» »

Nach dem Burn Out

c]atI7x8


Du sprichst mir aus der Seele...Man soll eine individuelle Pflege herstellen und das am besten mit 3 Leuten für 40 Patienten. Oh man was ist bloß aus der Menschheit geworden!?

K,al*isARHxP


Ach cat,

die Menschheit als Massenphänomen ist so blöde und habgierig wie eh und je, da hat sich seit dem alten Rom und Ägypten nichts geändert.

einzelne Leute sehen das ales genau so wie wir, aber in der Masse läufts halt meistens schief.

das ist son soziologisches Phänomen:

In Gruppen (mehr noch bei Massen) wird sich immer nur am kleinesten gemeinsamen Nenner orientiert.

will sagen: stehen für eine Entwicklung von Massen, mehrere unterschiedlich gute Möglichkeiten zur Wahl, wird fast immer der schlechteste Weg eingeschlagen.

Beispiel: alle wollen Umweltschutz, was kommt dabei raus? Das Dosenpfand!

Oder: alle selbstbewussten Kunden wollen individuell betreut werden. Was kommt dabei raus? Dienstleistungsbetriebe, wo Leute ausbrennen und als Konsequenz die Dienstleistungs- und Fliessbandsozialarbeit und – pflege.

... während alle von Bench-marking, Qualitätssicherung und

allgemeingültigen Standards quatschen. Letztere orientieren sich naklar auch immer nur am kleiesten gemeinsamen Nenner, was man auch an der Entwicklung der Midestlöhne sieht. Immer so schlecht wie es nur irgend geht.

tja, dazu fällt mir auch nix anderes ein, als es zu beschreiben. Ich wüsste nicht, wie man sowas wieder rumreissen könnte.

*schulterzuck*

*:)

c>at7x8


Hey KaliARHP

Ja da hast Du Recht, mir fällt da auch nichts ein! Es beläuft sich nur noch auf Abfertigung. Wozu bekommt man dann die Standards eingeprägt? Ach Naja wir können uns so darüber aufregen aber ändern wird es eh nichts. Dann kommen wir armen Schweine und ziehen das durch um dann jahrelang wieder zu versuchen sein altes ICH wieder zu bekommen. Weißte wie ich meine?

K)alieARHxP


... ooh ja :)z :)z !

da hilft nur eins: den Ball so flach wie möglich halten und sich sagen: Ich bin nicht Jesus und ich kann und will nicht die ganze Welt retten.

Andere Leute können selber denken, die haben die Köpfe auch noch auf den Schultern.

Es gibt Fälle aufm Jugendamt z. b., da kannst du Berge von Akten lesen, in denen du siehst, dass schon die Grosseltern bekannt waren.

Was lernen wir daraus: die Klienten überleben seit Generationen und haben schon Generationen von Sozialarbeitern verheizt.

Die Eelt hat sich vor uns schon endlos gedreht und nach uns dreht sie sich fleissig weiter.

Das denk ich mir immer mal und das beruhigt mich ungemein.

Einmal hat mich die Chefin in einem Job angeschranzt: Glaub bloss nicht, dass du unersetzbar bist!!!

(meine mobbende Kollegin hatte sich bei der eingeschleimt)

Ich hab die angeguckt, dann rutschte mir raus:

Ach, ist das beruhigend! :)D zzz 8-) ;-D

Die hat vielleicht geglotzt... danach kam kein dämlicher Spruch mehr.

Später hat sie gesagt, dass sie meinen Vertrag nicht verlängert. Ich hab die gleichgültig Schultern gezuckt

und am nächsten Tag hab ich meinen Resturlaub genommen.

Das war das Ende meines letzten längeren Jobs in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung.

Da war ich mir meiner Therapie fast fertig und htte innerlich einen Entschluss gefasst:

Ich trag meine Haut nur noch millimeterweise zu Markte.

Womit ich (trotz H4) bis heute persönlich sehr gut gefahren bin.

:)^ *:) *:) @:) @:)

K7alJiATRHxP


hab ich meinen Resturlaub genommen

und na logo auch meine bislang noch nicht abgebummelten Ü- Stunden. ]:D

Und mein grad angefangenes Kaffepaket fürs Büro ]:D ]:D ]:D

*:) *:) @:) @:)

c\at78


Hehe genau das habe ich auch gemacht. Hatte nämlich noch 49 Resturlaubstage und 467 Überstunden....

Naja für mich habe ich festgestellt, das ich lernen muß das ich nichts ändern kann was das alles betrifft. Es wird immer so weiter gehen wie Du das schon gesagt hast.

Ich arbeite im Moment nebenbei bei einem Bestatter und ich muß sagen das mir das sehr gut tut, so blöde sich das jetzt auch anhören mag. Aber kein Druck kein ewiges sich fragen müssen ob man denn alles schafft und was ist wenn man es nicht schafft!

K9aliuARHP


Hi cat,

bei nem Bestatter arbeiten finde ich überhaupt nicht blöd, würd ich auch machen!

Ich kann mir vorstellen, dass das Augabenfeld da klar ist: die Bestattung nach den Wünschen der Kunden richten.

Das fänd ich total entlastend!

Das ist ja was anderes als wenn wer von einem erwartet, dass man ihm das gesamte vermurkste Leben irgendwie nachkorrigiert und dass er dann mitmal alles wuppt!

Da kann ich sowieso nur 1x trocken husten, denn genau genommen, bin ich in meinem Beruf gescheitert!

Ich bin nur noch Künstlerin und Philosophin ;-D ;-D .

und manchmal Honorarkraft und auch mal Putzfrau.

auch cool 8-) .

*:) *:) @:) @:)

cSat7x8


Huhu Künstlerin? Na das ist doch super? Malst Du zufällig? :=o

Ja das ist richtig schön entspannend man hat gefühlt alle Zeit der Welt!

KCaliAkRxHP


ich male und spiele Klavier und Bassigtarre, ab und zu hab ich mal schreibtechnische Anwandlungen und nähe viele meiner Sachen selbst. Es ist für mich aber deher zweitrangig, ob ich daraus "was mache", man kann meistens eh nicht davon leben. Ab und zu ändere ich mal Klamotten für Kundschaft, ich mach immer mal hier, mal da was, ich geb auch Anfängerklavierstunden für Erwachsene, die schon immer mal ein Klavier spielen lernen wollten.

Bevor ich studierte, war ich auch schon genau so drauf, dazu habe ich wieder zurück gefunden. Denn:

;-D :)^ es gibt ein Leben nach der Sozialarbeit!

*:) *:) @:) @:)

cNat7x8


Hehe also alles was so malen betrifft bin ich ne totale Null. Ausser jetzt beim Nageldesign! Das hab ich mir so angenommen. Das macht mir Spaß und beruhigt mich!

Wo kommst Du eigentlich her?

K~alizARHP


Braunschweig.

H-anna}-Marixa


Hi, ich platze mal mit hier rein. Mein burnout liegt etwa 1,1/2 Jahre zurück. Danach Wiedereingliederung in die alte Arbeitsstelle – ambulante Pflege. Dadurch dass die Leitung in meiner Abwesenheit gewechselt hatte, ist es insgesamt auch ein besseres Arbeiten für mich geworden. Überstunden sind kein Thema mehr, eher drohende Minusstunden, da unsere Kunden lieber die "preiswerten" Hilfskräfte wünschen, als eine teuere Fachkraft (Pflegeleistungen werden eben im ambulanten Bereich oft privat gezahlt oder zugezahlt). Für mich bleibt reine Behandlungspflege, weil die nur von Fachkräften erbracht werden darf, aber das sind eben meist Minutenleistungen.

Trotzdem sind alle anderen examinierten Kolleginnen gegangen – man findet ja wg. Pflegenotstand wieder gute Stellen in der Klinik. Jetzt plage ich mich damit herum, dass ich beständig die Fehler der Hilfkräfte beheben muss. Zudem machen nicht nur Schlamperei sondern auch Betrug in letzter Zeit die Runde und es ist für mich unheimlich schwer, damit umzugehen. Soll man Firma und Kunden schützen und die Missstände konsequent auf den Tisch bringen oder die Kollegen "decken" und – wie hier so schön gesagt wurde – auch den "Ball niedrig halten".... damit riskieren wir doch letztlich alle unserenn Job... >:(

axmazoxne67


Hey,

auch Gastronomen sind immer öfter betroffen. Mal abgesehen davon, dass die meisten mit diesem Job spätestens mit 35 Jahren Schluss machen, sind die übrig gebliebenen die Gear*. Ich bin noch mitten drin im Burn out und wäre meinen Job schon längst los, wenn ich nicht zufällig die Freundin des Chefs wäre.

Bei mir fing es mit ständig kreisenden Gedanken an: was hab ich vergessen, was muss noch gemacht werden, wie bekomm ich 4 Leute, die alle was fragen unter einen Hut, wie verpack ich die ungerechtfertigte Kritik des gemeinen Gastes, der sich , nachdem er den Teller leergegessen hat, beschwert hat und dabei sehr persönlich wurde (...oder können Sie das auch nicht? Sind sie immer so....). Dann kamen die Schlafstörungen, die Schmerzen im Kopf, in der Schulter, im Rücken und überall und danach die Tränen und die Depressionen. Irgendwann haben mich sogar die Kollegen nach Hause geschickt, aber ich musste erst an diesem Tag den ganzen Abend weinen, weinen, weinen, bis ich am nächsten TAg dann mal zu meinem Arzt ging. Nun war ich 4 Wochen krankgeschrieben und bin halbtags wieder am arbeiten, aber nicht in dem Betrieb, der mich krank gemacht hat. Bald (in c.a 2 Wochen) schliesst die Tagesklinik an. Ich bin immer noch nach 3 Stunden leichter Arbeit totmüde, habe Kopfschmerzen und weiß gar nicht, ob das richtig ist, was ich da tue.

Meine verstorbene Mutter hat mir immer gesagt: Kind, Du bist so ein nachdenkliches Mädel, mach mal langsam und überlaste Dich nicht. Ich hab es immer in den Wind geschlagen: Heute muss ich zugeben: Du hattest Recht, Mama.

Ich habe keine Ahnung wie es weitergeht und ob ich mich eher schlecht fühle, weil ich momentan so wenig mache (beschimpfe mich selber als faule Socke) oder weil ich vorher zuviel gemacht habe. Ich versuche mich zu stützen, male wieder, schreibe wieder, wie in der der glücklichen Zeit meines Lebens...

Wo ist das Stopschild? Kann ich darauf zählen, dass ich es in der Therapie lerne, wo meine Grenzen sind?

fragt die

H?annai-Marxia


Ich hatte eine sehr gute Therapie und bin auch der Meinung, dass ich die Dinge besser angehe als zuvor. Aber das ständige Gefühl, zu genau, zu anspruchsvoll und unersetzbar zu sein ist geblieben... Wo soll ich die Grenze ziehen, wo Genauigkeit aufhört und wo Schlamperei anfängt? Und gerade damit, dass ich meinen Ansprüchen gerecht werden will, sinkt das Arbeitsnivau der anderen und die Unzufriedenheit der Kunden steigt... Bin ich am Ende selbst daran schuld, dass ich mich so überfordert fühle? ??? :°(

Amazone, mir gings ähnlich wie dir. Noch dazu private Ehehölle und überall blieb die Arbeit nur an mir hängen und kaum Dank... aber privat ist bei mir Gott-sei-Dank alles wunderbar geworden. Und auch der Arbeitsumfang ist nicht mehr so groß. Aber wie geht man mit dem eigenen hochsensiblen Gewissen und dem Perfektionismus um? :°_

K`aliAVRHxP


Hi amazone,

auf der Therapie geht es ja auch genau darum, dass man lernt, seine Grenzen zu erkennen und bewusst zu entscheiden, wo für einen selber die grenze zwischen Mindestmass an Sorgfalt und Schmalperei ist, oder eher:

wo hört die Genauigkeit und angemessene Sorgfalt auf, und ab wo und wann ists schon zwanghafter Perfektionismus?

die Frage nach dem Stoppschild ist für mich da beantwortet, wo ich wieder dieses miese Gefühl kriege.

Du kennst es auch schon: das schlechte Gewissen, ob du auch dies und das gemacht hast, obs den Leuten (dem Chef) auch recht war, ob du jetzt auch mal lau machen darfst und kannst, Zweifel und Schuldgefühle, weil du die Kollegen vllt. angemault hast und was für dich da sonst uch noch alles da hin gehört.

Die Liste kann endlos weitergeführt werden!

Und wie geht man mit dem eigenen Gewissen und dem Perfektionismus um?

Einfach mal richtig bewusst böse, schnippisch, faul und schlampig sein.

Das macht sogar SPASS! seht euch mal "Elviras Erbe" an, das ist ein superkomischer Gruftie- Trashfilm.

Und Elvira machts uns allen bombig vor! ;-D

so und ich mach jetzt erstmal wieder ein bisschen Sport. Auch ne prima Sache, um die Laune positiv zu halten.

Zu diesem Zweck steht gleich neben mir mein Ergometer ;-D

*:) *:) @:) @:)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH