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Nach dem Burn Out

cnatx78 hat die Diskussion gestartet


Hallo meine Lieben ich hatte vor 1,5 Jahren meinen Burn out! Und nun wollte ich wissen was sich bei euch so verändert hat! Habt ihr auch Angst wieder zurüchk zu fallen? Angst das einfach alles wieder kommt? Wie geht ihr damit um?

Antworten
S5chwede|n32009


Think Positiv

Ich hatte zwar kein Burn out, aber leichte Depressionen. Sicher hat man Ängste, dass man wieder mit so etwas belastet wird, weil man sich einfach lange Zeit so elend gefühlt hat. Aber dir geht es doch jetzt gut, oder etwa nicht?! Fixiere dich nicht zu sehr auf deine Ängste damit fossierst du eine zunehmende Sensibilität. Schau nach vorn :)z

c9at7x8


JA soweit geht es mir gut. Nur manche Tage sind halt so das man sich komisch fühlt. Ich versuche dann immer mir zu sagen das es nicht mehr wieder kommt. Aber halt son unwohles Gefühl ist da!

n4aj anangut


@ cat78:

*meld* hier. Bin vor gut einem Jahr zusammengeklappt und war erstmal ein halbes Jahr krankgeschrieben. Seit Januar arbeite ich wieder, bin mit 50% eingestiegen und jetzt wieder bei 100%.

Es ist immer noch ein ständiger Kampf. Ich muss bewusst darauf achten, wie es mir geht, wie ich mich fühle, ob ich noch kann oder nicht. Noch dazu bin ich in der Endphase meiner Doktorarbeit, und ich hätte genug Arbeit für 24 Stunden täglich.

Ich versuche, mir kleine Einheiten einzuteilen. Z. B. "okay, das machst du heute und morgen fertig. Heute machst du wahrscheinlich zu lange, na gut, dann ist morgen dafür um 3 Schluss." Ich muss quasi mit mir selbst Leistungs- und Pausenzeiten vereinbaren. Aber diese ständige Wachsamkeit nervt auch ziemlich, ich hab halt noch nicht wieder verinnerlicht, was ich wirklich machen kann.

@ Schweden:

Mit positivem Denken ist es leider nicht getan. Zu einem Burnout kommst du nur, wenn du deine eigene Leistungsgrenze über längere Zeit systematisch ignorierst. Dadruch fehlt einem oft das Gefühl dafür, wo z. B. Müdigkeit anfängt, man hats ja über Jahre nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Aber genau das ist wichtig, das muss man lernen. Soweit ich weiß, brauchen viele nach einem schweren Burnout Jahre, bis sie wieder leistungsfähig sind. Und es ist harte Arbeit, soweit zu kommen.

cYat7x8


Ja das stimmt, ich versuche immer nur noch heraus zu finden wie weit ich gehen kann...Hab einfach Angst immer eingeschränkt zu bleiben!

cNat7x8


Manchmal denke ich halt noch ob ich alles schaffen kann....oder was ist wenn ich nicht merke das es zuviel ist? Aber eigentlich weiß ich das! Ich möchte auch gern wieder arbeiten so einfach ein paar Stunden um zu gucken in wie weit ich wieder leistungsfähig bin! Wie hat sich der Burn out bei euch bemerkbar gemacht?

hdatschFixpu


Wie hat sich das Burn out bei euch geäußert?

Ich glaub meien Schwiegermama ist auch kurz davor...

Sie hat sich auch krankschreiben lassen, arbeitet nun aber wieder, ich mach mir echt Sorgen...

Sie bricht manchmal in Tränen aus und weiß nicht warum, sie sieht auch ganz schlecht aus...

Alles begann als ihr Bruder gestorben ist, dann ihre Mutter,die ihr sehr viel bedeutete, sie stand mit allem allein da. Der Vater war keine Hilfe,liegt ihr jetzt auch auf der Tasche und lässt sich bedienen (hatte Knie OP).

Ihr Mann ist auswärts arbeiten und seit Jahren nur ab und zu für kurze Zeit zu Hause.

Sie steht mit dem großen Haus, dem Vater und ihrem harten Altenpflegerjob allein da, muss sich enbenbei um ihren Hund kümmern,der jeden Tag einen langen Spaziergang braucht. Sie ist immer super mit dem Job klar gekommen, mittlerweile will sie morgens kaum noch aus dem Bett.

Sie ist eine sehr fleißige Frau und hilfsbereit, tut alles für ihre Familie, bekommt aber wenig zurück...ich würd ihr gern helfen,aber Hilfe nimmt sie nicht an,weil sie meint, ich habe mit den 2 Kindern schon genug zu tun...

caat~78


Also dann schreib ich mal meine Geschichte....Ich habe 3 Jahre komplett durch gearbeitet um meinen Festvertrag zu bekommen. Den hab ich dann im Oktober 2008 bekommen und dann starb meine Oma mein Vater und mein Onkel bekam die Diagnose Lungenkrebs. Ich bin trotzdem weiter arbeiten gegangen und da Personalmangel war bin ich von einem Dienst in den nächsten gesprungen.Dann im Nachtdienst wurde mir soooo schwindlig Herzrasen Durchfall und alles sowas ich habe tagelang nur geweint konnt mich zu nichts aufraffen wollte einfach nur schlafen. Und dann ging dieses Gefühl nicht mehr weg.Ich konnte nicht mehr raus gehen einkaufen und sowas. Ich habe mich komplett isoliert, weil mir immer schwindlig wurde! Ich begann eine Ärzteodysee. Und keiner konnte mich verstehen, es hieß immernur sie sind gesund.Bis ich mich so in sämtliche Krankheiten reingesteigert habe das ich eine Angststörung noch dazu bekam. Bin dann ins Krankenhaus gegangen um mich durchchecken zu lassen. Und dann die Diagnose. Schweres Burn out Syndrom mit mittelschwerer depressiver Episode! Ich wollte das aber nicht wahr haben und hab weiter gemacht wie vorher ....bis es dann gar nicht mehr ging und ich dann auf Therapie ging 4 Wochen stationär und nun habe ich nach 1,5 Jahren meine Therapie beendet und ganz ok ist es noch nicht aber auf dem Weg der Besserung! Viel besser als früher!

hWatsc0hi^pu


Oh man,hört sich hart an! Zusammen gebrochen ist sie auch schon im Badezimmer, aber das war noch bevor ihr bewusst wurde wie schlecht es ihr geht...Nachtschichten macht sie nun auch noch, leidet deshalb unter Schlaflosigkeit. Sie hat gesagt,wenn es nicht besser wird würde sie auch zur Psychologin gehen, aber ich hab Angst ihr passiert mal was wenn sie allein ist...

MBelch%enSxB


Ich habe eine Freundin die an Burn Out leidet. Könnt ihr mir ein paar Tipps geben wie ich ihr helfen kann?

KNaliA1RHP


Hallo cat,

mir gings mal ähnlich, das war vor ca. 12 Jahren.

Hab nen harten Job gehabt, der mit vielen privaten Probs kollidierte. Meine Mutter lag im Sterben, mein Freund hat mich mies behandelt, was zur trennung führte, ich zog um, und dann wurde ich auch noch arbeitslos, das war zuviel! Da hab ich starke Depressionen und Angstzustände und psychosomatische Beschwerden gekriegt, hab nichts mehr gegessen und bin viel zu dünn geworden. Klassischer Burnout. Mir war allerdings schnell klar, dass ich so was hab, ich bin Sozialarbeiterin und da sieht man psychische Störungen ständig.

Ich nahm also über ein Jahr lang leichte Antidepressiva, war ein paar Monate krankgeschrieben.

In die Klinik wollte ich nicht. Stattdessen habe ich 1,5 Jahre Verhaltenstherapie gemacht, das hat mir sehr gut geholfen.

Rückfälle (also dass ich wieder Therapie gebraucht hätte) hatt ich zum Glück keine. Aber ich hab noch lange Zeit nach der Therapie (mind. 6 Jahre lang) ziemliche Schwankungen und immer mal ein paar Depressionen und Ängste gehabt. Das hab ich aber mit den Mitteln bewältigt, die ich auf Therapie gelernt hab.

Einige Jahre lang hatt ich quasi ständig Angst, ich könnte rückfällig werden, das hat ganz langsam nachgelassen mit der Zeit.

Es braucht Geduld.

Wenn man innerlich so abkracht, kann man halt nur langsam wieder die Sicherheit gewinnen, dass man innerlich wieder stabil ist.

Ich glaube aber inzwischen, so richtig und ganz weg geht es nie, den Hau hab ich weg, auch wenn es mir wieder ok geht. Die Zeit kann man nicht dahin zurückdrehen, wo man sowas noch nie hatte! Es ist eben eine Erfahrung, die man nicht aus dem Gedächtnis streichen kann!

... und sollte, sonst rutscht man wieder ab.

Also sowas soll mir nie wieder passieren!

Ich hab darum beschlossen, in meinem Job nicht mehr vollzeit zu arbeiten und nervliche Belastungen so gering wie möglich zu halten.

Denn die kommen eh immer wieder auf einen zu, das muss man ja nicht herausfordern.

Ich kann dir also Mut machen :)^ :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*,

das kommt wieder in Ordnung. Und wenn es dir zwischendurch doch mal wieder schlechter geht: keine Angst, sowas passiert halt. Das lässt alles mit der Zeit nach, man wird cooler!

*:) *:) @:) @:)

c\orazxon81


Dann reihe ich mich mal ein. Ich hatte vor 2,5 Jahren einen Burn Out. In meinem Job sollte ich 24/7 erreichbar sein, 365 Tage im Jahr. Mein Handy klingelte immer, egal ob montags 23 Uhr oder sonntags um 4 Uhr früh. Ich stand ständig unter Strom, 2 Jahre lang. Bis dann plötzlich nichts mehr ging. Ich war nur noch eine leere Hülle, ich konnte nicht essen, ich konnte nicht schlafen, ich konnte gar nix mehr. Ich funktionierte nur noch. Irgendwann kamen die Tränen und hörten nicht mehr auf. Panikattacken, Angstzustände... Da habe ich gemerkt, dass ich die Notbremse ziehen muss. Ich schaltete mein Handy nach Feierabend aus. Ebenso am Wochenende. Ich begann "nein" zu sagen. Nebenher suchte ich nach einem neuen Job. Das musste ich auch, denn durch das Abschalten meines Telefons fiel ich bei meinem Chef derart in Ungnade, dass er mir eine Kündigung nahelegte.

Jetzt habe ich einen Job mit überschaubarem Arbeitspensum, geregelten Arbeitszeiten und lebe damit sehr gut. Wirkliche Angst, in alte Verhaltensweisen á la "ich muss, weil ohne mich geht nix" zurückzufallen, habe ich nicht.

h?atschDipxu


Und was hast du gearbeitet? Meine Schwiegermama ist seit 30 in ihrem Job, würde gern weniger Stunden machen, aber dann würde sie ihre Arbeit nicht schaffen und würde nur schlechter bezahlt werden bei gleichbleibenden Stunden...sie würde am liebsten den Beruf wechseln aber ist nach 30 Jahren nicht einfach. Sie wüsste auch nicht was sie machen könnte.

cMorazzoAn8x1


Ich war beim Fernsehen. Eigentlich war ich nur die Vertretung für meinen Chef. De facto habe ich seinen Job komplett gemacht und noch mehr.

Letztens wurde mir auch ein Job angeboten, der mich wieder an meinen alten Job erinnerte. Unbezahlte Überstunden, 24 Tage Urlaub, 40h-Woche... allerdings nur auf dem Papier. Ich habe abgelehnt. Ich möchte mich nicht mehr derart versklaven lassen.

KPaliYARHxP


@ corazon,

das hast du richtig gemacht. :)^

ich hoffe, du behältst diesen Job und er macht dir auch Spass.

@ hatschipu und corazon

Ja es ist dammt schwer, den Job zu wechseln. Als ich den Burnout hatte, war ich 40 und wollte auf was anderes umschulen.

Der AA Vermittler hielt mich für zu alt und hat es trotz Widersprüchen nicht bewilligt.

Jetzt arbeite ich als Soz mal hier, mal da, sehe aber zu, dass ich immer wieder Pausen hab. Zumal ich in der Zwischenzeit ziemlich krank war und eh nicht mehr so rabotten kann wie früher.

Für ne Rente reichts aber nicht, also schlag ich mich so durch und nehme auch längere Arbeitslosenphasen in Kauf.

Sozialarbeit ist kein Blablajob. Man schafft, putzt, geht für die Leute einkaufen, schleppt Getränke, macht Umzüge und räumt, ständig gehts Handy und wenn man nicht aufpasst, wird man beklaut es wird mit Selbstmord gedroht und man wird unter Druck gesetzt, wenn man zu irgendwelchem Blödsinn mal "nein" gesagt hat.

Ich mach nur noch Jobs ohne Schichtarbeit, Nachtbereitschaft und den Zwang ständiger Erreichbarkeit.

Meine Nerven sind doch ganz schön runter damit.

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