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Kann man sexuellen Missbrauch in der Kindheit verdrängen?

s onnesxonne


Hi... ich habe mal ein wenig recherchiert, da ich im bekanntenkreis ein missbrauchsopfer kennen gelernt habe.

Dabei habe ich gelesen, in den seltensten fällen ist der täter der eigene Vater. Es kommt vor, ist aber ganz ganz selten. Häufig sind es Personen aus dem näheren Bekannten oder sogar Verwandtenkreis.

Ein Missbrauchsopfer, welches sexuellen Missbrauch erlebebt hat, hat jedoch ganz auffällige Verhaltensweisen und Symptome. Diese sind jedoch ganz unterschiedlicher Natur oder Ausprägung. Dh: Jedes Opfer hat andere Symptome oder geht damit anders um.

Wenn Du überhaupt keine Störungen aufweist, dann solltest Du davon ausgehen, dass Du kein traumatisches Erlebnis in dieser Richtung hattest...

f`iHlo.soxfia


Diesen Beitrag schreibe ich nur, damit Betroffene, die vielleicht zu diesem Thema recherchieren, nicht diese letzte Antwort lesen müssen!

Sie ist nämlich in entscheidenden Punkten absolut FALSCH!

Dabei habe ich gelesen, in den seltensten fällen ist der täter der eigene Vater. Es kommt vor, ist aber ganz ganz selten.

Genau das Gegenteil ist der Fall:

Natürlich schwanken die Statistiken (was verständlich ist, da zum Einen die Dunkelziffer enorm hoch ist und die Scham darüber zu sprechen ebenso und zum Anderen, weil wohl das Weltbild vieler zerstört wäre, wenn wirklich bekannt würde, wie viele Mädchen und Jungs sexuell missbraucht werden... eine wirklich ernst geführte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema gibt es jedenfalls noch nicht).

Um eine österreichische Studie aus dem Jahr 1996 zu zitieren:

- jedes 4. Mädchen bis 16 Jahre wird während seiner Entwicklung Opfer sexuellen Missbrauchs

- in mehr als 90% der Fälle beginnt der Missbrauch im Vorschulalter oder während der Grundschulzeit (erklärt auch die totale Verdrängung und das Nichtwissen)

- in 94% aller Fälle kannten die sexuell ausgebeuteten Kinder ihre Peiniger (oftmals Vater, Onkel, ältere Geschwister).

Diesen Zahlen sind erschreckend hoch und doch müssen wir davon ausgehen, dass sie stimmen.

Und da immer wieder die Frage auftaucht, ob man den Missbrauch verdrängen/ vergessen kann: JA! Es ist sogar sehr wahrscheinlich, denn oftmals setzt ein überlebenswichtiger Schutzmechanismus - die sogenannte Dissoziation - ein, um diese tiefen Schockerlebnisse irgendwie auszuhalten. Später bleibt in dem/ der Betroffenen oftmals nur ein vages, ungutes, schleierhaftes Gefühl zurück bzw. machen sich so genannte flashbacks, d.h. kurze Erinnerungsfetzen bemerkbar.

An alle, die damit zu kämpfen haben: Holt Euch Hilfe! Ihr habt jedes Recht auf ein glückliches Leben!

f+als,cherfranxzose


Ich moechte allen, die von Missbrauch betroffen waren oder das Gefuehl haben, es koennte so sein, dringend anraten, sich therapeutische Hilfe zu suchen. Schon aus einigen des hier genannten koennt ihr schliessen, dass "ES" euch irgendwie einholt, entweder eher subtil, wie "ein ploetzliches ungutes Gefuehl", emotionale Kaelte oder auch massiv in Form von Depressionen oder Selbstverletzungen, Selbstmordgedanken, unkontrollierten Wutausbruechen o. ae. Es ist kaum moeglich, solch ein Trauma alleine zu verarbeiten. Es wird sich irgendeine Form des Ausdrucks suchen, bei starker Dissoziierung vielleicht dann als koerperliche Krankheit.

Von Hypnose wuerde ich eher abraten, die ist fuer Traumaverarbeitung nicht geeignet.

Sich hinzusetzen und zu versuchen, sich zu erinnern halte ich auch nicht fuer vielversprechend. Es gibt einen Grund warum dieser Teil der Erinnerung abgespalten ist.

Es ist auch nicht relevant, sich zu erinnern. (Ausser um Gewissheit zu erlangen, dass es stattgefunden hat). Wichtig ist die Verarbeitung. Ich wuerde Gespraechstherapie oder Analyse empfehlen.

Was auch immer ihr tut, SUCHT euch Hilfe. Wie meine Vorschreiberin denke ich: Ihr habt ein Recht auf ein unbeschwerteres, lebendigeres Leben.

Als ich meine Therapie angefangen habe, hatte ich keine Ahnung von Missbrauch, KEINERLEI Idee warum ich ueberhaupt da war. Mein einziges Gefuehl war, dass ich emotional unglaublich zurueckgezogen (eingefroren) lebe. Und kuessen mochte ich nicht.

Die Therapeutin hat mich gefragt warum ich da sei und alles, was ich ihr sagen konnte war: Ich moechte ein einfachereres Leben haben. Etwa 5 bis 10 Sitzungen spaeter wurde klar worum es ging..........

Holt euch Hilfe. Es ist jeden Euro, jede Minute, den ganzen Schmerz und alle Traenen wert!

Ihr werdet im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz neues Leben entdecken.

P.ustebl4u}me65


Ich wuerde Gespraechstherapie oder Analyse empfehlen.

Traumatherapie sollten nur von Psychotherapeuten mir spezieller Fortbildung durchgeführt werden. So ist es auch in Therapierichtlinien nachzulesen.

man kann es verdrängen und es ist auch nich unnormal dass du ein normales sexleben hast.

Ich bin selber betroffen und kann deshalb sagen, das ist Quatsch. Die Taumafolgen sind individuell verschieden.

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