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Sollte ich es doch nochmal mit Antidepressiva versuchen?

W~eiurdo8"7


Da ist einfach sehr viel zusammengekommen...

Meine Exfreundin und ich haben letzten Sommer unser gemeinsames Baby verloren... das habe ich bis heute nicht verarbeiten können. (Es ist schon ein Wunder, dass ich das hier so offen schreibe, normalerweise würde ich das nicht tun.) Damit fing es an. Dann wurde ich krank, konnte wochenlang nur zu Hause rumsitzen anstatt etwas Sinnvolles zu tun, mir ging es psychisch immer schlechter, ich hörte auf zu essen, wurde wieder krank, musste mich vom Studium beurlauben lassen. Das ewige Nichtstun hat mein Selbstbewusstsein erst recht kaputt gemacht. Und dann mich einfach irgendwann alles eingeholt, was in meinem Leben je schief gelaufen ist.

Es ist einfach alles zu viel... der Verlust unseres Kindes, meine Schuldgefühle, Probleme aus Kindheit und Jugend, Zukunfts- und Versagensängte, die körperlichen Probleme, mein völlig gestörtes Essverhalten, meine Destruktivität, meine Schlafstörungen, Panikattacken, meine extreme Verunsicherung, mein Gedankenchaos, das ich nicht in den Griff bekomme.

WCar m=al derM K*a&ter


Hallo Weirdo

bevor irgendein Medikament verschrieben wird sollte erst mal sauber diagnostiziert werden. Es ist z.B. ein Unterschied, ob es sich "nur" um eine depressive Episode handelt oder ob als Basis darunter nicht noch etwas anderes steckt. Die Idee mit der Therapie ist deshalb hervorragend.

Bis dahin ist die Frage wie hoch dein Leidensdruck ist. Ein Medikament wie ein AD zu nehmen ist immer eine Kosten-Nutzen-Frage. Bei hohem Leidensdruck kann der Wirkungs-Nutzen die Kosten in Form von Nebenwirkungen deutlich überschreiten.

Ich selbst würde ein AD nehmen, wenn ich deutlich depressiv wäre. Natürlich gibt es da Risiken wie bei jedem Medikament, die sollten auch nicht kleingeredet werden. Eine Depression hat aber auch erhebliche "Risiken" wie soziale Isolation, Leistungseinbruch, Suizidalität.

Es sollte auch immer eine gute Anbindung an einen Psychiater gegeben sein, ein Hausarzt kann das nicht leisten.

Ein AD bewirkt keine spektakulären Veränderung der Persönlichkeit, Die Wirkung setzt eher langsam und subtil ein und führt im besten Fall zu einer Abnahme der Niedergeschlagenheit und Anspannung, zu einer Abnahme von Ängsten und einem Nachlassen der Grübeleien. Zusätzlich sollte aber auch eine psychotherapeutische Unterstützung laufen um eben auf Dauer nicht auf ein AD zurückgreifen zu müssen sondern auch andere Bewältigungsstrategien zur Verfügung zu haben.

l6e]o73


Hallo Weirdo87

zunächst einmal, das mit eurem gemeinsamen Baby tut mir wahnsinnig leid, und ich mag mir nicht vorstellen können, welchen Verlust das für euch beide dargestellt hat.

Finde aber toll das du dich hier etwas öffnen kannst, denn das hilft manchmal schon etwas, sich etwas von der Seele zu schreiben.

Wenn es Dir irgendwie hilft: hier sind viele andere Leute, die sich so fühlen wie Du. Das heißt schonmal, man steht nicht ganz alleine da.

Welche Auslöser schlußendlich wozu geführt haben, das kann sicher ein Fachmann/-arzt genau beurteilen. man selbst fühlt schon, in welche Richtung es geht, du hast einige Ansätze geschrieben. Aber eins funktioniert nicht: Selbstanalyse/-heilung.

Du solltest die Behandlung so rasch wie möglich in Gang bringen, und auch Deine Skepsis gegenüber den Medikamenten (zumindest vorübergehend) ablegen. War-mal-der-Kater hat das schön beschrieben. Vor allem: es geht um eine Behandlung/Therapie(-fähigkeit) die zunächst hergestellt und aufrecht erhalten bleiben muss. Mit der Zeit wird es nämlich nicht besser, sondern schlechter, und irgendwann stellt sich die Frage nicht mehr, ob oder ob nicht, dann gehts nicht mehr anders.

Wir können uns gerne weiter austauschen, wenn du möchtest, denn deine Symptome und meine gleichen sich fast wie ein Ei dem anderen.

Ich selbst bin zur teilstationären Behandlung in einer Tagesklinik angemeldet (Verhaltenstherapie gegen Panik, Angst), die beginnt im September. Habe total Schiss davor, was auf mich zukommt, aber ich muss es tun, weil ich nur noch lebe wie ein Zombie.

S/terRns=taubfxee


Hallo!!

ich leide seit meiner kindheit an depressionen und habe sehr lange ganz schrecklich gelitten, die ersten suizidgedanken mit etwa 12 jahren, mit 6 jahren dachte ich mir, au mann wieso wurde ich überhaupt geboren....

das ist echt ein ganz schlimmer leidensweg bis ich 20 war, habe ich auch gesagt ich nehme keine medikamente, ich will es so schaffen. noch dazu ist mein bruder psychotiker und nimmt medis die ihn total ruhig stellen, das hat mich immer abgeschreckt.

Ich nehme seit einigen jahren einen serotoninwiederaufnahmehemmer, ohne nebenwirkungen....es macht fit, gute laune und ich kann mich endlich auch mal wieder ab und zu komplett kaputt lachen.

ich habe dadurch nach so vielen jahren endlich eine vernünftige grundlage für mein leben bekommen!

eine therapie zu machen ist auch ganz gut aber wenn die depression im moment sehr stark ist, versuchs doch einfach mal mit tabletten....leider dauert es eben ein paar wochen bis sich der spiegel aufgebaut hat!

ansonsten stehe ich auch fast nur auf homöopathische mittelchen aber dafür gibts eben nix richtiges!

;-)

W7eirxdo8x7


Aufgrund eurer Beiträge denke ich, dass ich es wohl doch zumindest versuchen sollte... viel zu verlieren habe ich wohl nicht. :-(

Bleibt nur die Frage: Wann und von wem soll ich mir welche verschreiben lassen?

Wenn ich mir vom Hausarzt welche verschreiben lasse, habe ich vielleicht das Glück, dass sie mich bis zum Therapiebeginn halbwegs stabilisieren. Wenn ich allerdings Pech habe, verschreibt mir der Arzt welche, die vielleicht gar nicht passend sind... die Gefahr wäre in der Klinik wohl geringer.

Kann man da denn viel "falsch" machen?

SEtern!staubfxee


hey! es ist schon besser du würdest zu einem psychiater gehen, klingt vielleicht erschreckend aber der kann deine situation besser einschätzen!

es gibt unzählige arten von antidepressiva: manche machen dich einfach nur müde....andere wieder fit! ein hausarzt ist nicht wirklich in der lage, der gibt dir eben irgendwas nur um dich zu besänftigen!!! und das sind meistens bomben von denen du nur den ganzen tag schlafen könntest!!!

und je nach depressions art wird alles auch anders kategorisiert!!! scheint dass du ein post traumatisches ding hast....kann ich aber so nicht sagen weil ich es nicht studiert habe! @:)

versuchs doch einfach mal.....was kannst du noch verlieren ??? ich habe mich auch so lange dagegen gewehrt! aber jetzt bin ich froh darüber...kein grosses grübeln mehr...keine ängste oder panik attacken mehr...weisst du, ich sehe es mittlerweile wie ne art "diabetes", die brauchen eben auch ne stütze, ohne geht es nicht! und man sollte sich auf keinen fall schämen dafür! es ist nicht deine schuld!!!

das problem der menschen, die an depressionen leiden ist, dass sie sich selbst dafür verantwortlich machen....das darfst du nicht!!!

@:)

nXajadnagxut


Hallo weirdo,

ich würde dir auch raten, ein AD zu nehmen. Es beseitigt zwar keine Ursachen, aber es hilft, erstmal mit den Symptomen fertigzuwerden. Und bei dir gibts ja wirklich einen ganzen Haufen an Ursachen :°_ da kann ein AD eine gute "Krücke" sein.

Ich hab jetzt auch ein gutes Jahr lang Citalopram genommen, und ich hätte mir nie vorstellen können, dass das so viel bringt. Inzwischen bin ich mit meiner Ursachenforschung und -bearbeitung ein gutes Stück vorwärtsgekommen, da kann man übers Absetzen nachdenken.

Ein Psychiater ist wahrscheinlich die bessere Anlaufstelle als ein Hausarzt, wichtig ist aber vor allem, dass du während der ersten Wochen mit AD engen Kontakt zu deinem behandelnden Arzt halten kannst. Also wenn du mit deinem Hausarzt gut kannst und ihm das zutraust, ist das auch völlig okay.

Lass dir helfen :°_

LG

hJoneySbeex74


Hallo wierdo,

Du hast wirklich,ein schwere Last zu tragen,verständlich wenn Du dadurch nur "grau" siehts.Ich finde es gut das Du Dich geöffnet hast,es hilft wenn man etwas Ballast über Bord werfen kann..

Ich habe,wie najanagut auch ein Jahr Citalopram eingenommen,hat mich auch geholfen,sozusagen getragen sodas es etwas einfacher war erstmal gerade stehen zu können,und wenigstens etwas Licht zu erblicken.

Ich wird Dich auch raten zu ein Psychiater zu gehen.Bei deiner Probleme,es sind einfach zu viele.

Du wird es schon schaffen,wieder richtig freuen zu können,es ist nie zu spät,ein neue Anfang zu machen.. :)* :)*

m$imGixxy


Bin neu hier, aber zu diesen Beiträgen bzgl Abhängigkeit von den ADs muss ich meine eigene Erfahrung beisteuern. Ich habe ca. 6 Jahre lang Effectin (Venlafaxin) genommen aufgrund meiner Stimmungsschwankungen und "Über-Sensibilität". Drei mal habe ich versucht, langsam (über Wochen) auszuschleichen mit dem Resultat, dass ich 2 mal über 39 ° Fieber mit grippeähnlichen Symptomen bakem und einmal Brechdurchfall. Habe mir dann in der Apotheke Kapseln mit genau dosierten Mengen machen lassen und so ausgeschlichen, dass ich jeden 2. Tag mimimal reduzierte:

1.+2. Tag 50mg, 3.+4. Tag 49mg etc etc. Bin auf diese Weise innerhalb von 3 Monaten ganz gut von den Medis weggekommen, wenn man von einigen psychischen Verstimmungen absieht. Bin jetzt - 3 Monate später - aber am

Überlegen, ob ich wieder Ads nehmen soll, da ich wieder hyper-empfindlich bin. Würde aber keine Ads mit Venlafaxin mehr nehmen, das soll extrem abhängig machen.

So viel zum Thema "Abhängigkeit"....oder wir immer man diese Entzugssymptome beschreiben will.

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