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Fragen zur Psychotherapie

K.etrzerixn


"Aber die Praxis sieht etwas anders aus, als es auf dem Papier steht."-

Wenn dich das stört, würde ich das einfach im nächsten Gespräch thematisieren.

"Wie verhalten sich eigentlich normalerweise Psychotherapeuten? Ich meine, pflaumen sie gelegentlich ihre Probanden an?"-

"Normalerweise" finde ich schwierig zu sagen. Man hat ja mit den Therapeuten auch unterschiedliche Persönlichkeiten, unterschiedliche Therapierichtungen und Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen gegenüber sitzen.

Liöck1cWhenx1


Meine ehemalige Verhaltenstherapeutin hat mich nie angepflaumt. Sie hat erklärt, wenn sie ein völlig andere Meinung hatte als ich. Ich finde diese Haltung richtig.

Mein ehemaliger Analytiker, hat mich mehrfach grob angefahren und mir was verbieten wollen, wenn er meinte, das ich das Abstinenenzgebot verletze, also meine Wünsche und Ziele im Leben anfing umzusetzen, anstatt nur darüber zu sprechen. Das hat mich allerdings nie davon abgeholten, zu tun was ich für richtig hielt. Ich war u. bin der Meinung, das ein Psychotherapeut sich nicht in das Lebens des Patienten einzumischen hat. Alles was er dadurch erreichte, war ist mein Vertrauensverlust.

DWie_2Woxlke


Danke für Eure Antworten!

Mit "normalerweise" meine ich: Ich nehme an, dass man im Psychologiestudium lernt, wie man verhaltenstherapeutische Gespräche führt. Wie man es richtig oder falsch macht usw.

Wir hatten abgesprochen, dass wir, anstatt meine spezifische (ehemalige) Angst zu bearbeiten, an meinem Durchsetzungsvermögen und an meinem Selbstbewusstsein arbeiten. Das hielt und halte ich auch für eine gute Idee.

Ich sage nämlich in einer betreffenden Situation lieber erst mal nichts und hinterher treibt es mich dann lange um. Ich brauche immer erst ne Weile, um eine Situation nachträglich zu reflektieren. Aber dann ist es halt zu spät für eine adäquate, spontane (und auch noch zugleich stimmige) Reaktion.

Jedenfalls habe ich jetzt das Gefühl, egal was ich sage – es ist ein Feld von Tretminen, das bei der jungen Frau unvorhersehbare Reaktionen hervorrufen kann.

Sie fragte mich gleich zu Beginn, ob ich mit ihrem Alter ein Problem habe. Spontan verneinte ich das, denn wie kann ich das nach 10 Minuten wissen?

Aber jetzt denke ich, die etwa 30 Jahre Altersunterschied, bzw. der große Unterschied an Lebenserfahrung ist doch gewissermaßen ein Hindernis. Sie kann einfach viele Dinge nicht nachvollziehen, noch nicht mal theoretisch. Das ist kein Vorwurf. Für das Alter kann man nichts.

Aber was mache ich jetzt nur? Ich kann ihr das so nicht sagen. Mittlerweile wäre es mir lieber, wenn ich jemand Alteres mit mehr Hintergrund und Horizont vor mir hätte. Die Frau ist grade mit dem Studium fertig. Das muss nichts heissen, nicht unbedingt. Und ich will sie nicht verletzen. Ich empfinde ein Dilemma.... ":/

LG

L>ewifan


Die_Wolke

Was du hier beschreibst, ist nicht "normal" in dem Sinne, dass die meisten Therapien so ablaufen. Allerdings ist das hier ein Laienforum und wir haben nicht die professionelle Kompetenz (alsio ich nicht und die meisten nicht; mag natuerlich schon kompetentere Schreiber geben), die Arbneit deiner Therapeutin zu beurteilen. Lass es mich so sagen: Es klingt nicht gerade ueberzeugend, aber wir kennen ja die Gruende im Einzelnen nicht, warum sie so arbeitet.

Ich nehme an, dass man im Psychologiestudium lernt, wie man verhaltenstherapeutische Gespräche führt. Wie man es richtig oder falsch macht usw.

Kann man so nicht sagen; es gibt da wenige klare Regeln, und es haengt viel vom Einzelfall ab.

Ich wollte aber mal was zu der Studie schreiben. Angenommen, es ist eine wissenschaftliche Forschungsstudie. Aus wissenschaftlicher Sicht macht es Sinn, wenn sie von dir brauchbare "authentische" Informationen bekommen. D.h., wenn du ehrlich findest, dass dir das so nichts bringt, dass die Seiteneffekte der Studie in unguenstiger Weise Einfluss auf die Situation haben (gefilmt werden etc.), und dass dein eigentliches Problem eigentlich geloest und damit die ganze Sache fuer dich ueberfluessig ist, dann solltest du das klar so sagen und dann auch die Konsequenzen ziehen und aufhoeren.

Denn die Wissenschaftler wollen ja lernen, wie sich die Menschen in diesem "Versuchsaufbau" so verhalten und was die Arbeit bringt. Du erweist ihnen also den groessten Dienst, wenn du klar machst, was du ehrlich denkst und wie du die Sache siehst.

Und ich will sie nicht verletzen.

Das ist ihr Job, sie wird dafuer bezahlt. Sie ist dafuer da, dir zu helfen, nicht umgekehrt. (Wenn sie es persoenlich naehme, dass jemand ehrlich zu ihr ist, haette sie ihren Beruf aber ganz gewaltig verfehlt.)

LNöckmchenx1


Liebe Wolke,

Wir hatten abgesprochen, dass wir, anstatt meine spezifische (ehemalige) Angst zu bearbeiten, an meinem Durchsetzungsvermögen und an meinem Selbstbewusstsein arbeiten. Das hielt und halte ich auch für eine gute Idee.

Ich sage nämlich in einer betreffenden Situation lieber erst mal nichts und hinterher treibt es mich dann lange um. Ich brauche immer erst ne Weile, um eine Situation nachträglich zu reflektieren. Aber dann ist es halt zu spät für eine adäquate, spontane (und auch noch zugleich stimmige) Reaktion.

Das kenne ich zur genüge und ich kam mir oft hilflos wie ein Kleinkind vor, nicht in der Lage mich zu verteidigen.

Jedenfalls habe ich jetzt das Gefühl, egal was ich sage – es ist ein Feld von Tretminen, das bei der jungen Frau unvorhersehbare Reaktionen hervorrufen kann.

Ich finde, das deine Psychotherapeutin sich exakt an deinem Therapieziel orientiert. Du wolltst lernen dir nicht alles bieten zu lassen, dich verteidigen zu können. Genau dafür hat deine Therapeutin jetzt einen Übungsraum geschaffen. Sag ihr was Du von ihren Provokationen hälst, setze Grenzen, klar und deutlich. Das ist Sinn und Zweck dieser Psychotherapie.

meine Verhaltenstherapweutin hat mit mir Rollenspiele gemacht um meine Durchsetzungkraft und mein Selbstbewustsein zu stärken. Und das leider auch nur in deiner Sitzung obwohl ich um weitere Übungen gebeten habe.

Deine Psychotherapeutin geht autentischer vor. Und du mußt dich jetzt entscheiden, ob Du in dieser Psychotherapie dein Therapieziel erreichen oder weiterhin lieb und brav und hilflos sein willst.

K#etz0erxin


@ Wolke:

Also wie gesagt, ich würde die jeweilige Persönlichkeit des Therapeuten im Kontakt nicht unterschätzen.

Wenn es aus Altersgründen oder warum auch immer nicht zusammenpaßt, würde ich das ehrlich ansprechen, es bringt meiner Meinung nach nichts, wenn man sich zusammen nur "einen abbricht".

a=ldabxacha


Hi,

na klar geht die Sache "irgendwie an Dir vorbei".

Du liegst ja nicht im Fokus Deiner Therapeutin sondern die Studie!

Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber mach lieber Platz für Leute die eine Therpie nötig haben und elendig lange auf eben so einen heißbegehrten Therpieplatz warten müssen.

Wenn es sich um eine Studie handelt dann ist klar dass Du aufgezeichnet wirst. Wenn es sich um eine normale Therapie handelt wird nichts aufgezeichnet, vielleicht mal in einigen Ausnahmefällen.

Verschwende Deine Zeit nicht mehr damit ein Versuchskaninchen zu sein, vor Allem wenn sich Deine innere Blockade gelöst hat, denn es gibt Leute die dringender Hilfe brauchen.

Wie gesagt, es liegt mir nichts ferner als das jetzt böse gemeint zu haben. Das ist nur ein Tip.

Alles Gute.

Dcie_lWolkxe


Hallo,

wenn sich Deine innere Blockade gelöst hat, denn es gibt Leute die dringender Hilfe brauchen

Genau das habe ich fast wörtlich gesagt.

Diese Studie ist eine Mischung aus Datenerhebung (z.B. im MRT) und Verhaltenstherapie. Es ist sozusagen konkret und abstrakt zugleich.

Vor einigen Wochen ging am Tag vor einem Termin mein Auto kaputt. Öffentliche Verkehrsmittel kann man hier vergessen. Ich sagte also bescheid, dass ich nicht kommen könne. Da haben die mir auf ihre Kosten ein Taxi organisiert, hin und zurück :-o

Deswegen mutmaße ich, dass es nicht einfach war, genügend Probanden zusammen zu bekommen. Die passenden Leute sollen zwar bestimmte Formen von Angst haben, aber auf keinen Fall Platzangst. Das wurde im Vorfeld sorgfältig ausgeschlossen. Denn es fanden mehrere MRT Untersuchungen des Gehirns mit fixiertem Kopf (und Oberkörper) statt, die bis zu einer Stunde dauerten (und einen Wirbelsäulenschaden sollte man auch nicht haben auf der harten Pritsche ;-) ) Wenn ich mir vorzustellen versuche, dass jemand mit Klaustrophobie in dieser Situation ist, das müsste der Horror sein bzw. vielleicht sogar unmöglich.

Du wolltst lernen dir nicht alles bieten zu lassen, dich verteidigen zu können.

Ich fühlte mich nicht angegriffen, aber ziemlich missverstanden. Da die Zeit immer knapp ist, erläutere ich manche Situationen nicht so ausführlich, wie es vielleicht für jemand, der nicht dabei war, notwendig wäre.

Als die Psychologin so reagierte, wie ich es beschrieb, hätte ich gerne noch klärende Worte sagen wollen, aber die Zeit war um.

Ich sagte nur :"Für mich war das zu jener Zeit und in jenem Moment genau das Richtige." Das finde ich bis heute. Und insofern war das keine schwache Antwort, nur zu knapp für mein Empfinden.

Ihr meint, verschiedene Reaktionen von ihr sind sozusagen nur Kniffe?

Das könnte sein, aber sicher bin ich mir da nicht, dazu ich kenne ich die Frau und auch die therapeutische Arbeit im Allgemeinen zu wenig. Drum suche ich ja auch hier den Dialog, damit ich zumindest ansatzweise mal einen Vergleich bekomme.

LG

KHetzeFrin


:)D

Und wenn du deine Bedenken etc. gleich zu Beginn des nächsten Gesprächs ansprichst?

L`öck3chexn1


Ich fühlte mich nicht angegriffen, aber ziemlich missverstanden. Da die Zeit immer knapp ist, erläutere ich manche Situationen nicht so ausführlich, wie es vielleicht für jemand, der nicht dabei war, notwendig wäre.

Als die Psychologin so reagierte, wie ich es beschrieb, hätte ich gerne noch klärende Worte sagen wollen, aber die Zeit war um.

Nun ob es sich im therapeutische Taktik handelt oder nicht, ist eigendlich egal.

Du willst Selbstbewustsein und Durchsetzungsvermögen erlernen. Eine Psychotherapie ist grundsätzlich ein Übungsfeld zum erlernen von Verhaltensweisen, da einem ja in der Psychotherapie nichts negatives wiederfahren kann, wenn man mal über das Ziel hinaus schließt, im Gegensatz zum realen Leben. Also nutze die Change um deinem Therapieziel näher zu kommen. Sag deiner Therapeutin was dir nicht gefällt.

D0ie_QWolkxe


Na vielleicht habe ich eine andere Auffassung von Psychotherapie, kann ja sein.

Ich dachte, die Vorgehensweise müsste für mich transparent sein. Ich dachte, es gibt vielleicht Aufgaben oder Übungen oder so. Ich war nicht darauf gefasst, dass alles eher so en passent geschieht.

LG

Llewi~an


Die Wolke

Ich wuerde mir das auch eher so vorstellen (und kenne es eher so) wie du sagst. Aber wie gesagt, wir koennen es letztlich nicht beurteilen, auch nicht, ob es "bloss Kniffe" sind. Das Beste ist wirklich, dass du mit der Therapeutin selber darueber sprichst. Und natuerlich: Wenn du findest, dass du die Therapie nicht mehr brauchst oder dass sie nichts bringt, kannst du aufhoeren. Was wir im Forum schreiben, sollte dich nicht davon abhalten, die Verantwortung fuer dich selber zu uebernehmen.

Deswegen mutmaße ich, dass es nicht einfach war, genügend Probanden zusammen zu bekommen.

Das ist aber nicht dein Problem.

s9chnatzterg?uschxe


Die_Wolke

NLP bedeutet Neurolinguistitsches Programmieren.

Ich habe mich theoretisch früher schon mal damit beschäftigt. Das ist eine manipulative Methode (und das mag ich nicht).

Wozu bist Du in Psychotherapie, wenn Du nichts manipulieren lassen willst? Gut, für Dich ist das Ziel schon ohne Therapie erreicht. Aber üblicherweise geht man zur Psychotherapie, weil man mit etwas nicht selbst zurechtkommt. Man möchte sich so manipulieren lassen, daß man einen anderen Weg einschlagen kann.

Mit NLP kann man z.B. Erkenntnisse selbst machen, die man sonst nur von anderen übernehmen würde. Man wird vom Therapeuten an eine Situation heran- und durch sie hindurchgeführt, um seine Palette der Reaktionsmöglichkeiten zu erweitern.

J#u&lexy


Mit "normalerweise" meine ich: Ich nehme an, dass man im Psychologiestudium lernt, wie man verhaltenstherapeutische Gespräche führt. Wie man es richtig oder falsch macht usw.

Das lernt man "normalerweise" in der Psychotherapie-Zusatzausbildung, die man nach dem Studium noch machen kann. Denn mit abgeschlossenem Psychologie-Studium ist man noch kein Psychotherapeut, erst mit der Zusatzausbildung ;-) Hat sie diese Ausbildung überhaupt schon? Weil du schreibst ja, dass sie gerade erst mit dem Studium fertig ist...

Aber jetzt denke ich, die etwa 30 Jahre Altersunterschied, bzw. der große Unterschied an Lebenserfahrung ist doch gewissermaßen ein Hindernis. Sie kann einfach viele Dinge nicht nachvollziehen, noch nicht mal theoretisch. Das ist kein Vorwurf. Für das Alter kann man nichts.

Oh je, das kenne ich zu gut. Zwar ohne den Altersunterschied, aber meine letzte stationäre Therapeutin war so alt wie ich, auch gerade erst mit dem Studium fertig und hatte null Ahnung von der Therapie die ich dort gemacht habe (ich selbst hatte diese Therapie schon 2mal hinter mir und wusste also worum es da geht), keine Lebenserfahrung und vor allem keine eigene Meinung. Ständig sagte sie "Das verstehe ich", "das kann ich sehr gut nachvollziehen" oder "Sie haben ja soooo Recht" auch wenn ich (um sie zu testen :=o ) völligen Blödsinn erzählt habe. Ist schwierig so ne Situation, ich hab mich auch nicht getraut, ihr zu sagen, dass ich sie nicht ernst nehmen kann, weil ich sie nicht verletzen wollte. Hab ihr nur ein paar Mal gesagt, dass sie dieses oder jenes garantiert NICHT nachvollziehen kann, denn sie hat das noch nicht erlebt.

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