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Colitis Ulcerosa bringt Beziehungsprobleme

bwluec;hiGpt1 hat die Diskussion gestartet


Hallo miteinander,

seit 5 Jahren leide ich (27) an der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis Ulcerosa. Das ist, kurz gesagt, eine chronische, nicht tödliche, unheilbare aber behandelbare, nicht übertragbare Darmerkrankung, bei der es in unregelmäßigen Abständen zu blutigen Durchfällen mit mehr oder weniger starkem Gewichtsverlust kommt. Bisher hatte ich ungefähr alle eineinhalb Jahre einen Schub, so auch momentan seit September 2010. Ich bin in guter ärztlicher Behandlung, und momentan sind es weniger die körperlichen Probleme, die mir zu schaffen machen, als vielmehr die psychosoziale Situation, genauer gesagt: Meine Beziehung.

Ich bin seit rund 2 Jahren mit einer Frau verheiratet, die ich seit 7 Jahren kenne, die ich also bereits vor dem ersten Auftreten der Krankheit kennengelernt habe. Für uns beide ist es die erste Beziehung. Beim ersten Auftreten der Krankheit – wir führten damals eine Fernbeziehung – war sie sehr besorgt, und hat sich auch um mich gekümmert. Ich habe seitdem, nach dem ich den ersten Schock überwunden hatte, mit der Krankheit zu leben gelernt und kann in der schubfreien Zeit ein völlig normales Leben führen. In dieser Zeit gibt es auch keinerlei Probleme in der Beziehung. Seit einigen Jahren – wirklich bewusst ist es mir jetzt erst geworden – scheint meine Frau jedoch ein Problem mit meiner Krankheit zu haben. Ich bin jetzt eigentlich nicht sonderlich verweichlicht, im Gegenteil, ich habe in den letzten Jahren gelernt, auch gegen mich selbst hart zu sein und mich nicht unterkriegen zu lassen, und nicht zu jammern.

Aber wenn ich meiner Frau während der Schubphase neutral mitteile, wie es mir geht, wie ich mich fühle (von selbst fragt sie nicht nach) dann wischt sie das mit Bemerkungen wie "Du musst dich mehr entspannen und mehr essen, du bist dünner geworden" vom Tisch. Wenn ich sie dann auf dieses Desinteresse anspreche, kommt meist ein genervtes "ich bin auch gestresst".

Anerkennung für Anstrengungen, die ich trotz eines Schubs unternehme (z.B. habe ich letzten Monat, der Schub hatte gerade angefangen, die Klausuren im ersten Staatsexamen in Jura abgelegt) gibt es von ihrer Seite auch nicht. Dazu kommt, dass sie sich in den letzten Monaten sexuell völlig zurückgezogen hat, und mich spüren lässt, dass ich weniger attraktiv bin, wenn ich an Gewicht und Muskelmasse verloren habe, oder z.B. nicht mehr so stark bin, dass sie sich an mir im Bus festhalten kann. Ich habe deshalb immer mehr den Eindruck, dass meine Frau mich nur solange "liebt", wie ich problemlos funktioniere. Das ist eine ziemlich schmerzhafte Vorstellung.

Ebenso erschreckend erscheint mir aber die Vorstellung, wieder Single zu sein. Denn einerseits hätte ich in den Schubphasen und einige Zeit danach einfach nicht die Energie, um Frauen gegenüber den ersten Schritt zu machen – und das wird von Männern nach wie vor von der Mehrheit der Frauen erwartet. Desweiteren befürchte ich, da ich für einen Mann mit 1,72 m eher klein und infolge der Krankheit eher dünn bin, tatsächlich nicht mehr attraktiv auf Frauen zu wirken.

Mir ist klar, dass das hier ein sehr spezielles und komplexes Problem ist. Ich erwarte auch keinen Masterplan und keine detaillierte Lösung, aber ich würde mich sehr über Anregungen und Tips freuen. Danke im Voraus,

bluechip1

Antworten
D*uGmal


bluechip1

Ich habe deshalb immer mehr den Eindruck, dass meine Frau mich nur solange "liebt", wie ich problemlos funktioniere. Das ist eine ziemlich schmerzhafte Vorstellung.

Das glaube ich. Kann es nicht auch sein, dass sie in den Phasen nicht überfordert ist mit der Situation? Du hattest ja so 3-4 Phasen, dass sind ja, glücklicherweise, sehr wenige und entsprechend fehlt da vielleicht einfach die Erfahrung? Habt ihr euch nach den Phasen mal darüber unterhalten? Ich kann mir auch vorstellen, dass im Anschluss eine ordentliche Portion Verdrängung stattfindet?!

K"leixo


bluechip1

Das ist, kurz gesagt, eine chronische, nicht tödliche, unheilbare aber behandelbare, nicht übertragbare Darmerkrankung, bei der es in unregelmäßigen Abständen zu blutigen Durchfällen mit mehr oder weniger starkem Gewichtsverlust kommt. Bisher hatte ich ungefähr alle eineinhalb Jahre einen Schub, so auch momentan seit September 2010.

Das ist sicher schwer. :)_

Ich bin jetzt eigentlich nicht sonderlich verweichlicht, im Gegenteil, ich habe in den letzten Jahren gelernt, auch gegen mich selbst hart zu sein und mich nicht unterkriegen zu lassen, und nicht zu jammern.

Wie kann ich mir das vorstellen? Wie bist Du am Anfang mit Deiner Krankheit umgegangen? Was hast Du anderen gesagt, wie hast Du Dich gefühlt und es ihr mitgeteilt und wie jetzt?

D{umaxl


Kann es nicht auch sein, dass sie in den Phasen nicht überfordert ist mit der Situation? Nicht gehört da natürlich nicht hin.

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