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Von Ärzten respektiert werden, wenn ich etwas nicht möchte

KLlanrixce hat die Diskussion gestartet


Ich weiß, dass ich keine einfache Patientin bin, aber ich denke, jede/r sollte das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob sie/er eine Untersuchung oder Behandlung erhalten möchte oder nicht. Mir fällt es immer wieder schwer, mich gegenüber med. Personal durchzusetzen, wenn etwas passiert/passieren soll, was mir nicht passt.

Jüngstes Beispiel, Hautarzt: Ich lasse ein Screening machen, stehe in Unterwäsche vor der Ärztin, irgendwann greift sie mit den Worten "Jetzt mal hier freimachen" an den Bund meines Slips, ich sage, dass ich das nicht möchte, dort sowieso keine Muttermale habe und sie diesen Bereich bitte aussparen soll. Statt das zu akzeptieren, kriege ich zu hören, ich solle mich "nicht so anstellen", ob ich riskieren wolle, aus "falscher Scham" an Krebs zu erkranken. Ich betone noch einmal, dass ich keine Untersuchung im Intimbereich wünsche, aber sie lässt nicht locker. Sie hätte schon viele Frauen nackt gesehen, ich sei ja nicht die erste und es dauere doch nur einen kleinen Augenblick. Das stimmt ja alles, aber ich möchte es eben nicht, es ist doch mein Körper und meine Sache, was davon ich untersuchen lasse und was nicht, oder?

Ich finde es ja in Ordnung, über die eventuellen Risiken aufgeklärt zu werden, aber ich möchte mich ernstgenommen und respektiert fühlen, nicht übergangen bzw. überrumpelt. Die Hautärztin ließ das Thema auch nicht mehr ausgehen, redete noch weiter auf mich ein, als ich die Untersuchung für beendet erklärte und machte mir schwere Vorwürfe. Ich handle fahrlässig, benehme mich unvernünftig und kindisch. Muss ich so mit mir reden lassen?

Klar ist, ich werde die Praxis wechseln, aber es ist mir auch schon anderswo passiert. Wann immer ich etwas ablehnte, sei es aus Angst, Scham oder um noch etwas Bedenkzeit (bei chirurgischen Eingriffen beispielsweise) zu haben, versuchte man, mich zu überreden. Nicht freundlich, einfühlsam und besorgt, sondern mit Druck. Ich habe dann immer das Gefühl, dass es dabei nicht um mich, meine Gesundheit und mein Wohlbefinden geht, sondern eher darum, etwas mehr abrechnen zu können. Vielleicht täusche ich mich und bin einfach etwas zu sensibel, aber ich finde es nicht in Ordnung, so angegangen zu werden, wenn ich etwas nicht möchte.

Hat da jemand ähnlich (schlechte) Erfahrungen gemacht und weiß, wie ich mich davor schützen kann? Bin ich vielleicht nicht bestimmt genug? Muss ich da mehr auf den Putz hauen, lauter/deutlicher sein, um respektiert zu werden?

Antworten
K,etFzerxin


Also wenn es schon mehrfach passiert ist, würde ich mich auch mal selbstkritisch fragen, wo denn DEIN Anteil an den Vorfällen bzw. Reaktionen ist.

Und ich würde auch mal versuchen, mich in die Perspektive der Ärzte zu versetzen, die dich in so einer Situation vor sich haben. Vielleicht siehst du das Ganze dann auch mal unter einem anderen Blickwinkel.

S0chwarzVe@s BlNuxt


Ich musste mal zum Herzultraschall. Die Sprechstundenhilfe meinte, ich solle mich obenherum schon mal frei machen. Ich habe das abgelehnt. Da wurde sie patzig, was das soll und der Chef würde ihr Vorwürfe machen, usw. Ich hab gesagt, ich zieh mir das T-shirt erst aus, wenn der Arzt kommt. Sie meinte der käme gleich, ich soll mich nicht so anstellen. Ich hab gesagt, sie könne ihm ruhig sagen, dass ich mich geweigert habe. Ich wollte halt keine 10 Minuten oben ohne da sitzen und ich hatte recht. Es hat noch einige Minuten gedauert bis der Arzt kam. Ich sitz ja beim Frauenarzt auch nicht die ganze Zeit nackig da, wenn ich mit der Ärztin ein Gespräch führe.

Z'ina x5


Also wenn es schon mehrfach passiert ist, würde ich mich auch mal selbstkritisch fragen, wo denn DEIN Anteil an den Vorfällen bzw. Reaktionen ist.

Worin soll denn der "Anteil" bestehen? Dass man das Recht auf eine eigene Meinung, den eigenen Willen am Empfang der Arztpraxis abgibt? Ich sehe da keine "Teilschuld".

Ärzte müssen damit rechnen, dass nicht alles "fließbandmäßig" abläuft. Das mag zwar den reibungslosen Praxisablauf manchmal stören, aber damit müssen sie umgehen können.

Zjin=a 5


@ Klarice

Das ging mir auch schon öfter so. Ich glaube, die meisten Patienten lassen sich einschüchtern von der "Autorität Arzt" und sagen gottergeben zu allem Ja und Amen. Sobald du etwas hinterfragst oder nicht willst, bist du unbequem. Da hilft nur, den Arzt zu wechseln. Zum Glück gibts auch andere, die in Kooperation und auf Augenhöhe mit dem Patienten arbeiten.

K>laAriWce


@ Ketzerin

Also wenn es schon mehrfach passiert ist, würde ich mich auch mal selbstkritisch fragen, wo denn DEIN Anteil an den Vorfällen bzw. Reaktionen ist.

Na ja, mein Anteil besteht halt darin, dass ich den normalen Ablauf unterbreche, indem ich etwas ablehne, was die Ärzte sinnvoll und notwendig finden. Das irritiert sie natürlich, ich finde auch in Ordnung, wenn sie mir daraufhin die Risiken erläutern. Aber ich bin erwachsen und kann selbst entscheiden, was ich möchte und was nicht. Und irgendwie muss ich ja sagen dürfen, wenn ich etwas nicht will, oder?

Das Problem ist, dass sie mich dann oft einfach nicht ernstnehmen :-(

Und ich würde auch mal versuchen, mich in die Perspektive der Ärzte zu versetzen, die dich in so einer Situation vor sich haben. Vielleicht siehst du das Ganze dann auch mal unter einem anderen Blickwinkel.

Ich kann ihren Standpunkt schon nachvollziehen, siehe oben, aber das ändert nichts daran, dass ich doch das Recht haben muss, gewisse Dinge ohne große Diskussionen ablehnen zu dürfen. Ich meine, ich bin doch nicht verpflichtet, meinen Intimbereich von einer Hautärztin untersuchen zu lassen. Sie kann mir sagen, dass es ihrer Meinung nach sinnvoll wäre und evtl. auch, dass ich mich nicht schämen muss, aber der Ton macht die Musik, das kann man nämlich so und so sagen. "Stellen Sie sich nicht so an" finde ich jedenfalls unverschämt.

Mit meiner Allgemeinmedizinerin komme ich z.B. super gut klar, weil sie einfach akzeptiert hat, dass ich für das Abhören der Lunge nur das Oberteil hochschieben und nicht ganz frei dasitzen wollte. Da musste ich nicht diskutieren, sie hat Rücksicht genommen und ihre Arbeitsweise mir angepasst (schließlich bin ich ja auch der Patient, ich bin krank und habe Probleme). Hätte sie mich damals derart zusammengefaltet, wie die Hautärztin, wäre ich nie mehr zu ihr gegangen. So habe ich nun aber Vertrauen, fühle mich wohl und ernstgenommen, deshalb kann mich von ihr inzwischen auch bedenkenlos untersuchen und behandeln lassen. Es geht also auch anders, aber sie war bislang leider die einzige, die da verständnisvoll reagierte.

@ Schwarzes Blut

Genau solche Situationen und Diskussionen meine ich! Hätte da genau so gehandelt wie du. Meiner Erfahrung nach sind viele Menschen im med. Bereich "betriebsblind". Für sie ist das halt alles alltäglich und ganz normal, aber für die Patienten nicht unbedingt. Dass man im Beruf eine gewisse Routine entwickelt, ist ja auch o.k., aber spätestens wenn jemand sagt, dass er etwas nicht bzw. anders möchte, sollte man "aufwachen", finde ich und nicht so patzig reagieren. Das hat mich nämlich schon von so manchem Arztbesuch abgehalten {:(

@ Zina 5

Danke für deinen Zuspruch @:)

Sobald du etwas hinterfragst oder nicht willst, bist du unbequem. Da hilft nur, den Arzt zu wechseln. Zum Glück gibts auch andere, die in Kooperation und auf Augenhöhe mit dem Patienten arbeiten.

Ja, ich versuche mich nicht entmutigen zu lassen :)z

s8chnec_ke1#98<5


Leider haben seeehr viele Ärzte einen Gott-Komplex (ich vermute mal, weil der Beruf Arzt generell sehr hoch geschätzt wird). Da kann man leider nichts machen als sich wehren und beim nächsten Mal einen anderen Arzt aufsuchen. Ich finde es aber gut, dass du dich traust deine Grenzen als Patient vor dem Arzt durchzusetzen :)^ vielleicht bewirkt das ja irgendwann was ":/

Hjerman_-thee_G&erman


Naja, ein bisschen lächerlich ist es schon, sich als Frau vor einer Ärztin nicht nackt zeigen zu wollen.

srchne~cke1x985


Herman, warum lächerlich?

Wenn man es nicht möchte, dann möchte man nicht! Viele Männer lassen sich lieber den Pimmel halb abfaulen, bevor sie mal zum Uro gehen, aber Frauen sollen nicht zicken ??? Zumal es ja einen nicht geringen Anteil an Frauen gibt, die sich entweder für ihren Körper schämen oder M*ssbr*uchserfahrungen hinter sich haben :-(

H6ermapn_thex_German


Wenn eine Frau eine Missbrauchserfahrung hat, kann sie ihrer Ärztin ja sagen, dass sie sich deshalb nicht nackt vor ihr zeigen will. Das müsste die Ärztin doch verstehen.

HSerm;an_t`he_Gxerman


Viele Männer lassen sich lieber den Pimmel halb abfaulen, bevor sie mal zum Uro gehen

So was solltest Du Dir aber nicht zum Vorbild nehmen.

Z)inax 5


@ Herman_the_German

Ich glaub, man will (und muss!) nicht unbedingt begründen, warum man dieses und jenes nicht will, schon gar nicht bei einem Arzt, der sich eh schon uneinfühlsam gezeigt hat.

H"erman_tXhFe_Germxan


Ich glaube, Ärzte sind auch nur Menschen und keine Hellseher, die Dir in die Seele gucken können. Ich finde, dass klare Worte auch gegenüber uneinfühlsamen Ärzten ihren Platz haben dürfen müssen.

S2Px20


Hallo!!???

Wieso sollte ich mich vor der Hautärztin ganz ausziehen, wenn ich weiß, dass ich da keine Muttermale habe!??

Da kann man sich auch in der Disco vor allen ausziehen, wenn das lächerlich ist, dann wäre es überhaupt lächerlich an warmen Tagen Kleidung zu tragen!

Außerdem muss man gar nichts und das hat der Arzt zu akzeptieren!

Ich habe mich vor meiner Hautärztin auch geweigert meinen BH auszuziehen, sie hat es akzeptiert!

Ich konnte ihr auch ohne mich ganz aus zu ziehen alle Muttermale Zeigen! ":/

aN.Kfxish


Naja, ein bisschen lächerlich ist es schon, sich als Frau vor einer Ärztin nicht nackt zeigen zu wollen.

Das ist überhaupt nicht lächerlich!

Niemand sollte gezwungen werden, über seine eigene Schamgrenze zu gehen (Ausnahmen bei med. Notfällen etc. jetzt mal außen vor). Ganz egal, was dahinter steckt, persönliche Grenzen hat man zu akzeptieren, auch wenn man einen weißen Kittel trägt.

Ich denke auch, dass viele Ärzte da einfach "betriebsblind" sind, für die ist das Alltag und wahrscheinlich versetzen sie sich zu selten in die Position des Patienten.

Klarice, ich finde es super, dass Du da konsequent geblieben bist. Ich lass mich immer viel zu schnell einschüchtern. Bei meiner letzten Frauenärztin sollte ich nach der Untersuchung noch die Burst abgetastet bekommen, ich war also noch unten ohne und sie forderte mich auf, mein Oberteil auszuziehen, im Behandlungsraum. Ich kannte und kenne es so, dass man sich in der Umkleide untemrum wieder anzieht und oben ohne nochmal rauskommt zum abtasten und mir hat der Gedanke mich vor der Ärztin und der Helferin auszuziehen und dann völlig nackt da rumzustehen nicht gerade gefallen.

Ich hab aber mal wieder nichts gesagt. :(v Nur unsicher geguckt und das hat die Helferin wohl gesehen und mir dann gesagt, ich könne mich auch erst nochmal umziehen. Zum Glück ist meine jetzige FÄ da nicht so.

Ein anderer Arzt, der sich absolut respektlos verhalten hat, war der Neurologe bei dem ich mal mit meiner Mutter war. Der hat konsequent nur in der dritten Person über mich mit meiner Mutter gesprochen (ich saß daneben) und war in seiner Wortwahl auch nicht gerade umsichtig.

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