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Warum benehme ich mich so selbstzerstörerisch/ egoistisch?

A%ndFyaAusFuxerth hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Insgesamt ist meine Situation echt blöd. Ich habe einen recht großen Freundeskreis und kenne auch so noch eine Menge Leute. Alle 2-3 Monate trägt sich folgendes zu: Durch irgendeinen Zufall oder gemeinsames Vorhaben verbringt man einen Tag (manchmal reichen auch schon ein paar Stunden aus) mit einem der Bekannten Leute, egal ob männlich oder weiblich, zusammen. Grundsätzlich nichts schlimmes. Jedoch kommt es danach immer so, dass die Person sich dann bei mir meldet oder man über ICQ schreibt und schon verbringt man Tag für Tag miteinander, erledigt banale Alltagsvorgänge wie shoppen, Sport treiben, Gartenarbeit oder ähnliches zusammen. Klingt auch weiterhin gut. Irgendwann ist dann der Zeitpunkt erreicht, wo es dem Rest des Freundeskreis auffällt, dass ich überwiegend viel Zeit mit Person X verbringe, man unterstellt mir a) schwul zu sein und auf die Person zu stehen oder b) falls es ein Mädel ist, sagt man mir nach wir wären zusammen. (Ich hab lustige Freunde, ich weiß ;-D ) Solche Aussagen stören mich eigentlich selten. Irgendwann fängt die Person X an mir mit ständigem Angeschreibe über ICQ und gemeinsamen Unternehmensplanungen auf die Nerven zu fallen. Anfangs freue ich mich darüber, dass jemand meine Gesellschaft schätzt. Nach ein paar Wochen sehe ich das jedoch als eine Form von Abhängigkeit von meiner Person (Abhängigkeit meine ich in der Form, dass die Person X dann jegliche Kontake mit ihrem sonstigen sozialen Umfeld unterlässt um viel Zeit mit mir zu verbringen) und interpretiere das als menschliche/charakterliche Schwäche. Diese Schwäche nutze ich dann mit teilweise egoistischem und asozialem Verhalten aus, zum Beispiel in der Form, dass ich die Person mit ihren Schwächen und Geheimnissen aufziehe, die sie mir zum Anfang unserer "Beziehung" anvertraut hat. Für kurze Zeit lassen diese Personen sich das gefallen, da sie ja in einer "Abhängigkeitsbeziehung" zu mir stehen, die sie nicht kaputt machen wollen. Früher oder später merkt die Person X jedoch, dass sie verarscht wird und distanziert sich von mir. Das merke ich natürlich und möchte dann wieder zu dem Zeitpunkt zurückkehren, wo ich meinen "kleinen Fan" hatte, der mich beschäftigt und sich für mich interessiert hat. Mit den meisten Leuten habe ich es mir aber definitiv dann verdorben, sie sind zwar nicht böse auf mich, möchten aber auch nicht mehr mein "bester Freund/in" sein und übermäßig viel Zeit mit mir verbringen. Ich bin ein Idiot!

Spezifisches Bsp.:

Person R.

Ich benötigte ein neues Auto. R hat eines, dass mir gut gefallen hat. Haben öfters zusammen nach Autos des selben Modells geschaut und nach und nach mehr Zeit miteinander verbracht. Von gemeinsamen Einkaufen, Schwimmbadbesuchen und einem Kurztrip nach Tschechien war alles dabei. R. verbringt viel Zeit mit mir und lässt seinen eigenen Freundeskreis (aus dem ich auch etliche kenne) für einige Zeit hängen, um Zeit mir zu verbringen. Problem: Person R ist sehr klein, von mir als lustigem Zeitgenossen wurde dieses Defizit (wofür R ja nichts kann) schnell ausgenutzt und er damit aufgezogen. Nicht nur das, sonder auch weitere Umstände führten dazu, dass R nun nicht mehr so viel Zeit mit mir verbringen möchte wie früher. Inzwischen wünsche ich mir die Zeiten zurück, wo wir viel Zeit miteinander verbracht haben, da R doch eigentlich ein netter Kerl ist.

Weiteres Bsp.:

Person J

Durch Zufall lerne ich Person J über einen anderen Freund genauer kennen (kannten uns bereits vom sehen). Gemeinsames Interesse Fotografie, wir zogen öfters los und haben fotografiert, dann Abends zusammen weggegangen, viel Spaß im Suff gehabt, ein Filmprojekt zusammen gehabt, einen Monat später J beim Umzug geholfen, neue Wohnung mit eingerichtet usw. J und ich verbringen jede Woche den Freitag Abend gemeinsam. Der restliche Freundeskreis nennt es "Ehepaarabend". Auch hier merke ich Js Abhängigkeit und fange an Verabredungen mit J platzen zu lassen ohne mich zu melden, was für J einen ziemlich strukturierten Ordnungsfanatiker die Hölle ist. Auch J will kaum noch Zeit mit mir verbringen und macht lieber was mit anderen Leuten. Auch hier wünsche ich mir die Zeit zurück wo wir jeden Freitag Abend miteinander verbracht haben.

Person K

K und ich besuchen in der Schule den selben Leistungskurs und haben auch sonst viele Kurse zusammen. Obwohl wir außerhalb der Schule eher weniger miteinander zu tun haben, schreibe ich fast täglich mit K über die letzten Hausaufgaben/Klausur, was auch immer. K möchte in jedem Fach neben mir sitzen und hängt mir quasi im Unterricht an den Lippen. Langsam merke ich wieder diese Abhängigkeit und lasse K privat völlig hängen und ignoriere sie in der Schule, was K als Aufmerksamkeitsbedürftigen Mensch ziemlich fertig macht. K ist sauer und wirft mir Sachen vor, ich sehe das allerdings nur als Charakterschwäche an. Inzwischen ist zwischen uns ein ziemlicher Konkurrenzkampf entbrannt, obwohl es mir lieber wäre wieder zum Ursprungszustand zurückzukehren.

Und nun der letzte Fall, Person L.

Hier tut es mir besonders leid, da L wirklich einer meiner besten Kumpels war und wir exakt auf einer Wellenlänge lagen. Manchmal hat nur ein Blick zum anderen genügt und jeder wusste was der andere gerade dachte.

Anfangs (vor 4 Jahren) kann L mich nicht besonders gut leiden, merkt jedoch nach mehrmaligem Sehen, dass ich ganz in Ordnung bin. Nachdem ich mir L's Sympathie erkämpft habe (übertrieben ausgedrückt, sagen wir, ich habe ihn überzeugt, dass ich ganz nett bin) unternehmen wir wirklich alles zusammen. Shoppen, gemeinsames Campen, Kurzurlaub im Norden, Führerscheinprüfung, Besuche auf der Arbeit/Job usw. Auch mit L's etwas pummeliger Freundin komme ich gut klar. L wird zwar von anderen Leuten wg. seiner Freundin aufgezogen, das stört mich jedoch nicht, da ich L's Freundin in Ordnung finde. Nach ca. 2 Jahren die wir fast in jeder freien Minute miteinander verbracht haben, fange auch ich an L wg. seiner Freundin zu veralbern. L kontert jedoch immer damit, dass ich keine Freundin habe (hat er ja auch Recht). Auch andere Faktoren führen dazu, dass wir öfters aneinander geraten. Wir "leben" uns quasi auseinander, L verbringt inzwischen lieber Zeit mit meinem Bruder und J, was mich natürlich ziemlich plagt, da ich auch gerne mit J und L mehr zu tun hätte. Heute sehen wir uns ab und zu noch, jedoch so wie früher wird es denk ich nie mehr werden :(

Wenn mir jetzt mal jemand erklären könnte, warum ich sowas mache? Oder was ich ändern soll? Bin mal auf eure Antworten gespannt..

Genau aus diesen Gründen funktionieren bei mir auch keine Beziehungen, da ich, sobald mir ein Mädl ihre Zuneigung offenbart, das als Schwäche und Abhängigkeit auffasse. Eigentlich hätte ich schon gerne mal eine Freundin, weil ich eigentlich schon ein ziemlich liebesbedürftiger Mensch bin, nur lass ich selten wen an mich ran.

Gruß Andi

P.S Da ich mich jetzt so verausgabt habe (ich saß an dem ganzen Text ca. eine Stunde), würde ich mich sehr freuen, ein paar konstruktive Antworten zu erhalten. :-)

Antworten
SDP20


Hallo Andi!

Als erstes würde ich eher dein Verhalten als Charakterschwäche bezeichnen und nicht andersherum!

Das würde ich mir mal durch den Kopf gehen lassen!

Aber was natürlich schlimm ist, ist das du dir, wie du schreibst am Ende mit dem ganzen nur selber schadest!

Leider weis ich das ganze nicht so gut zu interpretieren.

Vielleicht hast du ein Problem mit zu viel Nähe, was tiefer sitz und mal mit professioneller Hilfe aufgearbeitet werden sollte?!

Tut mir leid für dich, das ganze! @:)

Vielleicht kannst du ja dein Verhalten durch Hilfe ändern und vielleicht könntest du dann auch alte Freundschaften retten usw.

Ajndy&ausFBuer3txh


Du hast schon recht irgendwo, ich merke ja auch selbst, dass es mehr ein Fehler meinerseits ist, und nicht der der anderen.

Komischerweise habe ich unter Alkoholeinfluss keinerlei Probleme mit Nähe, deswegen kommt es meistens zu One-Night Stands wenn ich getrunken habe.

Leider weiss ich auch nicht wie das ganze zu interpretieren ist..

Hatte eigentlich nicht vor mit 19 schon zum Psychologen zu gehen..

Gruß

S}P2~0


Ich bin mit 15 "schon" hingegangen (bin jetzt 21 und immer noch in Therapie) es hat mein Leben total verändert! Aber ich hatte andere Probleme!

Ich könnte mir vorstellen, dass es bei dir weniger lang brauchen würde...

Aber du könntest dich ja einfach mal beraten lassen und schauen, ob das Problem nicht wo anders liegt!

Kann ja auch sein, dass du das gar nicht brauchst...

Aber wenn du schon versucht hast daran was zu ändern und darunter leidest, würd ich mir mal Gedanken darüber machen!

Oder vielleicht redest du erstmal mit Freunden über dein Problem, vielleicht sogar mit einem, den du so behandelt hast, den du gerne zurück haben würdest (Plus Entschuldigung)!

Wenn die anderen das wissen, kannst du vielleicht anders damit umgehen und sie sind bei einer Wiederholung von so einem Verhalten deinerseits nicht mehr so schnell verletzt?!

Reden hilft in solchen Fällen oft!

Kannst es ja auch als Experiment ansehen und beobachten wie es dir damit geht!

Oder haben die anderen auch was dazu beigetragen (außer zu "zutraulich" zu sein) das du so nahen Kontakt nicht mehr wolltest?

SaP20


Übrigens, hab mir gerade noch mal deinen Text durchgelesen und wollte dir auch mal zu denken geben, dass die Leute keinesfalls von dir abhängig waren, sondern dich einfach nur gerne mochten! Das ist ein wesentlicher Unterschied!

Das mit dem "kleinen Fan" finde ich auch interessant!

Eine Freundschaft besteht ja eigentlich aus zwei gleichwertigen Personen!

Einerseits willst du die Leute kontrollieren und andererseits hättest du gerne eine richtige Freundschaft.

Richtig, oder falsch?

Das ist aber nur deine Wahrnehmung! Deswegen machen die Leute das auch nicht lange mit!

AfndvyausBFu[ertxh


Ja klar mochten sie mich, und ich geb dir auch völlig recht, dass eine Freundschaft aus zwei gleichberrechtigten/gleichwertigen Personen stehen sollte, und das ist es am Anfang meistens auch. Nur irgendwann finde ich Defizite der anderen Personen heraus und fühle mich deswegen als der Überlegene und nutze das dann auch aus. Keine Ahnung warum ich das Bedürfniss habe, die anfängliche Harmonie dann immer wieder zu zerstören...

t]antm pxis


Vielleicht, weil du dich selbst nicht magst? ;-)

M=isKs_T


Naja, vielleicht musst du einfach noch ein paar Mal auf die Nase fallen bist du kapiert hast, das du nicht mehr oder weniger wert bist als andere Menschen ;-) Hart ausgedrückt.

Bzw könntest du es ja deinen Freunden ruhig sagen, dass du da ein "soziales Defizit" hast.

Jedenfalls wird ein Mensch der normal ausgeprägte, soziale Kompetenzen hat, mir dir nicht viel anfangen können auf Dauer.

Meine These (muss natürlich nicht stimmen weil ich kenn dich ja nicht):

Du hast vor dem Angst, was du selbst mit den Menschen in deinem Umfeld machst, du tust ihnen weh. Und genau davor scheißt du dir sowas von in die Hose, dass du einfach abblockst damit dir bloß niemand zu Nahe kommt.

Jemandem Sympathie entgegen zu bringen oder Gefühle zu offenbaren hat nix mit Schwäche zu tun, und ein Freund trampelt normalerweise auch nicht darauf rum oder erzählt intime Geheimnisse. Wenn du also kein Einzelgänger bleiben willst, dann steh deinen Mann und zieh nicht immer den Schwanz ein wenn sich eine Freundschaft zu festigen beginnt!

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