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Könnte es sich hierbei um sogenannte 'Zwangsgedanken' handeln?

d*espeEratelhaxdy90 hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

ich bin froh dass ich auf dieses Forum gestoßen bin, weil ich momentan einfach nicht mehr weiter weiß.

Ich bringe es einfach sofort auf den Punkt:

Ich habe die Befürchtung, dass ich unter zwanghaften Gedanken leiden könnte, bin mir jedoch nicht 100% sicher.

Dass ich einen Psychologen aufsuchen sollte, ist mir bewusst.. aber ich würde mir gerne erstmal ein paar Meinungen von euch einholen.

Angefangen hat alles, dass ich in den Osterferien meine Mutter besuchte (mieses Verhältnis) und deswegen meinen Freund (schöne Beziehung, 8 Monate schon) paar Tage nicht sah. Bisher war ich in meinen Schatz damals immer richtig verknallt, aber plötzlich merkte ich, dass ich ihn nicht vermisse etc. und machte mir Gedanken darüber 'Liebe ich ihn etwa nicht?'. das machte mich so verrückt, dass ich früher nach Hause kam. Dort hielt dieses Gefühl jedoch an und es dauerte harte 2 oder 3 Monate, bis ich merkte, dass das 'kribbeln' einfach weg war und es jedoch durch Liebe ersetzt wurde (: Nun weiß ich es genau, dass ich ihn liebe und fühle es natürlich auch.

So...

dann kamen jedoch Gedanken auf wie 'Mein freund ist hässlich'.. obwohl ich ihn gar nicht so sehe bzw. ich finde ihn attraktiv! und das belastete mich sehr, dass ich trotzdem solche unsinnigen Gedanken hatte, die sich jedoch schnell abstellten weil ich es wie gesagt als unsinnig bemerkte und abstellen konnte.

Dann musste ich eine Zeit lang wiederholt an andere Jungs denken, die ich kannte oder mit denen ich mal zutun hatte und mir sexuelle bzw. romantische sachen vorstellte..(was mich sehr quälte, da ich meinen Freund über alles liebe!!! ) diese gedanken musste ich ihm mitteilen, da ich ein starkes schlechtes Gewissen hatte und weinen musste...

Trotz diesen Sachen steht er zu mir, was ich sehr schätze aber was mich auch kaputt macht, da ich mich deswegen als schlechten Menschen betrachte, der ihn nicht verdient hat.. )=

So.. und vorgestern feierte ich ein wenig meinen 20. geburtstag nach, allerdings nur in sehr kleiner Runde (meine 2 besten Freundinnen, Schatz, seine Schwester und ich)

es war ein toller Tag/Abend, aber wo ich jedoch mal kurz reinging und etwas holte, wo wir noch wenige leute waren also nur ich, ne Freundin und mein Freund, kam mir plötzlich so ein gedanke wo ich zu ihnen hinsah 'Ich feiere mit so blöden/doofen' !! Ich weiß nicht wieso ich das plötzlich dachte, ich sah zu ihnen rüber und..der Gedanke kam! )= es macht mich so fertig, weil mir diese Leute sehr wichtig sind!!! und ich sie liebe.. aber wieso denke ich dann schlecht bzw. Beleidigend über sie ??? Es tut mir Leid, wenn ich euch mit meinen Problemen nerven sollte, aber ich wusste nicht wem ich das sonst erzählen könnte, und sorry für den langen Text.. ich hoffe auf baldige Antworten.

Liege Grüße.

Sarah.

Antworten
U{lHcerxa


Es kommt mir so vor, dass du vielleicht unbewußt ein bisschen Angst vor Nähe und Geborgenheit hast. Auch bisschen Verlustängste. Du liebst ihn, stösst ihn aber geradzu mit deinen Gedanken weg. So als würdest du annehmen: "Er macht mit mir Schluss, aber das macht nichts, er war sowieso hässlich, doof und vermisst hab ich ihn eh nie. Nach dem Motto, er verletzt mich, ich habs doch gleich gewusst. Überspitzt ausgedrückt natürlich. Das ist etwas, was du schon klären solltest, allerdings eher mit dir selbst, ob nun eine Psychotherapie unbedingt sein muss oder eine psychologische Beratung mit ein paar Sitzungen, musst du selber herausfinden.

SbetQzenx6


Ich würde dies nicht als Zwangsgedanken bezeichnen. Ich hatte ein paar Jahre eine Zwangserkrankung. Zwänge sind, wenn du etwas immer und immer wieder wiederholen musst, weil du Angst hast, die Kontrolle zu verlieren. Auch Gedanken können Zwänge sein. Zwänge hier zu erläutern, würde zu lange dauern. Fakt ist nur bei Zwängen: Es geht meist um etwas ganz anderes, als den eigentlichen Zwang. Meist sind Zwänge ein Resultat von Anspannung.

Bei dir habe ich eher das Gefühl, dass du Dinge bewusst abwertest, damit sie dir nicht zu nahe kommen. Du flüchtest vor dir selbst. Indem du denkst: "Er ist hässlich und die Leute hier sind alle blöd", distanzierst du dich ja aus der Situation. Die trittst aus der Beziehung heraus und auch aus der Situation mit den Menschen. Du versteckst dich in der Rolle der Beobachterin und Werterin und stellst fest, dass sie alle blöd sind – weil du aus irgendeinem Grund ihnen nicht nahe sein willst. Diese Abgrenzung schützt dich ja irgendwie auch vor Enttäuschungen...

So hätte ich es gesehen. Würde von der Vermutung der Zwangsgedanken weg und eher überlegen, warum du die Leute durch die Gedanken und Abwertung so von dir wegschiebst...

:)*

UPlceura


@ Setzen6

Da sind wir uns ja einig.

IEndivitdu alisxt


Liebe Sarah,

ich weiß nicht, ob es sich um "Zwangsgedanken" handelt. Ist vielleicht auch egal – es erscheint ergiebiger, die Dinge nicht von ihrer Ursache, sondern von der Wirkung her zu betrachten.

Und die Wirkung ist zweifellos die, dass sich etwas Trennendes zwischen Dich und Deinen Freund schiebt. Genauer gesagt: Du schiebst etwas Trennendes zwischen Euch. Etwas, was Deine Zuneigung "bremst" und Deinen Freund auf Abstand hält. Wie eine Ambivalenz, ein innerer Vorbehalt. Für mein Gefühl hast Du auch ein wenig zu häufig betont, dass Du ihn über alles liebst. Wenn es so oft betont werden muss, scheint es keine Selbstverständlichkeit zu sein, sondern etwas, was Du immer wieder selbst "beschwören" musst.

Sei es, dass Du insgeheim zweifelst, ob dein Freund wirklich der "Richtige" ist, oder sei es, dass Du zu den Menschen gehörst, die aufgrund einer unglücklichen Vorgeschichte generell Angst vor zuviel menschlicher Nähe haben, die also Nähe mit Selbstverlust, Verletzbarkeit usw. verbinden – was es genau ist, weiß ich natürlich nicht. Es scheint aber so, dass Du Dich (noch) nicht wirklich voll und ganz auf Deinen Freund einlassen kannst oder willst. Es auf einen "Zwang" zu schieben, hieße, nicht die volle Verantwortung dafür zu übernehmen. Du bist es, die diese Gedanken produziert, aus welchen Gründen auch immer. Finde es heraus, indem Du Dich diesen Gedanken offen stellst! Diesbezüglich erstmal ehrlich zu Dir selbst zu sein, ist viel wichtiger als die Ehrlichkeit gegenüber Deinem Freund, die ja letztlich für ihn auch kränkend ist.

Alles Gute!

IdndiyviduaAlisxt


Das geht ja fix hier. Ich sehe gerade, andere hatten bereits ähnliche Gedanken... @:)

dBespe8raBtelaxdy9x0


Ihr 2, toll dass ihr mir schon geantwortet habt (:

Hm.. ich denke gerade schon die ganze Zeit darüber nach, ob es wirklich daran liegen könnte – Angst vor Nähe etc., ich habe wirklich große Angst, dass ich diese Menschen verliere,

zu meinen Eltern z.B. hatte ich bis heute keinen guten Draht, also besondere Nähe schon gar nicht..

Aber diese Leute schätze ich wirklich sehr! Mein schlechtes Gewissen wegen dieser Gedanken ist so enorm, dass ich darüber nachdenke, ob es nicht besser wäre, wenn sie den Kontakt zu mir abbrechen.. ):

dYespeSratelaxdy90


Huch, aheb die neuen Beiträge eben erst gesehen (:

mal eben lesen lg

dles$peratexlady90


Hm...

dazu muss ich sagen, dass es mit meinem jetzigen Freund sogesehen meine erste richtige Beziehung ist, natürlich hatte ich davor auch schon 2, jedoch keine die länger als 3 monate dauerte und in der ich mich so fallen lassen konnte wie bei ihm...

Ich weiß wirklich nicht, was da bei mir nicht stimmt, ich kann schon gar nicht mehr schlafen..und wenn dann nur einige stunden inklusive verrückter Träume.

UmlcRera


Ich weiß wirklich nicht, was da bei mir nicht stimmt, ich kann schon gar nicht mehr schlafen..und wenn dann nur einige stunden inklusive verrückter Träume.

Hm, die Aussage:"Mit mir stimmt etwas nicht!" ist ebenfalls sehr negativ besetzt. Du könntest es auch posiv besetzen:"Ok, ich habe ein Problem mit Nähe und jetzt versuche ich herauszufinden warum, um es letztlich abzustellen." Ob das nun unbedingt eine Psychotherapie sein muss, sei mal dahingestellt. Vielleicht ist es mit ein paar Beratungsstunden in einer psychologischen Beratung ebenso nutzvoll. Oder du versuchst dich alleine damit auseinander. Ich halte dies nämlich keinesfalls um Zwangsgedanken.

Sxetzxen6


Mir geht es manchmal wie dir. Da werte ich auch alles ab um mir selbst zu sagen, dass ich kein Risiko eingehe. Man macht alles schlecht, um sich zu vergewissern, dass man auch ohne das alles leben kann.

Aber so lebt man immer in Distanz, und das ist schade.

Wag dein Leben mit all den Risiken. Lieb um dein Leben, leb um dein Leben. Verlieren gehört dazu. Glück auch!

Niemand kann eine Garantie für dein Glück geben, vielleicht verlierst du irgendwann mal deinen Freund. Ja, das kann sein. Aber jetzt hast du ihn, also leb! Mir ging es früher genauso, bis ich feststellte, dass man durch diese Einstellung unheimlich viel Zeit verliert...Lebenszeit!

:)* :)* :)*

d/espeJrateegl1ady90


Ich merke auch dass man dadurch viel wertvolle Zeit verliert, Zeit die positiv hätte sein können.

Aber wie verliert man da sein schlechtes Gewissen bzw. was kann man dagegen tun?

Was macht man gegen Gedanken, die einfach kommen, aber für die man sich hinterher schämt bzw. Schuldgefühle hat?

U/lcerLa


Aber wie verliert man da sein schlechtes Gewissen bzw. was kann man dagegen tun?

Was macht man gegen Gedanken, die einfach kommen, aber für die man sich hinterher schämt bzw. Schuldgefühle hat?

Mach dir mal eine Liste mit diesen gedanken und schreibe dir auf, was dafür spricht und was dagegen spricht diese Gedanken zu haben. Du solltest es dir selbst etwas mehr verdeutlichen.

dWesp3eratevl3ady9x0


@ Ulcera

Das mit der Liste war ne prima Idee, danke.

So kam eine gewisse Ordnung rein.

Aber wenn ich davon alles so durchlese, erscheint es mir richtig banal, dass ich solche Gedanken habe..

Ich verstehe es wirklich nicht, wie jemand Gedanken daran haben könnte, wie es wäre mit dem und dem Konstakt bzw. irgendeine Beziehung/Nähe zu haben, wenn man doch glücklich (und das bin ich wirklich mit ihm) ist und nichts fehlt?

U|lcerxa


Aber wenn ich davon alles so durchlese, erscheint es mir richtig banal, dass ich solche Gedanken habe..

Weisst du was mir dieser Satz sagt? Dass du dich wieder abwertest. Wieso banal? Es sind deine Gefühle und Gedanken und damit solltest du lernen umzugehen. Und keiner hat dich ausgelacht. Also, überhaupt nicht banal. ;-)

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