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Diagnose rückgängig machen

S'igu8txe hat die Diskussion gestartet


Geht das überhaupt im Bereich der Psychiatrie? Was müsste man dafür tun? Hat es jemand mal geschaft bzw hat Erfahrung mit sowas? Ich habe mehrere psychiaterische Diagnosen bekommen weil ich etwas körperliches hatte, es aber lange nicht diagnostiziert werden konnte. So hat man mir statt dessen Dysmorphophobie, Angststörung und Depression als Diagnosen verpasst. Die körperliche Diagnose steht jetzt auch fest aber die psychiatrischen Diagnosen haften nun wie eine Klette an mir. Das möchte ich nicht weil es schlicht und einfach nicht stimmt.

Weiss jemand wie ich da vorgehen soll?

Gruss + vielen Dank,

Siguté

Antworten
eHllip@se


Hm, ich kenn mich nicht wirklich damit aus. Wer hat denn die Diagnosen gestellt? Ein Gutachter im Krankenhaus oder ein "privater" Psychotherapeut? Sicherlich könntest du privat ein Gutachten erstellen lassen. Geht es dir darum Einträge in der Krankenakte "rückgängig" zu machen oder worum? Ist es sonst nicht möglich, dass der "köperliche" Befund in Form eines Arztberichts erklärt, dass die psychischen Diagnosen hinfällig sind? Sorry, ich hab da kein Spezialwissen, nur ein paar Ideen @:)

SNiguxte


Danke für deine Antwort, Ellipse! @:)

Die Diagnosen wurden mir im Krankenhaus gestellt. Ich war 2 Mal stationär auf der Psychiatrie weil keiner wusste was mit mir los ist und man einfach dann auf eine Angststörung getippt hat die einen körperlichen Ausdruck gefunden hat. Jetzt scheinen die Arztbriefe in jedem Computer eines Krankenhauses auf! Ich habe jetzt am 9. Juni einen Termin bei einem privaten Psychiater, meinst du das er da was tun kann? Oder ist es unmöglich und ich muss mit diesen Diagnosen leben? Ich habe gemerkt das Ärzte irrsinnig ungerne ihre Fehler zugeben und jetzt hiess es einige Male das ich zwar schon was körperliches habe aber die anderen Sachen habe ich bestimmt auch. :-/

Geht es dir darum Einträge in der Krankenakte "rückgängig" zu machen oder worum?

Genau! :)z

e0ll*ipse


Also ich bin eigentlich ziemlich sicher, dass es möglich sein muss, die Diagnose "rückgängig" zu machen. Allein in den Fällen, in denen so eine Fehldiagnose zb eine Verbeamtung erschwert, muss es ja möglich sein, so etwas aus der Krankenakte zu eliminieren, um demjenigen seine Chancengleichheit wiederzugeben.

Ein privater Psychiater müsste doch auch ein Gutachten über deinen psychischen Gesundheitszustand unter Berücksichtigung der körperlichen Diagnose erstellen können. So ähnlich wie das bei einem Angeklagten im Strafverfahren vorgenommen werden kann (tschuldige den Vergleich ;-D @:) )? Er muss dir doch dann auch psychische Gesundheit attestieren können. Wie lange sind denn die Fehldiagnosen her?

Hast du denn auch mal mit deiner Krankenkasse gesprochen? Es kann natürlich schwierig sein, den Untersuchungsvorgang an sich aus der Krankenakte herauszunehmen, weil es nun mal in der Vergangenheit passiert ist und ja auch berechnet wurde. Aber es müsste doch möglich sein, ein für dich positives Gutachten an die Spitze zu stellen. Vielleicht kannst du ja auch bei den Psychiatern, die dir die Diagnose gestellt haben, eine Korrektur erwirken. Wobei es da natürlich schwierig sein kann, wenn die ungern zugeben, dass sie Fehler gemacht haben.

Eine andere Frage ist natürlich auch, ob die Diagnose an sich falsch ist. Also, bestand die Angststörung tatsächlich nicht oder beruhte die Angststörung auf einer körperlichen Ursache?

Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der so etwas schon erlebt hat @:)

bfabhyfacZe28


Mir ist es vor ein paar Jahren so ergangen, ich hatte mit 26 Jahren einen Bandscheibenvorfall. Keiner der Ärzte wollte mich daraufhin untersuchen, weil ich ja noch so jung war und es deswegen kein BSV sein könnte. Vom Orthopäden zum Neurologen und von da zum Psychologen. Ich hatte einen sehr tollen Psychologen der schnell merkte das bei mir was körperlich nicht stimmt. Mit Hilfe von meiner HA kam ich dann stationär und es waren dann 2 BSV im HWS .

Allerdings hängt mir der Psychologen-Besuch auch immer noch nach, obwohl der Psychologe klar schrieb, das ich nicht psychisches habe.

Bei mir ist das Problem: ich bekomme keine private KV, da ich 1. BSV hatte und 2. einen Psychologen besucht habe, wenn mich überhaupt eine private KV nimmt dann nur zu einem enormen Betrag ( monatl. ab 700.-€) und ich kann mich in KEINER Krankentagegeldversicherung anmelden, habe schon so viele versucht, jede schreibt mir das ich in psychologischer Behandlung war ( egal ob gerechtfertigt oder nicht) und somit nicht aufgenommen werden kann. Hätte ich das damals gewußt hätte ich den Psychologen verweigert!!!

Ich möchte das nicht verallgemeinern, es gibt genügend Leute die zum Psychologen gehen und das auch gerechtfertigt, aber mir ging es wie Dir, man wird halt schnell abgestempelt wenn man nach 1 oder 2 Untersuchungen nicht sofort ein klares Krankheitsbild nachweisen kann!!

Mittlerweile ist es so bei mir, mit kämpfen habe ich erreicht das jetzt in meiner Krankenakte steht: therapie aus ärztl. Sicht abgebrochen, da keine psychologischen Krankheiten erkannt wurden ( oder so ähnlich)

Vll versuchst Du es mal mit deinem HA zusammen das rückgängig zu machen oder wendest dich an deine KV, sollte dies alles nichts bringen mal Ärztekammer anrufen ob die solche Fälle kennen und wie du dich verhalten kannst, bzw was du machen kannst.

Viel Glück!!

tMatuxa


@ Sigute

Es gibt ja keine echten zentralen Krankenakten...

D.h. wenn du das nächste Mal in dem KKH behandelt wirst, wo die unliebsamen Diagnosen geschrieben wurden, weise den Arzt auf die Falschdiagnosen hin und bitte ihn die Angaben zu löschen, weil du sie stigmatisierend oder nicht hilfreich oder... findest.

Wenn er sich weigert, dann fordere ihn auf, dir zu sagen, inwiefern du die Diagnosekriterien erfüllst.

Und diese Unsitte mit "Zustand nach..." ist auch nur zu rechtfertigen, wenn die Altdiagnose von Relevanz für die aktuelle Erkrankung ist.

s6ounxdso


Mir ist es vor ein paar Jahren so ergangen, ich hatte mit 26 Jahren einen Bandscheibenvorfall. Keiner der Ärzte wollte mich daraufhin untersuchen, weil ich ja noch so jung war und es deswegen kein BSV sein könnte. Vom Orthopäden zum Neurologen und von da zum Psychologen. Ich hatte einen sehr tollen Psychologen der schnell merkte das bei mir was körperlich nicht stimmt. Mit Hilfe von meiner HA kam ich dann stationär und es waren dann 2 BSV im HWS .

Mir erging es erst vor einigen Monaten auch so.

Im KH schickten die mir einen Psychiater, obwohl ich das abgelehnt hatte. Dieser war allerdings völlig unfähig.

Wieder zu Hause habe ich ein CT machen lassen und ich hatte einen Bandscheibenvorfall und mehrere Bandscheibenvorwölbungen der HWS.

Daraufhin schrieb ich einen Brief an das KH mit der Diagnose des Radiologen.

Ich bin übrigens nicht mehr so jung und deshalb denke ich, dass das nichts mit dem Alter zu tun hat. Eher damit, dass sie durch eine schnelle psychische Diagnose Kosten für weitere Untersuchungen einsparen.

Das dumme ist halt, dass eine psychische Diagnose niemals revidiert wird.

Da hilft nur eins, den Arzt wechseln und nicht mehr in dieses KH gehen.

a@guQnaxh


Eine Korrektur fehlerhafter psychiatrischer Diagnosen ist nicht nur wg einer "sauberen" Krankenakte von großer Bedeutung.

Was auch immer einem im Leben (hoffentlich nicht) passiert und man ist auf Versorgungsleistungen von Renten- + Unfallversicherungen, Versorgungsämter, Berufsgenossenschaften, private Versicherungen, etc. angewiesen, werden die sich immer mit der "bereits im Jahre .... diagnostizierten Vorerkrankung des Anspuchstrellers/Versicherten/Geschädigten..." herauswinden, um keine Leistung erbringen zu müssen.

Wir sind seit acht Jahren am Kämpfen (2. Instanz LSG) um eine Versorgung nach dem OEG einem hirngeschädigten Prügelopfer (Bayern) zugesprochen zu bekommen Bisheriges Hauptargument für die Verweigerung (Anerkennung Schädigungsfolgen): "...Diagnostizierte Vorerkrankung aus dem Jahre ... des Klägers. D.h. "...der hoat ja "scho imma a Mackn ghoabt", die brutale Gewalttat ist ohne Folgen..., mir zoahln nix.."

Nach menschenunwürdiger Odyssee durch Gerichte, Kliniken, Gutachter, Ärzte ist erst jetzt per gerichtlich bestelltem Gutachter (Gott sei Dank, weit weg von BY) das Gegenteil festgestellt worden - dem Kläger wird wohl irgendwann vom Gericht (nach 9 Jahren) die längst fällige Rente zugesprochen werden.

Also, nur zu, sieh zu, daß Du das korrigiert bekommst. Man weiß nie, wofür das mal wichtig sein könnte!

Unterstützung könntest Du bei Deiner KK (MDK) bekommen, ein anderer Arzt wird das Dir nicht schriftlich geben! Ein Gutachter wäre zu teuer, es sei denn, Du forderst bei den seinerzeitigen Diagnostikern eine Abänderung /Korrektur der Fehldiagnosen ein. Weigern die sich, kannst Du das notfalls bei Gericht einklagen (sofern Du 100%ig sicher bist, daß die Mist bescheinigt haben). Im Falle des Unterliegens hat die Gegenseit alle Verfahrenskosten; auch Gutachten, zu tragen. Du aber dann eine "saubere" Krankenakte.

Hast Du denn Deine kompletten (auführlichen, nicht die Kurzform) Befundberichte der Psychiatrie? Die werden ja an alle anderen Ärzte weitergereicht. Diese wiederum übernehmen die meist kritiklos und ohne weiter zu hinterfragen... Es sei denn VOR den Diagnosen, bzw. Diagnoseschlüsseln nach ICD-10 F als auch im Befundberichtstext steht unzweifelhaft: V.a. oder Verdacht auf und weiter: "...könnte noch im Rahmen der Abklärung gesichert ... abgeklärt... bestätigt ... ausgeräumt werden.." o.Ä.

Da muß man schon genau hinschauen, um diese rechtlich meist gut abgesicherte Formulierung so zu lesen, wie sie auch gemeint ist. Dann wäre das bei Dir eben "nur" ne Verdachtsdiagnose gewesen und es könnte einem neuen Doc leichter fallen (!) eine eigene, nunmehr abgesicherte Diagnose zu stellen , mit dem Hinweis, daß sich der damalige Verdacht auf .... nicht bestätigt hat, sondern vielmehr dies und deswegen dies und das tatsächlich ist

Unser Beispiel:

Cerebrale Verletzungen im CT nicht nachweisbar.

Heißt im Klartext: Wir ham zwar geschaut (kein Befunderhebungsmagel) aber da war nix zu sehen.

Heißt auf jeden Fall NICHT: Keine cerebrale Schädigung (die im übrigen erst 3 Jahre später nachgewiesen wurde!)

Du siehst, wenn Dir das wirklich wichtig ist, kommt da ne ganze Menge zusammen, vor dem Du Dich rein vorsorglich schützen solltest!

Sorry für die "Panikmache" aber ICH hätte SOWAS vorher nie im Leben für möglich gehalten!

S-igut8e


Danke euch für die zahlreichen Antworten.

Babyface28 und soundso, es tut mir sehr leid was euch passiert ist!

@ agunah

Hast Du denn Deine kompletten (auführlichen, nicht die Kurzform) Befundberichte der Psychiatrie?

Ja, ich habe diese Berichte und sie sind auch in den Kliniken wo ich war abgespeichert. Die Diagnosen sind: Generalisierte Angststörung, mittelgradige Depression und Dysmorphophobie.

Sorry für die "Panikmache" aber ICH hätte SOWAS vorher nie im Leben für möglich gehalten!

Hm, hört sich an das ich eine Odysee vor mir habe.

Das blöde ist, der letzte Therapieaufenthalt war auf einer Psychiatrie in einer Therapiewerkstätte wo man nach langjähriger Krankheit ins Berufsleben integriert werden sollte. Und dort habe ich auch die meisten Diagnosen verpasst bekommen! :°(

M1oll1ieynchxen


So hat man mir statt dessen Dysmorphophobie, Angststörung und Depression als Diagnosen verpasst. Die körperliche Diagnose steht jetzt auch fest aber die psychiatrischen Diagnosen haften nun wie eine Klette an mir. Das möchte ich nicht weil es schlicht und einfach nicht stimmt.

Sicher?

War das hier...

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/521458/]]

… denn tatsächlich ein Irrtum?

SoigutHe


@ Mollienchen

Ja, mehr oder weniger ein Irrtum. Ich bin nachher einfach draufgekommen das es völlig normal ist das man sich manchmal nicht schön findet und das es nicht das wichtigste ist. Ich gehe gerne auf die Strasse, schminke mich gern und finde mich auch manchmal sehr hübsch. Die Ärzte hingegen haben mir eingeredet das ich wirklich krank bin, Fixierungen, Zwänge und Ängste habe. Irgendwann habe ich das wohl wirklich geglaubt.

Siguté

MlolliSennFchexn


Hm. Aber das in Deinem anderen Thread (sorry, wenn ich darauf rumreite) klang schon echt krass. Ich habe mein Aussehen als Teenager auch gehasst, aber Zusammenbrüche und Heulanfälle hatte ich deswegen nie.

Aber Du weißt ja im Zweifel am besten, was mit Dir los ist. :-)

Zu Deiner Frage in diesem Thread kann ich Dir allerdings leider keine Tipps geben... :-(

@:)

Sgigutxe


Nun ja, als ich das geschrieben habe hatte ich wirklich einen schlimmen Tag. Es ist ja auch so das ich durch die körperliche Krankheit 3 Jahre lang nur rumgelegen bin, nichts gegessen habe und man hat sich dann extrem negativ über mein Äusseres geäussert. Das hat mich sehr verletzt und ich dachte das ich wirklich nicht mehr gut aussehe. Jetzt wo ich wieder gesünder werde, gefalle ich mir viel besser und habe viel mehr Selbstvertrauen. Ich finde nicht das ich diese Dysmorphophobie habe, würde jetzt so wie ich im Leben stehe mein Aussehen nicht tauschen wollen. Es liegt aber daran auch das ich von 43 kg wieder auf 55 kg zugenommen habe, mich wieder schminke und herrichte, das hat echt geholfen!

Siguté @:)

MFolliesncxhen


Das freut mich echt für Dich! *:) @:) :)_

Kaleixo


Sigute

Die körperliche Diagnose steht jetzt auch fest aber die psychiatrischen Diagnosen haften nun wie eine Klette an mir. Das möchte ich nicht weil es schlicht und einfach nicht stimmt.

Was bedeutet, dass es nicht stimmt? Hast Du eine/mehrere zusätzliche Diagnose/n von einer anderen Psychiatrie?

Das blöde ist, der letzte Therapieaufenthalt war auf einer Psychiatrie in einer Therapiewerkstätte wo man nach langjähriger Krankheit ins Berufsleben integriert werden sollte. Und dort habe ich auch die meisten Diagnosen verpasst bekommen!

Wieso klebt die an Dir, wenn Du der Meinung bist, dass Du sie überwunden hast bzw. die Diagnose gar nicht zugetroffen hat?

Weiss jemand wie ich da vorgehen soll?

Diese Diagnose würde ja nur dann geändert werden, wenn die Person, die diese Diagnose gestellt hat, zum heutigen Zeitpunkt zu einer anderen Diagnose kommen würde. Das bedeutet aber auch nicht, dass sie unbedingt zum Schluss kommt, dass die andere Diagnose falsch war.

Wenn es jetzt nicht mehr zutrifft, dann müsste man dort ja jetzt zu einer anderen Diagnose kommen, oder?

Ich finde nicht das ich diese Dysmorphophobie habe, würde jetzt so wie ich im Leben stehe mein Aussehen nicht tauschen wollen.

Hast Du es zum Zeitpunkt der Diagnose auch so gesehen oder warst Du zum Zeitpunkt der Diagnose der Meinung, dass Du eine verzerrte Selbstwahrnehmung hast?

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