» »

Depression, ich komme einfach nicht mehr raus aus dem Loch.

Cvatan+RLucixe hat die Diskussion gestartet


Ich hoffe ich kann mir hier mal meine Gedanken und Gefühle von der Seele schreiben ohne das Vorwürfe kommen. Ich bin 23 Jahre alt und kämpfe schon seit 10 Jahren mit meiner Psyche. Hab einen haufen Klinikaufenthalte hinter mir und stehe nun mit der Diagnose Borderline Persönlichkeitsstörung da. Die letzten 2 Jahre ging es mir gut, ich konnte arbeiten gehen, hab meinen Mann geheiratet mit dem ich seit langem zusammen bin und nun haben wir im Dezember 2009 eine Tochter bekommen, tja und da fingen die Probleme an.

Die Geburt war alles andere als schön, es wurde nach langem kampf ein Kaiserschnitt und das gefühl des versagens kam auf. Meine Tochter war ein Schreikind, hat sehr schlecht geschlafen und war sehr anstrengend. Mir ging es immer schlechter. Als mein Mann dann wieder zur Arbeit musste bekam ich panik, ich schaffe das alleine nicht. Ein paar Wochen ging es gut und dann wurde es schlimmer. Ich habe meine Tochter angeschrien, sie meinem Mann wenn er von der Arbeit nach hause kam in den Arm gedrückt und gesagt das sie verschwinden sollen, zum teil habe ich mich selbst verletzt. Zwar nicht geschnitten, aber geschlagen.

Ich habe mich fürchterlich geschämt, ich hab versagt, als Mutter auf ganzer linie. Alle Leute werden mit dem Finger auf mich zeigen und hinter meinem Rücken über mich reden.

Irgendwann ging es nicht mehr und ich habe meine Eltern um hilfe gebeten, sie haben dann mich und meinen Mann mit unserer Tochter bei sich aufgenommen. Die ersten Wochen ging es besser aber dann wurde es schlimmer. Ich hab all meinen Mut zusammengefasst und bei einer Klinik angerufen die sich auf Wochenbettdepression spezialisiert haben. Ich bekam sofort einen Termin, eine sehr nette Ärztin. Endlich jemand der mich versteht und weiß was mit mir los ist. Sie verschrieb mir Medikamente (Cipralex 10mg und Remergil zur Nacht) und es wurde wirklich besser. Leider half das nicht lange, ich fiel immer wieder in Löcher und hatte das gefühl das jedes weitere Loch noch tiefer ist als das vorherige. Cipralex wurde weiter hochdosiert auf 20mg und sie gab mir eine Nummer von einem Therapeuten wohin ich mich wenden sollte.

Heute hatte ich dann dort den Termin und bin endgültig zusammen gebrochen. Ich dachte ich bekommen jetzt profisionelle Hilfe, einmal die Woche ein gespräch usw. aber dem war nicht so. Keine kapazität. Nur alle 2 Wochen für 30 min. Und Cipralex auf 30mg.

Das reicht nicht, ich kann nicht mehr. Ich entferne mich immer mehr von meiner Tochter gefühlsmäßig und auch von meinem Mann.

Liebe ich sie überhaupt noch? Hat das alles noch einen sinn? Wären sie nicht ohne mich besser dran? Bin ich überhaupt lebensfähig? Ich möchte am liebsten weglaufen, mich einschließen, niemanden mehr sehen oder hören. Aber da ist meine Tochter, sie braucht mich doch, ich MUSS doch stark sein. Sie soll ein besseres leben haben als ich, gesund aufwachsen. Aber ich mache ihr doch alles kaputt.

Dieses gefühlschaos macht mich wahnsinnig. Ich weiß nicht wohin, wo ich hilfe bekomme.

ICH KANN NICHT MEHR, ICH HABE VERSAGT.

Bitte achtet nicht auf die rechtschreibung und danke wenn ihr es bis hierhin geschafft habt zu lesen.

Antworten
s5chaxtzüli


Denk bitte nicht so..

Sie können bestimmt nicht ohne dich Leben..

Dein Mann hat bestimmt von deiner Psyche gewusst und er hat dich trotzdem geheiratet, weil er hinter dir steht..

Du schaffst das alles schon :)*

cYh<eekyYangel681


also erst einmal: du hast NICHT versagt. Du bist krank und stehst im Moment alleine da. Geh noch mal zu der Ärztin und schildere das mit dem Therapeuten. Die Suche nach einem ist manchmal langwierig, da es zwischen euch stimmen muss. 30 min sind auch def. zu wenig. Ich bin wegen einer ES mit Depressionen in Behandlung und wenn es nötig wäre, könnte ich 2x die Woche und zwar für fast eine Stunde.

Wende dich an deine KK, die haben Listen von Therapeuten, oder schau mal im Netz, da gibt es auch eine Seite bzw. in Beratungsstellen gibt es die s.g. grüne Liste. Dort sind alle Therapeuten deiner Umgebung aufgelistet mit Sprechzeiten und Schwerpunkten.

Wenn alles nichts hilft bzw. zu lange dauert, dann lass dich stationär einweisen. Vielleicht ist das Medi auch nicht das richtige für dich. Gerade bei ADs gibt es unterschiedliche Wirkung und 30 mg sind vielleicht zu wenig.

Auf alle Fälle wiederhole ich mich gerne noch mal: du hast NICHT versagt.

LG und ganz viel Kraft und nicht aufgeben

mQelinaZ0/623


Hallo,

Ich bin nur zufällig auf deinen Beitrag gestossen, Ich hatte nach der geburt meines zweiten Kindes eine leichte wochenbett depression ich bekamm auch medikamente die ich aber von mir aus nicht nehmen wollte. Ich war sehr weinerlich... ich hatte es nicht ganz so schlimm wie du...wichtig is das du jemand hast der dir zuhört, dein Mann ??? Meine Mutter stand mir damals bei sie war es die mir immer wieder sagte denk an deine beiden klein sie brauchen dich. Du liebst dein Kind... ganz sicher nur ich denke in dieser situation is man einfach nur überfordert und mit sich selbst beschäftigt...Mein mann musste sich damals auch um meine beiden kleinen kümmern ich war kaum dazu in der lage. Ich habe mich aber aufgerafft mit hilfe meiner Familie ohne sie hätte ich es nie geschafft. Denk an dein Kind es braucht dich... es ist nicht einfach sicher nicht aber du schaffst das. such dir Professionelle hilfe

Ich wünsche dir sehr viel kraft dafür

Liebe grüsse

clheekyXangRel81


z.B. kannst du mal hier schauen

[[www.psychotherapiesuche.de]]

[[www.bptk.de/.../psychotherapeutensuche/index.html]]

[[www.psychotherapeuten-liste.de]]

ich hab meine halt über die regionale "grüne Liste" gefunden. Die gibts in den allgemeinen Beratungsstellen der Sozialdienste oder Suchtberatungsstellen.

C1atawn+Luxcie


Erstmal danke für eure Antworten.

Melina

ich weiß das meine Tochter mich braucht. Das ist mir sehr wohl bewusst aber ich kann ihr nichts geben. Ich empfinde kaum noch was für sie. Das ist so schrecklich für mich. Ich habe mich ja in profesionelle Hände begeben aber überall stößt man auf Wartelisten die sehr sehr lang sind :°(

Cheeky

Danke für die Links, ich werde sie heute abend mal in ruhe lesen. Stationär ist so ne sache, ich hab ein Baby um das ich mich kümmer muss. Was soll aus ihr werden wenn ich nicht da bin :°(

Und jeder Therapeut hier hat Wartelisten von über 6 Monaten.

s#uns-h#ineYy


ein gutgemeinter rat von mir.......geh sofort stationär in therapie, alles was du jetzt brauchst ist abstand damit du wieder zu dir selber finden kannst !

sJunsh,iney


mir gings genau wie dir.....keine ausreden, deine tochter hat jetzt auch nicht viel von dir, lieber die kleine für 6 wochen bei der mutter unterbringen.....glaub mir alles andere bringt dir jetzt nichts.

c)heekCyangel81


@ catan

also entweder kannst du bei manchen Kliniken deine Kleine mitnehmen, oder deine Eltern kümmern sich um dich oder dein Mann beantragt bei der KK eine Haushaltshilfe.

Es gibt eine Lösung, aber die muss schnell gehen, denn dir scheint es immer schlechter zu gehen und deine Kleine braucht dich stark und gesund.

Vielleicht kann man die Zeit auch mit anderen ADs oder einer höheren Dosierung überbrücken. Was die Wartezeit angeht, kannst du dich bei vielen auf die Liste setzen und sobald jemand abbricht etc. rutscht du nach.

cGhdeek]yanRgxel81


"kümmern sich um sie (deine Tochter)" sollte es heißen

6v8(Fawbinanx68


Wohnst du noch bei deinen Eltern oder hast du jemanden, der vorübergehend deine Tochter zur Not auch 24 Std. am Tag betreuen kann?

Du darfst dir nichts vorwerfen, du bist krank und auf Hilfe angewiesen. Das hat nichts mit Versagen zu tun, sondern eigentlich kann man dir noch gut zu sprechen, du hast dich nämlich selbstständig um Hilfe gekümmert, als du gemerkt hast, dass du deine Aufgaben mit deiner Tochter nicht so erledigen kannst, damit sie nicht zu kurz kommt.

Glaub mal, es gibt genug Menschen, die sich aufgeben und es hinnehmen, dass es z.B. Kinder gibt, die darunter leiden. Du hast es richtig gemacht, indem du dir Hilfe geholt hast und dich an deine Eltern und die Klinik gewandt hast.

Jetzt ist es wichtig, dass du sofort richtig und umfassend behandelt wirst. Ich würde noch einmal Kontakt zu der Klinik, die sich auf Wochenbettdepressionen spezialisiert hat, aufnehmen. Die müssten doch eigentlich auch wissen, wie es mit deiner Kleinen läuft, immerhin werden alle Patienten von denen kleine Kinder haben ;-) Sprich offen mit deinen Eltern und deinem Mann und mit deren Hilfe schaffst du es dann auch, durchzuhalten und langfristig die Löcher zu umgehen, die dir das Leben so stellst.

Mach dich bitte nicht selber so fertig, du hast eine schwere Zeit und brauchst Hilfe, das heißt aber nicht, dass du als Mutter/Ehefrau versagt hast @:)

lsixlo77


Hallo,

ich finde auch, daß du einen sehr wichtigen Schritt gemacht hast und zwar das du dir Hilfe geholt hast.

Du bist einfach mit dir und der Situation überfordert, das wiederum erzeugt bei dir Schuldgefühle, ein teuflischer Kreislauf.

Er erste Schritt zur Erkenntnis ist gemacht, du findest bestimmt noch die Hilfe die du brauchst.

Ich hatte nach der Geburt meines Sohnes Angst- und Panikattacken und ich kann sehr gut nachvollziehen wie es sich anfühlt sein eigenes Kind "nicht zu fühlen" obwohl man sich nichts sehnlicher wünscht.

Das Gefühl zu haben, keine gute Mutter zu sein baut Schuldgefühle auf, die den Druck und die Überforderung noch erhöhen und der Selbsthass wird immer größer ...

:)* :)* :)* :)* :)* :)*

CPatan+Lsucie


Danke an alle

Ich habe grade nochmal mit meiner Mutter gesprochen. Sie gibt mir jede hilfe die ich brauche und wenn ich in eine Klinik möchte ist das auch ok, sie kümmert sich dann um die Kleine. Zur Zeit versucht sie mich so weit es geht zu entlasten und mir ruhe zu verschaffen. Auf meinen Mann kann ich zur Zeit leider nicht bauen da er sich sehr schwer tut mit meiner Krankheit und er ist beruflich extrem eingespannt.

Ich warte jetzt bis Mittwoch noch ab denn bis dahin wollten die sich von der Tagesklinik melden, ich habe noch die Hoffnung das es irgendwie ambulant geht aber langsam bin ich an dem Punkt wo ich bereit wäre auch stationär zu gehen.

Das Cipralex wurde erst heute erhöht, ich soll 2 Wochen abwarten und ansonsten wird umgestellt.

mkelinia0x623


Ich hatte es zum glück nicht ganz so schlimm wie du... aber dennoch kann ich dich verstehen wie schwer das ganz für dich is... Du glaubst du empfindest nicht viel für deine Tochter, du schriebst zu ** Cheeky "Stationär ist so ne sache, ich hab ein Baby um das ich mich kümmer muss. Was soll aus ihr werden wenn ich nicht da bin :°(

Das zeigt doch da da was für deine kleine is... du machst dir gedanken um sie wenn du nicht bei ihr bist... das tut eine mutter sie macht sich gedanken. du bist keine schlechte Mama, ganz sicher nicht... Du hast mit dir selbst zu kämpfen es is ein langer weg aber du schaffst das, du hast das glück wie ich und deine mutter steht in allen Lebenslagen zu dir, das is doch super :-) Mein Mann konnte das damals auch nicht wirklich verstehn aber heute sind wir wieder total glücklich miteinander... Ich wünsche dir und deiner Tochter alles glück dieser welt das ihr das schafft

c:hee^kyan/gel81


siehst du, du bist nicht allein und bekommst Hilfe.Vielleicht greifen die höher dosierten Medis ja, dass wäre schon mal eine enorme Hilfe um die Zeit zu überbrücken.

Gib nicht auf, bleib am Ball und kämpfe für dich und deine Kleine!!!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH