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Der Mythos "Die Mutter als Löwin"

S}cVhwarzDesC Bluxt hat die Diskussion gestartet


Aufgrund eines anderen Fadens und der Gegenwehr meiner Argumente. Wer sieht es ähnlich?

Die Mutter als existentielle Ernährungsquelle, nicht nur für das Bedürfnis Hunger nach Essen. Nein, auch Hunger nach Geborgenheit, Liebe, Zärtlichkeit, ein sich völliges fallen lassen in vertraute Arme.

Passiert dem eigenen Kindes etwas böses, dann wird die Mutter zur Löwin, verteidigt, beschützt und kämpft für das Kind. So sollte es sein. So sagt es die Logik oder unser Menschverständnis, unsere Erwartungshaltung. Wer? Wer, wenn nicht die Mutter, hilft in allen Lebenslagen?

Aber was ist, wenn die Mutter sich durch das "Ich stelle mich vor mein Kind" gegen die Familie stellen muss? Gegen ihre eigene Wahrheit, gegen das Gefühl der Liebe zum Partner? Was, wenn der Partner zum Monster mutiert. Zum Monster mutiert durch die Anschuldigung des Kindes? Kann ich ein Monster lieben? Im eigenen Selbstvertrauen zutiefst erschüttert, das Urvertrauen in sich selbst, siew Lüge strafen könnte! Der Zweifel sich in ihr Gewissen bohrt? Liebe ich ein Monster? Nein, niemals.

Und doch, in meinen schlimmsten Alpträumen, denke ich bei mir: "Alles ist gut, wenn du aufwachst läufst du zur Mami." Und ich erwache und merke, nein, diese Mutter gibt es nicht.

Ist das so unvorstellbar? Kann sich keiner vorstellen, dass die Mutter nicht immer der gute Verbündete ist. Einfach aus ihrerer eigenen Unzulänglichkeit der Wahrheit ins Gesicht zu blicken?

Nicht immer singt die Mutter:"Heile, heile Gänschen, ist bald wieder gut."

Antworten
MDayfluo;wer


Kann sich keiner vorstellen, dass die Mutter nicht immer der gute Verbündete ist.

Doch, absolut. Ein Teil der Mutterliebe ist Instinkt, der Rest ist Prägung.

Sowohl Instinkt wie Prägung können fehlen oder nur teilweise funktionieren. Dann benötigt die Mutter Hilfe um eine konstante und positive Bindung zum Kind herzustellen.

Nitzsche, der Philosoph, hat Mutterliebe übrigens als eine "niedere" Liebe bezeichnet...

S.chwarz#es Blxut


Ein Teil der Mutterliebe ist Instinkt, der Rest ist Prägung.

Das wäre zumindest eine Erklärung für den Umkehrschluss der bedingslosen Liebe des Kindes zur Mutter, trotz der verstandesmässig erfassten Erfahrung, dass die Mutter keine Löwin war.

SGchwartzues Blxut


Kann es nicht auch der Instinkt sein, der sie veranlasst die Familie mit Gewalt zu halten?

Mbayfl2ower


bedingslosen Liebe des Kindes zur Mutter

Die Liebe des Kindes zur Mutter (bzw. zur primären Bezugsperson) ist schlicht vom Ueberlebenswille geprägt. Menschenkinder kommen stark unterentwickelt zur Welt und sind für viele Jahre auf Schutz und Zuwendung angewiesen.

In Kulturen, wo Kinder in Sippen aufwachsen, ist die Bindung zur leiblichen Mutter oft sehr viel weniger ein Thema, weil die Kinder von der Sippe gemeinsam aufgezogen werden. Und sich die Kinder folglich auch der ganzen Sippe zugehörig fühlen.

Kann es nicht auch der Instinkt sein, der sie veranlasst die Familie mit Gewalt zu halten?

Ich denke, die meisten Frauen und Männer gehen das Projekt "Familie" sehr idealistisch an. Man hat seine Vorstellungen und Träume. Wenn man in der Realität diese Träume nicht erreichen kann oder an auftretenden Problemen scheitert, so führt dies zu Versagensgefühlen. Und zugeben, dass man versagt hat, fällt vielen Menschen sehr schwer. Das kann dazu führen, dass man lieber an einer ganz persönlichen Realität (wir/ich haben kein Problem/ich bin im Recht) festhält, als sich zu öffnen und etwas aktiv zu ändern.

Vielleicht ist es aber die Angst, dass die Familie auseinanderbrechen könnte und man am Ende alleine dasteht. Oder das familieninterne Geschichten an die Oeffentlichkeit gelangen und man sich vor allen schämen muss. Und so wird die ganze Energie darauf verwendet, dass System (so schlecht wie es ist) zu erhalten, Veränderungen zu vermeiden und vor allem zu Schweigen.

Ich denke aber, dass es hier nicht mehr um ein instinktmässiges Verhalten geht. Es sind eher unbewusste oder verdrängte Aengste, die am Wirken sind.

N'ov?embe[rmonnxd


Mutterliebe kann schrecklich erdrückend und unendlich egoistisch sein.

cxrowxl


Ein Zitat aus "Die Wolfsfrau", welches mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist:

"Die Frau, die ich als Mutter gebraucht hätte, wurde bereits lange vor meiner Geburt zum Schweigen gebracht."

Ich bin auch Tocher so einer "Mutter".

Einfach aus ihrerer eigenen Unzulänglichkeit der Wahrheit ins Gesicht zu blicken?

Ich denke, das triffts am ehesten. Wobei ich immer noch nicht sicher bin, ob Feigheit und Schwäche maßgeblich sind, oder ob einfach die Schutzfunktion der Psyche zu stark ist.

Außerdem gibt es viele Mütter, die selbst äußerst bedürftig sind und garnicht innerlich in der Lage sind, "die Große" zu sein, sondern ihre eigenen ungestillten Kindheitsbedürfnisse von ihren Kindern befriedigen lassen. Dann drehts die Rollen vollends um.

NXov4em9berm[ond


Außerdem gibt es viele Mütter, die selbst äußerst bedürftig sind und garnicht innerlich in der Lage sind, "die Große" zu sein, sondern ihre eigenen ungestillten Kindheitsbedürfnisse von ihren Kindern befriedigen lassen. Dann drehts die Rollen vollends um.

Eigentlich sollte der Vater stark sein ... ich halte das nicht für die Aufgabe der Mutter.

S]chwoarzes ,Bxlut


Mutterliebe kann schrecklich erdrückend und unendlich egoistisch sein.

Klar diese Seite gibt es auch. Mir geht es aber eher um die Frage: Warum denken/hoffen oder scheinen so viele zu glauben, die Mutter stützt das Kind in jeder Lebenslage?

Was tut ein Kind, wenn es fällt, sich das Knie aufschlägt. Die Logik sagt mir, es läuft zur Mutter und holt sich Trost.

coroxwl


Außerdem gibt es viele Mütter, die selbst äußerst bedürftig sind und garnicht innerlich in der Lage sind, "die Große" zu sein, sondern ihre eigenen ungestillten Kindheitsbedürfnisse von ihren Kindern befriedigen lassen. Dann drehts die Rollen vollends um.

Eigentlich sollte der Vater stark sein ... ich halte das nicht für die Aufgabe der Mutter.

":/

MTayf:lowxer


Was tut ein Kind, wenn es fällt, sich das Knie aufschlägt. Die Logik sagt mir, es läuft zur Mutter und holt sich Trost.

Es läuft zu seiner Bezugsperson. Das muss nicht zwingend die Mutter sein.

Man muss ausserdem die kulturellen Einflüsse berücksichtigen. Bei Südländern z.B. kümmern sich oft sowohl Männer wie Frauen um kleine, weinende Kinder. Bei uns wird Trösten und Versorgen meistens als rein weibliche Aufgabe angeschaut.

Achtet Euch doch mal bei Familienfesten darauf. Wenn jemand eine Kopfweh-Tablette oder ein Pflaster braucht, dann rennt meist eine Frau. Wenn sich jemand Sauce übers Hemd geschüttet hat- rennt eine Frau. Wenn bei einem Kindervelo die Kette rausgefallen ist, kümmert sich ein Mann darum. Wenn der Ball auf dem Dach gelandet ist, klettert ein Mann hoch, usw.usf.

M/ayfl~owxer


Eigentlich sollte der Vater stark sein ... ich halte das nicht für die Aufgabe der Mutter.

Meinst Du? Ich denke, dass sowohl Frauen wie Männer ihre spezifischen Stärken haben.

Das sieht man auch gut bei Tieren, die in sozialen Verbänden leben. Sowohl das männliche wie das weibliche Leittier ist das "Stärkste" seines Geschlechts. Stärke beinhaltet immer auch Erfahrung, Wissen, Können, Autorität, Fairness, etc.

S\chwarz|es 6Bluxt


Es läuft zu seiner Bezugsperson. Das muss nicht zwingend die Mutter sein.

So habe ich das noch garnicht betrachtet. Ich denke, da ist etwas dran.

Vielleicht ist es auch die eigene Erfahrung die mitspielt. Ich kam nur auf die Frage, weil oftmals den Mensch hier geraten wird, erzähl es deiner Mutter, die wird schon helfen. An den Gedanken, die Mutter hält lieber die Familie aufrecht und verleugnet somit das Problem des Kindes.

Sechwartzes% BlPuxt


Gibt es noch Meinungen?

Lselwiaxn


Schwarzes Blut

Die Mutter in der Wahrnehmung des Kindes ist ja nicht dieselbe, wie in ihrer eigenen Wahrnehmung oder der Wahrnehmung anderer.

Das Kind lernt die Mutter kennen aus der Position absoluter Abhaengigkeit heraus, deswegen ist es verstaendlich, wenn das Kind sie idealisiert und extrem hohe Erwartungen an sie stellt.

Die Natur hat der Mutter gewisse Instinkte mitgegeben, aber diese sind eigentlich nicht zuverlaessig - abgesehen davon, dass sowieso keine zwei Menschen von Natur aus dasselbe fuehlen, macht die Mutter ja auch Erfahrungen, die von der Natur nicht vorgesehen sind, die moeglicherweise alles durcheinanderbringen. Die Mutter hat eine gewisse Ausruestung, den Erwartungen gerecht zu werden (wenigstens im Wesentlichen, nicht absolut), aber sie kann diese Ausruestung verlieren, oder die Ausruestung kann verschuettet werden. Die Sicht des Kindes auf die Mutter ist immer von diesem total abhaengigen Anfang gepraegt - fuer das Kind kommt ja davor nichts. Fuer die Muitter kommt vieles davor, und daher ist die Sicht der Mutter auf das Kind von allen moeglichen Dingen gepraegt, auf die das Kind gar keinen Einfluss hat und von denen es oft nichts weiss.

Von daher, ja, ich kann mir gut vorstellen, dass die Mutter sich "enttaeuschend" verhalten kann - in verschiedenster Weise und aus den verschiedensten Gruenden, die fuer das Kind meist nicht einsichtig sind.

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