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Kontrollzwang

Hbellalcokpter hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich möchte mit diesem Beitrag eine Möglichkeit schaffen, dass sich von Kontrollzwängen Betroffene austauschen können.

Gehört ihr wie ich zu den Menschen, die

- Den Herd gegen euren Willen immer wieder kontrollieren müssen bevor sie die Wohnung verlassen

- immer wieder an der Türe rütteln um zu sehen, dass sie auch wirklich zu ist

- elektrische Geräte aus der Dose ziehen um sicher zu gehen das nichts passiert

- immer wieder den Lichtschalter ein und ausschalten um sicher zu sein, dass das Licht aus ist

- mehrmals zurückgehen zum Auto um zu kontrollieren ob es wirklich abgeschlossen ist

Das sind nur ein paar Beispiele, die Kontrollzwänge können natürlich noch diverse andere Formen annehmen.

Es geht mir nicht um das zwanghafte Kontrollieren von Mitmenschen. Das ist eine andere Störung um die es mir hier nicht geht.

Wenn ihr selber betroffen seid:

Was tut ihr gegen den Kontrollzwang?

Ich für meinen Teil habe schon einiges an Literatur gelesen um zu verstehen, was dort kognitiv falsch läuft.

Habe eine Gesprächstherapie gemacht, die mir nicht weiter geholfen hat, da sie mir keine Werkzeuge an die Hand geben konnte um gegen den Zwang vorzugehen.

Nun habe ich nach monatelanger Wartefrist eine ambulante Verhaltenstherapie begonnen und hoffe, dass es helfen wird.

Liebe Grüße

Hellacopter

Antworten
bulu^b8902


Hallo!

kenne das was du beschreibst gut. Habe selber eine Zwangsstörung und bin deshalb auch in Behandlung. Ich habe auch hauptsächlich Kontrollzwänge. Laufe aber auch auf der Straße bestimmte Muster ab. Trete nicht auf Fugen oder auf die Grenze, wenn sich der Belag wechselt.

Ich mache auch zurzeit eine Gesprächstherapie. Ich hoffe, dass sich bald mal ein Erfolg einstellt. Bin seit ca. zwei Monaten dabei.

Liebe Grüße

H`elJlaconpter


Hallo blub,

schön dass du dich meldest.

Wieviel Zeit nehmen deine Kontrollen denn ein?

Dieses Achten worauf man tritt kenne ich auch, ist bei mir aber eher nicht so wichtig.

Hast du den Eindruck, dass sich dein(e) Therapeut(in) mit Zwangserkrankungen auskennt?

In meiner Gesprächstherapie wurde der Zwang leider als Symptom einer potentiellen Depression

abgetan und gar nicht wirklich bearbeitet. Erst durch ein Fachbuch über Zwangserkrankungen kam

ich dann auf die Idee in eine Verhaltenstherapie zu wechseln.

Liebe Grüße

Hellacopter

bBlub8x902


Hallo Hellacopter,

die Kontrollen nehmen bei mir ca. 2 Std. in Anspruch. Wie lange kontrollierst du eigentlich? Ich denke schon, dass mein Therapeut sich damit auskennt. Bin in einer Tagesklinik. Da werden u.a. Zwänge behandelt. Die sind da aber nicht auf Zwänge spezialisiert. Die meisten Patienten sind wegen Depressionen und Bourn-Out da. Aber ich fühle mich dort gut aufgehoben. Das war auch nicht der Hauptgrund, weshalb ich eine Therapie angefangen habe. Mir wurden die Zwänge erst richtig in der Klinik bewusst. Wusste zwar vorher schon, dass das nicht ganz normal ist, dass ich alles mehrmals wiederhole, war mir aber auch nicht bewusst, dass der Leidensdruck deshalb so groß ist. Habe auch gehört, dass eine Verhaltenstherapie besser ist. Da ich mich aber in der Klinik wohl fühle und mit dem Therapueten gut klar komme, werde ich da bleiben. Mir ist es nämlich total schwer gefallen mich überhaupt auf eine Therapie einzulassen. Und eingesehen, dass ich krank bin habe ich anfangs auch nicht.

Was passiert eigentlich, wenn du den Zwang nicht ausführst?

Liebe Grüße

HSellJacoBpxter


Was passiert eigentlich, wenn du den Zwang nicht ausführst?

Das ist ganz unterschiedlich.

Bisweilen bekomme ich große Angst, so dass ich wieder zurück will um zu kontrollieren.

Diese Angst geht nach einiger Zeit in eine Art Gefühl der verzweifelten Hoffnungslosigkeit über.

Ein Gefühl tiefer Trauer. Ich denke, dass der Zwang bei mir evtl. etwas mit Depressionen zu tun hat.

Es gibt aber tatsächlich Situationen in denen ich stark genug bin den Zwang zu ignorieren.

Oft kommt es auf die Tagesform an.

Wie lange kontrollierst du eigentlich?

Auch das ist völlig von der Tagesform abhängig.

Meine Probleme sind vor allem das Verlassen der Wohnung morgens und

das Verlassen meines Büros nach Dienstschluß.

Das kann dann zwischen 15 und 60 Minuten dauern bis ich physisch und vor allem

auch psychisch die Räumlichkeit verlassen habe.

L2ily"04


Ich bin 15 und kenne das nur zu gut. Habe auch so ähnliche Zwänge und gehe deswegen und nen paar anderen Dingen zur schulpsychologin. Habe das schon seit einigen Jahren, bin aber seit kurzem draufgekommen durch ne Serie, hab früher immer gedacht, dass mit was nicht stimmt.

M>auricxeBLN


Kontrollzwänge sind eine Form der Angststörung und diese läßt sich sehr gut mit einer Verhaltenstherapie behandeln. Ich bin selbst in Therapie und man bekommt dort viele Methoden an die Hand, wie man diese Zwänge bzw. Ängste überwinden kann.

HPellAacoptxer


Hallo Maurice,

ich habe auch gerade eine Verhaltenstherapie begonnen und deine Aussage bekräftigt meinen

Eindruck, dass es der richtige Weg ist.

Bist du denn zufrieden mit deinen Fortschritten?

SLaschxa_S


Geht mir auch so. Ich stehe manchmal am Fahrstuhl und gehen mehrfach zur Tür zurück und kontrolliere, ob sie auch wirklich zu ist. Am meisten sind es bei mir aber Kühlschrank oder Tiefkühlschrank, da renne ich manchmal mehrfach hin und sehe, ob die Tür wirklich dicht ist (zu). Wenn ich die Wohnung verlasse mach ich immer meine Runde in der Wohnung (Herd aus, E-Gerät aus, Licht aus, Kühlschrank etc. zu...).

Ich bin in Therapie, aber nicht deswegen. Meine Therapeutin ist aber spezialisiert auf Zwangsstörungen. Sie meint, es ist bei mir nicht behandlungsbedürftig. Behandlungsbedürftigkeit liegt erst vor, wenn man im Leben wegen der Zwänge nichts mehr gebacken bekommt, überall Stunden zu spät kommt etc. Sie hat Patienten, die gehen immer wieder unter die Dusche, weil sie meinen, schmutzig zu sein. Da gibt es wohl Leute, die duschen 10 Stunden am Tag und haben Wassernachzahlungen von 2000€.

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