» »

Depression: Wo ist der Ausgang, wenn man am Ende ist?

n}ele`2sWterxn hat die Diskussion gestartet


Ich bin am Ende meiner Rationalität angelangt und weiß keinen Ausweg mehr.

Ich bin 38 Jahre alt, geschieden, alleinerziehend (zwei Söhne 8 und 10) im medizinischen Bereich tätig.

Vor 3 Jahren wurde bei mir zum ersten mal die Diagnose Depression gestellt.

Vor knapp einem Jahr war ich dannn wieder ganz weit unten. Habe mich zuhause im Bett verkrochen, hatte panische Angst vor Menschenansammlungen, habe nur noch unter Zwang und wegen meinem übermächtigen Verantwortungsbewusstsein meine Kinder halbwegs versorgt.

Also zum zweiten Anlauf Psychotherapie, ärztliche Behandlung, Medikamente (zZ. Sertralin 100mg/d).

Die damalige Therapeutin hat die Therapie nach ca einem Jahr abgebrochen, weil sie " nicht an mich ran kam"

Wir waren wohl wirklich nicht kompatibel, dabei habe ich den festen Entschluss mir helfen zu lassen und will auch mein Möglichstes dafür tun, also neuer Therapeut.

Blöd nur dass ich bei ihm auch kein Wohlgefühl habe oder ist das überbewertet? Ich weiß es auch nicht mehr.

Ostern rum wurde es dann wieder besser die Panik war weg, ich konnte wieder schlafen und ab Mai auch wieder arbeiten.

Der Sommer war ok.

Seit ca. drei Wochen merke ich wieder diese Unruhe, ständige Erschöpfung, alles wird mir zuviel, mein "Loch" macht sich wieder auf! Hilfe!!!! Warum?

Es gab keinen Auslöser. Ich nehme weiterhin meine Medis, gehe weiter regelmässig zum Psychologen und zum Arzt.

Ich hatte mein Leben doch wieder halbwegs im Griff, was soll ich denn noch tun?

Ich fühle mich nutz- und wertlos, als Belastung für mein unmittelbares Umfeld. Wie lange machen meiIne Freunde und Familie das noch mit?

Wie will man eine Krankheit erklären die man selber nicht begreifen kann?

Ich überlege ob eine Kur das richtige wäre. Aber ohne die Kinder? Eine Mutter - Kind- Kur bekomme ich nicht noch mal da hatte ich schon zwei vor 2 und 3 Jahren, die allerdings nicht sehr langhaltig waren.

Ich habe Angst vor mir selber. Das bin nicht ich.

Wenn der Schmerz zu groß ist in mir dann könnte ich wahnsinnig werden, habe mir schon im wahrsten Sinne das Wortes die Haare gerauft und mit dem Kopf an die Wand gehauen, ich weiß das ist krank, aber der Druck ist so riesig.

Vor 15 Jahren habe ich einen Suizid versucht, den mein damaliger Nachbar vereitelt hat.

Davon bin ich heute weit weg, weil ich meine Kinder nicht alleine lassen würde, aber mein Inneres sehnt sich einfach nach Ruhe und endlich angekommen zu sein.

Das ist alles sehr verwirrend und ich schreibe sehr zusammenhangslos, aber genausoein Chaos ist in meinem Kopf.

Ich brauche Hilfe! Ich will meinen Kindern eine gute und glückliche Mutter sein, die nicht ständig weint und meckert, die nicht ständig zu erschöpft ist und ungeduldig.

Sie sollen sich doch nicht später an eine Mutter erinnern die die meiste Zeit ihres Lebens im Bett lag.

Was ich vieleicht noch erwähnen sollte, ich habe seit ca. drei Jahren mit viell Sport angefangen Fitness,, Walken, Schwimmen, Tennis und Tauchen. Aber nicht mal das hilft, gut nur das es immer mal wieder für kurze Momente ablenkt nur jetzt ist es schon wieder so weit dass Freunde mich dazu drängen müssen mitzukommen, wie lange noch?

Wie lange hält man das durch?

Bitte um Rat jeder Art, wer kann mir helfen ???

Vielen Dank im Vorraus

LG Nele

Antworten
k_yr\eoxl


Hallo Nele2stern,

ich kann Dich gut verstehen, ich leide seit 8 Jahren unter Depressionen und habe auch ein Jahr mit einer Therapeutin gearbeitet, mit der ich einfach nicht zusammen passte. So richtig aufgefallen ist mir das auf einer Reha 2004, dort war ich 7 Wochen und habe mit der dortigen Therapeutin viel mehr aufgearbeitet, als vorher in einem Jahr.

Auf dieser Reha hatte ich übrigens auch meine Tochter dabei, sie war damals 6 Jahre alt, es waren dort Kinder zwischen einem und 12 Jahren, die während des Tages in der Rehaklinik betreut wurden bzw. zur Schule gingen.

Vielleicht ist das eine Möglichkeit für Dich, Du stelltst dafür neben dem normalen Reha-Antrag, einen Antrag auf Kindermitnahme, da Du sonst keine Betreuung hast. Ich war in [[http://www.ahg.de/AHG/Standorte/Waren Waren an der Müritz]], dort findest Du Informationen unter Spezielle Angebote.

Gruß

FpalldenA"nge;l4xu


:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

W#arVtoen_auWf_Benxedikt


Hallo, ich kann dir als Angehörige und Freundin von psychischkranken Menschen schreiben. Sicher bin ich daher nicht so kompetent, wie wenn man selbst betroffen ist, aber erst mal vorweg: Als Verwandte oder Freundin kann man fast endlos viel "ertragen". Man empfindet es eigentlich auch nicht als "ertragen". Vielleicht eher manchmal als macht- oder hilflos, aber damit kommt man sehr gut klar, solange der "Kranke" nicht aufgibt!

Außerdem würde ich noch gerne betonen, dass ich solche Krankheiten wirklich als Krankheit empfinde. Du kannst gar nichts dazu. Genauso wenig wie du was zu einer Grippe kannst oder zu einem Beinbruch. Dein Leben kann perfekt sein und man kann trotzdem Depressionen haben. Bei meinen leider sehr zahlreichen Erfahrungen war fast bei allen die Medikamenteneinnahme am Wichtigsten (auch wenn mich jetzt vielelicht andere schlagen werden). Wenn die Medikamente regelmäßig in der richtigen Dosierung genommen werden (natürlich nur wenn man das passende Medikament gefunden hat), können meine Leute eigentlich alle ein normales Leben führen. Also sprech doch vielleicht noch mal mit deinem Arzt, ob du zum Herbst hin die Dosierung erhöhen kannst / darfst. Das machen viele. UNd das ist eigentlich auch mein wichtigster Hinweis!!!!

Das letzte vielleicht noch. Das du diesen riesigen Druck empfindest... ich weiß, du kannst diese Einstellung gerade nicht ändern, weil das genauso zu deiner Krankheit gehört, wie Schnupfen zu einer Erkältung, aber dieser Druck den siehst nur du. Keine Mutter ist perfekt, kein Arbeitnehmer ist perfekt, kein Haushalt ist perfekt und das muss auch nicht sein. Jeder gibt einfach sein bestes und das ist ausreichend. Versuch für dich und deine kinder einfach nicht diesen Druck an dich ranzulassen! :)* :)* :)*

GVraswnaMchseQnhör


Hallo Nele

Du bist nicht allein, wie dir geht es vielen. Ich bin selbst auch in dem Club. Nebenbei: bei mir ging es auch vor drei Wochen wieder tiefer nach unten, liegt wohl an der Jahreszeit. Mein Mann hatte schon Urlaub eingegeben und wollte mit mir nach Italien, Sonne tanken. Tja, allein der Gedanke reichte für Panikschübe und Depris. Ich hatte Schweissausbrüche am Laufmeter und nur noch den Gedanken, dass ich das nicht schaffen werde. Ich sah nur noch Probleme. Jetzt ist der Urlaub abgesagt und ich hab natürlich das schlechte Gewissen. Deshalb kann ich nachfühlen wie es für dich sein muss. Alles ist zuviel und doch sagt dein Kopf was Du zu tun hättest um eine gute Mutter zu sein und zu "funktionieren"...Ich schliesse mich der Meinung von Kyreol an, eine Auszeit wäre sicher gut für dich. Kann dir dein Hausarzt vielleicht helfen? Wenn er die Reha für nötig hält kann er sie vielleicht für dringlich und nicht aufzuschieben erklären. Was mir momentan hilft sind tägl. Spaziergänge, ganz alleine an ruhigen Orten. Hast Du die Möglichkeit die Kids regelmässig jemandem für ein Weile abzugeben damit Du zur Ruhe kommen kannst? Hat sich dein Körper vielleicht an die Medis gewöhnt? Ich habe jetzt gewechselt und nehme zusätzlich zu den Antidepressivas noch abends eine niedrige Dosis von einem atypischen Neuroleptika welches schlafanstossend wirkt. Seither geht es besser. Wünsche dir viel Kraft.

j.us;tice6x6


alles wird mir zuviel, mein "Loch" macht sich wieder auf! Hilfe!!!! Warum?

:°( Wünsche euch viel Kraft. :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Ich habe auch schon solche Episoden erlebt. Rückblickend würde ich sagen, dass man sich sein ''Loch'' selbst weit aufreißt. In etwa so, wie es bei Graswachsenhör im Text zu finden ist. Mir hat es meist geholfen bewußt dagegen anzukämpfen. Ihr packt das auch. :)z :)^

n<ele2Ustexrn


@ Graswachsenhör

ich kann Deine Situation so gut nachempfinden. Auf der einen Seite wäre der Urlaub bestimmt gut für Dich gewesen, aber auf der anderen Seite die Angst das alles zu bewältigen, die Reise, die fremde Umgebung, die Unternehmungen, wenn es einem doch schon schwer fällt morgens überhaupt aufzustehen und die Angst einem lieben Menschen vor den Kopf zu stossen.

All das ist doch eigentlich nicht der Rede wert wenn man gesund ist, das ist nicht mal einen Gedanken wert und mit der Krankheit blockiert es einem das Leben.

@ justice66

glaub mir ich kämpfe!

jeden Tag aufs neue, für mich damit ich wieder die sein kann die ich eigentlich bin, für meine Kinder um für sie da sein zu können, für meinen Job den ich eigentlich sehr liebe, für meine Freunde und Familie die mich bislang nicht fallen gelassen haben, für Normalität und für Ruhe.

Wenn ich aufgegeben hätte, dann hätte auch das alles keinen Wert mehr für mich und ich wäre wohl schon längst nicht mehr hier.

Ich bin aber hier und bin dankbar für jede Hilfestellung die man mir bietet und ich nehme sie gerne an.

Ich wünsche auch Euch ganz viel Kraft denn die brauchen wir alle so sehr weil wir selber keine mehr haben, woher sie auch kommt, denn wer kann anderen Kraft abgeben der selber keine mehr hat? :°( :°( :°( :°(

j5usti`ce66


und nur noch den Gedanken, dass ich das nicht schaffen werde.

Ich fühle mich nutz- und wertlos, als Belastung für mein unmittelbares Umfeld.

Das sind die Kraftdiebe. :)z

Wenn ich heute einen davon in meinem Kopf erwische, kann ich schon mal sehr streng zu mir sein, weil ich weiß wohin das führt, wenn man es nicht unterbindet. Denk dann manchmal: ''Ey alter, was fliegt dir eigentlich wieder für eine gequirlte K.... im Kopf rum. Jetzt ist aber SCHLUSS.'' ;-D Hört sich echt blöd an, ich weiß.

Mir hilft da der Gedankenstopp aber wirklich sehr gut.

Mein Leben ist zu kurz um es mit trüben Gedanken zufüllen. :)z

Eines habt ihr hier im Faden gemeinsam. Ihr seid viel zu selbstkritisch.

Z0waKckV4x4


Hallo nele2stern, kann es sein, dass Du so sehr auf Psychotherapie setzt, dass Du die medikamentöse Seite vernachlässigt hast? Ich meine damit: Bist Du in regelmäßigen Abständen bei Deinem Psychiater, erzählst ihm, was besser und was schlechter geworden ist, wie die einzelnen Medikamente auf Dich gewirkt haben und was die Medis Deinem Gefühl nach zusätzlich bewirken müßten? Mehr Antrieb, weniger Unruhe, besserer Schlaf, weniger abrupte Stimmungswechsel? Dein Psychiater kann Dir nur so gut helfen wie Du ihn informierst. Ich habe über 20 ADs probiert und ich weiß, es gibt immer noch etwas zu verbessern. Aber es sollte möglich sein, Dich wieder arbeitsfähig zu machen, so dass Du ein weitgehend normales Leben führen kannst.

Da ich selbst nie eine Psychotherapie hatte, kann ich nur vom Umgang mit meinem Psycho-Doc erzählen. Ich habe mich immer sehr dafür interessiert, was die Medikamente können oder nicht können. Ich habe auch protokolliert, wie es mir unter welchen Medis bei welcher Dosis gegangen ist, und das habe ich meinem Doc erzählt. Einmal pro Jahr veranstalten wir einen Rückschau-Termin, wo man aus höherer Warte betrachtet, wie es in den letzten Jahren mit welcher Medikation gelaufen ist, und versuchen, daraus Folgerungen für die Zukunft zu ziehen. Ich hatte auch immer schon einen Plan B parat für den Fall, dass sich die aktuelle Medikaton als verbesserungswürdig herausstellen würde; auf diese Weise wurde es nicht gleich hoffnungslos, wenn es gerade mal nicht so gut geklappt hat.

Ich wünsche Dir alles Gute. :)* :)* @:)

c<irmexzz


Mir hat das Sertralin nicht so viel gebracht, momentan nehme ich Venlafaxin, das ist ganz gut.

Z(w~ackW44


Das ist individuell verschieden. Jeder muß für sich selbst das "richtige" Mittel finden.

FkallensAngxel4u


ich hab dich lieb meine süße :-x :-x :-x :)_ :)_ glaub mir, du kannst nichts sagen oder tun, dass ich dich je fallen lassen würde :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

K_riegeVr_desI_LiEchtxs


Hallo Nele!

Mir gehts genauso wie dir. Werd' dazu wohl auch bald nen Thread aufmachen.

Jedenfalls fühl ich mich auch immer unruhig, kann schlecht schlafen und habe dieses "drückende Etwas" in mir, das einfach nicht mehr weggehen möchte.

Wollte auch letztens als Kurzschlussreaktion die Freundschaft meines besten Freundes kündigen, aber das hat er dann schnell zunichte gemacht und mir gesagt, dass er das mit mir durchsteht. Das fand ich toll von ihm @:).

Jedenfalls wünsch ich dir viel Kraft und eine unbeschwerte Zukunft, ohne dieses "drückende Etwas", das ich als Betroffener nicht einmal selbst beschreiben kann.

PS: Ich setz mich manchmal für fünf Minuten einfach irgendwo hin und beobachte die Leute, die an mir vorbeilaufen. Ich denke mir dann, dass manche von denen auch Depressionen haben und diese auch überstanden haben. Danach kann ich kurz aufatmen und weitergehen. Das hält zwar nicht lange an, gibt mir aber für ganz kurze Zeit einen Durchblick bezüglich meines eigenen Chaos!

Lieben Gruß!

_+TsuNnamix_


Mir hat letztens ein Apotheker gesagt, dass Antidepressiva bei den meisten Menschen nur sehr wenig bringen – im Sinne von langfristig und problemlösend.

nrele2{sntern


@ Zwack44

Ich habe bislang noch nicht ganz viel anderes probiert an Med.

Mit dem Sertralin bin ich vor drei-vier Jahren auch gut klar gekommen allerdings reichte da noch die halbe Dosis und ich konnte es nach nem dreiviertel Jahr wieder absetzen.

Jetzt nehme ich es im Oktober schon ein Jahr und zwar in der doppelten Dosis.

Aber die Frage die mich am meisten beschäftigt ist wieso, woher kommt das?

Irgendwo liegt da ja wohl auch eine Stoffwechselfunktionsstörung im Gehirn vor, aber was löst das aus?

Für viele ist mein Zustand sicher unverständlich, ich lebe in wirtschaftlich sicheren Verhältnissen, kann meinen Kindern und mir ein angenehmes Leben bieten, sicher auch hier und da mal Abstriche, aber im großen und ganzen geht es uns doch gut im Vergleich.

Von daher gäb es keinen Grund.

Ausserdem bin ich mir heute sicher, dass ich die Tendenz schon viele Jahre habe, aber was löst es aus.

Wenn ich die Ursache wüsste und es überhaupt besser verstehen könnte, vieleicht würde mir dann leichter Fallen etwas dagegen zu finden.

Ist das jetzt auch utopisch und naiv? Nicht böse sein ich weiss nicht wie ich es anders schreiben soll.

Sorry

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH