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Krankschreibung wegen Depressionen (un)möglich?

~KGärmtnerWin~ hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen. Es ist so dass ich unter Depressionen leide. Ich bin oft sehr antriebslos und fühle mich einfach total erschöpft und traurig, habe zu nichts Lust. In letzter Zeit ist es wieder besonders schlimm. Da ich zur Zeit auch arbeitslos bin (was aber nicht duch die Depressionen so gekommen ist) bin ich von der Arbeitsagentur zu einem mehrwöchigen Kurs verdonnert worden. Es fällt mir so schwer da hin zu gehen, muss aufgeschlossen mitarbeiten, dabei will ich mich am liebsten nur unter der Bettdecke verkriechen und heulen. Habe jeden morgen wenn ich dahin gehe Herzrasen und Angstgefühle. Wenn ich nach 10 Stunden endlich wieder zuhause bin wartet die Hausarbeit auf mich. Dazu brauche ich auch viel Zeit um Bewerbungen zu schreiben, wenn ich bis August eine Ausbildung bekommen will. Das schaffe ich einfach nicht. Habe seit ich da bin keine einzige Bewerbung mehr schreiben können.

Wenn ich nicht zum Kurs hin gehe wird mir das Geld gestrichen.

Ich habe überlegt mich krank schreiben zu lassen, aber welcher Arzt macht sowas schon für 5 Wochen? Und ich wüsste auch garnicht zu welchem Arzt ich gehen könnte. Ich bin nicht in Therapie, da bliebe also nur mein Hausarzt übrig, aber darf/kann er sowas machen? Vielleicht glaubt er mir auch nicht und hält mich einfach für faul. Er meinte auch mal ich wirke ganz normal und bei mir könne er sich nicht vorstellen dass ich unter sowas leide.

Was mache ich jetzt bloß?

Antworten
Ciimp\ettxo


Hallo,

bevor ich in Rente mit meinen 34 Jahren gekommen bin, war ich 3 1/2 Jahre Arbeitsunfähig geschrieben worden.

Mußte alle 4 Wochen zum Arzt und dann eben die AU Bescheinigung.

Ich hatte damals Sozialhilfe, doch aufgrund der Erkrankungen, war ich nicht in der Lage, irgendeine Arbeit anzunehmen.

Also funktionieren tut das schon, langfristig muß man sich halt Überlegen, inwieweit man wieder und wie schnell man zurück möchte.

n9aja}n#aguxt


Hallo Gärtnerin,

du hast schon recht, es wird sich kaum ein Arzt finden, der dich gleich für fünf Wochen krankschreibt. Einen Schritt nach dem anderen ;-)

Geh erstmal zu einem anderen Hausarzt, erzähl ihm, wie's dir geht, dann wird er dich vermutlich erst mal ein paar Tage krankschreiben. Hol dir eine Überweisung zum Psychiater, der kann dann alles Weitere machen - dir AD geben, dir eine Therapie "verordnen" oder was er sonst für sinnvoll hält. Da kann man auch sicher darüber sprechen, ob es sinnvoll ist, dass du in diese Maßnahme gehst.

Glaubs mir, ich habs selbst ausprobiert. Das funktioniert, und dann gehts dir auch wieder besser.

:°_

LG

jHungae Kaxtze


Soweit ich weiß, darf Dich auch ein Hausarzt aufgrund von Depressionen krank schreiben. Wenn Du das für richtig erachtest, könntest Du ja auch zu einem anderen Arzt gehen.

Ich rate Dir mit diesem Depressionen zum Arzt zu gehen und sie auch behandeln zu lassen, weil Deine Depressionen auch schlimmer werden könnten.

Alles Gute. :)*

S"a3tine


Also ich würde auch sagen: Ab zum Arzt!

Mein HA hat mich letztes Jahr erstmal zwei Wochen krank geschrieben und mich zum Psychiater überwiesen... Bekam ADs und Gespräche. Mein HA hat mir heute erst von sich aus angeboten, dass ich jederzeit zu ihm kommen soll, wenn ich es nicht packe und er schreibt mich dann krank. Er ist da sehr verständnisvoll. Allerdings kennt er mich auch über Jahre und wie ich früher war und so... Er hat das bei mir diagnostiziert, als ich noch gar nicht an sowas dachte und net wusste, was los ist...

Depression ist genauso eine Krankheit wie ein Beinbruch und kann/muss diagnostiziert werden...

Im Zh mit dem Amt ist es sehr wichtig, dass du dich auch krank schreiben lässt, wenns dir schlecht geht.. Du musst ja alles nachweisen...

Du schaffst das schon... :)^ :)* Auf zum Arzt...

bLo/un7cxe


Hallo Gärtnerin *:)

ich kann mich najanagut echt nur anschliessen, DAS ist der allerbeste Weg, den Du jetzt gehen kannst. Versuch mal Dir vorzustellen, wie es wäre, jetzt in dieser Stimmung 5 Wochen lang zu Hause zu sein. Du schreibst ja von unter der Bettdecke bleicben und heulen! Gut oder nicht gut? Für mich und meine Depression war das eindeutig nicht gut, ich landete so nach Wochen schlußendlich in einer psychosomatischen Klinik. Und das war dann gut, denn dort ging es mir endlich wieder besser! Seither machen mein HA, Psychiater und Psychotherapeut mich wieder fit. Also machen muß das schon ich, aber die Kombination unterstützt das eben sehr.

Ich bin auch dafür, dass Dein nächster Weg nach Deinem HA zu einem Psychiater sein sollte, allein schon weil er oder sie sich auf sowas am Besten versteht und auch Medis verschreiben darf.

Alles Liebe und gute Besserung!

b6ouncxe


Ach ja, und was ich Dir noch sagen wollte! Du bist nicht faul :)* Du bist nur krank geworden! Dafür kannst Du nichts, und es ist Dein gutes Recht Dich dann krankschreiben zu lassen. Das hat mit Faulheit mal gar nichts zu tun :)z Soll der Arzt denken was er will :)_

~vGärvtnerxin~


Danke für eure Antworten. Bei mir ist es so, dass die Depressionen immer phasenweise kommen. Mal geht es mir recht gut, dann wird es aber wieder schlimmer. Normal arbeiten konnte ich bisher meist immer, aber jetzt kommt so viel zusammen was mich unter Druck setzt. Dieser Kurs der täglich 10 Stunden dauert, die ganzen Bewerbungen die ich schreiben muss, die Vorstellungsgespräche, der Haushalt und noch ein paar andere Dinge.

Habe das Gefühl keine Ruhe zu bekommen, kann Nachts oft lange nicht einschlafen obwohl ich mich tagsüber immer müde fühle.

Eine Therapie möchte ich gerne machen, aber ich traue mich ehrlich gesagt noch nicht ganz. Deshalb bin ich mir auch so unsicher ob ich mich mit sowas an meinen Hausarzt wenden kann. Ich bin kein weinerlicher Mensch (wie manche es bei einem Depressiven vielleicht erwarten). Ich kann mich vor Fremden schon noch zusammen reißen. Ich habe Angst dass man mir deshalb nicht glauben wird.

Wie sage ich sowas dem Arzt am besten?

MKollZie_nchexn


Hallo Gärtnerin,

kann mich allen Vorrednern anschließen. Natürlich kann man auch Pech haben und an einen doofen Arzt geraten. Ich hatte das Pech mit einem Psychiater, das war echt ein A... Ich glaube, der dachte, ich stelle mich nur an. (Und ich glaube, der hat seinen Job verfehlt.)

Aber meine Hausärztin hat mich auch schon wegen "Belastungssyndrom" (oder so ähnlich) krank geschrieben. Keine 5 Wochen, aber zumindest eine Woche. Eine Kollegin wurde von ihrer Psychiaterin gleich 3 Monate krank geschrieben.

Also, versuch's!

Und ein Arzt, der was auf dem Kasten hat, weiß, dass ein Depressiver keinesfalls ständig am Heulen ist. Viele Depressive erhalten nach außen hin eine völlig normale Fassade aufrecht. Scheint mir mit Dir auch so zu sein. Bei mir ist es auch so...

Wie sage ich sowas dem Arzt am besten?

Sag's einfach wie es ist. So wie Du es hier auch beschrieben hast.

n$ajanaMgtuxt


Viele Depressive erhalten nach außen hin eine völlig normale Fassade aufrecht.

:=o

Würd ich niiiieee tun.

Ja, damit kann man sich gut im Weg stehen. Versuch, ehrlich und offen zu sein.

LG

bVouncxe


Habe das Gefühl keine Ruhe zu bekommen, kann Nachts oft lange nicht einschlafen obwohl ich mich tagsüber immer müde fühle.

Dein Einschlafproblem ist ganz normal bei einer Depression. Grübelst Du viel im Bett? Evt. hilft Dir ja ein wenig Wissen über die sogenannte Schlafhygiene, siehe z.B. hier[[http://www.psych-diagnostik.uni-koeln.de/schlafambulanz/page7.html]] oder befrag mal Herrn Google ;-D

Ein Grübelstopp wäre auch was, was Dir evt. ganz akut helfen könnte. Denk Dir einfach ein Wort, einen kurzen Satz oder eine Handbewegung aus, die Du immer dann ganz aktiv machst oder laut zu Dir selbst sagst, sobald Du merkst, dass das Grübeln Dich so richtig im Griff hat und Du nix anderes mehr machen kannst. Sowas wie "Stopp, es reicht jetzt!" oder einfach " Halt!" oder so...achte einfach mal ganz genau drauf, wie oft und vor allem über was Du immer grübelst. Oft ist es ein sinnloses im Kreis herum denken, das Dir nix bringt außer furchtbar schlechte Gedanken und Gefühle und es kostet ebenso furchtbar viel Zeit. Vielleicht hilft das schon ein kleines bisschen, falls es Dir überhaupt so geht.

Eine Therapie möchte ich gerne machen, aber ich traue mich ehrlich gesagt noch nicht ganz.

Das ist auch völlig ok, sogar normal. Du selbst bestimmst, wann das für Dich ok ist. Bleibe dabei und kümmere Dich um Dich, einen Termin bei einem Psychiater und einen freien Therapieplatz bei einem Psychotherapeuten. Den zu bekommen ist nicht ganz so einfach und dauert ne Weile. Die haben meist eine längere Wartezeit, kann bis zu einem halben Jahr dauern, bis Du mal zu einem Gespräch kommen kannst. Beim Psychiater gehts sicher schneller und Du bekommst dort auch Hilfe, grade was die Krankmeldung angeht. Ich war jetzt insgesamt ein Jahr krank geschrieben wegen meiner Depression.

Deshalb bin ich mir auch so unsicher ob ich mich mit sowas an meinen Hausarzt wenden kann

Kannst Du, und erzähl ihm genau das, was Du hier geschrieben hast

Bei mir ist es so, dass die Depressionen immer phasenweise kommen. Mal geht es mir recht gut, dann wird es aber wieder schlimmer. Normal arbeiten konnte ich bisher meist immer, aber jetzt kommt so viel zusammen was mich unter Druck setzt. Dieser Kurs der täglich 10 Stunden dauert, die ganzen Bewerbungen die ich schreiben muss, die Vorstellungsgespräche, der Haushalt und noch ein paar andere Dinge.

Habe das Gefühl keine Ruhe zu bekommen, kann Nachts oft lange nicht einschlafen obwohl ich mich tagsüber immer müde fühle.

Kannste eigentlich genau so ausdrucken und mitnehmen ;-D :)_

Wenn der Arzt dann nicht Deiner Vorstellung entsprechend reagiert, frag ihn einfach nach ner Überweisung zum Psychiater, das allein sollte den Doc dann ja mal zu Nachdenken anregen...wer geht denn schon freiwillig zu nem Psychodoc? Da muß schon ne Not beim Patienten da sein, und spätestens dann wird er Dich wohl ernst nehmen müssen.

Müdigkeit, Vergesslichkeit, weinerliche Zustände, Antriebslosigkeit, nicht fähig sein Entscheidungen zu treffen, daraus resultierende Suizidgedanken, alles das kam bei mir vor, als ich so richtig drin steckte. Und ich bin sonst eigentlich vom Typ her genau das Gegenteil, immer gut drauf, nix zu schwer, meistere jede Situation blabla...und plötzlich war alles anders. Bei mir waren es wie bei Dir auch mehrere Faktoren, die mein Leben kurz mal so umgedreht haben, ich konnte einfach nicht mehr....so kannte ich mich gar nicht. Schwupps, war die Depression da, bis ich das erkannte war ich schon in der Klinik. Davor war es von einer diagnostizierten Anpassungsstörung bis zur posttraumatischen Belastungsstörung so einiges...erst meine Psychiaterin erkannte was mir tatsächlich fehlte und empfahl mir, in diese Klinik zu gehen, was ich nie nie nie bereuen werde, das war so cool dort ;-D

Hab den Mut, und wenn Du denkst Du bist grad stark genug, dann such doch schon mal nach Psychotherapeuten in Deiner Nähe, ist immer gut kleine Schritte schon getan zu haben. Mußt ja nicht gleich anrufen ;-) Und genauso nach Psychiatern.

Ups, jetzt ist das aber lang geworden hier, naja, ich hoffe es hilft Dir ein wenig :)*

Lass den Kopf nicht hängen, auch das Berg- und Talfahren ist bei ner Depression normal, und irgendwann kommen nur noch ganz flache Täler, versprochen :)z

Gute Besserung :)*

b7ouxnce


Fällt mir grad noch was ein! Ein Buchtipp:

[[http://www.brigitte.de/gesundheit/medizin/depression-571382/]]

Das habe ich bei meiner Psychotherapeutin zum Lesen mitbekommen. War zuerst nur am Heulen, weil ich mich so darin wieder gefunden hab, und dann hab ichs selber bestellt und allen um mich herum gezeigt und erklärt. Das hat auch gut getan, vor allem meinen Leuten um mich rum, die leiden bei sowas ja auch immer mit, verstehen einen nicht ect.

Alles Liebe *:)

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