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Und dann war da auf einmal eine neue Frau

A$bbyli/c]ioxus hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

Ich habe ein kleines, bis mittelschweres Problem. Und zwar habe vor 4 Jahren meine Mutter verloren und eine sehr schwere Zeit durchgemacht Zuhause. Ich war damals 17 und musste von einem Tag auf den Anderen alles allein regeln. Ich war vorher ein sehr, sehr behütetes Einzelkind gewesen, vollkommen auf meine Mutter fixiert und wäre es nicht schlimm genug gewesen, dass mir ihr Tod den Boden unter den Füßen weggerissen hätte, war mein Vater in der Zeit auch absolut keine Hilfe. Die ersten Monate waren die Hölle. Ich hatte niemanden der für mich da war, musste meinen Vater ins Bett bringen, wecken, zur arbeit schicken, den Haushalt machen, Rechnungen bezahlen, mich um meine Oma kümmern, die damit auch nicht klar kam und ganz nebenbei noch Abitur machen. Ich hatte gar keine Zeit um zu trauern und einen Vater zuhause, der mir täglich mit Selbstmord drohte und mir vorhielt, dass ich alleine für ihn kein Grund zu leben wäre. Damals ging schon sehr viel in unserer Beziehung kaputt, ich verlor jegliches Vertrauen in ihn und zog mich immer mehr zurück.

Ca. nach einem Jahr kam bei mir der absolute Zusammenbruch, ich bekam Panikattacken, Neurosen, ging nicht mehr vor die Türe und ritzte – mein Vater sagte einfach nichts. Auch da fühlte ich mich wieder alleine gelassen aber nahm es so hin. Nun, vier Jahre später, habe ich mich wieder alleine auf die Füße gekämpft, studiere, komme gut zurecht – wäre da nicht der neue Höhenflug meines Vaters. Anfang Januar fand er seine erste Freundin nach dem Tod meiner Mutter. Ich persönlich hatte damit von Anfang an ein Problem, weil ich einfach keine neue Frau an der Seite meines Vaters ertragen konnte. Ich sah zwar rational ein, dass er jemanden braucht, aber ich persönlich wollte damit nix zu tun haben. Schwer war in der Zeit, dass mein Vater nur noch für die Frau lebte. Er ließ mich Tage lang alleine, ohne sich zu melden ( im tiefsten Winter blieb er Tage weg, ohne eine Nachricht, ich war krank vor Sorge weil ich dachte, der wär vor nen Baum gefahren bei dem Schnee ) und teilte mir nur mit, er wäre mir keine Rechenschaft schuldig.

Unzählige Gespräche später sah er ein, dass er mich mit der Sache überforderte und gelobte Besserung. Die Frau verschwand schnell wieder, seine guten Vorsätze hielten allerdings nur so lange, bis er die nächste hatte. Die wohnt jetzt halb hier. Mein Vater brachte sie am Muttertagswochenende mit und meinte : hier meine neue Freundin, die bleibt jetzt das WE. Ich war total gefrustet, weil ich mich einfach überrollt fühlte davon. Unsere Wohnung ist klein, ich laufe der also ständig über den Weg wenn sie da ist, vor allem ist es furchtbar, die Beiden auf der Couch rummachen zu sehen, wenn ich in die Küche möchte. Ich habe versucht, mit meinem Vater darüber zu sprechen, dass mich das belastet, aber er macht total dicht. Er meint, wenn er so lebt, wie ich das will, kann er sich gleich erschießen. Dabei wünsche ich mir doch einfach nur etwas mehr Rücksichtsnahme, ich bin nämlich noch nich so weit, mit einer fremden Frau zusammen zu leben. Ich merke, wie ich in letzter Zeit wieder immer mehr Rückschritte mache. Ich bin depressiv, flüchte von Zuhause, denke sogar wieder ans Ritzen. Es ist, als würde mein Vater unbewusst all meine Fortschritte wieder zunichte machen und ich weiß nicht, wie ich mit der neuen Situation umgehen soll. Mein Vater redet sogar schon von Zusammenziehen mit ihr, falls sie den Job in Berlin bekommt. Dann ständ ich auf der Straße, aber er meint, er muss jetzt mal sein eigenes Leben führen. Ich fühl mich einfach furchtbar allein gelassen und verarscht. Als meine Mutter noch lebte, war er so anders! Da war ich seine Prinzessin und nun ist alles wichtiger und er hört mir nie zu :(

Hat vielleicht jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann mir Tipps geben, wie ich mit der Situation umgehen kann? Ich möchte mich nicht noch mehr von meinem Papa entfernen :( ich hab ja nur ihn, aber die Situation hier halte ich auch nicht aus…

Danke fürs Lese, es wurde etwas länger xD

Antworten
A9bbyliBcioxus


niemand :( ?

j,unipxer


oh man...

ich habe leider keine richtigen tipps.

als meine mutter ausgezogen ist, hatte ich ein gespräch mit meinem vater, da meinte er, es wäre ja auch meine schuld, weil ich zu wenig im haushalt helfen würde. da war für mich klar, dass ich über dieses thema mit meinem vater nicht reden kann, weil er einfach selbst auch überfordert ist. ich bin ein stück erwachsener geworden und habe meinen vater als menschen erlebt, nicht als leuchtende vaterfigur. einfach war das nicht immer.

nun war meine situation viel weniger schlimm und aufdringlich als deine.

ich weiß nicht, was ich dir raten kann. ich denke ausziehen wäre tatsächlich eine lösung, selbstständig sein. dein vater ist im moment mit seinem eigenen leben so beschäftigt, ich weiß nicht, ob es euerer beziehung gut tut, wenn du das immer miterlebst und dich übergangen fühlst.

vielleicht tut euch der abstand tatsächlich gut. ? :)*

AtbbyliTcioxus


Hallo Juniper, Danke für deine Antwort :) !

Ich denke auch, dass es mir besser tun würde, wenn ich ausziehe, das Problem ist dabei leider nur die Ausführung, denn als Studentin hab ich eigentlich gar kein Geld, Bafög bekomme ich keins und verdienen tu ich gerade mal 180 im Monat. Ich werd mich in den nächsten Tagen mal informieren, welche Möglichkeiten ich habe, um den Auszug zu realisieren.

Das Problem ist halt, dass er scheinbar auch merkt, dass er Scheiße baut, denn wenn wir alleine sind, ist er furchtbar nett, total ungewohnt. Mich macht das aber noch wütender, weil ich mir denke, wenn er es merkt, warum tut er es dann trotzdem?! An manchen Tagen bin ich mit meinem Latein am Ende. Was mir besonders fehlt, ist jemand, mit dem ich da richtig drüber reden kann. Meine Familie mütterlicherseits will mit meinem Vater nichts mehr zu tun haben, seit er die erste neue Freundin hatte und mich einfach ständig ohne Bescheid zu sagen Tage allein ließ. Ich will ihn aber auch nicht schlecht machen bei denen, weshalb ich mittlerweile, wenn die fragen, nur noch sage "Jaja, alles okay Zuhause". Besonders meine Oma regt sich immer fürchterlich über ihn auf "Wenn die Mama wüsste, was der mit dir macht" -.- das will ich auch nicht. Väterlicheseits hab ich nur ne Oma, die ich nicht leiden kann und meine Freunde sind halt auch nich erfahrener als ich und können mir nicht viel raten.

sry ich schreib immer viel zu viel :-X v :)*

SVamHlZema


Du könntest Bafög auf Vorausleistung beantragen. Wenn du ausziehst und er dir keinen Unterhalt zahlen will, kannst du das beantragen. So, wie dein Vater sich daheim verhält, ist es kein Problem, eine tiefgreifende Entfremdung darzustellen, die dafür benötigt wird. Du bekommst dann den ganzen Satz (knapp 600€), das Kindergeld steht dir auch zu.

S.a;mlxema


Auf [[www.bafoeg-rechner.de]] kannst du dich infromieren, da findest du eine Menge zu Unterhalt und so.

Wie weit hast du es denn zur Uni?

jduZniqpexr


sry ich schreib immer viel zu viel

:-D nicht so schlimm.

ich konnte damals auch nicht gleich ausziehen, das ging erst als ich genug geld hatte. ich war anfang zwanzig. ich denke nicht, dass deinem vater bewusst ist, wie du dich fühlst. nicht wirklich. aber das ist nicht die sorte bewusstsein, die man durch erklärungen verbessern kann.

deshalb ändert es auch nichts.

ich denke auch nicht, dass er es mit absicht macht, es klingt nicht danach, mehr nach ohnmacht und dem versuch mit sich selbst neu klar zu kommen.

keinen zu haben mit dem man darüber reden macht dinge immer schwierig. die familie deiner mutter will nichts mit deinem vater zu tun haben, weil er dich mal alleine gelassen hat? und wem genau ist damit geholfen? das ist doch komplett unsinnig. sowas braucht kein mensch. die familie macht es damit für dich kein stück einfacher. vorwürfe helfen keinem. oder sie zahlen die einen zuschuss für den auszug.

gibt es die möglichkeit, dass deine vater dir mit der miete hilft, damit du ausziehen kannst? oder steht das überhaupt nicht zu debatte? es würde euren kontakt einfacher machen. ihr hättet beide mehr freiraum, privatsphäre, du würdest nicht ständig mit seinen frauen konfrontiert und ihr könntet entspannter mit einander umgehen.

als ich damals ausgezogen bin, ist das verhältnis zu meinem vater viel besser geworden. der abstand hat uns gut getan. man sieht einfach nicht ständig die dinge, die einen nerven und das belastet die beziehung nicht mehr so.

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