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Absetzen von Diazepam - Entzug??

MJauUriceBSLN hat die Diskussion gestartet


Welche Erscheinungen beim Absetzen von Diazepam können denn auftreten?

Da ich gerade auf 3 Tropfen einmal täglich runterdosiert habe, welche ich jetzt ca. eine Woche so nehme, geht es mir einen Tag super, einen anderen Tag ist mir etwas schwindelig und zittrig und schlapp, manchmal von einer Sekunde auf die andere.

Dazu kommen Brustschmerzen und Herzstolpern oder so ein Druck auf der Brust.

Das Herz wurde anhand von EKG, Langzeit EKG und Ultraschall untersucht, ist alles ok. Nun weiß ich nicht, ob es gerade dumm zusammenfällt das Absetzen und meine Beschwerden, die ja evtl. doch vom Hern kommen könnten. Der Arzt wollte eine Herzentzündung ausschliessen.

Manchmal habe ich auch so innere Unruhe oder so etwas Panik. Denke dann immer, bes. das mit dem sich schlapp fühlen kommt vom Herzen.

Daher meine Frage, ob jemand schonmal Diazepam nach längerer Einnahme abgesetzt hat und was er für Nebenwirkungen dabei hatte. Ich habe das Zeug ein halbes Jahr genommen bis jetzt.

Antworten
Sxhan<texl


Hallo Maurice,

erstmal ist es großartig, dass du dich schon auf "nur" noch 3 Tropfen pro Tag herunterdosiert hast!

Ich selber habe über einenhalb Jahre Diazepam genommen (ursprünglich war ich abhängig von einem anderen Benzodiazepin (Alprazolam/Xanax) und ungünstigerweise hat das mit dem Herunterdosieren desselben nicht funktioniert, daher stand vor dem Reduzieren erst der Wechsel auf Diazepam an) und stetig herunterdosiert - im Grunde genommen genauso wie du, also zum Schluss tropfenweise.

In der Endphase habe ich die Einnahme auf jeden zweiten Tag verlagert, und diese Phase hat bestimmt nochmal an die sechs Wochen gedauert.

Was die Nebenwirkungen betrifft: das größte Problem bei mir war, dass ich mir manchmal nicht sicher war, ob die extremen Ängste, die auftraten, nun direkt durch den Entzug verursacht wurden oder aber ob die eben sowieso bei mir da waren - schließlich habe ich mit diesem Zeug irgendwann mal angefangen wegen meiner Ängste.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass es nach meiner letzten Einnahme noch an die drei Monate gedauert hat, bis ich mich wieder völlig "normal" gefühlt habe. Auch eine ziemlich hohe Empfindlichkeit in bezug auf Licht und Lärm (das war streckenweise sehr belastend) hat sich schlussendlich wieder auf ein von mir als Normalmaß empfundenes Level (runter-)reguliert.

Dass du Unterstützung durch einen Arzt hast, der deine Beschwerden ernst nimmt und abklärt, ist sehr gut - gerade weil einem die Psyche im Entzug (sonst bisweilen ja auch) ziemliche Streiche spielen kann ;-)

Mach weiter so, du bist meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg.

Viele Grüße, Shantel

MKauri%cxeBLN


Danke für deine Antwort. :-) Noch eine Frage zu den Absetzerscheinungen: Ist es möglich, dass man sich nicht nur unruhig fühlt, sondern auch körperliche Symptome/Beschwerden hat? Also sowas wie Mattigkeit, Schlappheit, irgendwelche Schmerzen (also leichter Art), verstärktes Schwitzen?

Das würde mir noch helfen, wenn jemand das bestätigen kann die Beschwerden besser einzuordnen, dann machen die mir weniger Angst. Denn leider bin ich auch noch leicht hypochondrisch veranlagt, was die Sache nicht einfacher macht. :-(

SPhanxtel


Na, dann ich nochmal ;-)

So rein vom Naturell her bin ich wohl das ziemliche Gegenteil vom Hypochonder, ums vorweg zu sagen.

Körperlich hatte ich u.a. visuelle Probleme dahingehend, dass bei abruptem Ändern der Blickrichtung das Bild verzögert hinterher kam. Zittern der Hände (sehr nervig, gerade auch im Job/in der Öffentlichkeit), übermäßiges Schwitzen und Herzrasen kamen lange Zeit immer mal wieder vor.

Was dich nicht betreffen wird: in den ersten Monaten hatte ich äußerst schlimme krampfartige Menstruationsschmerzen (deswegen bin ich dann doch zum Gynäkologen, ich gehe sonst nur in absoluten Notfällen zum Arzt). Was da auch immer physiologisch/biochemisch passiert, die Ärztin kannte mehrere Patientinnen mit Benzodiazepinentzug und genau dieser Problematik (selbstverständlich wurde ich nach allen Regeln der Kunst untersucht, um eventuelle körperliche Ursachen auszuschließen).

Zunächst erschien mir das etwas seltsam/weit hergeholt, aber die Zeit hat gezeigt, dass die Ärztin recht hatte. Ich finde es immer noch erstaunlich, dass zwischen diesen real und tatsächlich sehr starken Schmerzen und dem Absetzen des Valiums ein Zusammenhang bestand.

Was ich dir gerne nochmal ans Herz legen möchte: durch das Absetzen eines Benzodiazepins an sich wird man definitiv nicht krank! Die vielfältigen Symptome, die auftreten können, können beeinträchtigend und auch ziemlich beängstigend sein, aber bei kontrolliertem, sanftem Ausschleichen - so wie du es ja machst - wird dir der Entzug selber keine Krankheit einbringen.

Dass das für dich vielleicht furchteinflössender ist als für jemanden, der nicht hypochondrisch veranlagt ist, ist klar. Mein Bruder war früher schwer hypochondrisch veranlagt, daher glaube ich mir vorstellen zu können, wie sehr solcherlei verunsichern kann.

Ohren steif halten :)

l(ichtder&hqoffn&uxng


mach das auf jeden fall im krankenhaus und kalt.sonst kommst du von einer sucht in die nächste.der entzug ist mit einem heroin entzug zu vergleichen

aNdd1


Ich hab gestern fast 1000 Tabletten a10 mg in die Toilette gekippt und runtergesppült,genommen hab ich vielleicht vorher 30, das Zeug ist nichts für mich :|N :-/ :(v

MWaur7iceMBLN


Wie? Du hast 30 genommen? in welchem Zeitraum? Und woher hattest du denn so viele? Wars Diazepam oder welches Medi?

Ambou+txMe


Hallo

Wow super das du das so gut schaffst mit dem Entzug!

Ich nehme seit etwa 2 1/2 Jahre dieses scheiss Zeugs! Ich möchte auch so gerne einen Entzug machen aber ich habe so Angst davor! Also ich hab nur Angst das ich kotzen muss alles andere ist mir scheiss egal! Das hält mich leider davon ab aufzuhören nur wegen dieser beschissenen Angst! Wieviel Valium hast du den immer genommen?

H@aem+oglojbin


Also, als ich Valium/Diazepam/Faustan/... abgesetzt habe (musste/durfte?), habe ich ein ziemliches Zittern wahrgenommen - was aber, in anbetracht dessen, was ich unter Medikamenteneinfluss "ertragen" musste (zT "schlagartige" Müdigkeit, Abgeschlagenheit,...) fast eine "Wohltat" war.

Da ich sonst eher ein "aktiver" Typ bin, kann ich bzgl. der Unruhe bei "Entzug" nichts sagen - wphl aber, dass es wahrscheinlich eines der kleineren Übel ist...

...ach ja: :)^ für dein Vorhaben - bleib dran!

Wish you the best! ;-)

ard~dx1


29.05.10 01:43 Bewerten

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Wie? Du hast 30 genommen? in welchem Zeitraum? Und woher hattest du denn so viele? Wars Diazepam oder welches Medi?

MauriceBLN

die 30 in ca 3 Tagen, das was pakistanisches con Zafa, ist saubillig, wird aus England verschickt, daher keine Zollkontollen.

MFauricre$BLxN


Das ist ja recht viel...

Aber nochmal ne andere Frage an alle die sich mit dem Zeug auskennen:

Nehme jetzt seit einer Woche gar keine Tropfen mehr. Nur einmal noch 3 wegen so starker Unruhe.

Meine Angst sind epileptische Anfälle. Oder habe ich die durch das langsame runterdosieren eher ausgeschlossen?

Habe nur zur Info von 4 Monaten Einnahme, innerhalb von 2 Monaten runterdosiert.

Fühle mich nämlich recht unruhig und panisch manchmal und mein Schlaf ist auch schlecht, bzw. wenn ich schlafe, wache ich trotzdem nicht erholt auf. Nun habe nich eben Angst, dass dieser Zustand sich noch verschlimmert. Wenn er so bleibt und langsam besser wird, könnte ich damit leben.

Wie lange dauert es eigentlich, bis man eine minimal Besserung spürt nach Beendigung der Einname?

D'ianaw<0=606


Hallo Ihr Lieben,

ich glaube, dass ich inzwischen ein riesen problem habe. :( Ich nehme seit ca. 9 Monaten unkontrolliert Diazepam und Oxazepam. Jeweils 10 mg pro Tbl. Mal zwei am abend, dann nur eine, dann mal wieder zwei. Je nach befinden . Ursprünglich habe ich dieses scheiss zeug genommen, um abends schlafen zu können und den ganzen stress den ich im alltag so habe, zu vergessen. Da ich selber Krankenschwester bin, komme ich demnach sehr leicht an diese Medikamente. Ich habe das zeug immer unterschätzt und mir nie weiter gedanken über die bekanntlichen Nebenwirkungen gemacht, obwohl ich täglich damit zusammen arbeite. Na ja, es hat ja nie mich selber betroffen. Inzwischen merke ich aber, dass es mir nur noch scheisse geht, ich ständig schlecht drauf bin, mir alles zu herzen nehme, super empfindlich bin und ich völlig mein lachen verloren habe, obwohl ich ein Lebenslustiger und fröhlicher Mensch bin. Davon ist aber momentan nichts mehr zu sehen. Na gut, jedenfalls nehme ich jetzt sechs Tage nichts mehr. Nichts ist falsch, am Abend nehme ich Zoplicon (schlaftabletten).

Ich merke inzwischen den entzug. Es ist die absolute hölle. Seit vier tagen geht es mir richtig schlecht. Luft und Atemnot, Herzrasen, Angstzustände, schlechte Laune, zittern, unruhe, Lichtempfindlichkeit, ich kann nicht lange auf eine stelle gucken. Und und und... Das macht mir auf jeden fall richtige Angst. Ich sollte zum Arzt gehen, aber dafür bin ich einfach zu faul. Könnte auch mit Leuten aus Krankenhaus reden, aber ich will nicht, dass es jemand weiss. Weiss einer von euch, wie lange so ein entzug anhält und wann es mir verdammt nochmal wieder beser geht? Wann kann ich wieder lachen und spass am Leben haben? Ich kenne sowas nicht und kann damit absolut nicht umgehen. :((

An alle die dieses Zeug jemals vorhaben zu nehmen oder weil sie denken, dass ist der einfachere weg ist, LASST DIE FINGER DAVON!!!! Es bringt euch nicht weiter... Dieses Zeug ist unberechenbar. Ich hoffe, dass einer was dazu schreibt.

Cbasexlla


Ab wann bekommt man nach Absetzen diese Entzugserscheinungen??

Habe Samstag wegen Panikattacken, die seit Donnerstag anhalten, Diazepam 5mg verschrieben bekommen.. War ein Blister und habe jetzt Samstag und Gestern jeweils eine genommen... Habe auch nicht vor sie ewig zu nehmen, aber ich will die Dinger auch nicht unterschätzen...

DReltaW_Abrixes


NICHT Diazepam/Valium täglich nehmen! Dein Benzospiegel erhöht sich tagtäglich bei der Einnahme. Und das Zeugs polt dein Hirn in nullkommanix um und du verteidigst es und weisst es sehr zu schätzen. Aber die Rache folgt.

Ich selbst fing vor Jahren damit an sporadisch Diazepam zu nehmen. Allerdings hielt ne 20 er PAckung a 5 mg am Anfang 1.5 Jahre ... Ich trinke auch Alk seit über 11 Jahren .. allerdings nahm ich nie diazepam und alk zusammen ..

erst später testete ich die kombinierte wirkung von beidem und es gefiel mir sehr... denn der alk "knallte" viel mehr und das rauschlevel war nen anderes .. später kam dann noch zu dem diazepam mit alk noch alprazolam/tafil hinzu was den high zustand noch mehr geboostet hat.

Ich kann nur sagen : LASST die finger von BEnzodiazepinen .. Es bringt auf Dauer nix sondern vernichtet Euch ..

Als Akut Medi : keine frage .. da ist es indiziert .... aber auf dauer .. NO WAY !!!

u@bunt@u0use~r


Guten Tag.

Seit langem möchte ich gerne mal etwas zu diesem Thema beitragen. Dieser Thread ist schon etwas älter, das macht aber gar nichts. Aus ihm geht ja wunderbar hervor, wie verschieden Menschen sind und wie unterschiedlich sie deshalb auch (z.B.) Entzugserscheinungen erleben.

In vielen Foren stoße ich auf Personen, die erklären, der Entzug von Benzodiazepinen oder vergleichbaren Downern sei "schlimmer als der von Heroin" oder ähnliche Falschaussagen. Das ist Quatsch. Alleine die Tatsache, daß diese Zustände miteinander verglichen werden, zeugt von einer, ich sage mal, naiven Unkenntnis.

Fakt ist, das Downer im allgemeinen eingenommen werden- ob verschrieben oder nicht- um Angstzustände zu lindern. Das berühmte "Pflaster für die Seele".

Häufig kommt es hier aber, gerade nach nicht therapeutschem Konsum, zu paradoxen Wirkungen, sodass Angststörungen und Depressionen vermehrt auftreten und auch deshalb eine Steigerung der Dosis nötig ist. Durch die ständige Bereitschaft des Medikaments wird außerdem völlig verlernt, mit den Ängsten auf andere Weise umzugehen.

Vielen Abhängigen geht es gerade nach einer Dosisreduktion oder einer Pause in der Einnahme erstaunlich gut, Farben werden intensiver wahrgenommen, so wie das ganze Leben plötzlich wieder an Farbe gewinnt.

Die Lebensqualität steigt enorm an. Gefühle werden wieder wahrgenommen, sei es Freude oder Trauer. Es ist wie ein Rolladen, der hochgezogen wird.

Die Entzugserscheinungen gestalten sich hingegen meist sehr harmlos, und das auch nach langjährigem Gebrauch, hier spreche ich aus Erfahrung. Mit innerer Unruhe, leichter Nervosität und vermehrtem Schwitzen kann man/frau rechnen. Auch vermehrt wahrgenommene optische Sinneseindrücke zeugen davon, wie eingeschränkt die Sichtweise die Zeit des Konsums über (im wahrsten Sinne!!) war...

Selbstverständlich hat man dann vermehrt mit genau den Ängsten zu tun, aufgrund derer man angefangen hat, die Tabletten, seins nun Dias oder Flunis oder was auch immer, zu nehmen.

Das ist alles 1/2 so wild, wie es meist dargestellt wird. Wobei natürlich jeder Mensch ein anderes Empfinden in Bezug auf körperliche/seelische Veränderungen hat. Dennoch bleibe ich dabei: Vieles ist schlicht "Angst vor der Angst".

Für weiterführende Literatur zum Thema verweise ich auf das Beste, was ich hierzu im Netz finden konnte:

"C.H. Ashton".

Auch zu finden auf benzo.org.uk/german/

Jede Drogenabhängigkeit läßt sich beenden. Wenn man/frau das möchte.

Das ich das mal guten Gewissens schreiben würde, hätte ich vor einigen Jahren nicht gedacht!!

Nur die besten Grüße.

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