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Wer war ein ungeliebtes Kind?

g-eoM hat die Diskussion gestartet


Ich wollte mal vorsichtig anfragen, ob es hier auch Leute gibt, die ungeliebte Kinder waren. Die keine rosige Kindheit hatten und denen der Beistand der Eltern oder eines Elternteils fehlte. Die von ihren Eltern mit Minderwertigkeitskomplexen geimpft wurden uns bis heute an der Verarbeitung ihrer Kindheit arbeiten. Deren Eltern mehr oder weniger auf der kompletten Linie versagt haben. Oder deren Eltern nicht anders konnten, da psychisch krank.

Ich bin aufgewachsen mit einer psychisch kranken Mutter, die ihre Wut an mir ausgelassen hat, und einem Vater mit Alkoholproblemen, dessen Leben nach eigenen Aussagen dann bergab ging, als ich geboren wurde. Der mich als Konkurrentin sah in der Zuwendung seiner Eltern (also meiner Großeltern) und von dem ich nur Abwertung erfuhr.

Obwohl ich mich von meinen Eltern so frei gemacht habe wie möglich, habe ich bis heute mit Sozialen Phobien, Angststörungen und einem geschädigten Selbstwertgefühl zu kämpfen. War bisher bei einigen Therapien und habe auch teilweise Erfolge gemacht. Ich kriege mein Leben auch ohne meine Eltern gebacken. Trotzdem beneide ich so sehr die ganzen Frauen in der Stadt, die mit ihren starken Idealmüttern shoppen und/oder Kaffee trinken gehen. Deren Eltern immer eine Stütze waren und ihre Kinder zu selbstbewussten Menschen erzogen haben. Ich frage mich häufig: "Warum hatte ich das nicht auch". Aber natürlich bringts nicht, darüber den Kopf zu verlieren, denn man kann es ja nicht ändern.

ICh habe zwar ein stabiles Umfeld, liebevolle Freunde, nette Nachbarn und eine Schwiegermutter, die mich liebt. Trotzdem kann all das nicht darüber hinwegtäuschen, dass mir die elterliche Seite im Leben fehlt.

Geht es irgendjemandem da draußen ähnlich?

Antworten
W?ate^rli


Naja, mir gehts nicht ganz so krass. Aber einen kleinen Schaden hab ich wohl auch. Ich denke mein komisches Essverhalten und meine Schüchternheit kommen irgendwie schon von meiner Mutter.

Ich habe das Gefühl, dass sie mir nie was zugetraut hat. Wenn ich es dann geschafft hatte, dann habe ich mich nicht genug gefreut... irgendwie war es nie gut genug. Wenn ich was geputzt hatte, was ich sollte, dann wurde es hinterher teilweise doch von ihr berichtigt, weils wieder nicht gut war.

Ich vermute, dass meine Mutter mal magersüchtig war, weiß es aber nicht genau, aber wenn jemand sagt er hat mal 5 Kilo in einer Woche abgenommen, konnte dann nichts mehr schlucken und ist darauf stolz, wenn jemand mal totalen Haarausfall hatte, scheinbar ohne Ursache, und das genau in die gleich Zeit fällt... und wenn jemand dann bis heute noch überzeugt ist, dass "regelmäßige" Mahlzeiten krank sind und man nur isst, wenn man Hunger hat oder dass "früh-mittag-abend Salat" doch eine gute Diät wär... dann weiß ich nich. ":/ Ich hatte jedenfalls immer das Gefühl, dass ich dick nicht so sehr geliebt werde...

Und meine Beziehungsprobleme kommen auch von meiner Mutter: vorgelebt hat sie mir in der Pubertät, dass man 10 Jahre lang einem Kerl nachrennt, der einen betrügt und stääändig Liebeskummer hat und ständig drüber reden muss, wenn halt sonst keiner da ist, dann mit der Tochter. Also ich ausgezogen war, kam ich noch ca. 3 Jahre nach Hause und ER war das einzige Thema... egal was man redete, IMMER ging es um den. Aber wenn ich 2 Wochen Liebeskummer hab und dann mit meiner Mutter rede, ich hab ja auch immer zugehört, dann übertreibe ich natürlich maßlos... und naja, ich habe nicht nur 2 Wochen Liebeskummer, ich habe "Liebeskummer haben" ja auch anders gelernt... nämlich bis zur Selbstaufgabe.

Außerdem sind Männer alle schlecht (keiner von den gefühlten 10 neuen Freunden meiner Mutter war gut genug, sie alle wurden mit IHM verglichen und verlassen, aber er wurde, obwohl er ne neue Freundin hatte, eingelassen um mal fremdgehen zu können, "vielleicht" würde er sich ja dann doch wieder meiner Mutter zuwenden... :|N ). Ich war mal auf einer Party und ein Junge fand mich toll, der ließ sich meine Nummer geben und rief an, wovon ich nichts wusste. Meine Mutter bekam es mit und der Fall war klar: das hatten die Mobber aus meiner Schule eingefädelt, die wollten mich nur verarschen. Er rief dreimal an, ich war jedes Mal unfreundlich und legte auf, weil meine Mutter könnte ja recht haben. Dann erzählte mir eine Freundin, dass er nun auch kein Interesse mehr hätte, weil ich so komisch gewesen sei... ich nehm es ihm nicht übel.

Aber sonst waren die Leute, die mich gemobbt haben, doch nicht so schlimm. Ich hatte ja das Gefühl, dass das eh nicht ernstgenommen wird, weil wichtig war ja ihr Liebeskummer o.ä. und hab das dann auch gar nicht so genau erzählt...

Mein Vater hat eh kein Interesse an mir...

Und die Beziehung zu meinem Bruder war scheiße, weil man wurde ja immer verglichen, mein Bruder war ja so toll und ich sollte auch so sein, weil sonst müsste man sich ja Sorgen machen. Zum Glück bemüht sich mein Bruder jetzt etwas um mich und ich mich auch um ihn, das wird schon werden und ich denke auch, dass wir durch die gleichen Probleme, die wir jetzt mit dem Vater haben, noch zusammenwachsen werden. Andererseits: klar ist mein Bruder anders, für ihn sind ja nicht alle Frauen Arschlöcher, er darf ja auch alles, was an mir erst getestet wurde und wo man ängstlich war ganz selbstverständlich sofort machen... ich denke er kann sich auch immer schon besser abgrenzen, also er sagt halt, dass er jetzt über dies und das nicht vollgelabert werden will oder wenn es gleich Streit gibt, dann sagt er halt gar nichts. Ich möchte mich dagegen dann eher wehren, weil ich sonst nicht damit klarkomme, weil ich nicht so in mir ruhe.

Du musst dir eins sagen: es heißt Selbstwertgefühl, weil es aus dir SELBST kommt... also egal was die Eltern gemacht haben, du kannst es selber wieder gradebiegen. Man kriegt das hin. Wenn du eh keinen Kontakt mehr zu den Eltern hast, dann lass es so... beschäftige dich lieber mit dir selbst, es wird dir mehr helfen als irgendwelche Entschuldigungen von den Eltern. Was passiert ist, kann man nicht mehr gutmachen... man kanns so nehmen und es hinter sich lassen und "neu" anfangen.

GienrharUdAntxon


Jahrzehntelang habe ich meine Jugend und Kindheit verdrängt, bis ich mich entschlossen habe diese unangenehme Zeit aufzuarbeiten. Mit dreieinhalb Jahren von der Mutter verlassen, musste ich meine Kindheit in einem Heim mit allen Demütigungen und Erniedrigungen erdulden. Die Jugendzeit erlebte ich auch nicht viel anders. In "NUR WER DIE NACHT KENNT, WEISS DEN TAG ZU SCHÄTZEN- Das ungeliebte Kind" erschienen im Vindobona-Verlag und im Buchhandel erhältlich, habe ich die Mauern um meine Vergangenheit eingerissen und meine Erlebnisse in die Welt hinausgeschrien. (ISBN 978-3-85040-105-0)

c@i9arJa1


Hallo!

Ich schreibe gerade meine Masterarbeit zum Thema: "Auswirkungen des Unerwünschtseins"

Ich suche noch ganz viele Personen die bereit sind meinen Online-Fragebogen auszufüllen.

Besonders dringend suche ich Erwachsene die wissen das sie ein ungeplantes oder unerwünschtes Kind waren.

Es wäre super, wenn möglichst viele mitmachen würden.

Danke schon mal an alle, die sich etwas Zeit nehmen und diesen [[https://www.soscisurvey.de/Unerwuenscht/]]

Fragebogen ausfüllen!

l,oveaCblex<3


Hallo :)

ich schreibe auch mal bisschen was dazu.

Ich muss im Vorraus sagen – meine Kindheit war nicht so krass. Ich sage mal eher des harmlosteste was man unter dem Thema schreiben kann. Trotzdem bin ich heute in Therapie deswegen.

Ich mache es auch kurz und rede nicht um den heißen Brei.

Mein Vater hat mir im Alter von 11 Jahren und 13 Jahren gesagt, dass ich ein Unfall war und er mich nie wollte. Als ich klein war (Alter 6-10J.) habe ich immer nur Jungespielsachen bekommen.

Meine Mutter war oft nicht daheim, weil sie viel arbeiten musste. Sie hat sich deshalb auch nicht drum gescheert mal in die Schule zu gehen, obwohl ich ihr gesagt habe dass ich aufs übelste gemobbt werde.

Außerdem hat sie mich immer spüren lassen, dass meine Schwester (studiert – ich nur Ausbildung) etwas bessere ist als ich.

Meine Schwester hat mich auch seit sie mit ihrem Studium angefangen hat mich merken lassen, dass sie etwas besseres ist.

Was sind heute meine "Komplexe"? Ich habe Probleme mich selbstbewusst rüberzubringen und denke über jede Kleinigkeit was ich mit jemanden rede nach ob es richtig war das zu sagen. Oft noch viel schlimmer mit grübeln und ähnlichen, wenn der jenige komisch nachfrägt auf das was ich gesagt habe oder sein Gesicht verzieht. Auserdem kann ich einfach keine Entscheidungen treffen. Denke darüber fürchterlich lange nach.

RGoDberxtP


Hallo... "geoM"

ist zwar schon ein bisschen her, Dein Eröffnungsbeitrag... aber mir geht bzw. ging es ähnlich... und ich bin froh, dass ich diesen Beitrag heute gefunden habe... denn dann fühle ich mich (ehrlich gesagt) nicht mehr so allein... :-)

wie gesagt, mir geht bzw. ging es ähnlich...

und komme auch sehr schwer klar, mit meiner Vergangenheit...

Mutter war bzw. ist auch wirklich psychisch krank, hat auch alles an mir ausgelassen, gedrängelt, gemosert, geschimpft,... dann, als sie merkte, dass ich gewisse Qualitäten hatte (Begabungen in eine bestimmte Richtung), hat sie zu manipulieren begonnen, ...hat praktisch alles so gedreht, dass meine gesamte Biographie nach ihrer Vorstellung lief... um es natürlich nur für sich zu nutzen...

...das ging natürlich (irgendwann) schief...

...Vater existierte als "Instanz" fast überhaupt nicht.. leider...

hat immer nur geschlafen (auch viel getrunken...), war fast nie zu Hause...

Fällt mir auch – merke ich gerade – überhaupt nicht leicht, darüber so zu schreiben...

Wollte das aber loswereden... glaube ich...

Auf alle Fälle, fühl dich gedrückt... :°_

Wollte das nur mal loswerden...

LG

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