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Wie gehe ich mit jemand um,der eine endogene depression hat

t5hoj8a0x7 hat die Diskussion gestartet


ein lieber freund der mir sehr wichtig ist,hat mir gesagt,das er seit ca 30 jahren diese diagnose hat wiegehe ich richtig mit dieser info um?

Antworten
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Am besten indem du ihn fragst, was das genau bedeutet und welche Einschränkungen er dadurch hat. - leteres indirekt fragen - damit du weißt wie du damit umzugehen hast. Sei einfach ein Freund, normaler weise wenn dir jemand wichtig ist, merkst du was gut ankommt und was nicht.

Z\wacku44


Hallo thoja07: Ganz einfach "normal" und sei ein wenig toleranter bei Entscheidungsschwäche, Reizbarkeit, abruptem Stimmungswechsel, verminderter Belastbarkeit; depressive Menschen wollen oft, können aber nicht. Das kann dazu führen, dass sie heute eine Einladung für morgen gerne annehmen, sich aber morgen nicht in der Lage sehen, der Einladung Folge zu leisten. Ihnen ist dann nicht etwa etwas Besseres eingefallen, sondern sie liegen vielleicht im Bett, ziehen sich das Kissen über den Kopf und wollen keinen Menschen sehen, nur ihre Ruhe haben.

Wenn Du in der Vergangenheit bei Deinem Freund noch keine Anzeichen entdeckt hast, ist er wahrscheinlich in Behandlung; man kann dann fast ohne Einschränkungen leben.

tthojaD07


doch habe ich, konnte dies aber oft nicht einordnen. Einen Tag mich gemocht zu fühlen und dann wiederum nicht zu wissen woran ich bin. Hab ihn dann einfach gelassen und mich zurückgenommen was anscheinend o.k. ist für ihn. Er ist seit langem in behandlung aber wohl nicht wirklich im griff. kommt das häufiger vor, dass es nicht unsymtomatisch verläuft unter medikamente?

Z.wacvk4x4


Wenn Du Dich an manchen Tagen "nicht gemocht" fühlst, hat Dein Freund eigene Probleme. Das Leben unter Depressionen kann unheimlich beschwerlich sein, angefangen vom morgendlichen Aufstehen über die Wahl des Hemdes und das Warten auf Antrieb, damit man bei Bedarf aus dem Haus gehen kann, vom beruflichen Alltag ganz zu schweigen. "Endogene Depression" heißt, dass die Ärzte keine Ursache für die Depression entdecken konnten. Bei dieser Variante geht man davon aus, dass man am besten versucht, den ins Ungleichgewicht geratenen Hirnstoffwechsel wieder zu stabilisieren; dafür erhält der Patient ein Antidepressivum. Leider ist das Spezifische an Psychopharmaka, dass sie auf jeden Patienten unterschiedlich wirken, so dass man, vereinfacht gesagt, auf das Ausprobieren unter ärztlicher Anleitung angewiesen ist. Für Depressionspatienten besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihnen geholfen werden kann, aber Voraussetzung ist ein kompetenter Psychiater, viel Geduld, eine erträgliche Umgebung und etwas grundsätzliches Verständnis der Krabnkheit und des Umgangs mit ADs. Ich kann nicht abschätzen, ob Dir an Deinem Freund kleine "Spitzen" seiner Krankheit auffallen, wie sie (besonders unter Belastung) immer einmal vorkommen können, oder ob er medikamentös nicht optimal eingestellt ist. Wäre er gut eingestellt, sollte er ein Leben im wesentlichen ohne Einschränkungen führen können.

tNhojax07


hallo, erst mal vielen lieben dank für deinen kommentar. ich glaube das er 30-50% seiner arbeitszeit dieses Jahr ausgefallen ist, das finde ich einfach zu viel. interressant,dass es ihm sehr wichtig ist sich zu entschuldigen, auch wenn er bisher nie das warum ins spiel brachte. letztesmal hat er es begründet und gemeint er möchte,dass ich dies über ihn weiß - was für mich sein ganzes verhalten, Lebensstiel erklärt -

Zjw}ackx44


Merkwürdig: Hat er denn nicht den intensiven Wunsch, die Krankheit hinter sich zu lassen? Ist er ärztlich in guten Händen? Ich beginne, daran zu zweifeln. Ich weiß nicht, ob Du nicht von Glück sagen kannst, dass ihr etwas auf Abstand geblieben seid. Niemand kann etwas dafür, dass er depressiv wird. Aber zumindest in einer Zweisamkeit hat der Kranke auch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, alles Mögliche zu tun, um wieder gesund zu werden. Wenn er alleine lebt - OK, dann hat er wahrscheinlich resigniert.

tbhoja0x7


schaut so aus, angenommen,er würde rein medizinisch mit sich reden lassen, wie hacke ich da mit viel vorsicht ein. Habe den eindruck das er nicht in Fachärztlicher behandlung ist , allerdinds wurde er.... ins krankenhaus gebracht vielleicht tut sich ja jetzt dann was zu seinen gunsten.

ZswaQck44


Lies im Netz über Depressionen, die Symptome und die Behandlung. Erzähl ihm, dass es ihm besser gehen könnte und dass Du ihn während der Behandlung, wenn gewünscht, unterstützen würdest und einfach für ihn da wärst. Das Problem wird sein: Er weiß nicht, wie er zu der Krankheit gekommen ist, und auch nicht, wie er wieder herauskommt. Weil psychisch Kranke selten über ihre Erfahrungen reden, ist das Wissen in der Allgemeinheit nicht weit verbreitet. Also fehlen ihm die Erfahrungsberichte anderer, aus denen er ableiten könnte, dass vielleicht auch ihm besser geholfen werden könnte. Die Antriebslosigkeit und Entscheidungsschwäche einer Depression motivieren einen Single nicht gerade dazu, sich in - aus seiner Sicht - medizinische Abenteuer zu stürzen. Deute vorsichtig Deinen Wunsch an, dass er mehr Lebensfreude erfährt; er soll aus eigener Kraft helfen (soweit es geht), weil DU Dir das wünschst. Überlaß das Weitere dem Gesprächsverlauf. Du kennst ihn ja und Du wirst schon wissen, ob er das nur in kleinen Häppchen verträgt, aber ich bin sicher, dass Du in Deiner Position einen Anstoß geben könntest. Er weiß natürlich nicht, was an Behandlung auf ihn zukommt, aber wenn Du Optimismus ausstrahlst ("Laß mich mal machen"), kannst Du ihn vielleicht ein bißchen anstecken.

t$hoOjqax07


hab mich natürlich als erstes an die symptome gemacht, von denen er tatsächlich sehr viele hat, d.h. ich werde jetzt erst mal versuchen herrauszufinden was er an medis schon hinter sich hat und dann wirds wohl schwierig. macht es einen unterschied in der wirksamkeit zwischen oraler und i.v. gaben.....und ja er ist singel hochkompetent in seinem job wenn ich richtig informiert bin, das ist aber von verschiedenen gesprächen zusammengesetzt, die nicht alle um depression gingen, dass sein studium im familienkreis nicht akzeptiert wurde es gabwohl die heftigsten auseinandersetzungen krankeitsbeginn ist zeitkonform

Z,wackx44


Meines Wissens gibt man im KH oft größere Mengen, da der Patient unter Kontrolle ist, und i.v. kann Vorteile bezüglich Bioverfügbarkeit und Vermeidung der Magennerven haben. Es ist bekannt, dass Leute, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen (Perfektionisten), besonders depressionsgefährdet sind. Ich gehöre auch in diese Kategorie. Der Grund liegt darin, dass sie Vieles als Mißerfolg ansehen, wofür andere noch den Nobelpreis erwarten.

Was die Medis angeht, wäre natürlich optimal, wenn er nicht nur Buch über die eingenommenen Mittel, sondern auch über ihre Wirkungen geführt hätte - vielleicht hat er das ja.

t6hoEjap0f7


glaube ich nicht, aber dies hätte ich ihm auch als erstes empfohlen und er ist gaube ich mehr als nur perfektionist im berufsleben. muß aber auch so sein bei seinem beruf. bist du selber betoffen oder aus einem medizinischen beruf oder....

AIzucePnax1


Hallo thoja07,

ich glaube das er 30-50% seiner arbeitszeit dieses Jahr ausgefallen ist, das finde ich einfach zu viel.

Meine Cousine hat auch diese "Diagnose". Sie ist gar nicht voll arbeitsfähig. Sie hat so viel ich weiss nur die Hälfte, der Pflichtarbeitstunden. Teilrente? Das ist so seit dem sie Anfang zwanzig war.

Z,wac8k4x4


... bin selbst betroffen.

tQhojva0x7


danke, denn das von dir geschriebene hat viel erklärt. kenne das ganze zwar klinisch,aber nicht im privaten umgang es ist mir klar wie vorsichtig man sein muß um nichts zu zerstören im job ist manches einfacher da keine gefühle mit dabei sind - ich fühle mich ein bischen wie ein rohes ei ohne schale in händen zu halten und nichts davon zu verlieren. mein praktischen erfahrungen sind einfach zu gering.....

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