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Nach dem Burn Out

d%avourka


Mein Burnout liegt genau 5 Jahre zurück. Ich habe mich in die Arbeit gestürzt weil Beziehungen gescheitert waren und ich meinen Traum von einer kleinen Familie dahinschwinden sah. Ich dachte, dann möchte ich es wenigstens im Job mal soweit bringen, dass ich mir um Geld keine Sorgen machen muss, denn ich hatte zum damaligen Zeitpunkt einiges an Schulden. Ich war Tag und Nacht per Handy erreichbar, im Urlaub und überall. Mein Handy lag nachts eingeschaltet neben mir. Ich bin im Dunkeln zur Arbeit gegangen und abends im Dunkeln wieder nach Hause. Ich habe private Interessen dem Job hinten angestellt, habe Freunden abgesagt und kaum noch ein Privatleben gehabt. Im Job ging es der Firma dann irgendwann schlecht und wir hangelten uns von Monat zu Monat immer kurz vor dem Aus. Da ich die Lohnbuchhaltung mitmachte, sah ich die Pleite schwarz auf weiß auf uns zukommen. Ich dachte, ich kann meinen Teil dazu beitragen, die Firma zu retten und so arbeitete ich immer mehr, machte freiwillig unzählige Überstunden, nahm die Arbeit am Wochenende sogar mit nach Hause. Betriebsbedingt wurde mir andererseits zweieinhalb Jahre lang der Urlaub gestrichen, d. h. ich habe ihn beantragt, bewilligt bekommen und dann wurde er mir kurz vorher immer wieder gestrichen. Nicht mal 2 zusammenhängende Tage waren da drin !!! Ich habe mir keine Zeit mehr zum Essen oder für vernünftige Pausen zugelassen. Ich dachte, wenn ich jetzt Pause mache und was esse, dann kommt die Arbeit zu kurz. Ich habe viel abgenommen, dafür Komplimente bekommen. Fühlte mich deswegen gut obwohl es mir hundsmiserabel ging. Niemand hat mir irgendetwas angemerkt. War ich irgendwo eingeladen bei Freunden, sagte ich stets ich müsse arbeiten und kann deswegen nicht kommen. Durch meine Schulden verlor ich wegen der vielen Arbeit, die ich mir aufbürdete, den Überblick im Privaten. So kam nach 3 Jahren dann der große Knall und ich verlor auf einmal alles. Mein Job wurde fristlos gekündigt wegen haltloser Anschuldigungen, wie ich später noch vor Gericht durchboxen musste um eine ordentliche Kündigung mit sehr gutem Arbeitszeugnis zu bekommen. Mein Vermieter kündigte mir gleichzeitig die Wohnung. Ich kam nicht mehr aus dem Bett und war ein seelisches Wrack, 3 Monate krank geschrieben. Schlafstörungen, Herzrasen, Angst, Schweißausbrüche, Unruhezustände, Spannungsschmerzen und Muskelschmerzen überall, Heulkrämpfe auf dem Fußboden zu Hause. Meine Krankenkasse bewilligte mir eine 6-wöchige Kur, die ich wegen eines neuen Jobs abgesagt habe. Ich hatte ja Schulden und brauchte dringend neues Einkommen um mein Leben aufrecht zu erhalten. Ein Kreislauf ohne Ende. Mit letzter Kraft boxte ich mich durch das Arbeitsgericht, bewarb mich für neue Jobs, hatte Vorstellungsgespräche und tat so, als wäre alles in bester Ordnung.

Seither hatte ich 3 neue Jobs, die mir keinen Spaß machten. Wenn jemand mir vorschrieb, was ich tun soll, habe ich mich quergestellt. Wenn mir jemand in meine Zeitplanung pfuschte habe ich rebelliert. So habe ich meine Jobs alle wieder gekündigt, eine Weiterbildung gemacht und mich selbstständig gemacht. Es ging mir dann besser, ich hatte meine Zeit selbst in der Hand. Ich habe eine Therapie begonnen, um die Ursachen für mein Verhalten zu kennen, die Therapie ist noch nicht abgeschlossen.

Ich leide seitdem an wiederkehrenden depressiven Phasen, die sich Knall auf Fall einstellen und meist 2 – 3 Tage anhalten. In dieser Zeit leide ich vor mich hin, bin unausgeglichen, weine viel und ziehe mich zurück.

Ich fing an wieder Sport zu machen, das hat mir geholfen einen Ausgleich zu schaffen. Ich habe mich wieder bei Tageslicht draußen bewegt und das Grün der Wiesen und Bäume gesehen, das Zwitschern der Vögel gehört, den Wind um meine Nase wehen spüren. Ich war davon so ergriffen, dass ich dachte, was habe ich mir eigentlich angetan und wofür?

Heute ist es so, ich reagiere allergisch darauf, wenn mir jemand meine Zeit stiehlt. Zeit, die ich für mich alleine brauche, wenn mich jemand zu etwas verpflichten will was ich nicht will oder mir meine Pläne durchkreuzt. Ich habe gelernt, mir für mich ganz alleine Zeit zu nehmen, in der ich tun und lassen kann was ich will, was mir Spaß macht. Ich bin in gewisser Weise dadurch ein Einzelgänger geworden. Ich glaube ich habe noch ziemlichen Nachholebedarf mir meine geraubte Zeit der vergangenen Jahre zurückzuholen.

Ich habe mich jedenfalls komplett verändert, der Mensch, der ich vor dem Burnout war, den gibt es nicht mehr.

Seid lieb gegrüßt von mir *:)

cgaftB78


Hallo Davorka, da kann ich dir nur Recht geben, ich bin auch nicht mehr die die ich mal war. Meine Therapie ist jetzt abgeschlossen und so langsam fange ich wieder an zu leben. Leute zu treffen weg zu gehen. Manchmal geht es manchmal auch nicht! Das mit den 2-3 Tagen kenne ich auch! Und dann habe ich immer wirklich Angst das ich zurück fallen könnte!!!!

dHaSv5orka


Hallo cat,

ich habe immer Angst zurückzufallen, wenn ich mal viel auf einmal erledigen muss. Das bleibt ja trotz allem nicht aus. Deswegen muss ich mir auf jeden Fall immer Freiräume schaffen, das Gefühl der Angst ist immer da und ich glaube auch es wird immer bleiben.

Ich habe auf jeden Fall für mich herausgefunden, dass mir die Fremdbestimmtheit durch andere in meinem Leben Probleme bereitet. Ich weiß deshalb nicht, ob ich jemals wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückgehen kann. Nun, meine Therapie wird es mir hoffentlich noch aufzeigen. Ich würde mir wünschen, dadurch wieder so ein kleines Stück zu werden wie ich früher mal war, selbstbewußt, energiegeladen, anerkannt, vielseitig interessiert, lustig. Heute bin ich das Gegenteil von all dem: zurückgezogen, kraftlos, unscheinbar, desinteressiert an vielen Dingen, das Lachen habe ich verlernt.

Durch mein Burnout ist Lebensqualität verloren gegangen, manchmal kann ich mich heute selbst nicht leiden.

cVatx78


Ja ich weiß genau was Du meinst. Ich mache so ziemlich das selbe durch! Ist schon heftig, was so ein Burn out alles anrichten kann. Ich möchte irgendwann mal morgens aufwachen und merken das alles nur nen böser Traum war! Und ich so bin wie ich mich selbst kenne!

dxa7vorxka


Vor allem ich möchte mal früh aufwachen und einfach nur fit sein so wie früher und nicht ständig wie gerädert. So jeden einzelnen Tag zu beginnen ist auch nicht schön.

Das Schlimme am Burnout ist ja, man merkt selbst nicht wie man hineingerät, erst wenn es zu spät ist rafft man was eigentlich los ist. Ich mache mir selber zum Vorwurf, dass ich nicht früher die Notbremse gezogen habe um mich zu schützen. Wie auch, wenn mans nicht merkt? Ich dachte damals, das wäre alles normal :-/

cOatx78


Ja ich weiß...Manche Tage stehe ich auch auf als wenn ich überhaupt nicht geschlafen hätte

Slanuk


Mich hat es vor 2 Jahren auch erwischt

Mit einem Tinnitus fing es an. (nachzulesen hier: [[http://www.med1.de/Forum/HNO/376250/)]]

Da dachte ich noch an Krankheiten und nicht an eine Überlastung.

Ein halbes Jahr später ging nichts mehr. Als endlich eine Vertretung für mich am Start war (Stichwort: Personaleinsparung, hatte damals eine Führungsposition) bin ich einfach nur noch zusammen geklappt und musste wieder laufen lernen. Meine Beine sind mir wirklich weggebrochen. Mein Körper konnte und wollte das alles nicht mehr.

Habe glücklicherweise schnell einen Therapieplatz bekommen (jemand anderes hatte einen Tag vorher abgesagt) und bin nach wie vor dabei. In der Akutzeit einmal wöchentlich, jetzt nur mehr alle paar Wochen. Aber auch heute noch merke ich durch meinen Therapeuten, dass ich noch lange nicht aus der Gefahrenzone bin.

Er weckt mich immer wieder auf, wenn mein Verantwortungsbewußtsein und Perfektionismus zu laut werden. Habe mich sehr verändert seit dem. Lasse Dinge auch einfach mal laufen und es kümmert mich nicht, was daraus wird. Das war eines der größten Sprünge, die ich gemacht habe.

Überstunden gibt es nur bei ganz ganz großen Ausnahmen. Ansonsten ist nach 38,5 h Schluss und ich nehme die Arbeit auch nicht mehr nach Hause. Was für ein harter Lernprozess.

Jemand schrieb:

Bevor man ausbrennt, muss man gebrannt haben.

Dafür bürge ich mit meiner Erfahrung. Konnte nie verstehen, wie Leute einfach so zur Arbeit trotten jeden Tag (Versteh ich immer noch nicht.). Meine Aufgaben waren mir wichtig und sie erfüllten mich. So etwas brauche ich auch zu meiner Zufriedenheit immer noch.

Find schön, dass wir uns hier austauschen können @:)

Am besten lerne ich von anderen Erfahrungen.

Achja, dass ich nicht so leistungsfähig bin wie vor dem crash, hält bei mir auch noch an.

Hab es auf mein Alter bezogen (bin jetzt 40). Aber das stimmt nicht.

Die Angst vor einem nächsten burnout sitzt mir tief in den Knochen.

Wünsch euch ein schönes Wochenende *:) @:) *:)

KEaliAmRHP


... ja, diese Schlappheit, das hab ich auch viel.

frpügher war ich auch energiegeladener, heut bi ich einfach nur ausgebrannt.

Eine Freundin von mir ist Psychologin, die nennt das

seelischen Verschleiss!

Ich hab auch nach 10 Jahren immer noch Angst, ich könnt wieder so vom Glauben abfallen.

@ Sanuk

Boah dir sind gleich die Beine weggeklappt?

Hammerhart.

Bei mir waren mitmal ruckzuck die Füsse komplett durchgetreten. Der Doc verschrieb mir Einlagen und meinte: das holen sich normalerweise Bundeswehrsoldaten nach ellenlangen Gepäckmärschen.

Mein Gepäck war da anderer Natur, obwohl ich auch in der Schwerbehindertenpflege gearbeitet und viele schwere Leute rumgeschleppt hatte.

Ich hatte es auch mit 40.

Mit jetzt 50 gehts mir so leidlich. Aber nur wenn ich absolut in Ruhe gelassen werde, sonst geht es wieder los, das geistige Hamsterrad.

Bei mir ist das Prob, dass ich es nicht mehr schaffe, unterschiedliche emotional belastende Sachen gleichzeitig zu bedienen, das zerreisst mich sofort.

Z. B., ich schaff es nicht, einfach mal auf die Kirmes zu gehe, wenn ich weiss, dass in meinem Umfeld irgendetwas schiefläuft. Da lieg ich innerlich sofort auf de Lauer, wann der nächste Hammer fällt.

Kleiens Andenken an die Kombi Sozialarbeit und das lange Sterben meiner Mutter (sie hatte Krebs).

*:)

d~avoYrxka


Was mir auffällt, hier ist viel von Perfektionismus und Verantwortungsbewusstsein die Rede. Ich bin auch eine absolute Perfektionistin und es macht mich fast wahnsinnig wenn andere so leichtfertig mit bestimmten Dingen umgehen. Trifft es denn nur Perfektionisten?

Lasse Dinge auch einfach mal laufen und es kümmert mich nicht, was daraus wird. Das war eines der größten Sprünge, die ich gemacht habe.

Das musste ich auch erst einmal lernen und es geht tatsächlich. Hätte ich früher nie gedacht, ich glaubte immer, wenn ich mich nicht um die Dinge kümmere dann wird auch nichts daraus.

KHaliqARHxP


Naja, es trifft auch Zwanghafte wie mich.

Immer alles perfekt machen, bedeutet ja: alles muss lupenrein und gegen alle Kritik erhaben sein.

Ich hatte auch einen gediegenen Putzzwang, hab rabottet UND meine Whg war immer wie ein Möbel- Ausstellungsraum gewienert!

Es gibt auch welche die glauben, dass sie den Laden am Laufen halten müssen, sonst passiert ja gar nichts mehr, da zähl ich mich nicht so zu.

Ich muss immer alles super hinkriegen, weil ich sonst ja nicht richtig gearbeitet habe.

Wann hab ich richtig gearbeitet?

Wenn ichs schon vorgestern fertig habe und es 1A geworden ist.

Inzwischen bin ich cooler geworden, es ist schon viel besser. Auch meine Füsse tun nicht mehr so weh.

*:)

SOanxuk


@ KaliARHP

Das ist schon sehr erstaunlich, wie deutlich der Körper einem zu sagen vermag Das mach ich nicht mehr mit – geh durch das Schlamassel, aber ohne mich

In der schlimmsten Phase, wo ich kaum mehr zur Ruhe gekommen bin und an Schlaf vor lauter Gedanken nicht zu denken war, sind mir die Beine wie Butter unter meinem Körper weggebrochen und ich bin beim aufstehen hingefallen. Laufen ging nur in kleinen Schritten und mit festhalten. Eine Erfahrung, die man seinen Feinden nicht mal wünscht.

Mein Privatleben gab´s fast nicht mehr. Keine Freunde treffen, höchstens Telefonate. In meiner Wohnung sah es aus wie bei Hempels unterm Sofa. Ich habe einfach nichts mehr geschafft. Hab Klamotten gekauft, weil ich nicht zum waschen gekommen bin und solche unmöglichen Dinge.

@ davorka

Trifft es denn nur Perfektionisten?

Das denke ich eher nicht. Eher steht einem das Verantwortungsbewußtsein im Weg bzw. bereitet den Weg zum Ausbrennen. Dieses "Auweia-da musst du dich drum kümmern" blendet so einiges von seinen eigenen Bedürfnissen aus.

Den Perfektionismus seh ich als I-Tüpfelchen: Wenn ich etwas mach, dann aber auch richtig. Diese Devise lebe ich immer noch ... ich kann nicht anders. Dieses halbherzige irgendwas hinrotzen find ich unausstehlich.

Bin bei den Sachen, die ich mache mit Herz und Seele dabei. Das es auch die eigenen Angelegenheiten sind und nicht die anderer Leute (beruflich und privat) hab ich mittlerweile gelernt. War schwer zu lernen, Leuten bei ihren Anliegen abzusagen. "Nein, leider habe ich keine Zeit, weil ich mit einer Freundin verabredet bin." Puh, sowas hätte ich früher nie übers Herz gebracht.

Morgen ist Sonntag. Das ist wunderbar ... keine Aufgaben! sondern schöne Dinge tun. Gehe mit einem Freund brunchen und dann sehen, was der Tag hergibt ;-D

Bis demnächst *:)

KOaliA RHP


Hi Sanuk,

mir gings mit meinen Füssen ähnlich. Die taten 2 Jahre lang total weh, ich konnte kaum gehen, und sass in der Gegend rum wie festgeklebt, hab keinen Weg zuviel gemacht und musste auch neu gehen lernen, mit den Einlagen drin.

Durch die Tabletten und den Bewegungsmangel wurde ich fett und nahm 20 kg zu :-o

Inzwischen hab ich das meiste abgenommen und schaffe auch mal ein paar Schritt barfuss durch die Whg.

Zum Schluss hats bei mir auch nicht mehr schnieke ausgesehen. Ich hab grad noch geschafft die Wäsche zu waschen und alle 3 Wo. zu staubsaugen. Dreck hab ich eh keinen gemacht, denn ich hab nur noch rumgelegen oder – gesessen und für mich hin gestarrt und geheult.

Essen hab ich keins mehr runtergekriegt.

Und gehen konnte ich eh nicht mit diesen Füssen.

Inzwischen bin ich ja wieder fit und mach viel Sport,

ich selber bin wieder soweit hergestellt. Backe aber ansonsten sehr kleine Brötchen, sonst wird mir gleich wieder alles zu viel.

Viele damalige Freunde haben sich eh von mir abgewendet- ich war früher immer so unterhaltsam, heute bin ich zynisch geworden.

Einige konnte ich plötzlich nicht mehr um mich herum ertragen, weil sie mich ewig als Kummerkasten für ihre Sorgen nutzten, mir da aber selber wenig oder keine Unterstützung geben konnten/wollten.

Ich hatte im allgemeinen nicht das Gefühl, dass man meinen Zustand auch nur ansatzweise begreifen würde.

Ein paar kenn ich noch, das reicht mir aber total hin.

Und die sehe ich auch regelmässig. Denen gegenüber habe ich mich damit auch geoutet und nach und nach auch damit, dass ich nicht mehr als Soz loszuschieben werd.

Die fingen ja auch hochbesorgt an, sich toffe Jobs für mich auszudenken oder aus dem Internet zu ziehen, o je!

Es war manchmal schon grotesk: Ich sagte:

Oh Leute, der Sozjob, ne das schaffe ich nicht mehr. Diese ewigen Probleme, ich hab den Kanal damit voll! Ich hab selber die Krise!

Prompt erzählen sie: Ach, da und da ist ne neue Stelle frei geworden, soll ich dich mal promoten?

Wenn ich dann laut und fest "nein" sagte, guckten sie gläsern und fragten: aber warum denn, so ne schöne Stelle? %:| %:| %:| von wegen schön, o je

Da hab ich die "Ich- mach- das- nicht- mehr" Litanei so lange runtergeorgelt, bis es irgendwann gesackt ist.

Eine Bekannte, die mich immer besonders hartnäckig in irgendeinen Job schanzen wollte, hat später selber nen Burnout bekommen.

Zeitweise hat sie mich dann mitmal verstanden und lauthals gelobhudelt, wie konsequent ich doch sei.

Es scheint aber wieder versackt zu sein, die rabottet wieder wie Tier.

Die wird wieder jammern und zur Therapie rennen, na, wems gefällt...

*:)

K5aliAhRHP


@ davorka

Ich bin auch nicht mehr so wie vor der Burnoutphase, und obwohl ich mich relativ gut erholt habe und heute sehr oft heiter- relaxed bin, ist ein dicker fetter Bodensatz davon geblieben.

Ich glaube, den Hau mat man dann halt weg.

Ich bin zynisch, andere finden mich oft destruktiv- ich dagegen find mich einfach nur realistisch. Ich hab auch NULL Bock mehr, mich mit irgendwelchem Kram abzugeben, der für mich keine nennenswert guten Ergebnisse bringt- ob persönlich oder materiell.

Das hat grundsätzlich mit dem Burnout zu tun, wurde aber auch dadurch noch mal verstärkt, dass ich letztes Jahr ne schwere Op am Kopf hatte und 1 Jahr Krankschrieb zur Erholung brauchte.

Da weiss ich meine Zeit noch stärker zu schätzen, denn das hätte weiss Gott schiefgehen können. Ich hatte einen gutartigen Tumor im Kopf, die OP ist geglückt und ich bin froh, dass ich davon keine dauerhaften Schäden davon getragen habe. Gerade darum bin ich jetzt noch weniger belastbar, weil ich meine Zeit noch viel massiver verteidige, und auf der Arbeit macht man ja derartig viel Kappes.

Andere Leute, die irgendwas von mir wollen oder die mich mit irgendwas zusülzen und belasten, ohne selber aktiv was daran zu ändern, meide ich wie die Pest. Ich hab mein Kümmerpulver verschossen! Und ich weiss wirklich, wie schnell die Gesundheit kippt, und da passe ich auf jeden meier Tage auf wie ein Schiesshund.

Naja, ab einem bestimmten Alter hat man aber auch seine Erfahrungen gemacht und dann zieht man sich glaub ich, eh ein bisschen aus dem Getümmel zurück. Jugendliche finden einen dann vermutlich langweilig, intolerant und verkalkt. ;-)

d(avo rka


Einige konnte ich plötzlich nicht mehr um mich herum ertragen, weil sie mich ewig als Kummerkasten für ihre Sorgen nutzten, mir da aber selber wenig oder keine Unterstützung geben konnten/wollten.

Andere Leute, die irgendwas von mir wollen oder die mich mit irgendwas zusülzen und belasten, ohne selber aktiv was daran zu ändern, meide ich wie die Pest. Ich hab mein Kümmerpulver verschossen!

Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich auch der Kummerkasten für andere gewesen bin und ich hab mir noch nen Kopf gemacht, wie ich die unterstützen kann und Tipps und Ratschläge gegeben, habe mir extra Zeit für sie genommen. Zeit, die eh schon knapp bemessen war durch mein vieles Arbeiten. Sie haben die Tipps nicht angenommen und beim nächsten Treffen haben sie mich mit dem gleichen Mist wieder vollgesülzt. Ich habe meinen Freundeskreis nach dem Burnout aussortiert, ich habe den Kontakt abgebrochen. Sie haben mir mit ihren Problemen meine Kraft geraubt, die ich für mich selber hätte gut gebrauchen können. Diese Menschen haben anders herum für mich nichts getan. Seit ich mich von ihnen distanziert habe, fehlen sie mir auch nicht. Also war der Schritt gut und für mich wichtig.

Eine weitere gesundheitliche Begleiterscheinung nach meinem Burnout sind Gehörprobleme, Lärmempfindlichkeit und Heiserkeit oder besser gesagt eine "dünne Stimme" während meiner wiederkehrenden depressiven Phasen. Gehörprobleme äußern sich so, dass ich dann nicht so gut höre und oft einen Druck drauf habe und mal kurz schlucken muss, damit es wieder geht. Der HNO-Arzt aber meinte, da wäre nichts organisches festzustellen. Hmmm :-/ Lärmempfindlichkeit äußert sich bei mir so, dass nur der normale Alltagslärm wie Autoverkehr, Baustellen unterwegs etc. für mich einen extremen Stresspegel darstellen. Meine "dünne Stimme" (ich bezeichne das mal so) strengt mich beim Reden sehr an.

Zu Hause gehe ich nicht ans Telefon, weil mich das Klingeln allein schon nervt. So nach dem Motto, da will wieder einer was von mir. Am Schlimmsten ist es wenn ich am Wochenende früh am Morgen vom Klingeln des Telefons aus dem Schlaf gerissen werde, weil ich vergessen habe es auszustellen. Mein Handy habe ich meist lautlos, ich seh ja wer etwas von mir will.

Ich lese Bücher seit dem Burnout, was ich früher kaum getan habe, weil mir die Zeit dazu fehlte. Das entspannt mich.

d^avo/rkba


Noch was: Mir sind auch Menschen begegnet, die sich vor anderen damit profilieren und meinen "ich habe zur Zeit so einen Wahnsinnsstress, ich hatte am Wochenende ein Burnout aber jetzt geht es mir wieder gut." Sie täuschen eine aufstrebende Karriere vor und missbrauchen den Begriff Burnout unwissend als Angebermasche. Wenn ich sowas höre stehen mir alle Haare zu Berge. Wer wirklich ein Burnout hatte, der prahlt damit nicht in der Gegend rum.

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