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Ich kann das Ritzen nicht sein lassen

Liittle_:Coowkie hat die Diskussion gestartet


Hallo

also, ich denke der Titel ist ja irgendwie eindeutig. Ich hab ein Problem: ich ritze mich.

Anfangen hat das, da war ich 14. 8ich wurde damals extrem gemobbt, hab deswegen sogar die Schul gewechselt, bin sitzen geblieben. Danach hab ich angefangen Fehler an mir selbst zu suchen und versucht soviele fehler wie möglich auszumerzen. Eine Zeit lang war es sogar okay, bis der Terror in der neuen Klasse anfing, da ich das "Glück" hatte, dass diese Leute mit ein paar Leuten aus der "Mobbing-Klasse" befreundet waren ...

Als ich dann aus der Reasschule kam, war auch wieder erstmal alles okay. Wieder neue Klasse, wieder in die Opferrolle, wie ein Teufelskreis... bis dahin war es immer die Außeneinwirkung, die mich so hat verzweifeln lassen, dass ich nicht anders konnte. ich hatte das Gefühl, dass Leute den Kummer nicht verstehen... hab auch diese Klasse abgebrochen.

Zu der Zeit hab ich es mal meiner Mutter erzählt, sie hat nur geweint, gefragt was sie denn so verkehrt gemacht hätte in meiner Erziehung und mich versprechen lassen, dass es nicht mehr passiert. damit war das Thema erledigt.

Als ich mein Fachabi gemacht habe, hatte ich 3 tolle Freundinnen, doch plötzlich hatte ich immer den Drang das alles perfekt sein musste. Ich hab mich über eine 1- noch ärgern können, über unnötige Fehler. Ich bin mein größter Feind geworden. Ich suche in allen was ich mache die Fehler, ich bin so ehrgeizig, dass es manchmal schon fast wehtut. Ich hab soviel gelernt, soviel gemacht, aber durch meine Vorgeschichte war ich mündlich immer zurück haltend. Hat mir meist die Note versaut. Und dann hab ich mich deswegen geritzt, wegen schlechten Tests, als es mit dem Führerschein einfach nicht klappen wollte. Wegen Streit mit Freunden ... wegen wirklich banalen Sachen. Ich kann es einfach nicht aufhören.

Nun bin ich fast 22 und ich studiere, ich sollte es besser wissen. Ich bereue es auch jedes Mal aufs Neue, aber jetzt waren wieder Prüfungen und durch 2 bin ich schon durchgefallen. und es hat mich so geärgert, ich hab mich so über mich selbst geärgert, weil ich weiß das ich mehr kann, dass ich es gerade schon wieder getan hab. Und ich hab auch Freunde, die mir sagen ich kann sie immer anrufen, aber wenn ich dann anruf, dann kommt: ach Mensch, dann schreibst du es nochmal und dann bestehst du, du bist so ein gescheites Mädel, dass packst du schon.

Ich weiß, dass niemand perfekt ist, aber nicht perfekt zu sein nagt an mir. Ich finde tausend Dinge, die ich an mir nicht mag und die mich stören.

Und das Studium ist auch nicht so wie erwartet, aber ich kann ja schlecht abbrechen, was will ich mit einem abgebrochenen Studium? Ich hab schon soviel hingeschmissen im Leben, soviele Chancen vertan und ich hab mir dieses Studium so hart erarbeitet, aber ich bin einfach nicht mehr glücklich. Ich lache und grinse, aber innen drin bin ich wie tot. Immer wenn ich mal glücklich bin, kommt spätestens abends die Erkenntnis, was mal wieder alles schief gelaufen is und was ich denn mit meinem Leben anstelle. ich war ein so glückliches Kind und eigt. hätt ich gar keinen Grund mich zu beschweren. Ich hab ein ganz gutes Fachabi, das erste Semester bin ich nirgendwo durchgefallen, aber ich kann es nicht lassen an mir selbst zu nörgeln. Ich kann nicht mit mir und meiner Leistung zufrieden sein. Und eigt. fällt mir das Studium auch nicht soo schwer, aber es ist nicht das, was ich erwartet hatte... aber wenn ich aufhöre, wüsste ich nicht wohin und vermutlich würde ich es nur wieder bereuen, nicht einmal im Leben was durchgezogen zu haben...

Und das ist unglaublich viel Text geworden, tut mir Leid. Aber ich wollte mir das einfach von der Seele schreiben.

Danke an alle, die das vielleicht lesen @:) @:)

Antworten
l#ichmistVress


Die Frage mag jetzt vielleicht blöd klingen, aber darf ich wissen, was du studierst?

Also erstmal – ich hab's gelesen :-)

Ich hab zwar keine so schlimmen Mobbingerfahrungen wie du, wurde aber auch gemobbt, kaum im Verhältnis zu dir, jedoch hat es mir auch sehr geschadet. Und ich kenne das auch ... Ich habe mich auch total auf meine Noten und so fixiert, das einzige was ich kann, etc. Ansonsten gibts an mir nichts mögenswertes, interessantes usw. Wurde auch immer traurig, hatte auch aus selbem Grund immer schlechte mündliche Noten.

Nun ja, bei mir hat es sich so gewendet, dass ich alle möglichen Fehler bei anderen gesucht habe, mich mit Lehrern angelegt habe und mir ist es ziemlich peinlich und aggressiv... Und jetzt bin ich eher resigniert, aber zufrieden. Habe hier und da ein paar Talente, alles andere spiele ich als Nichtigkeiten herunter... Wenn was nich klappt, heul ich mich bei nem Freund aus, wenn's sein muss. Aber man muss eben allmählich die Ansprüche an sich selbst senken. Sprich mit anderen Leuten über ihre Erwartungshaltung, lern etwas lockerer zu sein. Anstrengen ist wichtig, hohe Ziele haben finde ich auch klasse, aber lass dich von Niederlagen nicht belasten und mach dir bewusst, dass es nicht nur um Erfolg und Misserfolg geht, sondern um Zufriedenheit. Zum Ritzen kann ich nichts sagen.

l*icihmist@resxs


Sorry, falls der Beitrag an manchen Stellen komisch ist, bin müde :-/ Gut Nacht und lass dir mal Zeit zum Überlegen, ich kann mir vorstellen, dass du viel Stress hast. Best wishes ;-)

LHittleR_C<ookie


Huhu

erstmal danke für die Antwort. @:)

ich studiere Marketing..

Ich versuche ja schon, mir nicht alles zu Herzen zu nehmen, aber ist halt einfach schwer für mich irgendwie, weil ich dann immer denke ich enttäusche die Anderen. Obwohl niemand mich gezwungen hat zu studieren oder so

bGr=uchpkil-otxchen


Hallöchen.....hab das mal eben gelesen und ja mir ist dein Problem durchaus (leider sehr gut bekannt) allerdings konnte ich mir das Ritzen abgewöhnen. Ich habe mir mittlerweile auch ein Tattoo über diese hässlichen Narben stechen lassen, damit dieses Kapitel in meinem Leben etwas verdeckter ist und nicht mehr für jeden so offensichtlich.

Allerdings habe ich niemals herausgefunden woran es lag und ich vermute sehr sehr stark das ich deswegen auch immer weiter so komischen Unfug machen, zwar nicht mehr in der Art der Selbstverletzung aber dennoch kommt es vor, das ich mir ans Hirn lange und mich frage: musste das jetzt wirklich sein!

Du kennst anscheinend dein Problem, ich rate dir dringend dir einen Psychologen/ Psychotherapeuten zu suchen der dir dabei hilft, dieses Problem in den Griff zu bekommen bevor du dich so tief weiter verfängst wie ich das bereits schon gemacht habe....es ist wirklich wirklich nicht mehr lustig!!!

Ich habe selber oft einen Anfang gestartet, habe dann aber an dem Punkt: "woran liegt es" abgebrochen, es machte mir Angst nicht zu wissen woran es liegt und oft dachte ich mir auch, wenn ich den Grund nicht kenne wie soll es ein Therapeut herausfinden können!? Also, du kennst die Gründe, dann bitte geh hin und lass dir Helfen, ja ??? ???

Ich wünsche dir alles, alles Gute auf diesem Weg @:)

Lzittl*e_CooBkie


Hey, ich war ewig nicht hier sorry. Danke für deinen Beitrag @:)

Manchmal glaube ich aber, das es mir nicht weiter hilft, dass ich weiß was es ist. Ich lass es ja trotzdem nicht sein – und das macht mir Angst

aOpfelkinod!leixn


Ich wühle mal eben den Beitrag hervor, weil es mir ganz genauso geht oder ging. Ich hatte gerade das Gefühl, ich lese über mich oder einen Teil meiner Biographie.

Wie ich annehme liebe TE war deine Mutter alleinerziehend? Es gibt viele Ähnlichkeiten, die ich auch so erfahren habe. Mobbing, Selbstzweifell. Als ich meinen Führerschein beim ersten Mal nicht bestanden hatte, schloss ich mich auf dem Schulklo ein und schnitt mir in den Arm. Tiefer als ich wollte. Aber gott sei Dank nicht allzu tief, sodass schlimmeres ausbleiben konnte. Dennoch so tief, dass ich in Panik geriet. Bei mir begann es mit 13, 14, als ich mit meiner überforderten allein erziehenden Mutter immer wieder aneinander eckte. Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie es begann. Ich hatte von einer Mitschülerin gehört, die es ausprobiert hatte. Also tat ich es nach einer wutgeladenen Situation und nach einem Streit mit meiner Mutter auch. Und dabei blieb es. Lange. Ich ritzte an sämtlichen Stellen. Beinen, am Bauch, an den Unterarmen. Wegen des Mobbings wurde ich in der Schule immer schlechter. Ungefähr anderthalb Jahre danach bemerkte meine Mutter die Schnitte an meinen Unterarmen. Im Gegensatz zu dir habe ich mich nicht überwinden können und es ihr erzählen können. Meine Mutter hat es von allein entdeckt. Sie war außer sich. Hat geweint, geschriehen, ihre Erziehung in Frage gestellt, mich lange nicht mehr aus den Augen gelassen. Mir verboten mich mit Freunden zu treffen, mir das Handy weg genommen, mir den Internetzugang gesperrt. Ich musste versprechen, dass ich es nie wieder tat. Versprochen hatte ich es. Dabei geblieben ist es. Ich wurde Perfektionistin meine Wunden zu verstecken. Zwar wurden die Abstände länger, aber ich es verging nie ein viertel oder halbes Jahr, dass ich mich nicht selbst verletzte. Ich konnte seit meinem 13, 14. Lebensjahr nie sagen, dass ich clean war. Weil meine Noten zu schlecht waren, nahm sie mich von der Schule. Ich wurde besser, aber die Aggressionen blieben. Was uns unterscheidet ist der Perfektionismus. Ich gab mich auch mit der Note 3, 4 zufrieden. Aber wie gesagt. Ich kam nie darüber hinweg, das Ritzen aufzugeben. Mit 18 schaffte ich mein Abitur. Mein Kampf über den Schulabschluss zeigte Erfolg. Freuen konnte ich mich darüber nicht. Danach begann ich Kulturwissenschaften zu studieren. Ganz weg oder verschwunden wird es wohl nie sein, aber merkwürdigerweise lernte ich in der "lockeren Zeit" seit der Uni mehr über mich selbst, zog in eine eigene Wohnung. In Momenten in denen ich spüre, dass sich Druck aufbaut gehe ich joggen, versuche mich auszupowern. Was mir geholfen hat war die Beratungsstelle meiner Uni. Ich würde dir unbedingt raten, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist unwahrscheinlich, dass es für alle Zeit verschwindet, aber eine Therapeutin könnte dich dazu befähigen mit diesen Selbszweifeln umzugehen und sie auf "ungefährliche Art und Weise" zu regulieren. Ich hätte mich hier nicht extra registriert, aber als ich deine Zeilen las, hatte ich das Gefühl du schreibst über mich. Wahnsinnig viele Parallelen.

Rückblickend kann ich zu meiner Situation sagen, dass bei mir viele Faktoren zusammen kamen. Eine Mutter, die viele meiner Handlungen in Frage stellte, eine zu unsichere Erziehung, zu wenig Selbstbewusstsein, schwierige Krisen in der Familie und vieles mehr.

Ich wünsche dir alles Gute :)* Du kannst es schaffen.

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