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Du bist liebenswert

cuor|azonx81


Da kann ich mich glatt einreihen. Ich habe selbst Probleme, mich als liebenswerten Menschen zu sehen. Das führt dazu, dass ich völlig irritiert bin, wenn mir jemand signalisiert, dass er mich mag oder ganz und gar liebt. Ich frage mich dann immer, wieso mich jemand mögen sollte. Ich bin nichts, ich kann nichts. Ich bin nichts besonderes.

Meine Eltern erzogen mich in dem Glauben, die größte Enttäuschung ihres Lebens zu sein. Nie war ich gut genug. Brachte ich nicht die Leistung, die sie erwarteten, straften sie mich mit Liebesentzug, Nichtachtung oder Schlägen. Brachte ich die gewünschte Leistung, wurde mir vorgeworfen, dass ich diese nicht immer bringe. Ich könne es ja, ich sei wahrscheinlich nur zu faul. Bereits mit 6 Jahren wollte ich mir das Leben nehmen, weil ich der festen Überzeugung war, meinen Eltern gehe es besser ohne mich.

Ich durfte so gut wie nichts, ich durfte nicht allein raus, ich durfte nicht mit den anderen Kindern im Wald spielen. Wie soll man Freunde finden, wenn man nichts darf? Kein Kind fragte mich, ob ich irgendwo mitspielen wollte. Es kam immer nur der Spruch: " Du darfst das doch sowieso nicht." Aus Sicht meiner Eltern war klar, warum ich keine Freunde hatte. Ich stellte mich ihrer Meinung nach einfach zu blöd an. Wie bei allem.

Mittlerweile bin ich weit von ihnen weg gezogen. Aber die Denkweise, dass ich nicht liebenswert bin, kommt auch heute noch hier und da durch. Das führt natürlich auch zu Problemen in meiner Beziehung, weil ich meinem Freund manchmal nicht glauben kann, dass er mich liebt und schön findet. Und er versteht nicht, dass 2 Jahre liebevoller Worte und Gesten nicht 28 Jahre Beschimpfungen und Demütigungen auslöschen können.

M^olliYe'nchxen


und sobald jemand sagt – hab dich Lieb laufen die Tränen

Wenn ich das lese, kommen mir auch fast die Tränen. Das könnte ich sein... Wenn ich "unerwartet" oder aus meiner Sicht "ungerechtfertigt" umarmt werde oder mir einer sagt, dass er mich lieb hat, flenne ich auch wie ein Schoßhund.

Aber auch wenn einen das als Partner/Bruder/Schwester/Sohn/Tochter/Freund etc. abschreckt, es ist trotzdem genau das, was solche Menschen brauchen. Das Heulen ist wegen der Sehnsucht, das endlich mal gesagt zu kriegen... Die Ungläubigkeit, dass es passiert... Und je öfter es geschieht, desto besser kann der Betroffene damit umgehen, nimmt es an, merkt, dass er nicht vor lauter Dankbarkeit heulen muss, sondern es verdient hat.

a=nt[hom


....ihr seit alle Liebenswert....... :)_

Htelia 58x0


:-D Danke anthom! :-D

Weißt du das du mir heute das erste Lächeln des Tages aufs Gesicht gezaubert hast! :)_

c{or/a/zoNn8J1


Wenn ich "unerwartet" oder aus meiner Sicht "ungerechtfertigt" umarmt werde oder mir einer sagt, dass er mich lieb hat, flenne ich auch wie ein Schoßhund.

Geht mir exakt genauso. Ich kann mich noch an eine Begebenheit aus meiner Studienzeit erinnern. Mein Vater hatte wieder mal "vergessen", mir Unterhalt zu überweisen. Ich war also pleite. Ein paar Mädels aus meiner Semestergruppe wollten ins Kino gehen und fragten, ob ich mitkomme. Ich musste absagen, ich hatte ja kein Geld. Abends standen sie dann alle vor meiner Tür und jede hatte ein paar Euro beigesteuert, damit ich mit ins Kino kann. Ich stand einfach nur noch heulend da, weil diese Mädels sogar Geld dafür hergegeben haben, damit ich mit dabei sein konnte. Jemand wollte mit mir seine Freizeit verbringen. Freiwillig! Das wollte mir damals nicht in den Kopf. Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich daran denke...

F#aladxa


Die von euch beschriebenen Probleme sind eines von vielen destruktiven Mustern, die durch seelische Verletzungen in der Kindheit entstanden sind. Ich litt ebenfalls sehr lange und massiv darunter. Solche Denkmuster habe ich mir damals als "Überlebenshilfe" zu eigen gemacht, aber unbemerkt sind sie auch mit mir ins Erwachsenenalter übergewechselt. Sie manifestierten sich unaufhaltsam immer wieder in bestimmten Situationen, sie klebten mir an den Fersen und wollten sich nicht abschütteln lassen. Sie beherrschten mein Denken, Fühlen und Handeln und aktivierten die stärksten negativen Gefühle in mir. Und man glaubt ihnen, weil man ihnen schon so lange folgt...

ABER – es gibt einen Ausweg! :)*

Ich empfehle euch allen das Buch [[https://www.amazon.de/Sein-Leben-neu-erfinden-selbstsch%C3%A4digenden/dp/3873876191/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1279375669&sr=1-1 Sein Leben neu erfinden]]. Darin wird beschrieben, wie ihr die Lebensfallen, die destruktiven Muster in eurem Denken aufspüren, verstehen und überwinden könnt! :)^ Mir hat dieses Buch (und eine Therapie) sehr geholfen! :)_ :)* :)* :)*

Ö"ndu(rdSíxs


@ Helia 80:

Bei mir ist es wohl ein falsch erlerntes Muster aus meiner Kindheit. Offiziell heißt es bei mir Borderline.

Wenn ich als Kind etwas richtig gemacht habe und lieb war, war ich ein gutes Kind und wurde geliebt. Das kam aber nicht oft vor. Meist war ich das böse Kind und das Stück Dreck.

Ich erwische mich leider oft dabei wie ich um seine Zuneigung und Liebe bettle. Mit allen Mitteln. Mit Worten und Taten. Dann verachte ich mich meist selber und ziehe mich wieder in mich selber zurück. Das ist im Moment wohl die einzige Option die ich habe.

Noch dazu ist mein Freund nicht so der Typ der mir 5x am Tag sagt das er mich liebt usw..

Streit vermeide ich tunlichst. Damit könnte ich in einer Beziehung nicht umgehen. Ein harsches Wort von ihm im Streit käme für mich einem Fußtritt gleich.

Ausserdem schafft er es immer wieder in meine Abgründe zu schauen, meine Mauer aufzureissen und mir das was er sieht sagt er mir auch ins Gesicht.

Im Moment denk ich halt viel über dieses Thema nach.

Geht mir 100% auch so.

Auch mein Freund ist so einer von der Sorte, wie du deinen beschreibst.

Auch mit Borderline. 100% ich.

Dieses hecheln nach Bestätigung von Außen, macht mich wahnsinnig. Das ist so würdelos!

Zumal es oft genug vorkommt, dass man versagt und dann noch Vorhaltungen gemacht bekommt.

Fialaxda


Im Hecheln nach Bestätigung kann man nur versagen. Weil es der falsche Weg ist. Es wird zu einer zerstörerischen Sucht, die nie gestillt ist. Denn Annahme und Bestätigung müssen von tief innen aus einem selbst kommen. Aber gerade dieser Zugang ist versperrt... ja, geradezu vermauert. :-|

Deshalb müssen diese Mauern aufgesprengt werden. Das braucht Zeit, Kraft und einen geschützten Raum. Eine Therapie kann helfen, oder Seelsorge oder eine andere Art, zu sich selbst zu finden, denn es muss die Angst, sich so zu sehen, wie man wirklich ist, überwunden werden. Das braucht Mut und allein schafft man es nicht. Aber die Befreiung, die man dann erfährt ist wunderbar! :-D :)*

Jeder Mensch ist liebenswert und gerade diejenigen, die uns am unliebenswertesten erscheinen, brauchen unsere Zuwendung am meisten!!!! @:)

Ein Mensch, der sich gefunden und sich mit sich selbst ausgesöhnt hat, kann auch alle anderen Menschen und das Leben selbst annehmen! :)* :)_ :)* :)* :)* :)* :)*

H4eliua 8x0


Ich komme mir oft wie eine unterwürfige Dienerin vor die nur darum bettelt geliebt zu werden.

Ich habe geputzt- liebe mich

Ich kaufe dir deine Lieblingsleckerei- liebe mich

Ich will immer Sex, wann und wo du willst- liebe mich

Ich mache mich schön für dich- liebe mich

Ich stehe morgens früher auf um dir Kaffee zu kochen obwohl ich selber keinen trinke- liebe mich

Ich mache alles was du willst- nur das du mich liebst...

Ich schäme mich vor mir selber... |-o

Und dann denke ich wieder, sowas will er doch gar nicht haben. So eine Dienerin wie mich. So ein braves Frauchen wie mich. Will er auch mal Gegenwind spüren? Widerworte? Ein Aufbegehren?

Ich bin ein Chamäleon, sag mir wie ich sein soll, dann schlüpfe ich in diese Rolle und bin so wie du es willst. Und wehe ich bekomme keine Rolle zugewiesen. Dann hänge ich in der Luft, könnte bei jeder winzigen Kleinigkeit Weinkrämpfe bekommen weil ich immer denke: Jetzt hast dus verbockt, jetzt hast du alles falsch gemacht. Jetzt will er dich sicher nicht mehr. Und wenn er mich nicht mehr will, dann habe ich versagt. Jämmerlich versagt. So geht das jetzt seit 4 Monaten und es streßt mich emotional doch sehr. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen. Genau aus diesem Grund war ich 5 Jahre allein. Und nun habe ich es doch wieder gewagt. Nur jetzt weiß ich warum ich gewisse Dinge mache. Nun muß ich nur noch lernen mit diesen Dingen zu arbeiten..

So gehts mir gottseidank aber nicht bei vielen Menschen. Im Moment nur bei ihm. Bei den meisten Menschen ist es mir relativ egal was sie von mir denken. Oder ich kenne manche schon so lange das ich mir ihrer Zuneigung 100 % sicher bin. Egal was kommt. Das sind aber leider sehr sehr wenige.

Und oft stell ich mich selber als die Böse hin. Das bin ich gewohnt, damit kann ich umgehen. Ich war immer die Böse.

@ Öndurdis

Wie alt bist du denn wenn ich fragen darf? Ich bin fast 30. Und je älter ich bin desto schwieriger scheint es zu werden...

Ö0ndujrdíxs


So wie du es beschrieben hast, trifft es das bei mir am Besten.

Ich bin 26.

aEnth.okm


.....und wie ARBEITET man da dran, dass es besser wird wie kann man an jemanden unterstützen oder was für sich selber machen ???

Ö-ndurOdxís


ich war übrigens auch immer die Böse.

Der Hund hat mich gebissen: "Was hast du jetzt wieder gemacht?"

Ich wurde in der Schule zusammengeschlagen: "Was hast du jetzt wieder gemacht?"

Mobbing in der Schule: "Was hast du jetzt wieder gemacht?"

Mobbing in der Lehre: "Was hast du jetzt wieder gemacht?"

Ich werde sexuell belästigt: "Was hast du jetzt wieder gemacht?"

usw.

Immer war ich nur schuld. Und irgendwann hab ich es selber geglaubt.

Mein Vater betitelte mich die ersten 16 Jahre meines Lebens als "Stück Scheisse" und "Dreckstück". Das prägt, verdammt nochmal. Hinzu kamen noch die schläge und der Psychoterror. Und das von Menschen, die mich hätten vor genau sowas schützen sollen. Sie sind schliesslich meine Eltern...

Wenigstens hier gibt es ein paar Leute, die wissen wie es mir geht und das verstehen, weil sie selber so fühlen. In meiner Familie und von meinem Freund bekomme ich nämlich keinen rückhalt.

Ich wünschte ich hätte einen "Gefühlsausschaltknopf". Ich würde ihn nur einmal benutzen, und das wäre endgültig.

Ö4nduqrdíxs


Es ist zum kotzen, ich zu sein.

ajnt:hHom


Nein, ist es nicht @:) @:) @:) @:) @:)

Tnemxmy


Ich hatte eine Fehlgeburt. Was hast du denn jetzt wieder gemacht?

Möchte die Liste nicht weiterführen, weil sie mir egal wurde, denn ich weiß besser was mit mir ist. Ich gebe keinem Menschen mehr die Macht über mich in die Hand.

Ich bin glücklich, ich zusein. @:) :)_ @:)

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