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Ich muss ständig weinen, bin ich depressiv?

buöse"Zauberxin


Hallo Puschel82, also ich bin weder Arzt noch Psychologe, aber die von dir beschriebenen Reaktionen auf Stressituationen klingen mir eher nicht nach einer Depression. Natürlich gibt es wohl duzende von Arten von Depressionen, aber die von einer depressiven Verstimmung betroffenen Menschen, die ich persönlich kenne, sind zu einer solchen emotionalen Äußerung wie eine Heulattacke oder auch ein herzaftes Gelächter nur sehr selten oder kaum imstande. Ich bin auch nah am Wasser gebaut und schon mein Opa hat mir gesagt, dass der Motor geschmiert werden muss, damit er läuft. Wenn einem alles mal zuviel ist, da kann der Motor auch schonmal laufen. ;-) Der gesundheitlichen Probleme wegen würde ich natürlich zum Arzt gehen. Schließlich gehören ja Körper und Seele irgendwie zusammen. Da gehört vielleicht auch mal ein Besuch bei einem Neurologen oder Psychater dazu, der ganz gut ausschließen oder einschätzen kann, ob da eine depressive Verstimmung eine Rolle spielt. Kopf hoch! :-)

mgardika sQtGern


mir gings eine zeitlang genauso und ich bin da mit der diagnose "erschöpfungsdepression" rausgegangen.

ich habe selber an mir und bei vielen anderen die erfahrung geacht, dass einen das als mutter schnell erwischen kann, wenn die kinder anfangen "aus dem gröbsten raus" zu sein. die ersten ein-zwei jahre reißt man noch so in einem zustand hart an der grenze ab. ständig müde, ständig überarbeitet, aber zu viel zu tun, um das zu merken.

und dann hat man eigentlich ein bißchen ruhe, ist nicht mehr nonstop gefordert und dann knallt´s.

wirklich tips, was man dagegen machen kann, habe ich nicht. irgendwie habe ich die hardcore-variante gewählt und wirklich alles eingerissen, um neu aufzubauen.

also "echte" depressionen bekommen, ein jahr lang mein leben komplett ausgeschaltet, etc.

ich denke nicht, dass das die sinnvollste variante ist – hat aber funktioniert ":/.

bei mir gab es nur einen reichlich wackligen überbau im leben. alles mußte jahrelang "irgendwie" funktionieren und die fundamente haben komplett gefehlt (jaja, ich weiß, ich reite gerne auf der hausmetapher rum). wenn dann irgendwas nicht funktioniert hat, bin ich direkt bis zum boden durchgebrochen. dann wurde wieder geflickt, die ganze sache immer wackliger und irgendwann mal was es so weit, dass ein heruntergefallenes glas stundenlange heulkrämpfe auf dem küchenfußboden zur folge hatte – irgendwann dann gefolgt von wochenlangem weinend im bett oder bei meiner mutter auf der couch liegen. da habe ich quasi aufgehört zu flicken, alles erstmal zusammen gebrochen sein lassen, anständige steine besorgt und endlich mal undamente gegossen und darauf einen stein nach dem anderen hochgemauert.

es hat jahre gebraucht, aber wenn ich jetzt falle, falle ich nur noch auf den boden des nächsten stockwerkes – und das ist nicht sonderlich tief ;-D

PMusc-helx82


Hallo Ihr Lieben!

@ Maria

Was du da beschreibst mit dem Haus das ist sowas von zutreffend. Ich flicke auch ständig in meinem Leben herum, versuche alles besser zu machen, bin ständig am Überlegen was ich noch machen kann damit es besser funktioniert. Und und und.

Und mich bringt auch jede Kleinigkeit aus dem Laufen.

m$arilka$ sstexrn


anderes passendes bild ist übrigens, dass man das gefühl hat, man würde nicht mehr auf der normalen stromversorgung, sondern auf "notstrom" laufen, oder?

eine therapie hilft übrigens. einfach deswegen, weil man dann einmal die woche einfach richtig über alles reden kann, ohne dabei das doofe gefühl zu haben, man würde jemanden egozentrisch zulabern oder irgendeinen falschen eindruck hinterlassen.

vielleicht wäre das auch für dich was?

ich mußte halt echt so weit sein, dass ich gar nichts mehr machen konnte, um danach anerkennen zu können, dass auch spülen ene leistung ist, also selbst tage, an denen ich nicht vorweisbares schaffe, schon mehr sind als nichts.

das hat sich dann langsam aber sicher immer gesteigert.

außerdem war es gerade dieses "oh, die marika, was für eine tolle rau, wie die das alles schafft" – bild von mir, dass ich in den augen aller anderer gesehen habe, was mich immer mehr unter druck gesetzt hat. weil ich wußte, dass das pure hochstapelei von mir ist ;-D.

erst, seitdem ich meiner umwelt klar gemacht habe, dass ich manchmal auch eigentlich nichts kann, habe ich das gefühl, ich hätte die dinge wieder in die richtige ordnung gerückt.

und – soll ich dir was verraten – irgendwie kriegen es alle nicht auf die reihe. alle versuchen nur nach außen so zu wirken und machen sich damit selber kaputt.

sobald ich merke, dass da eine diskrepanz auftaucht, bin ich mittlerweile in der lage, da die notbremse zu ziehen.

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