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Depressionen, sexueller Missbrauch, Lebenskrise: Wie helfen?

Z'waxck44


Ich will Dir keine Angst machen, Sylvie 1991, aber habe, wenn Du kannst, ein Auge auf den Freund, denn 15% der depressiven Menschen nehmen sich das Leben. Im Faden wurde zwar über die Glaubhaftigkeit kontrovers diskutiert, aber über eines waren sich alle einig: Der Mann kommt aus dem Loch nicht mehr ohne fremde Hilfe raus und muß in ärztliche Behandlung - schnell. Wenn es in solchen Fällenm auch oft an der Einsicht des Patienten fehlt, könnte es ja sein, dass Du mit dem Vertrauen, das Du bei ihm genießt, oder seine Freundin mit dem Argument, wer in einer Beziehung krank wird, habe auch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, sich helfen zu lassen, damit die Beziehung weiterexistieren kann, ein Umdenken herbeiführen kannst/kann. Als ich meine erste schwere Depression bekam und selbst nicht wußte, wie mir geschah (mangels Vorerfahrung konnte ich die Diagnose einfach nicht glauben), hat mich die wunderbarste Frau der Welt genau mit diesem Argument zur Einsicht gebracht. Es kann also gelingen, und in diesem Jahr feiern wir unseren 42. Hochzeitstag (war samals auch noch nicht klar, ob ich so alt werde).

Ich wünsche Dir ein goldenes Händchen, und laß vielleicht mal hören, wie es weitergeht.

S5. zwallUisii


Zusammengefasst, zum Thema: wie kann man helfen, scheint es wohl so, als ob ich wirklich nichts machen kann, oder?

ja schon mehr oder weniger, kommt drauf an wieviel Einfluss du auf ihn hast.

Folgendes:

Sicher, Psychotherapie fände ich dringend notwendig, aber wie kann ich ihn überzeugen und wo gibt es jemanden, der nicht ein halbes Jahr Wartezeit hat?

klingt als würde er nicht wollen? Das mit der Wartezeit ist vermutlich immer so, aber vllt dir dieser Leitfaden weiter: [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/256027/]]

Weißt du was er für Gründe dagegen anführt? Medikamente, "Psycho"doktor? (annehmend er will wirklich nicht) Du könntest Texte zusammensuchen und ihm zu lesen geben (aber hier dringlich der Rat, denk an deine eigene Energie! Dich nimmt's jetzt schon mit und alles was du tust mag vllt wirkungslos bleiben).

Fast immer besteht in Menschen in solchen Situationen direkte oder unterschwellig Angst und gleichzeitig Akzeptanz-Weigerung psychisch krank zu sein und da gäb's (hier oder auf anderen Seiten) schon Texte die einem davon ein wenig nehmen könnten falsche Schlüsse zu ziehen wie z.B. weniger wert zu sein wenn man Medikamente nimmt oder eine Therapie macht (also ich kanns grad net gut ausdrücken, ... man wert sich gegen die Behandlungsmöglichkeiten weil man unterbewusst und unlogisch denkt "solang ich kein Psychodoc oder Medis brauch bin ich noch gesund/klar/da .. so in der Art. Die erste Annahme der Hilfemöglichkeiten ist dann gleichzeitig die Akzeptanz das wirklich was nicht stimmt und erst da kann dann auch geholfen werden. (Ausnahme Zwangseinweisung))

ich hab wohl viel zu spät gesehen, wie schlimm die Lage wirklich ist, ich fühl mich so übel.

mach dir bloß keine Vorwürfe, dafür gibt's echt keinen Grund. Im Prinzip gibt's net viel was ihn jetzt bewegt, eins davon ist so hart es ist, Leidensdruck. Und insofern hätte früheres bemerken auch nichts gebracht.

Eine weitere Sache wären die erwähnten Arschtritte, aber da reagiert echt jeder anders, bei mir erreicht man das Gegenteil damit, andere sagen selbst das zu brauchen. Das musst du, bzw seine Freundin (oder vllt ihr auch zusammen überlegen?) entscheiden ob's ein Weg wär.

Sozusagen ne Unterabteilung der Arschtritte ist das was Zwack44 vorschlägt, es kommt vllt erpresserisch aber früher oder später wird sie (seine Freundin) nicht mehr können und dann ist es auch (notwendiger) Selbstschutz. Es ist vllt ratsam mit solchen Versuchen nicht so lang zu warten bis alle Beteiligten echt keine Kraft mehr haben. Aber wie gesagt, da ist jeder anders, vllt bleibt's bei Versuchen. Ein erfolgsgarantierendes Verhalten gibt es beim Umgang mit psychisch angeschlagenen leider nicht.

Ich fühl mich einfach so hilflos und vor allem nutzlos. Ich muss zusehen, wie er in seinem Depressionssumpf versinkt und schaff es nicht, ihn da wieder raus zu holen

:)* ich kann mir relativ gut vorstellen wie das ist... versuch bei dir zu bleiben, zur Not zwing dich mal zum abschalten/ablenken, es bringt ja nichts wenn du mit runtergerissen wirst .. und betonend nochmals: für Selbstvorwürfe gibt es wirklich keinerlei Grund. :)*

Zvwa/cxk44


Was S. wallisii sagt, ist natürlich vollkommen richtig: Wer sich plötzlich in psychiatrischer Behandlung befindet, ist zutiefst verunsichert. Erstens weiß man nicht, wie man dazu gekommen ist, ergo hat man auch keine Vorstellung davon, wie man wieder herauskommt. Zweitens interessiert einen dringend, wie lange die Behandlung dauert, bis man wieder "normal" ist. Weil sich das bei jedem Patienten anders entwickelt, hüllen sich die Ärzte bei solchen Fragen generell in tiefes Schweigen. Alles Unwägbarkeiten, die kein tolles Vertrauen vermitteln. Und dann denkt man natürlich an die Zukunft: Werden meine Kollegen und Kunden weiterhin meinen Rat suchen, wenn ihnen bekannt wird, dass ich eine Auszeit in der Psychiatrie genommen habe? Auf diese Frage sagte mein Psycho-Prof nur: "Wenn Sie wüßten, wieviele Staatssekretäre hier herumlaufen ....".

Ich hoffe, Sylvie, das tröstet Dich ein bißchen. Ich bin nach 3 Monaten wieder arbeitsfähig gewesen (mit 40) und hatte bis zum Ruhestand keine krankheitsbedingten Fehlzeiten mehr. @:)

s+chneuffzi8x9


Hallo Sylvie,

die von dir geschilderten Dinge deines Freundes sind typisch für eine ernstzunehmende psychische Erkrankung deines Freundes.

Ich kenne mich da (beruflich) ganz gut aus.

Die Erzählungen sind mehr als nur "um Aufmerksamkeit und Mitleid zu erregen" von ihm, sogar mehr als eine Angststörung.

Sie deuten massiv auf eine Schizophrenie hin. Die Schizophrenie ist übrigens NICHT "eine gespaltene Persönlichkeit" wie viele glauben, sondern eher typischer Verfolgungswahn usw.

Er selbst glaubt übrigens wirklich, dass er das erlebt hat und es echte Erlebnisse und Empfindungen sind. Das gehört zu dieser Krankheit.

Es nützt also nichts, die Dinge bei ihm selbst zu hinterfragen oder ihm gegenüber die Glaubwürdigkeit anzuzweifeln.

Eine psychiatrische (nicht nur psychologische) Untersuchung ist hier dringend anzuraten. Man kann es ganz gut medikamentös behandeln und einstellen von Fachärzten. Unbehandelt ist Suizid nicht selten....Es sollte ihm von außen geholfen werden und dringend abgeklärt werden....

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