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Ich bin ein Versager mit Sozialphobie

tig<-3xmw hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Als ich klein war, wurde ich oft von meiner Mutter geschlagen und habe mir von ihr oft mit anhören müssen wie nutzlos etc. ich bin. Mit geschlagen meine ich mehr als nur ein Klapps auf den Hintern weil ich etwas verbockt hatte, sowas hat mein Vater nämlich gemacht und das habe ich als weitaus weniger schlimm in Erinnerung. Im Kopf habe ich dabei immer einen Tag, als ich (muss wohl so um die 3-4 Jahre alt gewesen sein) auf dem Boden in meinem Zimmer saß und mit Legosteinen spielte, als meine Mutter ins Zimmer kam und sah wie unordentlich es aussah, worauf sie mich an den beinen in die Luft gehalten hat und mir dann den Hintern versohlt hat, während ich unter Tränen ständig "aber ich hab dich doch so lieb" sagte und sie nur schrie "das ist mir scheiss egal". Bizarre Erinnerung.

Im Kindergarten und meiner Schulzeit war ich ein Ausenseiter. Ich hatte eine Gruppe aus Kumpels von 6 Personen. Ich war in der Gruppe das beliebteste Ziel für irgendwelche Streiche oder schlicht und einfach Eisbeine (Knie in den Oberschenkel rammen) oder Sackhauen, aufgrund meines Ausenseitercharakters. In der späteren Schulzeit war es nicht viel anders, in der Realschule wurde ich viel gemobbed und geschlagen. Ich galt nicht als Person mit irgendwelchen besonderen Fähigkeiten. Ich war halt das x-te Rad am Wagen.

Nach der Realschule wurde es besser. Aber die Zeit hatte mich sehr geprägt. Ich bin schüchtern, immernoch ein Ausenseiter. Ich leide deswegen seit einigen Jahren an einer Sozialphobie. Ich habe extreme Angst davor von Menschen beurteilt zu werden, Ausgehen am Wochenende um unter die Menschen zu gehen oder auch solche Sachen wie Referate sind für mich die absolute Hölle. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen. Es ist mir auch so gut wie unmöglich mich anderen Personen gegenüber zu öffnen. Mein Vater weiß sehr wenig über das was in mir vorgeht, mein bester Freund genauso. Sie kennen nur die grobe Oberfläche. Das kommt wohl generell von meinem Gefühl, dass mich niemand liebt. Die einzige Person der ich bisher wirklich alles sagen konnte, war meine Exfreundin. Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären.

Die ersten Monate nachdem ich mit ihr zusammen gekommen bin sind bis jetzt in meinem ganzen Leben die einzigen Monate an die ich mich erinnern kann, in denen ich vollkommen glücklich war. Sie war übergewichtig, aber das war mir egal. Bis heute ist sie noch das süßeste / wunderhübscheste Mädchen dass ich mir vorstellen kann. Trotzdem machte es mir Gedanken was andere Leute denken wenn ich mit ihr über die Straße laufe. Deswegen bat ich sie mal abzunehmen, obwohl sie mir so gefallen hat wie sie war. Das war das erste mal als ich sie so richtig verletzt habe. Lächerlich, feige von mir. Mir hätte es scheissegal sein sollen was andere denken, aber das war es nicht. Ich habe ihr trotzdem noch ständig gesagt wie hübsch ich sie finde, wie geil ich ihren Popo finde, wie toll ich ihre Nase und ihre Lippen mag, dass ich ihre blaugrünen Augen liebe, egal wie oft sie sagt dass sie graue Augen hat, aber nach diesem Vorfall kam das für sie wahrscheinlich nie wirklich ernst gemeint vor, obwohl es mein voller ernst war.

Meine Freundin sagte mir aber auch nie, was sie an mir so toll fand. Sie machte mir wirklich nie Komplimente irgendeiner Art. Als meine Schwester mal im Auto meinte, dass ich ziemlich schlau sei, sagte meine Exfreundin "neee", zwar spaßig gemeint, aber es hat trotzdem wehgetan. Als ich mich im Internet mit einem ihrer Kumpels unterhalten habe und paar Dumme Sachen gesagt hab, hat sie nicht versucht mich zu verteidigen sondern darüber gelacht was der Typ über mich sagte. Das ganze war nicht böse von ihr gemeint und ich werfe es ihr nicht vor, aber solche Sachen und die Tatsache dass sie die einzige Person war die mir je wirklich wichtig war, führten dazu, dass ich mich vor ihr mehr als noch vor allen anderen beweisen wollte. Das führte dann z.B. dazu dass ich in Diskussionen mit ihr sehr erniedrigend und verletzend wurde, weil ich ihr unbedingt beweisen wollte wie schlau ich bin. Es führte auch zu meiner Sexbesessenheit. Ich wollte ständig viel neues mit ihr ausprobieren und verbrachte Stunden über Stunden in Foren wie diesem hier um mich schlauer zu machen, weil ich für sie gut im Bett sei wollte. Außer meinem Köpfchen und dem Sex hatte ich ihr nichts zu bieten. Also wollte ich wenigstens das gut machen. Ich stellte hohe Anforderungen in den beiden Bereichen, die natürlich niemand erfüllen kann ... hauptsächlich stellte ich sie an mich. Eine Diskussion ging nicht zuende, ohne dass ich "gewonnen" hatte. Das heißt meistens natürlich auch, dass keine Diskussion zuende geht ohne dass sie zurecht sauer auf mich war.

Ich hab sie so oft so unnötig verletzt. Das war einer der Gründe, wieso sie mich am Ende nicht mehr liebte.

Der andere war, dass ich einfach ein Vesager war. Zum Zeitpunkt unserer Trennung hatte ich gerade das erste Semester meines Studiums verkackt und immernoch keine Wohnung für uns beide, obwohl wir schon so lange zusammenziehen wollten. Einen Nebenjob hatte ich natürlich auch nicht. Allgemein war ich in der Beziehung auch ein ziemlicher Versager und zu wenig zu gebrauchen. Ich hab einfach zu wenig mit ihr unternommen, nicht zuletzt wegen meiner Sozialphobie. Ich wollte sie am Wochenende nur ungerne feiern gehen lassen und ich hasste es wenn sie Alkohol trank, weil ich (was ich ihr natürlich nie gesagt habe) unendliche Angst hatte, dass irgendwas mit nem anderen Mann passiert. Sie war doch das einzige was ich hatte. Durch all die Sachen hab ichs im Verlaufe der Zeit geschafft, dass sie aufgehört hat mich zu lieben, obwohl sie mich wirklich unsterblich geliebt hat (war unendlich klammernd und sehr eifersüchtig weil sie mich so liebte und so irrationale Angst hatte dass ich mit anderen Mädchen was mache... hat wohl nicht geholfen dass ich sie öfters spaßmäßig mit irgendwelchen Mädchena us meiner Klasse geärgert habe... so konnte ich sehen dass ich ihr etwas bedeute, lächerlich ich weiß... aber sie sagte mir so wenig dass ich ihr viel bedeute [ausser dem "ich lieb dich" jeden Tag, dass aber nur noch gewohnheit war]).

Wie auch immer, sie ist ja nun Geschichte und damit muss ich leben. Waren übrigens zweieinhalb Jahre zusammen und sind seit etwa April vollkommen getrennt.

Gebessert habe ich mich aber trotzdem nicht. Zwar fange ich im Oktober mein Studium wieder von neuem an, mein Tag besteht aber immernoch größtenteils aus rumgammeln vor dem PC oder ähnlichem. Wenn ich mal rausgehe, dann gehts nur in die Tschechai zum Pokern. Einen Nebenjob für ne eigene Wohnung hab ich immernoch nicht, hauptsächlich weil ich panische Angst hätte sowas wie Kellner etc zu machen (aufgrund des Kontakts mit anderen Personen). Meinem besten Kumpel mach ich auch nur Probleme... zu laneg die Liste um es abzuarbeiten,. Naja, ich bin halt ein Versager.

Und fragt nicht wieso ich das hier schreibe, muss wohl einfach mal raus. Ich suche nicht wirklich nach Hilfe, ich will keine.

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