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Autoritätsproblem

B.aronw von yPinthauxsen hat die Diskussion gestartet


Hallo Forum!

Ich hab ein ernstes Problem! Und zwar kann ich überhaupt nicht mit Autorität umgehen.

Zum Beispiel in der Schule, wie auch in der Familie.

Ich lasse erstmal Beispiele weg, aber ich wollte trotzdem fragen, was man dagegen (Autoritätsproblem) tun kann!

Gruß

der Baron

Antworten
A|nselTmo_xG


Was meinst du genau mit "nicht umgehen können"?

Machen sie dir Angst oder reagierst du eher renitent?

Welche Art von Autoritäten machen dir besonders zu schaffen? A. aufgrund von Position, Erfahrung oder Fähigkeiten?

AolleNaFmenvWexg


Hallo

Hab ich auch!

Auch wenn es innerlich kocht, die meisten wollen nur Dein Bestes!

Der verdammte Stolz :-o

D\estrUoy|ed 25


Auch ich...

...habe ein Problem mit Autorität. Es sei denn, ich bin diese selbst! ;-)

Ne, aber ernsthaft: Mir sind alle, die mich irgendwie beherrschen wollen, zuwider (Schule, Uni, Vorgesetzte etc.).

Ich mache viele Dinge unkonventionell, aber deswegen keineswegs schlechter als die breite Masse. Dadurch ecke ich schon hin und wieder an - wo? Eben, bei Autoritäten (oder denen, die sich dafür halten).

In unserer modernen Gesellschaft ist für solche Rebellen leider wenig Platz - wer nicht mit dem Strom schwimmt, läuft schnell Gefahr, untergebuttert und/oder belächelt zu werden. Ich finde, dass dieses Phänomen stetig zunimmt - der Hauptgrund dafür dürfte eine extreme Ausrichtung auf eine Leistungsgesellschaft sein, die Andersdenkende immer weniger duldet und schnell ins Abseits stellt.

Gruß,

Destroyed

FXlxoW


Lest A.S.Neill!

Ihr seid nicht alleine und außerdem noch im Recht, was diese Sache betrifft.

Es gibt natürliche und unnatürliche Autorität.

Erstere bedeutet, jemand ist einfach erfahrener(meistens älter)als du und/oder ist dadurch führungsberechtigt, dass du ihn für diese Position gewählt hast. In einigen wenigen Fällen darf dich die natürliche Autorität, z.B. deine Eltern gegen deinen Willen zu etwas zwingen, z.B. dir verbieten, auf Dächer zu klettern, mit Feuer zu spielen oder Drogen zu nehmen, wenn abzusehen ist, dass du entweder anderen oder dir selbst massiv schadest.

Die unnatürliche Autorität versucht, dich in ein Muster zu pressen, das du dir selbst nicht gewählt hast und mit dem du oft nicht einverstanden bist. Dies tut sie manchmal aus Sadismus, manchmal weil die Person denkt: "Ich wurde als Kind auch unterdrückt, warum sollst du es jetzt besser haben als ich damals?" Oft handelt sie aber auch aus guten Motiven heraus, will dich "zu deinem Glück zwingen"...

Alexander S. Neill fand damals dieses repressive System scheiße, gründete eine freie Schule ("Summerhill") und entdeckte, damit nicht nur, dass unnatürliche Autorität kontraproduktiv und krankmachend ist, sondern außerdem, dass Kinder, wenn man sie denn lässt, irgendwann(!) alle ganz von allein lesen, schreiben und die Grundrechenarten lernen.

@ Baron von P.,

ich habe über Summerhill zwei Jahre vor meinem Abitur gelesen. Danach fiel es mir einerseits leichter, diese beschissene Athmosphäre in der Schule mit den rechthaberischen Lehrern und duckmäuserischen Schülern zu ertragen, da ich ab da wusste, dass ich im Recht bin und dass es auch anders geht, andererseits rebellierte ich öfter und flog einmal in der 12. Klasse aus dem Unterricht, weil ich mich weigerte, das Trinkverbot zu akzeptieren nach dem Motto: "stört doch keinen, ich hätte auch nichts dagegen, wenn SIE trinken, herr Lehrer und später am Arbeitsplatz darf man auch trinken, je nach dem, wo man arbeitet, also lassen sie doch bitte den Schwachsinn..."

EcbayeKr


Zitat:

andererseits rebellierte ich öfter und flog einmal in der 12. Klasse aus dem Unterricht, weil ich mich weigerte, das Trinkverbot zu akzeptieren nach dem Motto: "stört doch keinen, ich hätte auch nichts dagegen, wenn SIE trinken, herr Lehrer und später am Arbeitsplatz darf man auch trinken, je nach dem, wo man arbeitet, also lassen sie doch bitte den Schwachsinn

Eine typische pubertäre Verhaltensweise, welche die autorität in frage zu stellen sucht, sei es auch durch eigene schwächen, welche man projiziert.

Die heutige Gewalt unter Jugendlichen, nicht nur an Schulen, sondern auch auf offener Straße haben wir auch der nichtautoritären vorbildslosen Elterngeneration zu verdanken.

Über Generationen hinweg ein Weg in den Untergang einer Gesellschaft, welche so immer weniger die Autorität besitzt,

Werte weiter vermitteln zu können.

L,oytxta


Ebayer ! wie bist du denn heut drauf ??? :-)

Also ich wurde SEHR autoritär erzogen - und - es hat NIX genutzt ! ;-D (weder mir noch meinen Eltern ;-))

d7e"rKatxrin


Ich entscheide

wer für mich Autoritätsperson ist. Das heißt nicht, daß ich keine Autoritäten akzeptiere! Aber als ein unter-Autoritäten-leiden-Müssender will ich wenigstens entscheiden, unter welchen Autoritäten ich leide.

Ich hatte fast ein Drittel meiner Armeezeit Ausgangssperre - aus eben diesem Grund... :-o :-o und wenn dieser smilie jetzt auch noch gehen würde: >:(

Vfossy1bxär


Ja, ja, ja,...

Ebayer, sprichst mir aus dem Herz. Aber es ist zu spät, um lange zu erklären. Autorität ist ein dehnbarer Begriff! Aber sie ist auf Erziehungsziele ausgerichtet unerlässlich für die kindliche Entwicklung

...Es gibt natürliche und unnatürliche Autorität.

.

Hähh? Was ist denn dann zum Beispiel die Straßenverkehrsordnnung? Unnatürlich oder natürlich! ich will dir was sagen, ohne diese Art von Autorität liefe hier nix! Und ob man es glaubt oder nicht: Durch Regeln können Kinder seelisch gesund aufwachsen.

Forum · Kindermedizin · 53249

Lfotvta


Vermutlich kommt es immer darauf an, auf welche Art und

Weise die Autoritätsperson versucht, ihre Autorität durchzusetzen. ;-)

(will das jetzt nicht näher erörtern, denn ich denke, es kann sich jeder was dazu vorstellen.)

dmerKMaptrin


Stimmt

manche "Durchsetzungsversuche" lassen Widerspruch aufflammen, manche Einsehen, manche Mutlosigkeit, manche Kopfschütteln...

F]lo}W


Vossybär

Nach den Kriterien, die ich in meinem obigen Beitrag erwähnte ist die StVO eine natürliche Autorität und zwar erfüllt sie diesbezüglich alle beiden von mir erwähnten Punkte: erstens ist sie unbedingt notwendig für die SICHERHEIT der Menschen und zweitens wurde/wird sie demokratisch abgestimmt (ok, zwar nicht direkt durch Volksentscheide, aber durch Vorksvertreter). Verstanden? Oder gibt es noch Rückfragen? Natürlich sind die Übergänge/Unterschiede von natürlicher und künstlicher Autorität manchmal fliessend. Künstliche Autorität ist, sich jemanden so zurechtzubiegen, wie der Erzieher - und nicht das Mündel - es haben will.

Ebayer, in deinem Beitrag hier argumentierst du nicht, sondern drischt nur Phrasen und die Fakten, die du aufzählst sind nicht korrekt: Gewalt unter Jugendlichen gab es früher sogar mehr als heute, behaupte ich. Nur stand das nicht in der Zeitung - genau wie es - ganz anderes Beispiel - früher keine Gewerkschaften gab und ein Arbeiter selbst schuld hatte, wenn er in der Fabrik tödlich verunglückte.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich ganz unabhängig von diesem Thread meinen Gesamteindruck von dir erwähnen, den ich auch schon vor dieser Diekussion gewonnen habe: dein Eindruck eines Möchtegern-Intellektuellen, der es liebt, irgendwelche Gedichte aufzusagen und damit "kulturell bewandert" zu wirken.

Das wollte ich einfach mal loswerden, vielleicht ist das jetzt kein kluger Schritt von mir, da sich auch andere User jetzt möglicherweise darüber empören, dass ich nicht sachlich geblieben, sondern ins persönliche gegangen bin. Meine Bitte, schreibt mir vielleicht auch was schlechtes über mich - ob nun hier oder in meine Mailbox - aber verliert bitte nicht die ursprüngliche Diskussion aus den Augen und/oder trennt sie vom Persönlichen. Ich würde nämlich gerne mit euch konstruktiv über die Autoritätsfrage weiterdiskutieren.

FOloxW


Ebayer

Eine typisch pubertäre Verhaltensweise, welche die Autorität in Frage zu stellen sucht, sei es auch durch eigene Schwächen, welche man projiziert

Welche Schwächen meinerseits siehst du denn in der Situation, die ich beschrieb?

V,ossBybäxr


@ flow

dein Seitenhieb gegen Ebayer hätte tatsächlich ins persönliche Postfach gehört und nicht in diese Diskussion. Ich bin diesbezüglich übrigends anderer Meinung!

Des Weiteren: Dass ich deine Erläuterungen bezüglich "natürlicher" oder "unnatürlicher" Autorität in Frage stelle, liegt nicht etwa daran, dass ich irgendwas nicht "verstanden" hätte, sondern begründet sich schlicht darin, dass ich anderer Meinung bin. Ich kann in Bezug auf Autorität mit den Begriffen natürlich oder unnatürlich nichts anfangen! Die Behauptung, dass Autorität, mit der ich einverstanden bin, natürlich ist und solche, mit der ich nicht einverstanden bin, unnätürlich sein soll, halte ich persönlich für Schwachsinn.

Alexander S. Neill vertritt eine Sichtweise, ich kenne aber noch hundert andere. Und ich finde es nicht ok, wenn jemand versucht, anderen diese Theorie aufzudrücken und dabei fies wird.

Aber zurück zum Thema Autorität:

Die kindliche Seele fragt bei ihrer Entwicklung natürlich zunächst nach Sicherheit und Geborgenheit. Danach kommt gleich schon die Frage nach der Rangordnung in der Familie. Wieviel Macht habe ich und wo bin ich ohnmächtig? (Gut in der so genannten Trotzphase zu beobachten, mit etwa 2 bis 3 Jahren) Sie probieren aus, wer das Sagen hat. Durch diese Erfahrung entwickelt sich erst das Selbstbild des Kindes. Es lernt unterscheiden, was wichtig und unwichtig ist, was gut und böse ist und den Unterschied zwischen "ich möchte" und "ich muss". Danach erst kommt die Entwicklung des Selbstwertes: Welche Rolle habe ich, welchen Nutzen, welche Aufgaben.

Nur wenn Kinder klare Regeln haben und an Grenzen stoßen, finden sie ihren Platz im Leben und lernen Eigenverantwortlichkeit und Disziplin. Dabei ist es sicher notwenig, dass die Regeln zum Wohle des Kindes gemacht sind und nicht der eigenen Bequemlichkeit dienen. Es ist aber nicht von Bedeutung, ob die Kinder damit einverstanden sind oder nicht.

Beispiel Zähne putzen: Es ist ein Unterschied, ob du einem Kind die Entscheidung überlässt, sich die Zähne zu putzen oder nicht - oder ihm die Entscheidung überlässt, sich morgens oder abends die Zähne zu putzen. Im ersten Fall kann eine Entscheidung mit schlimmen Folgen für die Zähne getroffen werden; sie werden womöglich gar nicht geputzt weil man keinen Bock dazu hat. Es folgt ein aussichtsloser Kampf um das Einsehen des Kindes, dass Zähne putzen wichtig ist. Es wird versucht, dem Kind die verantwortung für seine Zähne aufzudrücken.

Im zweiten Fall ist ganz klar: Zähne werden geputzt. Passiert das nicht, wird eine vorher bekannt gegebene Buße verhängt! (Beispiel einen Text über Zahnpflege abschreiben, wenns sein muss, jeden Tag). Eine Entscheidungsfreiheit besteht nur innerhalb dieser Regel und hilft zu lernen, den Tag selbst zu organisieren. (putze ich nun besser abends oder morgens?).

Manche Regeln und Vorschriften sind in diesem Staat und auch in zwischenmenschlichem Zusammenleben nicht in Frage zu stellen und das müssen auch Kinder lernen. Auf ihre Eigenverantwortlichkeit kann man nur dann setzen, wenn man ihnen vorher die Möglichkeit gab, sie zu erlernen. Ich finde es unfair, ein Kind ins Leben zu stellen und von ihm zu erwarten, dass es selber entscheiden soll und bitte schön möglichst auch noch richtig! Es ist gemein, Kinder wie kleine Erwachsene zu behandeln und ihnen die Möglichkeit zur Entwicklung zu nehmen weil man zu faul ist, sie zu erziehen. Mit so einem Verhalten wälzt man die eigene Verantwortung auf Kinder ab: "Du hast es ja schließlich selber so gewollt." Diese Verantwortung können sie nicht tragen und: Sie haben ein Recht auf Erziehung!

V~osOsybär


p.s.:

ich denke im Übrigen auch, dass die zunehmende Gewalt der Jugendlichen (und sie nimmt definitiv zu) auch an der Nicht-autoritären und Vorbildlosen Elterngeneration liegt, die im Sog der Antiautoritären Erziehung der sechziger Jahre aufgewachsen sind und wenig Selbstsisziplin und Eigenverantwortlichkeit zeigen. Die Antiautöritäre Erziehung übrigends war ein Riesen-Flopp: Die Selbstmordraten der Jugendlichen schnellten hoch! Erwiesenermaßen aus den obengenannten Gründen: Kinder ohne Grenzen und Regeln finden keinen Halt und fassen nicht Fuß. Orientierung klappt eben nur, wenn man weiß, wo es langgeht.

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