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Autoritätsproblem

F1lxoW


Ich bin auf keinen Fall ein Freund von philosophischen, nicht-praxisbezogenen Sichtweisen, Vossybär.

Alexander Neill vertritt eine Sichtweise, ich kenne aber noch hundert andere.

Seine "Sichtweise" besteht aus 50 Jahren pädagogischer Erfahrung. Ok, natürlich gibt es auch Leute, die Erfahrung darin gesammelt haben, Kinder zu unterdrücken und es als Erfolg darstellen, dass aus ihnen trotzdem was wird. (Naja, das mit dem "trotzdem" ist jetzt meine persönliche Formulierung ;-D)

Dieses Beispiel mit dem Zähneputzen, was du so schön ausführlich beschrieben hast, ist laut meiner Definition (über die wir ja jetzt reden) natürliche Autorität. Jetzt frage ich dich mal ganz pädagogisch: Na, hast du sie wirklich gelesen und verstanden? Ja? Und warum kommst du mir dann mit so einem Beispiel wie dem Zähneputzen? Das hatten wir doch gerade schon mit anderen Beispielen, wie Drogen nehmen, Staßenverkehrsordnung etc. Tja, dann lies noch mal genauer nach in den obigen Beiträgen, oder was meinste, hm?

Unabhängig davon, dass wie gesagt gerade vor der 68-er Zeit sich Schüler auf dem Schulhof grün und blau oder sogar tot prügelten, dies den Erwachsenen aber keine Aufmerksamkeit wert war im Ggs. zu heute, muss ich nochmals darauf hinweisen, dass Alexander Neill keine Schule ohne Regeln leitete. Dies verstanden die 68-er leider falsch. (Ganz) ohne Regeln geht es nämlich tatsächlich nicht, auf die Gefahr, mich zu wiederholen.

VMossmyb}är


Alos ich glaube,

eine Diskussion auf diesem Level bringt uns nicht weiter. Ich werde das Gefühl nicht los, wir reden aneinander vorbei. Zunächst sollten wir mal klären, was wir, speziell du, überhaupt unter Autorität verstehen ???

...Kinder zu unterdrücken ...

.

Unterdrückung und Autorität sind für mich jedenfalls vollkommen verschiedene Dinge. Solltest du Autorität jedoch so negativ behaftet definieren, dass du es mit Unetdrückung gleichsetzt, dann reden wir tatsächlich aneinander vorbei.

Autorität in der Erziehung von Kindern heißt für mich nicht, sie zu unterdrücken und zu versklaven, sondern bedeutet, dass ich erwarte, dass sie ihrem Alter entsprechend sich an Regeln halten, die den allgemeinen gesellschaftlichen, gesetzlichen und sozialen Regeln gleichen. Ich fordere das nicht nur, ich kontrolliere und sanktioniere das auch, damit die Kinder lernen, dass die Einhaltung von Regeln nicht zur Wahl steht! Ich erkläre die Gründe für die Notwenigkeit dieser Vorschriften und bespreche mit den Kindern die Konsequenzen bei Nichteinhaltung.

Übrigends, die Pädagogen sind nicht die einzigen, die Antworten auf Fragen der kindluichen Entwicklung haben. Sie glauben es leider allzu oft. Bei der seelischen Entwicklung des Kindes passieren im Gehirn organische Veränderungen, wie beispielsweise die Bildung und Verknüpfung von Nervenenden, die durch das verhalten der Umwelt maßgeblich beeinflusst werden können. Die Entwicklung der Kinder, auch ihrer Selbstständigkeit und ihres Selbstbildes, ist auch eine neurologische Entwicklung. Die Pädagogen sollten mal von ihrem hohen Ross herunterkommen und in Betracht sich anschauen, wie das menschliche Gehirn eigentlich funktioniert. Dass jeder Mensch von sich aus gut, vernünftig, lernbereit, offen und freundschaftlich ist, ist ein Wunschdenken.

F_loOW


Der Mensch ist von Natur aus offen, lernbereit, freundschaftlich etc. wenn er in einer Umgebung aufwächst, die sich nach ebendiesen Kriterien zueinander und zu ihm verhält. Wusste ich bis vor zwei Jahren auch noch nicht, da gehts mir wie dir. ;-D

Bezüglich deines letzten Absatzes: ja, ich weiß auch, dass der Mensch das Ergebnis von ca. 50% Erziehung und 50% Genmaterial ist. Letzteres können wir aber noch nicht beeinflussen, außer vielleicht durch Ernährung oder so, da muss noch geforscht werden.

Ich sage es dir jetzt zum 4. Mal:

natürliche Autorität, wie oben beschrieben = notwendig, damit der Mensch selbstständig und vollwertig wird

unnatürliche Autorität = schädlich, wird wird mal zwecks Unterdrückung (von sadistischen Eltern, Lehrern oder auch von Diktatoren), oft jedoch auch in gutem Glauben benutzt, weil der erziehende es nicht besser weiß/es selbst nicht anders erlebt hat.

Jetzt mal ein praktischer Erziehungstip (aber wie gesagt, lies das mal bei Neill, Appleton usw. nach):

wenn dir dein Kind auf die Nerven geht, seine Sachen in deinem Zimmer liegen lässt oder was weiß ich, dann darfst du dich darüber ärgern und seine Sachen vor die Tür werfen aber du darfst deswegen nicht z.B. Fernsehverbot verhängen oder so. Wer gibt dir denn das Recht dazu? Ist doch klar, dass dein Kind sich dann ungerecht behandelt fühlt (ok, nicht alle Kinder sind so, aber viele). Was hat dein Kind denn für Möglichkeiten, wenn es sich von DIR gestört fühlt? Verstehst du? Und so klappt das auch, probiers mal aus.

FglxoW


natürliche Autorität kann auch lebensnotwendig sein, z.B. Straßenverkehr, Gefahren im Haushalt etc. Da waren wir uns ja einig, oder?

V%osssybäxr


ein letzter versuch...

...du darfst deswegen nicht z.B. Fernsehverbot verhängen oder so. Wer gibt dir denn das Recht dazu? ...

.

Ich mache die Spielregeln! Ich bin erziehungsBERECHTIGT

...Ist doch klar, dass dein Kind sich dann ungerecht behandelt fühlt ...

.

tut es nicht, wenn ich die Konsequenz vorher bekannt gebe! dann kannn das Kind selber entscheiden, ob es das riskieren will oder nicht.

...wenn dir dein Kind auf die Nerven geht, seine Sachen in deinem Zimmer liegen lässt oder was weiß ich, dann darfst du dich darüber ärgern und seine Sachen vor die Tür werfen ..

.

Wenn du Kinder erziehst, weil sie dir sonst auf die NERVEN GEHEN, dann ist das schon der falsche Ansatz. Erziehung ist für mich die Maßnahme, damit Kinder selbstständig werden, und zwar um ihrestwillen; und keine Dressur, damit meine Nerven geschont werden.

Übrigends: Ich habe sechs Kinder und zu Anfang eine Menge ausprobiert! Meine Erkenntnisse basieren auf Erfahrungen, nicht auf Theorie.

..Und so klappt das auch, probiers mal aus.

...

.

Nein, danke! Ich habe keinerlei Probleme mit meinen Kindern, die mich zu solchen Versuchen motivieren könnten! Ich bin stolz darauf, dass sie alle fest im Leben stehen!

FNloxW


deine Kinder sind dir also noch nie auf die Nerven gegangen? ;-D

Ich werde meine Kinder lieben, aber wenn mir mein Sohn z.B. auf die Nerven geht und hundertmal sagt: "Papaaaaa, spielst du mit mir Marsupilamiiii?", dann werde ich ihm sagen: "nerv nich und verabrede dich mit deinen Freunden!"

Wenn er meine CD´s annuckelt, nur um mich zu ärgern, werde ich ihm zeigen, wie verärgert ich bin und wenn er das dann nicht einsieht, werde ich ihm auch sein Spielzeug kaputtmachen.

Wenn mein Kind aber offensichtlich noch zu klein ist um das zu kapieren, dann darf ich letzteres nicht tun und bin selber schuld, dass ich es in die Nähe dieser Gegenstände gelassen habe.

Naja, aber das brauche ich DIR doch nicht zu erzählen, oder? Ich glaube, falls du noch bedarf hast, verdrücken wir uns am besten in einen anderen Thread...

VzosQsybxär


kein Bedarf, danke!

du wirst also deinem Sohn das Spielzeug kaputtmachen, wenn er nicht einsieht, dass er deine CDs nicht annuckeln darf ??? *Schmunzel*

Wie du mir so ich dir? Wenn du dich in deiner ganzen Erziehung des Benehmens deiner Kinder bedienen willst, dass Prost Mahlzeit!

Ich seh euch schon, wie ihr euch gegenseitig mit Spinat bewerft. Hoffe, dein Sohn findet jemand anderem, von dem er "Erwachsenenverhalten" lernen kann, denn Spielzeug kaputt machen ist nicht unbedingt erwachsen!

FRloW


Ich habe doch nur gesagt, ich würde sowas tun, FALLS ER ES NICHT ANDERS KAPIEREN SOLLLLTE.

Denn dann muss ich mich halt auf seine Ebene begeben.

Sonst nicht.

Mit Kindern spielen und ihnen Märchen vorlesen ist auch nicht unbedingt erwachsen. Ok, der Vergleich hinkt jetzt etwas, bitte leg das jetzt nicht auf die Goldwaage...

F*loW


Muss nochmal

was richtig stellen, damit ich hier nicht als pingeliger Kleinkramnörgler rüberkomme, der den Blick fürs wesentliche verliert: der eigentliche Punkt unserer Diskussion war doch Unterdrückung: und damit meine ich nicht in erster Linie sowas wie Fernsehverbot, sondern das Kind/den Menschen in eine bestimmte Richtung zu zwängen. Viele Eltern gehen nicht wirklich auf die Bedürfnisse des Kindes ein: entweder sie vernachlässigen es, weil sie andere Probleme haben - vielleicht Ehekrach, Alkoholismus, Berufsprobleme etc. oder weil sie schlimmstenfalls das Kind gar nicht haben wollten und es nicht lieben...

ODER sie überversorgen es und/oder wollen nicht wahrhaben, dass das Kind in Wirklichkeit ganz andere Interessen als Klavierunterricht oder Vorbereitung aufs BWL-Studium hat. Viele Eltern aus besseren Schichten wollen, dass ihre Kinder unbedingst später in ihre Fußstapfen treten, obwohl sie vielleicht gar nicht dafür geeignet sind.

Sowas verstehe ich unter gutgemeinter Unterdrückung.

Vloss"yxbär


da hast du Recht

da würde ich sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass ist nicht gut gemeint sondern absolut egoistisch.

Aber wo du jetzt schon auf dem Weg zurück zum Wesentlichen bist: ich hätte gerne gewusst, wie genau die Autoritätsprobleme von Baron Pinthausen aussehen und würde gerne ein paar Beispiele hören.

(ich vermute fast, er hat sich aus dieser Diskussion schon ausgeklingt, weil wir ziemlich schnell vom Thema ábgekommen sind)

Also, Baron: Was genau ist los?

F3loW


hallo :-)

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