versenkt!

Ja, den brauche ich, um keinen Blödsinn zu machen. Um mich nicht zu betrinken, um das Gute zu sehen, ich brauche ihn damit ich aus dem Sumpf rauskomme.

Wegen Therapie...ich habe noch den Verdacht das ich körperliche Ursachen (Schilddrüse, Magen) habe.

Desweiteren würde eine Therapie mich für meinen zukünftigen Beruf nicht gerade empfehlen :=o Aber, schlussendlich würde das auch kein Hinterdungsgrund sein (dürfen)

@ oneonly

Kenne das Gefühl auch sehr gut - bin auch fürchterlich perfektionistisch und streng mir selbst und teilweise auch anderen gegenüber.

Dann weißt du auch wovon ich spreche ;-D

Ich liebe Teile von mir...aber das ganze nur, wenn ich Erfolg habe (also bei guter Prüfung, netter Freundin, Sport)

Nur wenn ich Leistung zeige....

Hast du einen Weg gefunden, dich selbst zu lieben?

O neOnlxy


Hast du einen Weg gefunden, dich selbst zu lieben?

Nein ;-D Noch nicht wirklich.

Mal besser, mal schlechter. Ich habe mir noch nicht wirklich verziehen, aber es geht zumindest bergauf.

Was ich aber geschafft habe ist, große Dankbarkeit zu verspüren für all die Dinge, die ich zu wenig achte bzw. geachtet habe. All die Dinge, die uns selbstverständlich erscheinen. Wenn du sie plötzlich nicht mehr hast, merkst du, wie wichtig sie waren und du hast es nur nie geschätzt.

Seitdem bin ich dankbar für all die kleinen und großen Glückseligkeiten, die ich besitze.

Und ich kann das nur jeder/jedem wärmstens empfehlen :)^ Das macht demütig und zufrieden.

hTeyferdxahl


@ colt

Danke für deine Anregungen

Zu 1) Ja, werde ich, aber eher später wenn ich wirklich kein Licht mehr im Tunnel sehe

2) Buddhismus ist mir geläufig, hat mich aber nicht überzeugt. Die Gründe weiß ich nicht mehr, habe mich aber intensiver damit auseinandergesetzt, hatte auch eine kurze Beziehung zu einer Buddhistin und dabei das Gefühl, dass (bitte nicht falsch verstehen) eher hilfsbedürftige Menschen sich dieser (oder allgemein) Religion zuwenden. Stickwort Krücken für Kranke. Damals war ich stark.

3) Ja, danke, kenn ich, arbeite auch an einer eigenen Strategie.

4 -6) Werde ich durcharbeiten. Habe das Gefühl alles schon zu kennen, da ich Zugang zu einer Art "Privatbibliothek" habe.

Nein, ich gebe nicht auf, aber bin in letzter Zeit ganz schön fertig. Dir auch viel Erfolg :)*

WNaterxli


Habe eventuell eine Schilddrüsenunterfunktion (TSH 5,3), und seit 9 Monaten eine Überweisung an einen Endokrinologen…aber ich bin nie dort gewesen, aus Angst, lebenslang Tabletten schlucken zu müssen.

Die Angst hatte ich auch erst... aber glaub mir, es geht dir so viel besser mit den Tabletten und es ist wirklich nicht schlimm, das sind keine "Medikamente" mit irgendeiner Wirkung sondern lediglich Hormone, die deinem Körper fehlen. Wie Vitamintabletten, weil einem z.B. Magnesium fehlt und man das dann eben als Tablette nehmen muss.

Und 5,3 ist nicht eventuell hoch, das ist hoch.

Unabhängig davon würde ich dir raten, einen Psychologen aufzusuchen und da einfach mal deine Vergangenheit aufzuarbeiten und über deine Probleme zu reden.

hceyeXrda;hxl


All die Dinge, die uns selbstverständlich erscheinen. Wenn du sie plötzlich nicht mehr hast, merkst du, wie wichtig sie waren und du hast es nur nie geschätzt.

Ja, immer wenn es mir schlecht geht, denke ich daran. Ich hatte auch schöne Zeiten, keine Frage. Vielleicht ist es diese Fallhöhe, die mich so erdrückt.

Ich lache eigentlich viel, auch wenn ich alleine bin. Freu mich über ein nettes Gespräch. Ich habe eine Sehnsucht in mir.

@ all

Da mir viele zu einem Psychiater raten:

Ich musste ehrlich gesagt schon schlucken und hab nach Gründen gesucht, warum ich keinen brauche.

Bin ein Self-made-mann: Gibst ein Problem, verlass ich mich auf mich, es zu lösen. Hier geht es plötzlich nicht mehr denn ich stecke fest.

Mir ist es unangenehm, so oft "ich" zu schreiben.

Wegen "Vergangenheitsbewältigung" Ich weiß nicht, bin nicht so weit. Komme mir auch lächerlich vor, ich wurde ja nicht vergewaltigt oder gemobbt, sondern habe mich selbst ausgeschlossen.

@ Waterli

Dein Vitaminvergleich macht die Sache schon schmackhafter. Im Inneren bin ich ein Feigling wenn es um Ärzte / Krankheiten geht.

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