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Depressionen, sexueller Missbrauch, Lebenskrise: Wie helfen?

Stylviee 1+99r1 hat die Diskussion gestartet


Hallo, liebe Forengemeinde!

Ich wende mich heute an euch, weil ich einfach an einem Punkt angekommen bin, an dem ich nicht mehr weiter weiß.

Es geht dabei eigentlich weniger um mich selbst, als um einen sehr guten Freund, dem eine ganze Reihe von schlimmen Dingen wiederfahren ist. Ich denke, ich beginne mal ganz am Anfang, vor etwa drei Monaten:

Zu diesem Zeitpunkt machte er sich ganz spontan mal Gedanken, den Freitod zu wählen. Konkrete Gründe hatte er offenbar keine, wie gesagt, kam das vermutlich aus ner spontanen Laune. Vielleicht hat das auch mit dem Tod seiner Großeltern zu tun, oder vielleicht auch mit seiner Asthma-Erkrankung oder ähnlichem, kam mir aber nicht so vor. :|N

Jedenfalls kam es dazu, dass er sich in einem dieser ominösen Suizid-Foren im Internet anmeldete, kein seriöses wie dieses Forum hier, sondern eines, wo wirklich nur Suizidgefährdete sich austauschen, und keine Helfer da sind.

In diesem Forum wurde er sehr schnell von einer Person kontaktiert, die zuerst seine Laune zu teilen schien, womit er sich schnell das Vertrauen erschlich. Nachdem er den Namen und den Wohnort erfragt hatte, hatte er leichtes Spiel, über Facebook und sonstige Helfer alles über meinen Freund heraus zu finden. :-(

Inzwischen hatte mein Freund seine Laune wieder verworfen. Er war kaum noch depressiv. Dann begann aber oben genannte Person, ihn zu verfolgen, zuerst via Anrufe und SMS-Nachrichten, worauf sehr schnell alles gelöscht und die Mobilfunknummer geändert wurde. Offensichtlich wusste der Stalker aber auch über Wohn- und Arbeitsort Bescheid, denn er meldete sich oft und mein Freund fühlte sich sehr oft verfolgt. Einmal, da war er bei seiner Freundin, rief er an und drohte damit, ihm zu folgen, denn er wisse, wo er sei, ein andernmal wurde er sogar beim Spazierengehen zu Hause verfolgt. :|N

Später wurde das immer häufiger, mehrmals kam das sogar im Zug auf der Fahrt zum Arbeitsort vor. Mehrmals brach er die Reise deshalb auch ab. %:|

Eines Abends, vor einigen Wochen, kam es wieder dazu, dass er zum Arbeitsort fuhr, er ist ein Wochenpendler. Am späten Abend klopfte es an seiner Wohnungstür, gutgläubig öffnete er. Es stand aber diese Person vor seiner Türe und bedrohte ihn (laut Aussage) mit einem Messer. Was er von ihm wollte? Nun, kurz gesagt ging es um sexuelle Handlungen. Er zwang ihn zu allerlei Dingen und verschwand dann wieder. Offenbar hat der Stalker jeglicher Art, Spuren zu hinterlassen, vorgesorgt. {:( {:(

Erstaunlicher Weise schaffte er es, noch am gleichen Abend sowohl seine Eltern, als auch die Polizei zu verständigen. Zweiteren schilderte er alles sehr genau. Einige Tage später erzählte er auch mir das alles, und zwar erschreckend genau. %:|

Natürlich könnte man nun sagen: Schlimme Geschichte, aber ob das schon wahr ist?

Nun, auf Grund der Genauigkeit seiner Schilderungen, des vorhergehenden Stalkings und seiner aktuellen, massiven Psychischen Probleme stellt sich diese Frage keinesfalls!

Die Polizei scheint da anderer Meinung zu sein, nach dem Verweis zur Kripo wurde er schnell der Falschaussage angeklagt. Leider hatte er keine Beweise und er hatte anfangs beim Notdienst wohl noch im Schock einige Dinge leicht anders ausgesagt. :(v

Jedenfalls entsteht nun die katastrophale Lage, dass mein Freund nun so viele massiv einschneidende Dinge verarbeiten muss, dass er wohl kaum selber fertig wird. Angefangen von seinen gesundheitlichen Problemen, hinzu nun noch der Stalker (der übrigens seit oben genanntem Vorfall nur noch einmal aufgetaucht war), die verstorbenen Großeltern und am massivsten der sexuelle Missbrauch dieses Kranken. Hinzu kommt, dass ihm eben die Polizei nicht glaubt. Zu allem Überfluss hatten dann noch sehr nahestehende Menschen einen Autounfall. %:| %:|

Er fühlt sich in der Stadt kaum noch sicher und er hat vor allem Nachts teils absolut lebensbedrohliche Asthmaanfälle. {:(

Ich, als Nachbar, Arbeitskollege, sehr guter Freund und als Vertrauensperson bekomme das natürlich am vorderster Front alles mit und es belastet schon enorm stark.

Nun fragt sich vor allem für mich: was kann man tun, wie kann ich helfen? Wie kann man der desaströsen Lage Herr werden? Soll man hier in der Großstadt ne neue Wohnung suchen und soll er seine aktuelle Ausbildung abschließen? Oder soll er zurück zu seinen Eltern und dort etwas neues beginnen? Möglichkeiten gäbe es wohl viele. Was auch nur ansatzweise richtig sein könnte? Ich weiß es nicht.

Sorge macht mir vor allem, dass er sich einerseits hier in der gesamten Umgebung kaum noch sicher fühlt, andererseits zeigt er mir aber all seine Sorgen viel zu wenig. Absolut deutlich ist mir trotzdem, dass er an starken Depressionen leidet.

Ich bitte euch nun, mir Ratschläge zu geben, was ich ihm sagen soll, wie ich ihm besser helfen kann, was man an der Situation ändern kann, vor allem im Bezug auf die Lebenssituation und auf die Polizei. Wie gesagt: Erfunden ist das alles garantiert nicht, schon Mal weils dann nicht so präsent wäre. Wie kann ich ihm helfen und wie kann ich oder wie soll seine Freundin mit dem allen selbst klar kommen? Vor allem schnelle Hilfe wäre immens wichtig, Fachmännische Hilfe von Psychotherapeuten gibt’s ja nur nach monatelanger Wartezeit… {:(

Ganz offensichtlich ist, dass er mit seinem Leben halt nur noch sehr schwer klar kommt. Von der nächsten Brücke springen wird er glaub ich nicht, auch wenn ich das sehr genau beobachte, was er macht und unternimmt. Am Ende ist er trotzdem.

Ich bitte daher euch alle, mir und allen hierbei Beteiligten dabei zu helfen, das wieder in den Griff zu bringen. Ich bitte auch darum, wirklich nur ernst gemeinte Antworten zu schicken, denn für Scherze ist das hier viel zu ernst und akut! :-(

Danke fürs Durchlesen!

Vielen Dank im Voraus,

Sylvie

Antworten
ZOwacck4Z4


Natürlich könnte man nun sagen: Schlimme Geschichte, aber ob das schon wahr ist?

Nun, auf Grund der Genauigkeit seiner Schilderungen, des vorhergehenden Stalkings und seiner aktuellen, massiven Psychischen Probleme stellt sich diese Frage keinesfalls!

Genau an dieser Stelle stimme ich Dir nicht zu. Tut mir leid für Dich: klingt für mich nach Verfolgungswahn.

s^ampNlxe


Genau an dieser Stelle stimme ich Dir nicht zu. Tut mir leid für Dich: klingt für mich nach Verfolgungswahn.

ich verweise an dieser stelle auf folgenden faden, in dem ein männliches missbrauchsopfer sehr anschaulich seine erfahrungen wie auch die zum teil unglaublichen reaktionen insbesondere seiner geschlechtsgenossen geschildert hat! :(v

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/504752/]]

Z.wacRkx44


Weder eine anschauliche Schilderung noch ein Stalking ohne Spuren noch eine desolate psychische Verfassung sind Belege für den Wahrheitsgehalt der Geschichte, sondern sind genauso auch mit Wahnvorstellungen vereinbar. Wer noch nie mit manisch-depressiven oder schizophrenen Menschen zu tun hatte, kann sich das vielleicht nicht vorstellen.

Alle SMS's sofort gelöscht, 3 Monate Stalking und eine Vergewaltigung ohne jede Spur, Polizei sagt "Falschaussage", aber selbstverständlich ist die Story über jeden Zweifel erhaben?

sVa[mpl/e


ich wage mal zu behaupten, wäre das opfer weiblich, hätte sich hier bereits eine rege diskussion entfaltet, die sicherlich im verlauf kontrovers geworden wäre, aber es hätte wenigstens eine gegeben.

npajanaxgut


Ab in die Psychiatrie mit ihm.

Egal, ob die ganze Geschichte wahr oder erfunden ist, bei diesen massiven Problemen wäre das meine Wahl.

S(. w}allMis-iRi


ja, er könnte sich einweisen lassen und das wär vielleicht auch sinnvoll, aber ob er das will? Wär jedenfalls der einzige Weg hier drum rum zu kommen:

Vor allem schnelle Hilfe wäre immens wichtig, Fachmännische Hilfe von Psychotherapeuten gibt’s ja nur nach monatelanger Wartezeit…

Würde er eine Therapie denn wollen? Wenn schon, dann wär's doch wenigstens mal ein Schritt sich einen Therapeut zu suchen, die Probestunden zu machen und sich auf die Warteliste setzen lassen.

ZvwaEck4x4


Nein, wie najanagut schon gesagt hat: Dem Mann kann nur ein Psychiater helfen. Leider fehlt den Betroffenen dieser Art meistens die Einsicht dazu. Schrecklich, wenn man Mitmenschen auf den Zusammenbruch zutreiben sieht und kann nichts dagegen unternehmen.

SX. wallxisii


Es ist doch nur eine Vermutung von dir dass ne Psychose in der paranoiden Richtung vorliegt, da bräucht's dann Medikamente klar, aber deshalb frag ich ja ob Bereitschaft zu Therapie oder gar Selbsteinweisung da wäre, wenn nicht wär's zwar auch kein Beweis aber ein weiteres Indiz für deinen Verdacht, wenn schon scheint mir persönlich (was natürlich auch nichts verlässliches heißt) eine Paranoia eher unwahrscheinlich. In dem Fall wär's auch übrigens echt verdammt übel Nicht-Glauben ihm gegenüber auszudrücken.

Z'wac"kU44


s.wallisii, man kann Wahnvorstellungen sicher nicht per Psychotherapie behandeln. Wer stellt fest, ob sie vorliegen? Der Psychiater. Die Geschichte ist doch immerhin so weit beschrieben, dass klar ist: kein einfacher Fall mehr > ab zum Facharzt! Und bitte: warum unwahrscheinlich? Wenn Du das begründen kannst, haben wir vielleicht den Einstieg in die Debatte, die sample so heiß vermißt.

S(. walzlisvixi


man kann Wahnvorstellungen sicher nicht per Psychotherapie behandeln.

sag ich auch nicht - ich les aber auch nicht aus der Schilderung heraus dass sich da zwangsweise Wahnvorstellungen dahinter verbergen, es wär möglich, ja, für mich aber nicht eindeutig genug um konkret zu sagen dies und das wäre das richtige, sollte es nicht so sein ist wie gesagt jedes Zweifeln verdammt übel.

Mit sämtlichen Fachärzten der Psychorichtung kenn ich mich ehrlich gesagt nicht sonderlich aus, aber ich weiß sowohl wie sich ne Psychose anfühlt als auch wie es ist jemand in der Paranoia zusehen zu müssen als auch wie es ist wenn einem ein Missbrauch nicht geglaubt wird, und nehm ich das Wissen plus die Gefühle die die Schilderung auslösen kommt da echt nix eindeutiges raus außer dass Vorsicht angebracht ist und zu sagen "hey ich glaub dir nicht, wie wär's mit nem Termin beim Psychiater?" lässt sich damit nicht vereinbaren, da muss mehr Sicherheit da sein bevor man überhaupt dran denken sollte in der Richtung zu agieren.

Und bitte: warum unwahrscheinlich?

weil wie du selbst sagt "Betroffen dieser Art" meist die Einsicht zur Notwendigkeit einer (jeglicher) Behandlung fehlt

A)mygddalai86


Wurde denn überhaupt ein psychologisches Gutachten von einem Diagnostiker gestellt? Ohne ein solches darf meines Wissens nach jemand nicht der Falschaussage bezichtigt werden.

ZAwac:k44


@ S. wallisii

wenn schon scheint mir persönlich (was natürlich auch nichts verlässliches heißt) eine Paranoia eher unwahrscheinlich.

S. wallisii, Dein Beitrag

weil wie du selbst sagt "Betroffen dieser Art" meist die Einsicht zur Notwendigkeit einer (jeglicher) Behandlung fehlt

ist doch keine Antwort auf meine Frage, weshalb denn eine Paranoia unwahrscheinlich sei.

@ Amygdala

Wo ist die Rechtsgrundlage für Deine Behauptung ("meines Wissens")? Wenn objektive Fakten einer Aussage entgegenstehen, führt wohl kein Weg an der Tatsache vorbei, dass die Aussage unrichtig gewesen sein muß. Das, denke ich, ist dann auch ohne einen Psychologen klar. Die TE könnte uns da mit Information weiterhelfen, aber sie hüllt sich - Gott sei's geklagt - in Schweigen. Wo bist Du, Sylvie 1991?

SX. wapllis-ii


ist doch keine Antwort auf meine Frage, weshalb denn eine Paranoia unwahrscheinlich sei.

wuah! ;-D ich hab doch nie behauptet dass dem so wäre, ich sag doch die ganze Zeit dass es einfach net sicher wär/ist, weder so noch so ... ich meinte, wenn der um den's geht gegen Therapie, Einweisung oder auch Psychiaterbesuch sträubt dass das ein Indiz sein könnte für deinen Verdacht (ich weiß dass ich nen chaotischen Schreibstil hab, aber mir kommt's halt immer recht verständlich vor ;-D)

Z{wa(ckI44


@ S. wallisii

Es macht den Disput schwierig, wenn Du etwas anderes schreibst als Du denkst. Des Lesens bin ich schon kundig, und Du hast es so geschrieben:

scheint mir persönlich (was natürlich auch nichts verlässliches heißt) eine Paranoia eher unwahrscheinlich

Ich denke, jeder, der sich in diesem Faden äußert, ist sich der Problematik bewußt. Aber die Medaille hat ja immer zwei Seiten: Auch dann, wenn es sich um eine Wahnvorstellung handelt, die nicht als solche erkannt wird, ist der gute Mann arm dran. An dieser Stelle sind wir wohl gleicher Meinung.

Zum Sachverhalt selbst können wir nur unseren Verstand einbringen. Es ist ja nun keineswegs so, dass die psychischen Besonderheiten des Freundes erst mit der "Vergewaltigung" begonnen hätten. Er hat sich eines Tages, an dem er sich offenbar langweilte, statt für Billard eben für einen kleinen Selbstmord entschieden, sich in den entsprechenden Foren schlau gemacht und sich mit ähnlich gearteten Typen ausgetauscht, bis ihm dann die Freude am Suizid irgendwie abhanden gekommen ist. Er hat seine Depression ad acta gelegt und hätte von Stund an fröhlich und munter weitergelebt, wäre ihm nicht das Stalking dazwischen gekommen. An dieser Stelle sei eingeschoben, dass ich Suizidgedanken anders erlebt habe. Mir ist klar, dass es dafür kein allgemein gültiges Verhalten gibt, aber Suizid als Nachmittagsunterhaltung oder Laune begegnet mir hier zum ersten Mal.

Ich weiß nicht, welche Information er über sich selbst in Facebook offenbart hat, aber für die TE wäre das ja leicht nachzuprüfen. Sie scheint ja immerhin selbst darüber erstaunt zu sein, wieviel Information dieser "Stalker" hatte. Wohnort, Telefon, Arbeitgeber, veröffentlicht man das alles in Facebook? Die Telefonnummer wird geändert, ohne Erfolg - der Stalker bleibt am Ball. Leider hat ihn niemand gesehen. Wie würde jemand reagieren, der sich belästigt fühlt? Wenn nicht blöde, doch wahrscheinlich Beweise sammeln, damit man eventuell zu einer Anzeige schreiten kann. Was tut unser Stalker? Er vernichtet genau die Beweise, die ihn glaubwürdig erscheinen lassen würden. Was können wir dazu sagen, nachdem ja immerhin nicht nur die TE darauf hereingefallen ist (keine Schuldzuweisung an Dich, Sylvie!)? Gut erfunden, Kumpel. Der Meinung scheint auch die Polizei zu sein.

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