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Zu nah am Wasser gebaut, was tun?

a`.fiRsh


Komischerweise ist das nur in Bereichen, wo ich eigentlich gut bin. Also in der schule habe ich zum Beispiel Chemie nie begriffen und hatte auch mit 5en keine Probleme. Dachte mir einfach immer: Shit happens.

Oh man, ich kann Dich wirklich gut verstehen. Bei mir sind es auch nur die Sachen, die mir wichtig sind und vor allem die, bei denen andere wissen, dass sie mir wichtig sind – versteht das irgendwer? Wenn es nur um mich selbst geht und ich mich quasi nur vor mir selber blamiere, nach Außen hin aber sagen kann: Pff, is mir egal, geht es noch. Aber wenn offensichtlich ist, dass ich etwas schaffen wollte (z.B. Studium) und es dann nicht klappt.. %:|

Tut mir leid mit Deiner Prüfung. (würd gern mehr sagen, aber ich weiß ja, wie man sich da in den Hintern beißen will, daher fallen mir gerade keine großen tröstenden Worte in, sorry ;-D @:) )

p|eb[by


oh gott, das erinnert mich an eine Prüfung vor ein paar Jahren. Hab total versagt und die Prüferin musste mir dann auch noch unbedingt Feedback geben. Sie hat soviel gequasselt, dass ich schlichtweg überfordert war und total losgeheult habe.

Hättest du bei der Examensprüfung auch geheult, wenn der Typ nicht geschwiegen hätte sondern einfach anders damit umgegangen wäre? "Anders" im Sinne von "für dich angenehmer"? – auch das Verbeamtungsbeispiel klingt eher so, als hätte die Frau dich einfach überfordert mit ihrem "Rumgequatsche"... du sagst ja, dass du es vorher schon wusstest.. und vorher musstest du noch nicht heulen, oder?

c/hewNin[g-gxum


habe nur überflogen. habe zwei tipps.

1. pulsatilla C 200. homöopathisches mittel.

2. vor schwierigen situationen sich mental darauf einstellen und das weinen ggf. durch wut ersetzen.

S[etz&e5nx6


Danke erst einmal für das viele Feedback!

Also in der Prüfung war zunächst das Schweigen bei Fragen, die ich nicht beantworten konnte, schrecklich. Er fragte etwas, was ich definitiv einfach nicht wusste, und ich sagte dann ganz ehrlich (so bin ich...): "Ich weiß es nicht!" woraufhin er schwieg. So als würde es mir doch noch einfallen. Das quälte mich richtig. Er schaute und schaute und ich konnte gar nicht mehr denken. Bis ich dann wieder sagte: "Ich weiß es nicht!"...dann fragte er was anderes, und so ging es immer weiter. Das war die längste halbe Stunde meines Lebens...irgendwann war ich fix und fertig wegen diesem Fragen-Schweigen-Spiel. Er hätte verdammt noch mal irgendwann aus Freundlichkeit einen Punkt aus meiner Gliederung (er wollte vorher eine Gliederung haben für die Prüfung!!! Weshalb, frage ich mich da, wenn er sie eh nicht benutzt....)Ich begann zu heulen. Im Feedback quatschte er mich dann auch noch voll, wieso weshalb warum ich eine 5 habe. Bis ich dann irgendwann verzweifelt fragte: "Ich weiß jetzt, dass ich eine 5 habe, kann ich gehen?" und dann gehen durfte.

Bei dem Verbeamtungsgespräch war einfach schrecklich, dass es sich so in die Länge zog...Fragen, Fragen, Fragen.....wie ein Verhör. Ich musste erläutern ob ich meine Medikamente regelmäßig nehme, ob ich mich diensttauglich fühle trotz meiner Lungenfunktion, usw....musste reden über Themen, die niemanden was angehen. Irgendwie wurde meine Grenze überschritten und ich konnte mich nicht aus der Situation lösen.

Das nächste Merkmal ist bei mir also: Hilflosigkeit. Wenn ich aus einer Situation nicht fliehen kann, weine ich.

Da erinnere ich mich gerade an ein Klaviervorspiel...da war ich 8 oder 9. Da ich die Beste im Klavierkurs war, musste ich ein Vorspiel vor allen Klavier-Kinder-Eltern machen (es hat echt nur Vorteile, wenn man etwas besonders gut kann, so blöd und arrogant das klingen mag.......aber die Ansprüche wachsen an einen....)...

Naja jedenfalls spielte ich ein 8-seitiges Klavierstück und war mega angespannt. Als ich die erste Seite fertig gespielt hatte, fing ich mitten im Spiel an zu Weinen, weil ich wusste, dass ich noch 7 Seiten durchhalten muss....die anderen haben es zwar gemerkt, aber keiner hat reagiert. Ich bin dann schon während der 8. Seite (also noch nicht fertig gewesen) aufgestanden, habe den Rest im Stehen gespielt und bin dann nach dem letzten Takt rausgerannt, durch die Musikschule raus und hab mich auf die Treppe gesetzt. Mama kam, nahm mich in den Arm und sagte: "du musst nie merh vorspielen!"....ab diesem Äußerung habe ich gerne Klavier gespielt...

Ich texte euch zu, entschuldigung.

Sneatfzenx6


(es hat echt nur Vorteile, wenn man etwas besonders gut kann, so blöd und arrogant das klingen mag.......aber die Ansprüche wachsen an einen....)...

Ich meinte NACHTEILE!!!

cKheawinxg-gum


oh, ist die klaviergeschichte rührend. deine mutter ist lieb.

c]hewisng-guxm


ach ja, ich weine auch leicht. jetzt eben gerade vor rührung, wegen der geschichte. aber hier störts ja nicht weiter.

K@lei2o


Setzen6

Komischerweise ist das nur in Bereichen, wo ich eigentlich gut bin.

Und Du willst besser als gut sein, oder?

Wie legst Du es denn fast, wann Du gut genug bist, wann Du besser sein musst – womit vergleichst Du?

Ich erwarte von mir in gewissen Bereichen sehr viel und wenn ich das dann nicht erreiche, fühle ich mich minderwertig und nicht liebenswert.

Warum erwartest Du sehr viel und vor allem, wieso stellst Du zwischen Leistung und Deinem Wert einen Zusammenhang dar?

Ihr habt Recht, ich müsste meine Ansprüche herunterschrauben, aber das ist nicht einfach....zumal die Leute ja von mir erwarten, dass ich in bestimmten Bereichen super bin. Meine Familie konnte es gar nicht fassen, dass ich jetzt so versagt habe...aber sauer war niemand, im Gegenteil. Sie haben richtig toll reagiert, mich getröstet usw

Das hört sich danach an, was Du selbst nicht kannst - klar, es ist ja auch nicht unbedingt etwas Schlechtes Erwartungen zu haben, wenn man dann einsieht, dass sie zu hoch waren und es trotzdem so okay ist, wie es denn ist und es hört sich so an, als hätten sie so reagiert.

Sogar wenn Du Deine Ansprüche herunterschraubst, wie Du das auszudrücken pflegst, so kann es immer wieder vorkommen, dass etwas schief läuft. Dann wäre eben Trost angebracht – auch von Dir selbst. Was spricht denn da dagen, Dich als Mensch mit Fehlern zu akzeptieren?

Ständig habe ich das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Mich beweisen zu müssen. Vor mir selbst.

Inwiefern? Was musst Du Dir denn beweisen und warum?

Wenn ich aus einer Situation nicht fliehen kann, weine ich.

Es ist schon klar, dass man in einer Situation, in der man ohnmächtig ist weint, nur scheinst Du diese Grenze schneller als andere zu erreichen.

Da erinnere ich mich gerade an ein Klaviervorspiel...da war ich 8 oder 9. Da ich die Beste im Klavierkurs war, musste ich ein Vorspiel vor allen Klavier-Kinder-Eltern machen (es hat echt nur Vorteile, wenn man etwas besonders gut kann, so blöd und arrogant das klingen mag.......aber die Ansprüche wachsen an einen....)...

Vielleicht liegt auch Deine Erwartung an Dich selbst in dieser Erwartungshaltung, die Dir vermittelt wurde. Vor allem diese Vermischung von gut Klavierspielen zu können und liebenswert zu sein. Die anderen Kinder waren sicher genauso liebenswert wie Du, nur konntest Du besser Klavierespielen. Umgekehrt hast Du zumindest damals keine Probleme gehabt, nachdem keine Erwartungen mehr an Dich gestellt wurden. Auch interessant, oder?

Wmate-rlxi


Hmm... also das klingt schon nach "mit Niederlagen schlecht umgehen können". Und da steckt schon irgendwie ein Problem mit dem Selbstbewusstsein dahinter. Du musst also lernen, auch deine Fehler anzunehmen. Also auch bei Niederlagen dich nicht selbst zu hassen. Nicht erwarten, perfekt zu sein. Einfach das ganze akzeptieren (du musst es deshalb nicht schön finden oder dich freuen) und als Teil von dir sehen und es nicht hassen. Dann schämst du dich auch nicht mehr und musst bestimmt auch nicht mehr weinen.

Mir gings auch als "Kind" noch so, da hab ich ständig geheult... auch bei Sportwettbewerben oder schlechten Noten oder sowas.. aber irgendwann habe ich gelernt, damit umzugehen und mich deshalb nicht mehr so zu hassen. Also z.B. indem ich halt gesagt hab "ich bin halt unsportlich, na und, dafür kann ich dies und das, was die andern nicht können..." oder indem ich einfach grundsätzlich, jetzt wo ich wählen kann, keine Mannschafts- oder Wettkampfsportarten mehr mache, weil es mir persönlich beim Sport überhaupt nicht um sowas geht...

Jetzt weine ich nur noch, wenn ich mich als Person angegriffen fühle oder wenn ich z.B. mit meinem Aussehen unzufrieden bin... aber auch daran arbeite ich noch... irgendwann werd ich den Punkt erreichen, wo ich nur noch heule, wenn etwas passiert, was einfach passiert und wo man machtlos dagegen ist. ;-) Ich denke Leute, die oft in Tränen ausbrechen, sind halt in ganz vielen Bereichen "machtlos", auch in welchen, die man eigentlich in der Hand haben könnte. Man muss diese dann nach und nach beeinflussen lernen oder zumindest die Verantwortung dafür übernehmen können, ohne sich zu schämen... also halt auch die Kontrolle behalten, wenn man mal nen Fehler macht.

Es gibt gar nicht so viel, was man absolut nicht akzeptieren kann... du musst wahrscheinlich einfach bei viel mehr Dingen deine Ohnmacht oder "Opferrolle" (doofes Wort) aufgeben. Dann musst du auch nicht mehr weinen, weil du nichts als "ungerecht" empfindest, weil du halt mit allem klarkommst.

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