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Depressionen und Klinikeinweisung?

E-iinziiDqarcTiixq hat die Diskussion gestartet


Hallo,

hier geht es nicht um mich, sondern um meinen Freund.

Er wurde immer so erzogen, dass ihm alles in den Schoß gefallen ist. Nun ist er 20, wir sind seit 5 Jahren zusammen und wohnen seit 1 Jahr zusammen.

Er hat seine Ausbildung gemacht und verschiedene Aushilfsjobs gemacht.

Allerdings fingen mit der Ausbildung auch seine Depressionen an. Er hatte Heulausbrüche und sagte immer wieder er kann das nicht, ihm wird das zu viel.

Vorgefallen ist wären der Ausbildung nichts, er meint einfach nur die Arbeit...

Nun hat er nach der Ausbildung verschiedene Aushilfsjobs gemacht, immer nur kurz, abgesehen von seiner letzten Arbeit, ebenfalls Aushilfe (9Stunden die Woche). Jetzt hat der Laden zu gemacht und er wurde "versetzt" und das ganze geht von vorne los.

Heulausbrüche, er kann nicht mehr, das geht schon Tage bevor er arbeiten muss so.... ich kann das langsam auch nicht mehr und bin der Meinung wenn er mal für eine bestimmte Zeit in eine Klinik oder in eine Kur geht, damit er abschalten kann und dass ihm vielleicht mal jemand hilft.

Wie kann ich ihn davon überzeugen, in eine Klinik zu gehen?

WO kann ich mir Hilfe holen?

Gibt es eine Anlaufstelle, die mir meine ganzen Fragen beantworten können??

LG

Antworten
OMne Chearxt


Hi

Überzeuge ihn doch erstmal zu einem Psychiater/Neurologen zu gehen bevor du ihn einweist. Hat mir auch geholfen.

Gruß One heart

BTetloleStaxr


Ich denke auch, dass eine Einweisung noch nicht nötig ist...Heulphasen weise auch eher auf eine depressive Verstimmung hin,als auf eine richige Depression...er sollte sich an einen Psychologen wenden

Eziinz]iiqar>Tiaiq


Naja ich mache das Ganze jetzt schon seit 4 Jahren mit, eine Verstimmung ist das nicht mehr. Beim Psychater war er bereits, das will er nicht, das bringt ihm laut eigener Aussage nix...

M^ayfloxwer


Ich denke nicht, dass eine Klinik oder gar Kur das Richtige ist. Erst mal muss man herausfinden, WAS ihn eigentlich derart bedrückt.

Ist es die Arbeit an sich? Hat er den falschen Beruf? Sind es die Arbeitszeiten? Ist es der alltägliche Trott? Ist er überfordert? Oder unterfordert? Hat er Versagensängste? Hat er Angst vor anderen Menschen?

Das muss man herausfinden. Und dazu gehört er in die Hände eines Psychologen. Dabei müssen seine Kindheit, seine Schulzeit, seine persönlichen Stress-Bewältigungs-Strategien genauer angeschaut werden. Oft gibt es irgendwo irgendwelche Auslöser die "unterirdisch" immer noch wirksam sind. Solche Probleme sollte man unbedingt aufarbeiten, denn sie können einem ein Leben lang begleiten und unnötig viele Konflikte heraufbeschwören.

Ich würde ihm zu einer ambulanten Therapie-Begleitung raten. Keinen kompletten Ausstieg aus dem Arbeitsleben, wenn es irgendwie geht.

MYay|flgowexr


Naja ich mache das Ganze jetzt schon seit 4 Jahren mit, eine Verstimmung ist das nicht mehr. Beim Psychater war er bereits, das will er nicht, das bringt ihm laut eigener Aussage nix...

Da muss ihm aber mal jemand ins Gewissen reden: er ist erst 20. Er steht am Anfang seines Erwachsenenlebens. Er hat 40 Jahre Erwerbsleben vor sich. Er steht quasi am Start und geht schon in die Knie.

Da kann er nicht mit der Selbstdiagnose "das bringt mir nichts" kommen. Er hat alles daran zu setzen, (über-)lebensfähig zu sein bzw. zu werden. Das tönt jetzt sehr autoritär und hart, aber in diesem Alter stellt man die Weichen für das spätere Leben. Darum sollte er die Möglichkeiten, die es gibt, nutzen. Und da kommt er um eine Verhaltenstherapie wahrscheinlich nicht herum. Die ist hart, nicht immer angenehm, braucht Zeit, wird ihm aber längerfristig helfen, auch in belastenden und unbefriedigenden Situationen zu überleben. Wenn er erst mal weiss, was ihn plagt, kann er auch gezielt reagieren. Sonst wird er immer ein Opfer der Umstände bleiben.

Eine Kur wird ihm nicht helfen. Während der Kur wird er sich frei, unbelastet und gut fühlen. Kommt er heim, muss wieder in die "Mühle", kehren alle Symptome zurück: die Ursachen sind ja zwischenzeitlich nicht behoben worden.

Eriin-ziiq9arTiiq


aber wenn ich mal ganz ehrlich bin, ich kann ihn nicht mehr sehen.....

ich kann langsam auch nicht mehr... ich bin im letzten Ausbildungsjahr, in nem Job der nicht einfach ist, habe nen eigenen Haushalt (weil er nix macht), habe zwei Hunde UND seine ständigen Depressionen...

Ich hatte jetzt 3 Wochen Urlaub und bin noch genau so gestresst wie vorher...

Ich bin wirklich am Ende und hab null bock mehr.... Wenn er mal in ne Kur geht können wir uns beide erholen....

M.ahyfelolwexr


aber wenn ich mal ganz ehrlich bin, ich kann ihn nicht mehr sehen.....

ich kann langsam auch nicht mehr... ich bin im letzten Ausbildungsjahr, in nem Job der nicht einfach ist, habe nen eigenen Haushalt (weil er nix macht), habe zwei Hunde UND seine ständigen Depressionen...

Ich hatte jetzt 3 Wochen Urlaub und bin noch genau so gestresst wie vorher...

Ich bin wirklich am Ende und hab null bock mehr.... Wenn er mal in ne Kur geht können wir uns beide erholen....

Du wirst in über grosse Strecken stützen. Das dürfte auch der Grund sein, warum sein Leidensdruck, sich professionelle Hilfe zu holen, in Grenzen hält. Er hat ja Dich, er kann sich auf Dir abstützen und bei Dir abladen.

Daran könnt Ihr beide kaputt gehen. Bevor das passiert, solltest Du aktiv werden. Mach ihm Druck, sag ihm, dass er Hilfe braucht, dass Du die ihm nicht bieten kannst und er sich an eine Fachstelle wenden soll. Dass dürfte ein konflikthafter Moment sein. Aber er muss in die Gänge kommen.

Die Kur ist eine Illusion. Selbst wenn er eine bezahlt kriegen würde, wenn er zurückkommt, fangt ihr wieder von vorne an.

Wenn Du Erholung brauchst, dann gehst besser Du für eine oder mehrere Wochen ohne ihn in die Ferien. Das müsste dann aber auch so kommuniziert werden. Partner von depressiven Menschen müssen zwischendurch ganz bewusst Erholungspausen einlegen können.

K0etzeOrin


Wie wäre es mit einer Tagesklinik? Dann könnte er tagsüber an seinen Problemen arbeiten und abends wäre er dann wieder zuhause. Eine Kur fände ich weniger geeignet, weil da seine Probleme nicht "angegangen" werden.

EiinziiqarTiiq, du mußt dich von ihm auch abgrenzen können, sonst gehst du selbst den Bach 'runter.

K#etzexrin


Hier sind noch zwei Bücher für Angehörige, vielleicht sind sie auch eine Hilfe für dich in deiner Situation:

- Pitschel-Walz, Gabriele (2003)

Lebensfreude zurückgewinnen –

Ratgeber für Menschen mit Depressionen und deren Angehörige.

- Epstein Rosen, Laura / Francisco Amador, Xavier (2002)

Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist.

Wie man Angehörigen oder Freunden hilft.

Rowohlt Taschenbuch Verlag

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