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Depression (?), Krise und Beziehung

D:ie AnLon3yxme hat die Diskussion gestartet


Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll...ich schreib einfach mal, bei Unklarheiten könnt ihr gerne nachfragen...

Ich bin seit über 3,5 Jahren mit meinem Freund zusammen und ging eigentlich davon aus, dass wir glücklich waren. Klar gab es auch mal Probleme, aber so gut wie nie wirklich ernsthafte...Streit sowieso kaum. Seit April führen wir mehr oder weniger eine Wochenendbeziehung. In letzter Zeit hatte ich aber eigentlich eher das Gefühl, dass es bergauf geht, wir haben davon geredet, zusammenzuziehen, sobald es geht usw.

Seit Mittwoch letzter Woche ist mein Freund jedoch total komisch. Es fing damit an, dass er meinte, er sei so lustlos, wisse aber auch nicht, warum. Das war schonmal das erste Ungewöhnliche...dass mein Freund von alleine sein Befinden thematisiert, normalerweise redet er nur über Gefühle, wenn man ihn 10 mal fragt ":/ Die kommenden Tage wurde es immer schlimmer. Bis es am Sonntag zum Höhepunkt (oder eher Tiefpunkt) kam: für mich völlig unerwartet stellte er plötzlich auch die Beziehung in Frage :°( er wisse nicht mehr, ob das das Richtige sei, er habe Angst davor, dass es jetzt "ernst" würde usw. sowas hab ich noch NIE auch nur ansatzweise von ihm gehört...zur Relativierung: er stellt momentan ALLES in Frage...sein Studium, seinen Job usw. er sagt auch, dass es nichts mit mir zu tun habe, er würde es selbst nicht verstehen, er könne nicht mehr klar denken und würde nur noch Leere und Angst fühlen :°( für mich klingt das alles sehr nach Depressionen...oder was meint ihr? Zumindest nach einer depressiven Verstimmung...keine Ahnung...normal ist das ja jedenfalls nicht...

Nun ist es so, dass sein Leben gerade ziemlich im Umbruch ist...er wird 30, sein Studium geht dem Ende zu, er weiß nicht, was danach kommt, er wird in absehbarer Zeit umziehen müssen, kann dann nicht weiter in "seiner" Kneipe arbeiten usw. und das scheint ihn wohl zu belasten (hat er zunächst so gesagt, dass es von allem etwas sei). Jetzt scheint er das aber alles auf die Beziehung zu projizieren :°( meint, er will alleine sein und ihm fehlen die Gefühle für die Fortsetzung der Beziehung (erst hieß es aber, dass er GENERELL nichts fühlt außer Leere, das ist doch wohl ein Unterschied). Sagt aber dennoch immer wieder, dass es nichts mit mir zu tun hat und dass er Angst hat, mich zu verlieren usw. ich werd daraus nicht mehr schlau, zumal ich inzwischen selbst total am Ende bin und nicht mehr klar denken kann :°( Mein ganzes Leben scheint völlig unerwartet in Scherben vor mir zu liegen und ich hab nichtmal die leiseste Ahnung, WARUM!? Es war doch überhaupt nichts zwischen uns...es war doch alles in Ordnung...ich versteh es einfach nicht... :°( Bisher hat er die Trennung noch nicht wirklich ausgesprochen, wollte eine Pause, um wieder klar im Kopf zu werden...ich hab immer noch Hoffnung, dass er sich wieder einkriegt...dass er merkt, dass NICHT die Beziehung das Hauptproblem ist...aber meine Stimmung wechselt minütlich von Hoffnung zu abgrundtiefer Verzweiflung...ich kann einfach nicht mehr...

Antworten
FUentxa


Ach, meine Liebe, lass dich mal in den Arm nehmen! :°_

Es kann gut sein, dass er eine depressive Verstimmung hat. Gerade gegen Ende des Studiums ist das nichts Seltenes... ich hab das ja selbst erlebt und eigentlich steck ich immer noch drinnen.

Wie seid ihr denn nun verblieben? Hast du ihn deutlich auf deine Depressionsvermutung hingewiesen? Ihn irgendwie angestupst? Seht ihr euch am WE wieder? Wenn nicht, würde ich ihm vielleicht einen Brief schreiben. Vielleicht ohne explizit die Beziehung zu thematisieren, sondern ihm eher Hilfe anzubieten. Ich kann mir vorstellen, dass er mit den Veränderungen überfordert wird. Es gibt doch psychologische Beratung für Studenten von der Uni aus... vielleicht schlägst du ihm ja vor, da mal vorbeizuschauen. Depression hin oder her, aber ich denke, er bräuchte jemand Unparteiischen zum Reden.

Deie An$onymxe


danke, ich hab gehofft, dass du schreibst, als ich dich online gesehen hab

Ja, ich hab ihm das mit den Depressionen gesagt...also dass es für mich nach irgendwas in die Richtung klingt...ich hab ihn sogar soweit gebracht, bei einer Beratungsstelle anzurufen...die haben ihn jetzt wohl auf eine Warteliste gesetzt, aber keine Ahnung, wie lange das dauert :-( geredet hat er bisher mit dem Onkel eines früheren Freundes, der wohl auch mal irgendwelche Beratungstermine gemacht hat...(keine Ahnung, was er damit meint)...aus meiner Sicht hat das das Ganze aber nur verschlimmert...denn auf einmal liegt der Fokus ganz auf der Beziehung und er hat ihm eingeredet, dass Depressionen ja gar nicht sein könnten, weil sich das ja oft über Jahre entwickelt und weil man dafür ja eine schwache Persönlichkeit haben müsse (so ein absoluter Schwachsinn)...aber er sei ja kein Experte (ja, OFFENSICHTLICH nicht). Ich hab ihm vorgeschlagen, mal bei der Notfallambulanz vorbeizuschauen, wenn es ihm so schlecht geht. Die beschreiben sich selbst als "erste Anlaufstelle für alle ratsuchenden Patientinnen und Patienten mit psychischen Problemen oder Krisen sowie deren Angehörige. " und man muss dort eben nicht erst ewig auf nen Termin warten...das hält er aber nicht für notwendig...

Gesehen haben wir uns seither gar nicht..ich hab ihm gestern ne lange Email geschrieben, in der ich eigentlich genau das gemacht habe, was du gesagt hast...ihm Hilfe angeboten...ihm auch gesagt, dass er sich um die Beziehung mal erst keine Sorgen machen soll, dass er mich auch nicht verlieren wird, wenn er jetzt noch Wochen oder Monate "komisch" ist und auch nicht, wenn er eine Pause braucht...

aber dann kam eben das mit dem, dass er alleine sein will... :°( also das hatte er vorher ja auch schonmal gesagt, aber es klingt eben keineswegs nach "ich will Single sein und die Sau rauslassen", sondern er sagt selbst, dass ihm das Alleinsein unheimlich wehtut und dass er diesen Arschtritt aber vielleicht braucht, um aus der Depri-Situation rauszukommen...also quasi Selbstbestrafung? ???

Für mich sieht es allerdings so aus, dass er jetzt denkt, den Grund gefunden zu haben (die Beziehung und dass er eigentlich lieber alleine wäre) und sich daran klammert (weil das das einzige ist, was er im Moment ändern kann?) und dabei alles andere verdrängt, was ihn belastet... :°(

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll...ich hab vorgestern lange mit einem befreundeten Pärchen geredet, die vor einiger Zeit so ziemlich das gleiche durchhatten...mit totaler Krise, vorübergehender Trennung, Antidepressiva usw. ...DIE haben die Kurve gekriegt...ich hoffe so sehr, dass wir es auch schaffen :°(

FKe@ntxa


Das mit der Warteliste ist blöd... aber ich denke, es gibt auch noch Beratungsstellen, wo man zumindest mal ein Erstgespräch machen kann, und wo man dann weitervermittelt wird, ohne monatelang warten zu müssen.

aber dann kam eben das mit dem, dass er alleine sein will... :°( also das hatte er vorher ja auch schonmal gesagt, aber es klingt eben keineswegs nach "ich will Single sein und die Sau rauslassen", sondern er sagt selbst, dass ihm das Alleinsein unheimlich wehtut und dass er diesen Arschtritt aber vielleicht braucht, um aus der Depri-Situation rauszukommen...also quasi Selbstbestrafung?

Kann ich irgendwo verstehen. Ich bin ja mit meiner Arbeit nicht aus dem Quark gekommen und dachte auch, dass ich einen mächtigen Arschtritt bräuchte... nur woher, wusste ich halt nicht. Dann hab ich mich aufgerafft und zumindest die halbe Arbeit fertiggestellt, und jetzt lässt mich meine Betreuerin im Stich... damit hat's mich gleich mal wieder niedergeworfen und meine Motivation ist total beim Teufel...

Ich glaube, er sucht irgendwo nach dem Arschtritt, der ihn wieder auf die Beine bringt... und klar, das Ende einer Beziehung wühlt einen normalerweise so auf, dass man Dinge in Bewegung setzt, die man vorher nicht im Traum in Erwägung gezogen hätte. Vielleicht denkt er, der Schmerz brächte ihn in Bewegung?

DZie +Anonymxe


aber ich denke, es gibt auch noch Beratungsstellen, wo man zumindest mal ein Erstgespräch machen kann, und wo man dann weitervermittelt wird, ohne monatelang warten zu müssen.

daran dachte ich bei dieser Notfallambulanz...sonst hab ich nichts gefunden :-/

Ich glaube, er sucht irgendwo nach dem Arschtritt, der ihn wieder auf die Beine bringt... und klar, das Ende einer Beziehung wühlt einen normalerweise so auf, dass man Dinge in Bewegung setzt, die man vorher nicht im Traum in Erwägung gezogen hätte. Vielleicht denkt er, der Schmerz brächte ihn in Bewegung?

vielleicht...aber das kann doch nicht die Lösung sein!? :°(

Vielleicht fahr ich heute hin...ich halt das so nicht mehr aus..

KZlee,ne'_K8N5


Kann es sein, dass dein Freund im Moment nur einfach überfordert ist und ihm nur alles zuviel wird. Und daher die Gefühle ausschaltet.

Ich kenne das solche Situationen treten bzw traten bei uns auf bevor wir umgezogen sind. Und ich Schulstreß hatte und mein Freund in seinem Job Probleme hatte bzw mit seinem Hobby.

Wir haben angefangen wenn wir merken es geht Bergab -> Zfür uns zu nehmen, d.h. Spazieren gehen, ins Kino, Essen gehen, eine Massage für 2, Schwimmbad waren wir häufiger,... einfach gemütliche Abende aber wir waren auch mit Freunden Bowlen,..

Wir haben aber nicht den Kopf in den Sand gesteckt.

Was auch schön ist gemeinsam Rezepte raussuchen, einkaufen gehen, und dann darf jeder dem Partner/in sein Essen kochen. Aber es wird gemeinsam eingekauft, den man sieht nur die Einkaufsliste und nicht das was danach entsteht, sowas regt die Fantasie an und lenkt ab.

D6ie Abnonyxme


Kann es sein, dass dein Freund im Moment nur einfach überfordert ist und ihm nur alles zuviel wird. Und daher die Gefühle ausschaltet.

das vermute ich...aber wie mache ich ihm das klar? :°(

Avrktu5s


Ich kann mir vorstellen, dass er mit den Veränderungen überfordert wird

ich kann es nur aus meiner Sicht von damals sagen, dass man in der Tat vor einem größeren Umbruch steht und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Lass mal die Zügel etwas locker und rate ihm er soll sich mal ein bisschen zurückziehen und unterstütze ihn dabei mit wohlwollenden Worten, nach dem Motto schau mal nach dir und denk nicht an mich (auch wenns schwer fällt das zu sagen). Ich war damals auch völlig verunsichert – Job in Berlin annehmen oder doch in Köln oder etwa München? ... ich war völlig "hilflos" .... ist vielelicht etwas übertrieben, aber so ähnlich und meine Beziehung damals stand dadruch auch auf dere Kippe und hat dann auch nicht gehalten, was aber im Nachhinein gut so war. Gib ihm die Freiheit sich "richtig" (für ihn) zu entscheiden, Freunde gibt es auch woanders, also die Kneipe sollte kein Grund sein sich nicht zu verändern, Jobs gibt es leider nicht immer die besten gleich um die Ecke ...könnte mir vorstellen das ist im Moment sein primäres Problem ...

K7l>ee%ne_x85


...ihm Hilfe angeboten...ihm auch gesagt, dass er sich um die Beziehung mal erst keine Sorgen machen soll, dass er mich auch nicht verlieren wird, wenn er jetzt noch Wochen oder Monate "komisch" ist und auch nicht, wenn er eine Pause braucht...

Das ist das wichtigstes in dem Moment, er hat jemanden der Hinter ihm steht und ihm im Notfall den Rücken freihält. :)^

Vielleicht fahr ich heute hin...ich halt das so nicht mehr aus..

Wenn du ihn damit aber überforderst bringt es auch nicht, frage ihn vorher lieber ob es ihm Recht ist wenn du kommst. Ich denke die Antwort wird Ja sein, aber sicher ist sicher.

dMime:thyl}glyo/xixm


:°_

Ich schliesse mich den anderen an, vermutlich weiß er einfach nicht wo hinten und vorne ist. Warum er dann aber dich abschieben will ist mir trotzdem unklar.

Aber versuche ihn zu unterstützen, auch wenn er wegziehen muss. Mein Freund hat 1 Jahr mit sich gerungen, bis er sich für den Service beworben hat. Ende Juni oder Juli fängt sein Italien Projekt an, z.B. ist er dann immer 3 Wochen weg, 1 Wochenende da, 3 Wochen weg und so weiter. Nur leider arbeite ich von Freitag bis Montag im Schichtsystem ;-)

Es war trotzdem wichtig für ihn (und er hat sich auch erst entschlossen, als klar war, ich halte ihm den Rücken frei, komme was wolle) dass ich zu ihm stehe, ziemlich bedingungslos.

Danach ging es auch mit seinen Depressionen wieder steil aufwärts. Allerdings, das muss ich hier sagen, er hat nie die Beziehung in Frage gestellt.

Ich würde ehrlich gesagt mit ihm reden (aber das versuchst du ja schon). Schwieriger Mist ":/

D@ie FAnonyxme


Aber versuche ihn zu unterstützen, auch wenn er wegziehen muss.

umziehen muss er so oder so...spätestens nach dem Ende seines Studiums muss er aus dem Studentenwohnheim ausziehen und damit auch die Kneipe hinter sich lassen...daran führt, völlig unabhängig von mir, gar kein Weg vorbei...aber soweit ist es ja eh noch gar nicht! :-/

Warum er dann aber dich abschieben will ist mir trotzdem unklar.

mir auch :°( der Bekannte/Freund meinte, bei ihm war es damals so, dass er einfach gar nichts mehr wusste und dachte, ein "Clear Cut" wäre wohl am einfachsten...war dann eben doch nicht so...

KQleenex_85


Wenn ihm alles zuviel ist will er dich wegschieben um dich villeicht nur zu "schützen", da er einfach nicht weiß, wie weit es ihn noch runter zieht und dich da nicht mit hineizeihen will :)z

Und da hilft nur Rückenfrei halten, unterstützen,.....

Mach ihm eine Freude, zieh in wenn du zu ihm Fährst ein bisl aus dem Alltag raus und dann musst du schauen wie er darauf regiert, ob ihm das gut tut.

Ob ein Psychologe extrem viel bringt weiß ich nicht, den der hilft beim Reden, eventl mit MedikamentenMedikamentenhat mein Freund zum guten einschlafen damals bekommen, die sind aber rein Hömöopatisch (hoffe das ist richtig geschrieben) und die lutscht er und beruhigen ihn,, aber der Streß wird dadurch nicht weniger. Der wird dann wenn er weiß wo er hin will weniger.

DTiez Anonpyme


Wenn ihm alles zuviel ist will er dich wegschieben um dich villeicht nur zu "schützen", da er einfach nicht weiß, wie weit es ihn noch runter zieht und dich da nicht mit hineizeihen will

kann schon sein...er meinte auch, er hätte Angst, mir noch mehr weh zu tun, wenn ich erlebe, wie er zur Zeit ist...aber warum sagt er dann, er will alleine sein? :°(

Er sagt ja auch, er hat Angst vor der Beziehung...Angst, dass jetzt alles "ernst" wird und er nicht weiß, ob er bereit dafür ist...aber es drängt ihn doch niemand...wir haben weder konkrete Heiratspläne noch einen Mietvertrag unterschrieben noch sonst irgendwas :°(

Und da hilft nur Rückenfrei halten, unterstützen,.....

wie denn, wenn er mich nicht lässt? :°(

Ob ein Psychologe extrem viel bringt weiß ich nicht, den der hilft beim Reden, eventl mit Medikamenten, aber der Streß wird dadurch nicht weniger. Der wird dann wenn er weiß wo er hin will weniger.

naja, ein Psychologe könnte ihm dann helfen, wenn wirklich eine Depression oder was Ähnliches vorliegt...denn der könnte ihm dann vielleicht klarmachen, dass sein Gefühlsverlust davon kommt und nichts mit der Beziehung zu tun hat...

FVeJnta


Der wird dann wenn er weiß wo er hin will weniger.

Vielleicht kann ihm ein unabhängiger Gesprächspartner aber auch bei der Entscheidungsfindung helfen, ihm dabei helfen seinen Weg zu finden, ihm die Angst nehmen, etc.

A%nibalel


:°_ :°_ :°_ Ich drück dich!

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