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Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung

M<emphiCs_ulitra light


Gehirnwäsche

hmm, selbst wenn du es willst, mit der Einstellung wird dich aber kein Psychotherapeut in die Sitzung aufnehmen. Jedenfalls kein seriöser/guter.

Lies dir aber den Faden durch, ganz oben "http://www.med1.de/Forum/Psychologie/256027/" - Infos rund um die Pt. Dann kennst dich mehr damit aus.

tNimeR_for__meA_x82


Wollte nur mal schnell HALLO sagen, da mich das Thema auch betrifft. *:)

Werde später dann mehr dazu schreiben!

d+iem p erdidi


Na, wollen wir doch mal objektiv bleiben. Bei der Therapie sollen offenbar problematische Denkmuster und Gewohnheiten erkenntlich gemacht und langfristig ersetzt werden. Wenn das Resultat also nicht der klassischen Definition von Gehirnwäsche entspricht, dann weiß ich auch nicht… In diesem Fall natürlich im absolut positiven Sinne.

Bei einem Therapeuten würde ich auf den Begriff vorsichtshalber jedoch auch verzichten ;-)

In dem genanten Faden ist im Zusammenhang mit einer Störung wirklich oft von einer plötzlichen oder schleichenden Veränderung die Rede – du hast Recht, das war bei mir nie der Fall. Es war praktisch immer so. Ist das jetzt besser oder schlechter?

Ich sollte mal langsam Anfangen, meinen Eltern ernsthaft Vorwürfe zu machen, auch wenn ich mich an nichts Konkretes erinnern kann.

@ time_for_me_82

Willkommen in der Runde.

M4ollimenchsen


Lieber diem perdidi,

auch wenn (vom Sinn) es schon gesagt wurde, "Gehirnwäsche" klingt so abwertend... Nenne es eher "Gedankenreinigung". :)z

Und zum Thema Eltern Vorwürfe machen... Durch die Phase bin ich auch durch und bin sogar heftigst mit ihnen aneinander geraten, aber am Ende bin ich zu dem Ergebnis gekommen: Sie sind vielleicht der Grund warum ich so bin (bzw. nicht vielleicht - sie sind es), aber sie sind nicht Schuld. Sie haben nie in böser Absicht gehandelt. Sie sind genauso schrägen Verhaltensmustern unterworfen wie ich, haben auch ihren Knacks wegbekommen. Sie haben getan, was sie für das Beste für mich gehalten haben, nur leider war es nicht objektiv gesehen das Beste. Groll ist absolut nicht hilfreich...! Damit schiebst Du außerdem nur wieder die Verantwortung auf andere, und genau das wollen wir ja schließlich nicht, gell? ;-) Was nicht heißt, dass Du jetzt Dich als den "Schuldigen" sehen sollst. Niemand ist Schuld. Du bist, wie Du bist, und daran gilt es nun etwas zu ändern. Mehr nicht.

Ich konnte mich aus meiner Kindheit übrigens auch "an nichts Konkretes" erinnern. In dem Sinn gab es ja auch nichts, nicht "das" traumatische Ereignis oder so. Keine aktive körperliche oder seelische Misshandlung! Die ist auch nicht zwangsläufig "nötig" dafür, dass man sich etwas anders entwickelt. Da reichen schon ganz andere, subtilere Dinge.

Ich möchte mich bei euch Allen für die Überzeugungsarbeit bedanken, insbesondere bei Dir, Mollienchen – ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst, noch viel verpasste Erfahrungen nachzuholen.

Danke! *:)

t im=e_foxr_xme_82


Hallo ihr lieben *:)

wie angekündigt melde ich mich nochmal. Erstmal danke @ diem perdidi für diesen tollen Faden!!!

Als ich ihn las, habe ich mich aufeinmal so wieder erkannt und Dich so gut verstanden! Viell. sollte ich kurz einiges zu

mir schreiben.

Ich bin weiblich (fast) 28 Jahre alt und leide wohl auch unter einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung.

Bei mir wurde es 2002 extrem schlimm, da ich schlimme und heftige Panikattacken bekam- Erst dadurch kam ich zur Therapie. Die "Diagnose" habe ich letzlich nur durch "zufall" auf einem Bericht an meinen Hausarzt gelesen.

Wie gesagt bin ich jetzt seit 2003 bei einem Psychiater, was mir sehr gut tut. Das ist verdammt lange |-o Ich habe mich auch immer gewundert, warum das sooo lange dauert bei mir und es nicht besser zu werden scheint. Also, Panikattackehn habe ich nicht mehr, aber dieses andauerde angespannte. das ist total schlimm. Dann kam diese scheu immer mehr zum Vorschein. Selbst bei einem small talk fühle ich mich unsicher. Was den Sex angeht bin ich sehr zurückhaltend. mache nie den ersten schritt, obwohl es schön ist und es mir auch gefällt. Allein aus Angst vor Ablehnung. Die unsicherheit begleitet mich in all meinen Lebenslagen! Auf der Arbeit traue ich mir nichts zu, arbeite lieber aus dem Hintergrund wo man mich nicht sieht. Freundschaften habe ich sehr wenige. Habe immer riesen große angst, das die anderen was negatives über mich denken könnten oder ich mich irgendwie blamiere. |-o Mein Mann und ich sind jetzt auch umgezogen und leben in einer neuen Nachbarschaft, was sehr anstrengend für mich ist. Gezwungenermaßen neue Kontakte knüpfen. Ständiges grübeln, was die von mir halten könnten, dauernde angespanntheit etc. Durch meinen mann nehme ich nun öfters die Konfrontation in Kauf, da wir echt schon Streit darüber bekamen! Das schlimme ist, ich will garnicht so sein wie ich bin..

Habe oft das Gefühl, bei mir ist doch "aussen" alles ok (Job, Mann, Freunde etc) aber dennoch fühle ich mich unzufrieden und depremiert. Aber ohne ersichtlichen Grund. Fühle mich dauernd zwischen zwei seiten in mir hin und her gerissen. Kann mich nur schwer für Sachen entscheiden, sei es das Mittagessen in der Pause. Wenn ich mal was "gut" gemacht habe, mache ich es direkt wieder schlecht indem ich mir sage es sei ja "normal", anstatt mich zu loben.

Beim Umzug sind mir die Berichte meines Arztes in die Hände gefallen worauf hin ich die Diagnose gelesen habe. Ich habe mich dann auf die Suche gemacht und bei wikipedia darüber gelesen. Ich bin beinahe vom Stuhl gefallen, da ich dachte, das hätte ich geschrieben! Einerseits ist es aber auch ein gutes Gefühl zu wissen, das man nicht unnormal ist. Das es bekannt ist, das es sowas gibt... Und dann bin ich auf Euren Faden gestoßen! :)_

Lieber diem perdidi, ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung dazu raten, eine Therapie zu beginnen! Du kennst das bestimmt auch sehr gut, was für einen Druck man sich selber macht. Egal in welcher hinsicht. Aber immer gehts mit druck. WIE OFT bin ich schon aus der Therapiestd. gegangen und war sowas von erleichtert!!!! :)z

Ich fiebere jeden Termin herbei, weil es einfach gut tut darüber zu reden. Ich habe oft das Gefühl ich komme nicht weiter, weil ich mich nicht mal eben so ändern kann und mich so wie es im moment ist nicht aktzeptiere. Aber es tut unwarscheinlich gut, mit jemandem darüber zu sprechen der es versteht, einem den Druck nehmen kann und der einen manchmal selbst erklärt wird wie man tickt und warum.

Jetzt habe ich einfach drauf los geschrieben, warscheinlich total wild und durcheinander. aber so siehts auch gerade in mir aus was dieses Thema angeht. Ich hoffe, ihr könnt meinem Text doch ein wenig folgen @:)

Schön, Euch gefunden zu haben!

t<ime_foor_me_8x2


Und zum Thema Eltern Vorwürfe machen...

Bei mir liegt der Ursprung wohl auch bei meinen Eltern. Ich hatte auch nie "die konkrete Sache". Bei mir ist es allerdings eher das Ganze. Die Beziehung -zwischen- meinen Eltern verlief nicht so optimal, weswegen meine Mutter oft einsam, sorgenvoll und unsicher zurück blieb. Diese Unsicherheit habe ich wohl teils dann übernommen... aber die Schuld kann ich Ihnen auch nicht geben. Da kann ich mich 100% Mollienchen anschließen. Unsere Eltern, haben viell. durch Ihre Eltern schräge Verhaltensmuster erlernt, wofür sie nichts können. Es wäre falsch, Ihnen die Schuld zu geben. Besser hätte ich es nicht schreiben können Mollienchen. Ach, ihr schreibt mir hier alle so aus der Seele, ich bin total baff.... :)_

M3olllienchRen


Hallo time-for-me82,

Du schreibst mir auch aus der Seele, vor allem:

Auf der Arbeit traue ich mir nichts zu, arbeite lieber aus dem Hintergrund wo man mich nicht sieht.

:)z

Habe oft das Gefühl, bei mir ist doch "aussen" alles ok (Job, Mann, Freunde etc) aber dennoch fühle ich mich unzufrieden und depremiert.

:)z Und dann fängt man an mit sich selbst zu reden: "Stell dich nicht so an! Jammerlappen! Was willst du denn noch? Du hast doch gar keinen Grund dich schlecht zu fühlen..." etc. Und dadurch fühlt man sich nur noch schlechter.

Aber ohne ersichtlichen Grund.

Genau. Ohne ersichtlichen Grund. Aber einen Grund hat es ja doch.

Fühle mich dauernd zwischen zwei seiten in mir hin und her gerissen. Kann mich nur schwer für Sachen entscheiden, sei es das Mittagessen in der Pause. Wenn ich mal was "gut" gemacht habe, mache ich es direkt wieder schlecht indem ich mir sage es sei ja "normal", anstatt mich zu loben.

:)z

Kann ich nur nicken...

Und da meine bescheidenen Therapieerfolge ja nun grad erst angefangen haben bzw. ein Bruchteil davon, falle ich nur allzuoft (leider) noch in diese Verhaltensweisen. Bzw. bin ja eigentlich ständig drin und kann mich ab und an ausnahmsweise mal rausstrampeln. Ich hoffe dass ich das in Zukunft öfter kann...!!! So'n "Vermeidungsleben" ist nämlich echt anstrengend.

Dadurch ist man im Dauerstress, ständig schlapp, ständig müde, dauernd kriegt man zu hören "wovon bist DU denn müde??" Ja, wovon? Vom nicht wissen was man machen soll, sich nicht entscheiden können, Angst haben. Ergebnis: Man tut nichts. Von außen wird nur wahr genommen: Die tut nichts. Und klar, dass sich alle wundern, wovon man müde ist...

Ich habe es dank Therapie ein ganzes paar Mal geschafft, über meinen Angst-Schatten zu springen und das war jedesmal ein super Gefühl, ich war total "high" hinterher. Wenn ich mir vorstelle, mein ganzes Leben könnte so sein, wäre immer so gewesen, meine Güte, wie gut könnt's einem gehen!!! Ich will da so gern hin...

tsifmAe_fgoWr_mex_82


Hey,

ich hoffe Euch beiden geht es gut bei dem schönen Wetter heute.

Danke Mollinchen für deine Antwort. Es ist echt wahnsinn, wie sehr ich mich in Euren Beiträgen wieder finde und verstanden fühle.

Ja, es ist genauso wie Du schreibst:

Und dann fängt man an mit sich selbst zu reden: "Stell dich nicht so an! Jammerlappen! Was willst du denn noch? Du hast doch gar keinen Grund dich schlecht zu fühlen..." etc. Und dadurch fühlt man sich nur noch schlechter.

Genau so ist es bei mir auch. Und ich frage mich immer: Wieso machst Du das denn, wenn Du doch eigentlich ganz anders sein willst. LASS es doch einfach...

Habe dadurch oft das Gefühl, das mein Kopf die "Theorie" kennt, mein Gefühl und mein Handeln aber noch nicht. Ich weiß, wie es sein müsste, damit es mir besser geht und ich stärker und selbstbewusster werden würde. Aber irgendwas scheint mich daran zu hindern es in die Tat umzusetzen.

Es ist, als würde ich mich ständig im Kreis drehen. Auch in meinen Therapiestunden. Ich mache ja schon wirklich lange Therapie habe aber immer das Gefühl, ich komme immer an dem selben Punkt an, schaffe es aber nicht zu überwinden. Man hat ja auch kein "konkretes" Problem was mach packen kann. Hätte ich Angst vorm Bus fahren, würde ich mich jeden Tag ein bischen mehr damit auseinandersetzen und versuchen wieder Bus zu fahren.

Wisst ihr wie ich das meine? Es ist so vieles aufeinmal und alles so undurchsichtig. Wie ein großer durcheinandergeratener Haufen von Fäden, die alle in einanderhängen und verknotet sind.

Ich habe es dank Therapie ein ganzes paar Mal geschafft, über meinen Angst-Schatten zu springen und das war jedesmal ein super Gefühl, ich war total "high" hinterher. Wenn ich mir vorstelle, mein ganzes Leben könnte so sein, wäre immer so gewesen, meine Güte, wie gut könnt's einem gehen!!! Ich will da so gern hin...

Das Erlebnis kenne ich auch. Man ist so frei!! So groß und glücklich! Man hat das Gefühl unendlich stark zu sein, egal was kommt. Man wird mit allem fertig und man denkt durchweg positiv. Sehr schöne Momente. Dennoch kommen sofort wieder die Schattenseiten bei mir

Ich kann diese Momente nicht wirklich huldigen. Wenn ich mal wieder vor einer evtl. schon mal positiv bewältigten Situation stehe, hilft mir diese Erinnerung überhaupt nicht weiter. Das war dann meist nur Zufall und halt "normal". Ich mache mich wieder klein und hau auf mich drauf.

In meiner letzen Therapiesitzung haben wir genau darüber gesprochen. Mein Therapeut meinte, das es evtl. auch einen Sinn haben könnte, warum ich mich immer klein halt und auf mich drauf haue. Es könnte ja sein, das ich mich schützen will...

Ich kam mir total doof vor, weil ich meinem Therapeut erzählte, das ich die Unsicherheit unbedingt weg haben will, ich aber auf mich drauf haue um mich zu schützen, denn wenn ich selbstbewusst und stark werden würde, könnte es ja sein, das ich evtl. einige Verluste von Personen in Kauf nehmen muss. Er frug mich dann, ob ich diese Situation denn für den Moment akzeptieren könnte. Das geht aber auch nicht. Er meinte nur, das wäre ja sehr interesant: ICH WILL DIE UNSICHERHEIT NICHT; MACH MICH KLEIN; DAMIT SICH DAS NICHT ÄNDERT UND KANN DAS NOCH NICHT MAL AKZEPTIEREN.

Mir war das so peinlich, weil es irgendwie totale Widersprüche sind und meinte dann, das hört sich doof an, ne? Aber er meinte nee nee, das wäre schon in Ordnung so.

Puuuuuh, sooo kompliziert.

Darf ich fragen wie alt Du bist Mollinchen und wie lange Du schon Therapie machst?

t@ime_+fore_mex_82


Dadurch ist man im Dauerstress, ständig schlapp, ständig müde, dauernd kriegt man zu hören "wovon bist DU denn müde??" Ja, wovon? Vom nicht wissen was man machen soll, sich nicht entscheiden können, Angst haben. Ergebnis: Man tut nichts. Von außen wird nur wahr genommen: Die tut nichts. Und klar, dass sich alle wundern, wovon man müde ist...

:)z

d:iem :perdidxi


Hey ihr Beiden,

schön wenn das Ganze hier auch eine wenig therapeutische Wirkung hat. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid, nicht wahr?!

Dieses Gefühl der permanenten Anspannung und des Drucks kann ich (muss ich) sehr gut nachempfinden. Für die alltäglichsten Situationen muss man ständig und überall Zwang und Druck gegen sich selbst ausüben, permanent innere Konflikte ausfechten – das erfordert nun mal ungemein viel Kraft, da habt ihr Recht. Und wenn die einfach mal nicht aufgebracht werden kann-->Vermeidungsverhalten. Die Konsequenz ist eine innere Zerrissenheit, die auf Dauer deprimiert.

Wenn ich mal was "gut" gemacht habe, mache ich es direkt wieder schlecht indem ich mir sage es sei ja "normal", anstatt mich zu loben.

&

Ich kann diese Momente nicht wirklich huldigen. Wenn ich mal wieder vor einer evtl. schon mal positiv bewältigten Situation stehe, hilft mir diese Erinnerung überhaupt nicht weiter. Das war dann meist nur Zufall und halt "normal". Ich mache mich wieder klein und hau auf mich drauf.

Das geht mir zum Teil auch so, was sich ja mit folgender Aussage deckt:

"Das äußert sich beispielsweise in ständiger Verlegenheit, leichtem Erröten, vor allem aber in der Vermeidung sozialer und insbesondere beruflicher Aufgaben bzw. Herausforderungen. Ausgeprägte Minderwertigkeitsgefühle und insbesondere das Vermeidungsverhalten im zwischenmenschlichen Bereich über längere Zeit führen schließlich zu ernsten Einschränkungen dessen, was man heute eine "soziale Kompetenz" nennt.

Oder kurz: Sich im Alltag zu behaupten, seinen Mann, seine Frau zu stehen, aus Misserfolgen zu lernen und Erfolge auch genießen zu können."

Einig Unterschiede sind mir dann aber doch aufgefallen:

Ihr schreibt, dass Ihr euch auf der Arbeit nichts zutraut. Das kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil, ich kann dort geradezu Selbstsicher bis Souverän wirken (ist natürlich sehr von der Tagsform abhängig). Es fällt mir auch ansonsten eher leicht, mich in der Öffentlichkeit zu bewegen – insbesondere dann, wenn ich mir einrede, dass mir andere Leute egal sein können.

Die Bedingung hierfür ist allerdings ein rein fachlicher oder geschäftlicher Hintergrund.

Sobald es privat wird, werde ich sehr unsicher. Beispielsweise ist mir Small Talk ein Graus, was natürlich auch im Arbeitsleben seltsam wirkt.

Meine Beziehungsunerfahrenheit wirkt hier vermutlich besonders belasteten, auch wenn mir klar ist, das eine Beziehung an den grundsätzlichen Problemen nichts ändern würde.

Ich möchte hier keinesfalls relativieren, aber gerade dieses Thema macht mir sehr zu schaffen. Es ist nun mal in den allermeisten Fällen so, das der Kerl bei der Anbandelung ab einem gewissen Punkt die Initiative übernehmen muss – wenns intim werden soll, sowieso. Gerade das ist mir aufgrund des Vermeidungsverhaltens aber nicht möglich.

ich hoffe Euch beiden geht es gut bei dem schönen Wetter heute.

Manchmal deprimiert mich das eher

Es ist, als würde ich mich ständig im Kreis drehen. Auch in meinen Therapiestunden. Ich mache ja schon wirklich lange Therapie habe aber immer das Gefühl, ich komme immer an dem selben Punkt an, schaffe es aber nicht zu überwinden. Man hat ja auch kein "konkretes" Problem was mach packen kann. Hätte ich Angst vorm Bus fahren, würde ich mich jeden Tag ein bischen mehr damit auseinandersetzen und versuchen wieder Bus zu fahren.

Wisst ihr wie ich das meine? Es ist so vieles aufeinmal und alles so undurchsichtig. Wie ein großer durcheinandergeratener Haufen von Fäden, die alle in einanderhängen und verknotet sind.

Du schreibst sehr frei heraus, time_for_me_82 – man spürt förmlich, das dich das hier sehr erleichtert (was auch auf mich irgendwie erleichternd wirkt :-) )

Ich weiß natürlich, dass du gerne anders wärst – wahrscheinlich mehr als jeder Nichtbetroffene.

Zu deiner Stagnation möchte ich Folgendes sagen: Du schreibst, du "fieberst" jedem Termin entgegen und wie gut es tue, darüber zu reden. Möglicherweise genießt(?) du es mittlerweile zu sehr. Du bist nun ja schon sehr lange in Therapie – vielleicht ist es mit der Zeit einfach zur unverzichtbaren Gewohnheit geworden.

So etwas kann vermutlich nur dann passieren, wenn man sich insgeheim mit seiner Situation arrangiert hat, ohne mit ihr wirklich zufrieden zu sein.

Bedenke, dass eine Therapie auch die Gefahr in sich birgt, Verantwortung von sich auf den Therapeuten zu schieben ("Der wird das schon richten"), was eine resignative Grundhaltung verfestigt.

Wenn du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, nicht weißt wo du anfangen sollst und das trotz einer langjährigen Therapie, die dir eigentlich genau das verdeutlichen soll, sprich das aus meiner Sicht für eine Art Schockstarre, bei der dir dein Therapeut offensichtlich nicht weiterhelfen kann.

Vielleicht solltest du einen Wechsel in Betracht ziehen, auch wenn das tatsächlich einem Verlust gleichkäme.

MvoxlliNenc9hxen


@ time_for_me_82

:)_ Ich merk schon, wir sind uns da recht ähnlich...

Ich kam mir total doof vor, weil ich meinem Therapeut erzählte, das ich die Unsicherheit unbedingt weg haben will, ich aber auf mich drauf haue um mich zu schützen, denn wenn ich selbstbewusst und stark werden würde, könnte es ja sein, das ich evtl. einige Verluste von Personen in Kauf nehmen muss. Er frug mich dann, ob ich diese Situation denn für den Moment akzeptieren könnte. Das geht aber auch nicht. Er meinte nur, das wäre ja sehr interesant: ICH WILL DIE UNSICHERHEIT NICHT; MACH MICH KLEIN; DAMIT SICH DAS NICHT ÄNDERT UND KANN DAS NOCH NICHT MAL AKZEPTIEREN.

Mir war das so peinlich, weil es irgendwie totale Widersprüche sind und meinte dann, das hört sich doof an, ne?

Oh ja, wie bekannt mir das vorkommt.

Meine Therapeutin stellt mir ja auch immer ihre schönen Fragen ("Was wäre so schlimm daran?" oder "Was WOLLEN Sie denn?" etc.). Dann kommen von mir Antworten wie "Ich will dies und das - aber ich will auch..." Ab und zu hat sie dann schon zu mir gesagt, ich würde die Dinge immer so konstruieren, dass ich eigentlich NUR verlieren kann. Ich drehe es immer so hin, dass es im ersten Moment wirklich so scheint, als gäbe es keine Lösung... :=o

Nur ein einziges Mal hat sie es hingekriegt mich so anzustacheln, dass ich nur EINS wollte und das auch durchgezogen habe. Kinder, ging mir das gut. Aber ich glaub die Therapeutin hat echt an mir zu knacken. ;-D

Darf ich fragen wie alt Du bist Mollinchen und wie lange Du schon Therapie machst?

38 und Therapie seit ca. 1 Jahr - habe 45 Stunden von denen jetzt noch 9 übrig sind... schluchz...

Wie alt bist Du? (Ich vermute jetzt mal 28?)

@ diem perdidi:

Also, was Arbeit und Privat angeht, ist es an sich ähnlich. Ich kriege meine Arbeit hin, kann auch mit Anrufern telefonieren und all das - aber NUR wenn es ums Geschäftliche geht. Aber ich könnte beispielsweise keinen Job machen, wo ich den ganzen Tag mit Leuten zu tun hätte oder so. Fühle mich hinterm Schreibtisch ganz wohl, wo einen höchstens mal ein paar Anrufer stören, die ja aber in sicherer Entfernung sind und nichts "gefährliches" (also, privates) fragen, sondern nur Zahlen, Daten, Fakten wissen wollen.

Aber wehe es wird privat.

Also, klingt blöd, aber ich fühle mich auf Arbeit manchmal wohler als privat... :-/

ich hoffe Euch beiden geht es gut bei dem schönen Wetter heute.

Manchmal deprimiert mich das eher

Also, ich find das gut... ;-D

@ time_for_me_82

nochmal:

Ich schließe mich diem perdidi an, ein bisschen wundert's mich auch, dass Du ja anscheinend schon ziemlich lange in Therapie bist und wohl immer noch im Kreis drehst. Macht mir jetzt nicht wirklich Mut irgendwie... ":/ Vielleicht bist Du wirklich noch zu sehr im "Hilf mir, rette mich"-Modus und hast noch nicht eingesehen, dass nur DU was ändern kannst? Erwartest insgeheim noch das Patentrezept, oder willst dem Therapeuten beweisen, dass dies und jenes doch unmöglich ist? (So wie ich das auch manchmal gern versuche...)

MKolliQenchexn


Was mir noch einfällt - ich bin - theoretisch! - schon so weit, dass ich so sein will, dass ICH mich gut finde und es auch in Kauf nehmen würde, wenn ein paar Leute sich wundern. Ich bin nur leider noch so in meinen Verhaltensweisen gefangen. Obwohl das Vermeiden so anstrengend ist, ist das "Ich sein" noch viiiel anstrengender, weil ja mit zielgerichteter Aktivität verbunden, mit klarem, strukturiertem Denken, mit Risiken eingehen (dass es schief geht).

Im Normalfall bin ich immer so wie in Watte gepackt, und wenn ich die beiseite schiebe, um was anzupacken, spüre ich förmlich die Kanten, an die ich stoße (autsch!) und den eisigen Wind, dem ich plötzlich ausgesetzt bin... Das hält man nicht lange aus... Wie ein Mensch, der sein Leben im Keller verbracht hat und sich erst langsam an die Sonne gewöhnen muss. Die tut auch erstmal weh, bevor sie anfängt, gut zu tun.

tpimex_foFr_mex_82


Guten Morgen ihr beiden,

ja, irgendwie habt ihr recht. Ich bin schon sehr lange in Therapie was mich ja wie gesagt auch selbst verwundert. Aber das ich stagniere kann ich nicht bejahen, da ich jedes Mal ein Stückchen weiter komme. Mollienchen, mach Dir deswegen bitte keine Gedanken. Ich denke es ist echt sehr individuell, da auch jede Lebensgeschichte anders ist.

Wenn ich überlege, wie ich anfangs meiner Therapie war. Da war es sehr extrem mit mir. Wie gesagt hatte ich schlimme Panikattacken und konnte zum Beispiel nie alleine bleiben. Ich hatte wirklich 0 Selbstbewusstsein. Bin jeden (!) Tag zu meinen Eltern gefahren und dann erst nach Hause wenn mein Mann da war. Das habe ich nun alles verändert. Ich sehe/höre meine Eltern viell. 1x in 1-2 Wochen und kann auch sehr gut mit mir alleine sein und genieße das sogar. Ich bin im Gegensatz zu früher viel selbstständiger geworden. Das hat mich allerdings viel Kraft und Anstrengung gebraucht, wofür auch ziemlich viel Zeit der Therapie verbraucht wurde. Jetzt erst bin ich am Punkt meiner Persönlichkeit, wo mir selber Sachen auffallen, wie kontaktscheu, selber immer Druck machen etc. Das war bisher "normal" für mich, da ich es anders gar nicht kannte...?!?! Jetzt aber merke ich, das mein Verhalten mir nicht gut tut und das zu verändern braucht natürlich viel Zeit.

Trotzdem habt ihr auch irgendwie Recht damit, das ich versuche meinem Therapeuten die Verantwortung des Veränderns überzudrücken. Mollienchen hat das mal wieder echt passend formuliert! Aber das passiert eher unbewusst. :°( Nur wie änder ich das bewusst?

Ich habe immer das Gefühl von: Sag mir welchen Knopf ich drücken muss und dann drück ich den... Aber das geht ja leider nicht. Er macht seine Therapie so, das ich selbst darauf kommen muss.

Wie ich schon sagte, weiß ich vom Kopf ja her, was ich machen müsste... Aber dann spielt die Angst auch wieder eine große Rolle dieses umzusetzen. Ich würde meine gewohnte Situation (die ich ja schon fast mein ganzes Leben habe) verlassen. Und da mir Sicherheit sehr (!!!) wichtig ist, fällt mir das unwahrscheinlich schwer diese Rolle zu verlassen. Ich wäre auch die einzige in der Familie, die dann "anders" ticken würde. Es gibt kaum selbstbewusstheit bei uns. Und da drehe ich mich im Moment im Kreis. Mein Therapeut meint, ich sollte das erstmal akzeptieren (das ich mich im Kreis drehe und das ich zwei Seiten in mir habe), weil wenn ich die Situation erstmal akzeptiert hab, und aufhöre dagegen (mich)zu kämpfen, kann ich sie verändern. Oder so ähnlich... Naja, ich bleib dran.... Wechseln möchte ich auf gar keinen Fall, da ich mich dort wirklich verstanden fühle und ich ja weiterhin immer noch Schritte nach vorne mache!

Was die Arbeit betrifft ist es auch nicht so, das ich mich verstecke. Ich sag mal so, vom äußeren her würde man gar nicht merken das ich so Probleme damit hab. Bzw. andere würden vom Stuhl fallen, wenn sie wüssten, das ich so fühle. Die anderen merken es mir kaum an. Aber innerlich bin ich immer im Konflikt. Die anderen machen das besser, die wissen das schneller, ich muss evtl. nachlesen, wenn der Chef was wissen will habe ich Angst Fehler zu machen oder oder oder. Das andere den Job 20 Jahre lang schon machen, sehe ich dabei nicht.

@ Mollienchen

Ja, ich bin 28 Jahre alt :-) Ich habe auch schon mal die Sonne gesehen, aber es scheint so, als hätte ich noch ein wenig Angst vorm Sonnenbrand und gehe dann immer wieder zurück in den Keller.

@ diem perdidi

Ich kann gut verstehen, das Dich das Thema Beziehungen sehr zu schaffen macht. Wie Du schon sagtest, gerade als Kerl der meist die Initiative übernimmt... Ich selbst habe ja auch immer große Hemmungen den ersten Schritt zu machen.

Aber meinst Du nicht, gerade da würde Dir eine Therapie helfen, um aus diesem Vermeidungsverhalten raus zu kommen? Es hätte ja nichts mit einer Gehirnwäsche zu tun.

Wahrscheinlich habe ich wieder sehr frei heraus geschrieben, sorry dafür, ich hoffe es ist nicht allzu durcheinander geworden |-o

tUime_4forR_me_8x2


Ich noch mal:

Wollte Euch noch fragen, wie es bei Euch mit dem Perfektionismus aussieht?

Ich bin auf der einen Seite schon sehr perfektionistisch, das ich es nie gut genug machen kann... Oft übertrage ich das auch auf andere die es mir dann auch nicht recht machen können. Wobei wir natürlich auch wieder beim Thema Druck wären..... %-|

Wir sind heute Abend zum grillen bei unseren neuen Nachbarn eingeladen und irgendwie graut´s mir davor. Ich bin jetzt schon ganz nervös und angespannt. Kann mich nur schwer auf meine Arbeit konzentrieren... Bin dann teils so angespannt, das ich oft Muskelzucken hab! Kennt ihr das? Immer wieder steht man vor der selben Konfrontation.. Naja, versuche mich mal zu konzentrieren und nicht zu sehr an heute Abend zu denken.... ":/

M+ollilenchxen


Hallihallo!

@ time_for_me_82

Wie war der Grillabend?

Ich weiß nicht, ob ich perfektionistisch bin… Eher so: Ich mache nie was, aber WENN, muss es auch 100%-ig sein. Und weil ich weiß, dass das unmöglich ist, lasse ich es.

Wobei das in kleineren Bereichen schon besser geworden ist. Kochen zum Beispiel… Da hat mich das Schicksal nicht wirklich mit Talent gesegnet. Folglich gab es bei uns immer recht einseitige Ernährung… Jetzt hab ich aber mal angefangen dies und das auszuprobieren und wenn es dann mal nicht ganz nach Wunsch ist, grummele ich zwar ein bisschen, aber ich prügel mich nicht mehr runter. Wäre früher nie vorgekommen sowas. Da bin ich schon etwas stolz! :-)

time_for_me_82

Du hast offenbar wirklich eine etwas längere "Krankengeschichte" hinter Dir. Also, Dein "Ausgangspunkt" bei der Therapie war ein anderer als bei mir, insofern ist es wohl normal, dass es dann länger dauert. Und da hast Du ja anscheinend schon ziemlich gute Fortschritte gemacht! Gut, dann werde ich mich nicht beunruhigen. :-)

Mein Therapeut meint, ich sollte das erstmal akzeptieren (das ich mich im Kreis drehe und das ich zwei Seiten in mir habe), weil wenn ich die Situation erstmal akzeptiert hab, und aufhöre dagegen (mich)zu kämpfen, kann ich sie verändern. Oder so ähnlich…

Das ist das Geheimnis. Wobei ich lange nicht begriffen habe, wie das gehen soll. Hab auch jetzt noch ab und an Probleme damit. Aber es wird besser. Trotzdem besteht noch die Gefahr, dass das "es akzeptieren" in ein bockiges "na und - bin halt so, Pech" übergeht.

Was die Arbeit betrifft ist es auch nicht so, das ich mich verstecke. Ich sag mal so, vom äußeren her würde man gar nicht merken das ich so Probleme damit hab. Bzw. andere würden vom Stuhl fallen, wenn sie wüssten, das ich so fühle.

Ja, das kenne ich… Als ich einer Kollegin, mit der ich recht vertraut bin, von meinen Problemen erzählte (nachdem sie mir von ihren erzählt hatte), ist sie tatsächlich fast vom Stuhl gefallen und meinte: "Du ??? Und ich dachte immer, du hättest alles im Griff…!" Bin anscheinend eine gute Schauspielerin…

diem perdidi

Ich möchte hier keinesfalls relativieren, aber gerade dieses Thema macht mir sehr zu schaffen. Es ist nun mal in den allermeisten Fällen so, das der Kerl bei der Anbandelung ab einem gewissen Punkt die Initiative übernehmen muss – wenns intim werden soll, sowieso. Gerade das ist mir aufgrund des Vermeidungsverhaltens aber nicht möglich.

Und ich glaube, da setzt Du Dich wieder zu sehr unter Druck.

Bei meinen ersten "Beziehungsversuchen" (Klein-Mollienchen testet ihre Wirkung auf die Männer) habe ich immer die Initiative übernommen, den Typ angesprochen und so. Es ist nie was längeres draus geworden, weil meine zwischenmenschlichen Fähigkeiten damals nicht übers Ansprechen hinausgingen und die mich alsbald langweilig, öde, stumm, doof fanden… Aber immerhin hab ich die auf mich aufmerksam gemacht und bin hingegangen.

Ich glaube eh, wenn's wirklich funkt, findet man allein zusammen, da muss man gar keinen "Wie verhalte ich mich richtig"-Knigge anwenden, oder "wer muss zuerst was sagen und was".

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