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Peter Pan Syndrom

A)zrxael hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich vermute, ein paar von euch kennen das "Peter Pan Syndrom" (wenn nicht, siehe Wikipedia) oder haben eine gewisse Vorstellung, was damit gemeint ist – Menschen, die nicht älter werden wollen und irgendwie immer Kinder bleiben. Betroffen davon sind vorwiegend Männer, die eine gestörte Vater-Sohn-Beziehung haben.

Kurz zu meiner Vater-Sohn-Beziehung:

Mein Vater war ein sehr strenger, ernster und destruktiver Mann, der mich als Kind jeden Tag geschlagen, getreten und beschimpft hat. Ich wurde ständig mit Erniedrigungen klein gemacht, z.B. Du bist als Sohn missraten, du bist ein Trottel, du bist ein Blödmann, usw. Ich hatte viel Angst vor meinem Vater und habe auch heute Probleme bzw. Angst bei "Vater-Figuren" (ältere Männer, die Autorität ausstrahlen). Das macht mir im Berufsleben fast täglich zu schaffen.

Als ich heute über das Peter Pan-Syndrom gelesen habe, konnte ich mich zu 90% in den darüber beschrieben Ursachen und Symptomen wiederfinden. Auch ich träume viel, schiebe Verantwortung von mir weg, habe keine Freunde, bin unsicher, flüchte oft in virtuelle Welten (z.B. Computerspiele, wo ich stark sein kann), habe viel Angst und sehr wenig Selbstvertrauen. Wenn ich einen Wunsch hätte, der meine Kindheit betreffen würde, so wäre das ein Vater, der mich geliebt und bestärkt hätte. Meine Frau macht mir diese "Eigenschaften" immer wieder zum Vorwurf, weil sie unsere Beziehung belasten. Noch dazu habe ich Kinder, für die ich ein Vorbild sein möchte. Aber ich fühle mich "schwach" und zweifle jeden Tag daran, ob ich ein guter Vater bin. Das einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass ich meinen Kindern viel Liebe gebe, sie jeden Tag bestärke, ihnen sage, dass ich sie liebe und stolz auf sie bin. Ich weiß aber nicht, ob das genug ist.

Ich würde dieses Problem gerne aufarbeiten, irgendwie über meine Kindheit hinweg kommen und gerne der starke Mann sein, der ich vermutlich sein könnte. Habt ihr einen Rat für mich? Gibt es irgendwelche Methoden, die ich autodidaktisch anwenden kann?

Liebe Grüße!

Antworten
WnalOlaxbee


Huhu @:)

Also ich habe bisher noch nie etwas davon gehört – nach dem Wikipedia-Artikel trifft es wohl auch auf mich nicht zu, aber aufgrund eigener Gewalterfahrungen in meiner Kindheit (meistens eher psychisch), kann ich gut verstehen, dass man sich in eigene Welten/Träumen/Geschichten usw. flüchtet.

Ich kann deine Zweifel sehr gut verstehen – ich möchte aus diesem Grund keine Kinder haben. Ich denke, dass ich ihnen keine gute Mutter sein könnte. Bist du denn in Therapie?

Ich finde es immer einen guten Ansatz, in seiner "Irrheit" auch was positives zu sehen :-) ich glaube, dass z.B. die Kreativen dieser Welt immer irgendwelche "Geschädigten" waren/sind: Maler, Musiker, Filmemacher – die flüchten ja alle irgendwie und kanalisieren das ganze (und verdienen im Idealfall ihr Geld damit ;-) )

Ich zumindest habe immer Geschichten geschrieben und gemalt (bis mich mein Perfektionismus nicht mehr gelassen hat)...

Mir hilft es auch immer mal wieder, wenn ich ir vor Augen führe, dass ich soooo krank gar nicht sein kann, so mal objektiv gesehen – immerhin hab ichs ja auch irgendwie bis hierhin geschafft ;-)

Und du? Du hat eine Frau, Kinder und eine Menge Selbstreflektion – und das ist schon mal ne ganze Menge :-)

Mhm.. und autodidaktisch – ich weiß nicht ob es Bücher zu diesem Thema gibt – mir hilft so viel lesen wie möglich (bei meiner Phobie z.B.). Wenn es keine/wenig gibt, dann schreib selber eins. Ich würds lesen :)D

Wral^lPabee


Achja...

Darf ich fragen wie alt du bist? |-o

Mhm. Wenn du wirklich deine komplette Kindheit aufarbeiten willst (das ist ja schon mal ein Riesenschritt – ich hab schon mal eineinhalb Verhaltenstherapien gemacht und vor dem Aufarbeiten drück ich mich immer noch) – wieso willst du das autodidaktisch machen – einfacher ist es eventuell mit Therapeutenhilfe...

k=yliIe_cNhrisxtina


Das einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass ich meinen Kindern viel Liebe gebe, sie jeden Tag bestärke, ihnen sage, dass ich sie liebe und stolz auf sie bin. Ich weiß aber nicht, ob das genug ist.

Na, da hast du dir deine Antwort doch schon selbst gegeben. Ich denke du bist ein toller Vater. Jedenfalls hätte ich mir so einen gewünscht.

W2awlElabexe


Das hätt ich ja fast vergessen – ein besseres Vorbild kannst du doch gar nicht sein? :)*

MYauric#eBxLN


Am besten du machst eine Therapie. Denn ich glaube kaum, dass man das alleine alles bewältigen kann, zumal eine andere Meinung und eine andere Sichtweise auf bestimmte Dinge da sehr hilfreich sein können. Und das kann eben nur eine neutrale, außenstehende Person wie ein/e Therapeut/in.

A`zr:a'exl


Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Beiträge. Auch ich habe eine kreative Ader, habe mir selbst bisher aber zu wenig zugetraut, um zu versuchen, diese zu Geld zu machen (ich komponiere Musik, schreibe Gedichte, Geschichten und laufend Liebesbriefe an meine Frau). Zumindest meine Familie hat eine Freude damit (meine Kinder lieben es, wenn ich Klavier spiele) und meine Frau freut sich über jeden Brief oder jedes Gedicht, das sie bekommt. Meine Eltern haben das leider nie gefördert. Mein Vater fand Geschichten und Gedichte immer albern, hatte selbst keine Phantasie.

Ich denke schon lange darüber nach, ein Buch mit lustigen Kindergeschichten zu schreiben, konnte mich aber nicht hinreichend dazu motivieren (auch ein Symptom des PP-Syndroms, Dinge ständig vor sich her zu schieben und natürlich die damit verbundene Angst, mit einem Buch auf Ablehnung zu stoßen).

Aber ich möchte das alles gerne ändern. Ich hab bloß eine Abneigung gegen Psychotherapien, weil ich kein Fan von Ärzten bin und mir blöd vorkommen würde, wenn ich auf einer Couch liege und jemanden dafür bezahle, mir zuzuhören. Darum auch meine Frage, ob ich dieses Problem autodidaktisch bzw. eigenständig lösen kann und welche Schritte dafür erforderlich sind.

Vielleicht hat jemand von euch Erfahrung bei ähnlichen Problemen und deren Bewältigung?

Liebe Grüße!

Azrael

P.S.@Wallabee: ich bin 30 Jahre alt.

W}al=labexe


Na, das ist jßa schonmal ne ganze Menge was da beim verarbeiten helfen kann :-)

Es ist toll, was da so alles in dir steckt – also raus damit!

Zur Psychotherapie – also ich hab auch nen Hals auf Ärzte und meide die wo's geht ;-)

Aber das ist wwas gaaaanz anderes.. Und es ist da auch nicht unbedingt so, wie man das ausm Film kennt (also gibts vielleicht auch, ja...) – man liegt da nicht unbedingt auf der Couch, man muss denjenigen noralerweise nicht bezahlen und – naja, der ist auch nicht nur mit zuhören beschäftigt. Im Idealfall arbeitet der Therapeut mit dir (wie das hängt auchn bissel von der Therapieform und dem Typen ab)...

Also aufschwatzen soll dir hier natürlich niemand was – aber vielleicht solltest du die Sache nicht unbedingt von vorneherein so ablehnen und dir die Möglichkeit einfach offen halten (haste ja eh)...

Wenn du es also autodidaktisch angehen willst – also ich an deiner Stelle würde erst einmal Ziele für mich formulieren. Am besten so konkret wie möglich. Wenn du magst, schreib sie hier herein :-) WEnn du magst, kannst du auch mal erzählen, wo genau du im Alltag die Schwierigkeiten hast. Du hast gesagt, die Probleme, die du hast belasten deine Beziehung und deinen Job – wo genau eckst du denn da an? Was sind das für Situationen und wie belastend ist das alles für dich?

Puh – Fragen über Fragen *g* Antworte natürlich nur worauf du willst :)*

Grüßle

H.aXserxl


Wie heisst dieses Verhaltensmuster bei einer Frau? Ich glaube ich habe das auch...

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