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Wie Selbstschutz aufbauen bei depressivem Partner?

W^einbMenrgpfirPsicxh hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr Lieben,

ich bin ziemlich verzweifelt und sehe keinen Ausweg. Ich hoffe, Ihr habt vielleicht ein paar Ratschläge für mich:

Anfang 2007 war ich durch eine heftige Viruserkrankung mehrere Wochen ans Bett gefesselt. Seitdem beuteln mich regelmäßig schwere Erkrankungen (bspw. Wurzelentzündung mit vereitertem Kiefer, Ausbruch der Autoimmunkrankheit Vitiligo, Blinddarmentzündung, schwere Angina, Blut im Stuhl). Neulich (Kehlkopfentzündung) fragte ich meinen HNO-Arzt, ob es möglich sei, dass meine häufigen Erkrankungen etwas mit der damaligen Virusinfektion zu tun haben, schließlich war ich davor immer kerngesund und nie krank.

Er war überzeugt davon, dass diese nur die "zufällige Ersterkrankung" gewesen sein muss und mein Problem mit einer Veränderung im Umfeld zusammenhängen müsse. Ein neuer Job, eine Schwangerschaft, Fehlgeburt, Tod eines engen Verwandten etc. Ich verneinte dies alles, dachte aber im Anschluss über diesen vermuteten Umbruch im Leben nach.

Und siehe da: Mein Ehemann (wir sind seit 2004 verheiratet, er ist beruflich erfolgreich – ein toller Mann, aber schon immer etwas launisch, wir kennen uns seit 2000) leidet seit Herbst 2006 unter starken Depressionen. Diese kommen in unregelmäßigen Abständen. Sie äußern sich mit Verlust jeglicher Lebensfreude, extremem Schwarzsehen, Aggressionen, Schweigephasen, starken Schlafstörungen, Im-Kreis-Denken. Die Phasen dauern jeweils eine bis drei Wochen an.

Wenn eine depressive Phase beginnt, spüre ich das: sie äußert sich mit einer Veränderung seiner Gesichtszüge. Er wird auch deutlich wortkärger. Ab diesem Zeitpunkt spüre ich, wie ich mich anspanne, meist Durchfall bekomme, Kopfschmerzen und einen erhöhten Puls. Wenn er depressiv ist, leide ich also mit. Wache nachts mit Bachschmerzen auf. Weine tagsüber, weil er so ist wie er gerade ist.

Wenn seine Depression vorbei ist – das geschieht in der Regel so schnell, wie sie gekommen ist – erinnert er sich an die Phase nicht mehr richtig. Er bedauert, mir Sorgen gemacht zu haben, beteuert, mich über alles auf der Welt zu lieben – was der Wahrheit entspricht.

Im Anschluss an solche Phasen werde ich krank. Manchmal "nur" eine Erkältung oder ein Schub der Vitiligo. Manchmal schwerer (s.o.).

Ich kenne also nun die höchst wahrscheinliche Ursache meines Problems – sehe aber keinen Lösungsweg: Ich liebe meinen Mann sehr, so wie er mich, und ich würde ihn nie verlassen.

Die Frage ist also, wie ICH mit den Depressionen meines Mannes leben kann. Wie kann ich mir einen "Schutzmantel" aufbauen, dass mir seine Phasen nicht das Herz zerreißen und nicht solche (Zukunfts-) Angst machen? Ich spüre, wie mich seine Phasen zermürben, immer mehr Kraft kosten und meine Regeneration danach immer länger dauert.

Was kann ich – für mich – tun?

Antworten
fqatAalishtiscxh


Ist Dein Mann denn nicht in Behandlung wegen der Depressionen?

Es gibt doch schon sehr gute Medikamente um die Ausmaße in

Schach zu halten.

wdisemaxn86


Ist Dein Mann denn nicht in Behandlung wegen der Depressionen?

das wär jetzt auch meine frage gewesen...

WQeinb&ergpf@irsicxh


Doch. Aber das ist eine familiäre Krankheit und Aussicht auf Besserung schlecht. Ich wollte aber in diesem Fred nicht über meinen Mann diskutieren, sondern über mich, was ich für MICH tun kann. Ob es für mich etwas gibt, besser mit der Situation zu leben.

fSatTalisXtiscxh


Wieso ist die Aussicht auf Besserung schlecht und wieso willst Du Dich dem Schicksal fügen?

Depressionen sind medikamentös und psychologisch betreut sehr gut ausheilbar.

Die richtige Kombination aus beidem würde Deinem Mann Abhilfe verschaffen. Vielleicht

solltest Du für Dich evtl. auch Sitzungen in Anspruch nehmen um mit der Situation

besser fertig zu werden? Alles Gute Dir :)*

P[er-lia


Die Frage ist also, wie ICH mit den Depressionen meines Mannes leben kann. Wie kann ich mir einen "Schutzmantel" aufbauen, dass mir seine Phasen nicht das Herz zerreißen und nicht solche (Zukunfts-) Angst machen? Ich spüre, wie mich seine Phasen zermürben, immer mehr Kraft kosten und meine Regeneration danach immer länger dauert.

Ich kann mich den Vorschreibern nur anschließen. Es sollte in erster Linie um die Frage gehen, wie dein Mann aus diesen depressiven Episoden heraus finden kann. Es gibt Mittel und Wege, solche Phasen mindestens zu verringern. Darauf würde ich ihn in einer "normalen" Phase ansprechen. Sag ihm wieviel Kraft es dich kostet ihn so zu sehen und zu erleben. Meine letzte Beziehung ist daran zerbrochen, mein Partner hatte irgendwann keine Kraft mehr, mich in solchen Phasen zu ertragen. Und ich sage dir ganz ehrlich, ich verstehe meinen Ex-Partner inzwischen. Er hat keinen Schutzpanzer gefunden, sich dadurch auch nicht hilfreich verhalten können, und so ging irgendwann alles kaputt. Es wurde ein unaufhörlicher Kreislauf. Sprich mit ihm! Und wenn du nicht weißt wie, dann such dir einen Therapeuten der dir Tipps geben kann.

:)* alles Gute dir

RGhus' T.


du hast es schon richtig nachgefragt... du gehst davon aus, das die gesundheitliche situation deines partners sich nicht bessert, und du willst dich vor den auswirkungen schützen. okay, welche lösungen gibt es ???

1. wie die verschreiber: therapie der erkankung des mannes

2. therpie (gesprächstherapie o.ä.) für dich

3. ncith mehr den partner lieben (wie soll das gehen )

4. abstand gewinnen, unabhängig von "launen" und stimmungsschwankungen des anderen zu werden. wie soll das gehen? therapie s.o. ein erfülltes leben außer dem laebn mit dem partner und geduld und sich nicht alles so zu herzen nehmen. z.B. duch den gedanken: was wäre wenn ich meinen partner verlassen müsste, mur dass es mit gesundheitlich besser geht. mach mal den plan, denke ihn zu ende.... vielleicht wird deine angst dann etwas kleiner

an deiner stelle würde ich mir professionelle hilfe holen, und / oder auch professionelle hilfe für dich und deinen partner...

wünsche dir und deinem partner, dass ihr miteinander leben könnt...

g(raum


Weinbergpfirsich,

hast du deine – ich nenne es mal- extreme Empathie schon früher bemerkt?

Das was du beschreibst ist für mich sehr interessant, es ist fast so als übernehme man die Krankheit eines anderen . Aus welchen Grund ist mir zwar Schleierhaft , aber einen Zweck wird das wohl haben. Hast du dir darüber bereits Gedanken gemacht?

P6erlxia


graum

Genau aus diesem Gedanken heraus habe ich auch geschrieben. ":/

Z{wac;k44


Weinbergpfirsich, man bekommt im Forum nicht immer die Antworten, die man erwartet. Das muß kein Übel sein; es kann auch eine neue Sicht der Dinge eröffnen. Die Vorschreiber haben eines gesehen: Wenn die Ursache Deiner Beschwerden wirklich die Depressionen Deines Mannes sind, müßten sie verschwinden, wenn es keine Depressionen mehr gäbe. Dem kann ich nur zustimmen. Auf der anderen Seite können Depressionen familiär gehäuft auftreten, aber man muß sie nicht als gottgegeben hinnehmen, sondern kann sie bekämpfen. Niemand ist an seiner Depression "schuld", aber wenn man das Unglück hat, davon betroffen zu sein, hat man auch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, alles zu tun, um wieder gesund zu werden - sich und der Familie zuliebe. So hat mir das meine Frau auch erkärt, als ich betroffen war. Wenn Dein Mann Dich liebt, wird auch er das verstehen. Dazu kommt, dass Depressionen umso besser/scneller zu behandeln sind, je früher man sich in Behandlung begibt. Ihr solltet einen Termin beim Psychiater machen; er kann sicher Deinem Mann und Dir helfen.

Mrüelli2-01x0


Weinbergpfirsich, das Wichtigste ist bereits geschehen: Du hast erkannt dass du wegen ihm krank wirst!

Allein deswegen wird sich von ganz alleine schon ein Selbstschutz aufbauen.

Du weißt auch dass du nichts für seine Depressionen kannst, also schotte dich in diesen Phasen einfach selbst etwas ab.

In den Phasen würde ich dann mehr alleine unternehmen und mich zurückziehen. Viel mehr kannst du als Co-Depressiver ja nicht machen.

Einfach immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass du nichts dafür kannst und er es nicht mit Absicht so macht. Dann wird die Angst evtl. kleiner und die Symptome verschwinden nach und nach. Ganz wird es wahrscheinlich nie weggehen.

M$ülliG2u010


Und noch etwas, das soll nun absolut kein Rat zur Trennung sein!

Mich erinnert das nur gerade alles an mich selbst.

Ich war auch mal mit einem Depressiven zusammen der auch in Therapie war. Er hatte regelrechte Aussetzer. So im Alltag war ihm nichts anzumerken, aber manchmal war er nicht er selbst. Es war richtig beängstigend. In einer seiner (ich nenn es immer Halluzinationsphasen, denn da nahm er alles anders war als es wirklich ist) hat er mit mir Schluss gemacht mit der Begründung ich wäre nichts für ihn. Komisch, denn vorher hat er mich regelrecht vergöttert und nie gesagt dass etwas an mir stört oder so.

Ich dachte mir aber: Besser so.

Denn die Beziehung über hatte ich wie du sehr häufig Kopfschmerzen, Durchfall etc.

Von dem Tag an als Schluss war, war ich "geheilt" sozusagen.

Deswegen wollte ich ihn auch nicht zurück, denn freiwillig lass ich mein Leben nicht mehr zerstören von einem Depressiven, nie wieder!

LJies+l&Mkurkexl


ich kann dich gut verstehen, eine partnerin hat zwar nicht depressionen i ausaß wie dein mann, aber es gibt dennoch schwere zeiten und launen.

anfangs war ich auch immer it traurig...aber das hält kein mensch ewig aus.

mitderweile ist es so das ich weiß wie ich sie ablenken kann, ich verwsuche gespräche anzufangen. und ich selbst weiß für mich, das es auch wieder vorbei geht. . .ich bemitleide sie nier, bin einfach da und wenn sie agressiv ist etc dann geh ich eben aus dem zimmer.

wichtig ist, das du weißt das es nicht deine schuld ist bzw du nichts dafür kannst.

wenn du magst, schreib ir eine PN dann werde ich dir intensiver antworten. alles gute...denk auch mal an dich. . . :)* :)* @:) @:)

Wmaterxli


Natürlich kannst du was für dich tun. Du kannst dir z.B. auch Hilfe holen, vielleicht reicht es ja schon, wenn du mal mit jemandem über deinen Mann reden kannst. Oder wenn du ihn begleitest, wenn er in Behandlung ist, weil du ja auch das Problem zu tragen hast. Bei Alkoholabhängigen kann man auch nicht nur die süchtigen behandeln, da nimmt ja auch oft die ganze Familie Schaden, deshalb brauchen eigentlich alle etwas Hilfe, nicht nur der, der krank ist... (ich mein, du bist ja eigentlich auch schon "krank"... dein Arzt sagt quasi, das ist psychosomatisch... na dann muss er im nächsten Schritt was für deine Psyche vorschlagen... ":/ ).

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