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Beziehung zu meiner Mutter

D:ark-Igngwxer hat die Diskussion gestartet


Hallo,

auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es hierher gehört oder ins Unterforum für Beziehungen, im Endeffekt geht es mir weniger um die Beziehung zu meiner Mutter als darum, was das mit mir macht.

Diese Frau macht mir unglaublich zu schaffen, ich habe einen regelrechten Hass auf sie, der sich vor allen in den letzten Jahren aufgebaut hat. seit ich aus der Gegend weggezogen bin und ein sehr eigenständiges Leben angefangen habe - ich habe auch Fehler gemacht - das ihr überhaupt nicht gepasst hat.

Rückblickend habe ich das Gefühl, dass irgendetwas in ihr mich ablehnt, was sie vehement abstreitet. Einerseits hat sie wohl alles getan, was nötig war, ein Kind grosszuziehen, das bekomme ich auch ständig vorgehalten Andererseits kann ich mich weder an ein Gefühl von Wärme oder Geborgenheit erinnern noch dass sie sich je schützend vor mich gestellt hat. Ich habe als Kind ihre Wutanfälle gefürchtet, in denen mir oftmals ein rasender Zorn entgegengekommen ist, sie hat ihr Temperament dafür verantwortlich gemacht. Sie konnte mich in einer Minute für eine gute Leistung loben und mir in der nächsten Minute unglaublich verletzende Dinge an den Kopf werfen. Schutz von aussen gab es keinen für mich, da sie mich allein aufgezogen hat, seit sie sich von meinem Erzeuger getrennt hat und alles dafür tun wollte, dass ich nicht so werde wie er. Wenn ich heute daran zurückdenke, so war sie mit einem sehr stillen und überangepassten Kind, das nur sie hatte, doch sehr gut bedient.

Was daraus resultiert ist, dass sich etwas von ihr in mir etabliert hat, ich habe ein extrem brutales Über-Ich habe, eine furchtbar böse und grausame Instanz in mir, die mich quält, wo es nur geht, und auch zwei Langzeittherapien haben sie nicht zur Ruhe bringen können.

Ich versuche, den Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren (mittlerweile hat sie fast jedes Weihnachten kaputtgemacht), aber ich habe auch irgendwie Mitleid mit ihr. Gleichzeitig endet jedes Telefonat in einem Mega-Gau und wir schreien uns nur an, sie, weil sie sich nicht von mir respektiert fühlt und etwas einfordert, was sie mir selbst nie gegeben hat, und ich, weil ich mich immer noch nicht von der blöden Sehnsucht losmachen kann, dass ich nur die richtigen Worte finden kann, dass sie mich versteht und endlich annimmt wie ich bin und dass ihr irgendwann aufgeht, was sie angerichtet hat, sie es bedauert und mich rehabilitiert.

Antworten
DLark4Ingwexr


Ich war vor ein paar Jahren derartig ausgelaugt, dass ich den Job hingeschmissen hab, ich war überhaupt nicht mehr konfliktfähig, es hatte sich über die Jahre immer mehr in mir angesammelt, ich war einerseits gefesselt mit einer unbeschreiblichen Angst vor Auseinandersetzungen, andererseits unter Druck gesetzt von meiner Instanz, die mir sagte, ich bekäme nur was ich eh verdiene, egal wie schlimm es ist, es sei denn, ich würde mich wehren. Ich war über ein Jahr krankgeschrieben, Therapie, Klinik, es war eine sehr schlimme Zeit. Sie nennt es heute noch eine "Auszeit". Für sie ist es Schwäche, und Therapien sind eh nur was für Leute, die zu schwach sind, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Umso höhnischer klingt es dann in meinen Ohren, wenn sie sich nach meinen Therapieerfolgen erkundigt, dann kriege ich so einen Hass... Das ist so, als würde man jemanden grün und blau schlagen und dann fragen, wie denn die Flecken verheilen.

Wenn ich ihr sage, dass das sehr viel mit ihr zu tun hat, wird sie aggressiv und hysterisch, und so endet jede Zusammenkunft, sei es persönlich (höchstens einmal im Jahr) oder am Telefon, dass wir uns anschreien. Ich ertrage ihre Provokationen, ihre Sticheleien nicht, vor allem, weil sie etwas in mir zu triggern weiss, was schon als Kind in mir etwas angefangen hat zu zerstören.

Mittlerweile habe ich einen Minijob von zu Hause aus. Bin so froh darüber, wir brauchen das Geld. Ich habe inzwischen Angst vor Menschen, Angst vor Auseinandersetzungen, die für mich immer in Selbsthass und Selbstzweifeln enden, weil ich kaum einen Selbstschutz entwickelt habe.

Gestern durfte ich mir am Telefon anhören, dass sie mal so stolz auf mich "war" (ich hab mal früher auf einer Bank gearbeitet), ich hätte ja so viele Talente. Und als ich ihr sagte, dass das wieder mal ein Schlag ins Gesicht sei, wollte sie mir dies als Lob verkaufen. Und erklärte mir gleichzeitig, sie wollte mich damit nur zum Nachdenken anregen, ich würde nichts aus meinem Leben machen, und wenn ich die Auszeit nicht genommen hätte, dann würde es alles besser laufen.

Ich habe sie dieses Jahr zu Weihnachten ausgeladen. Ich kann sie nicht ertragen. Sie tut mir trotzdem leid. Aber ich kann und will mir das nicht geben.

Ich suche einen Gedankenaustausch, gerne auch per PN, mit anderen, die ebenfalls eine sehr schwierige Beziehung zu ihrer Mutter haben.

Danke fürs Lesen und Sorry, dass es so lang geworden ist.

LG

s;cuDlliQe


ich hatte auch eine sehr schwierige mutter ,ich schreibe dir nacher etwas dazu

s_cFullixe


Nun habe ich deinen langen Text durchgelesen.

Deine Mutter wird sehr schwierig sein,es wird vermutlich mit ihrer Biographie zusammenhaengen.

Wenn du sie zur Zeit nicht ertragen kannst,sie dich so heftig herunterzieht

brich den Kontakt mit ihr fuer eine laengere Zeit ab,

konzentriere dich auf dein Leben,deine Freunde,Partner,Kinder,Job,usw

du bist ihr nix schuldig (so wie sie dich behandelt),mach dich von deinem schlechten Gewissen frei

LERNE SIE LOSZULASSEN

mit so vielen negativen Gefuehlen ist der Kontakt zwischen euch fuer beide nicht hilfreich

Sie hat auch kein Recht dich so abwertend zu behandeln

Nach einem laengeren Kontaktabbruch koennt ihr vielleicht wieder klarer miteinander reden,vermutlich werden nach dem Abstand auch deine Gefuehle zu ihr dann klarer sein

s@cu;llie


Mach dich unabhaengig davon,was sie nun ueber dich denkt und wie sie dich bewertet.Das hat viel mehr mit ihr selber zu tun und mit ihrer Vergangenheit als mit Dir.

Nimm ihr Gerede nicht so ernst.

Gib die Sehnsucht nach ihr... auf.... und den Wunsch von ihr doch noch mal geliebt und verstanden zu werden oder etwas positives ueber dich zu hoeren.

Ihre Art hat mehr mit ihren eigenen personlichen psychischen Schwierigkeien zu tun als mit dir persoenlich.

ERWARTE NIX MEHR VON IHR

Gib ihr keine emotionale Macht mehr ueber dich.

Sie weiss dass sie dich damit im Griff hat,solange sie Macht ueber dich hat,kann sie dich manipulieren,bist du fuer sie erpressbar,weil du Mitleid und ein schlechtes Gewissen ihr gegenueber hast

So wie sie dich behandelt hat (es wird ihr selber nicht bewusst sein)

brauchst du aber keine Schuldgefuehle ihr gegenueber zu haben

Versuche dein eigenes Leben unabhaengig von ihr auf die Reihe zu kriegen..

Das wird sie vermutlich auch wollen

D2arkNIrngwexr


@ Scullie

Danke für Deine beiden Antworten.

Was sie vermutlich will? Sie will ein paar Dinge, die wohl dank ihrer eigenen Erziehung nicht bzw nicht mehr drin sind. Sie will jemanden, der erfolgreich im Beruf ist, und ich glaube, ich würde dafür normalerweise geeignet sein. Dafür muss man heute allerdings auch konfliktfähig sein und darf kein zu dünnes Fell oder Beisshemmung haben.

Die Schuldgefühle habe ich mir in den letzten Jahren weitestgehend abgewöhnt, weil mir, u.a. auch im Laufe der Therapien, bewusst geworden ist, dass sie mir ein Erbe aufgehalst hat und mich in meiner Entwicklung unglaublich ausbremst. Manche Fesseln wachsen fest. Nein, Schuldgefühle sind in mir langsam in Hass übergegangen, den sie nicht versteht, immerhin hätte sie ja auch Säuferin werden können (gern benutztes Zitat). Dabei bin ich der Meinung, dass das vielleicht besser gewesen wäre, dann wäre das, was sie mir angetan hat, greifbarer. Psychische Gewalt über Jahre, unbewusste (und ungewollte) Verachtung und extrem ambivalente Gefühle dem eigenen Kind gegenüber sind sehr subtil und können schnell verdrängt und beschönigt werden (habe so viel für Dich getan). Getan ja, Pflicht ist Pflicht, aber gefühlt?

Mit meinem Privatleben bin ich zufrieden, auch wenn ich gerne wieder Geld verdienen würde. Wir können keine Kinder haben (was ihr sicherlich nicht gefällt, aber eher, dass sie keine Enkel hat als Mitgefühl mit uns). Die Ehe mit meinem Mann läuft sehr gut, wir sind seit über 11 Jahren verheiratet. Sie hat ihn Anfangs mit denselben Maßstäben abgewertet wie mich, kaum, dass wir verlobt waren hat sie unglaublich verletztende Dinge über ihn gesagt, die NUR mit Äusserlichkeiten zu tun haben. Dass er kein Studium hat und nie sehr gut verdienen wird, dass er krumme Finger hätte (das hat sie gesagt als wäre er behindert), dass er mit seinen Anfang 20 noch bei seinen Eltern wohnte und sicher nie arbeiten würde. Mittlerweile hat sie anerkannt, dass er, seit wir zusammen sind, durchweg und sehr fleissig arbeitet. Aber ich spüre, dass sie ihn innerlich noch immer nicht wirklich akzeptiert. Er hält eigentlich meistens dafür her, dass ich so einen liebevollen und fürsorglichen Mann nicht verdiene, und auch meine Schwiegereltern viel zu nett zu mir wären. Es gab Familienzusammenkünfte, da haben sich meine Schwiegereltern vor mich gestellt, wenn sie wieder anfing mich anzugreifen und in deren Gegenwart abzuwerten.

D[ark1Ing_wer


Was ich habe, ist gelegentliches Mitleid. Sie ist zwar intelligent und aggressiv, manipulativ und unglaubliche selbstgerecht, aber sie ist auch 70 und wird nicht ewig leben.

Ich finde es schlimm, dass man so ein furchtbares Verhältnis hat. Ihre Welt stimmt dann wieder, wenn ich ihr Recht gebe in ihrem Denken über mich. Und ich habe ihr mehrfach gesagt, solange sie so eine Meinung über mich hat, werde ich sie nicht als das sehen, was sie wohl gerne wäre: Eine Mutter. Ich werde einem solchen Menschen keine Liebe entgegenbringen, keine Fürsorge, kein Verständnis, denn für ein solches Verhalten hat sie keinen Grundstein gelegt, man sät was man erntet.

Traurig, seit der Scheidung ist auch das Verhältnis zu meinem Erzeuger kaputt. Er konnte seine Hunde lieben, ein Kind wollte er nicht und hat mich nur auf Drängen meiner Mutter gezeugt.

Ich bin wütend, dass ich keine echten Eltern habe. Und genauso wütend bin ich, dass ich mein Überich mit den Hasstiraden und Gemeinheiten nicht wegbekomme. Normalerweise soll diese Instanz, die ja die Prägung der Eltern verkörpert, beraten und trösten, meine ist bösartig, hinterlistig, spricht mit gespaltener Zunge und verbündet sich in Konflikten immer mit anderen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Einzelfall ist. Ich weiss von meiner früheren Psychologin (die das für sehr extrem hält), dass viele Töchter unter ihren Müttern leiden. Daher suche ich hier den Gedankenaustausch.

Kontaktabbruch hatten wir schon mal, ein halbes oder ein ganzes Jahr Funkstille, nach einem extremem Krach, wo sie irgendwie mal einfliessen liesse, dann könnte sie sich gleich aufhängen. Hat sie so ganz subtil miteinfliessen lassen. Als Kind habe ich das auch schon öfter gehört, da hatte ich noch Angst und bin gesprungen. Heute habe ich nur noch wenig Angst davor, weil sie viel zu egozentrisch und leistungsbezogen ist, nur manchmal ist da eine kleine Angst, dass sie es als kleine Rache oder als Verzweiflungstat tun könnte, aber das lasse ich mir absolut nicht anmerken, und seitdem hat sie es nie wieder angedeutet.

Für Weihnachten ist erst mal Ruhe angesagt, und ich kann mich sogar auch etwas darauf freuen, auch wenn ich es gleichzeitig etwas traurig für sie finde, dass sie wohl allein sein wird, weil sie sich für mich schämt und keinem was davon erzählen wird.

s!culxlie


Ich vermute auch dass deine Mutter ein Extrem ist.

Du schreibst einiges darueber was sie ueber dich denkt

(natuerlich ist es schlimm,was sie sagt)

ABER

NIMM ES NICHT SO ERNST UND PERSOENLICH WIE SIE UEBER DICH REDET UND DENKT

Dieses blah blah (sie schaemt sich fuer dich ,usw) ist eher etwas fuer die Muelltonne.

Das hat mehr mit ihrer Vergangenheit,Kindheit ,Elternbeziehung,usw

zu tun als mit dir.

Ich vermute sie ist psychisch krank.

Nimm das Geschwaetz einer psychisch Kranken nicht so ernst !!!

Mit dem Gerede will sie vermutlich nur ihr Leben rechtfertigen...dafuer hast du natuerlich in ihren Augen schuld und nicht sie selber.sie kann ihre Anteile nicht erkennen....sonst wuerde sie sich wohl erhaengen

Sie misshandelte dich emotional

Erwarte von ihr nix mehr

s_uperu[sxchi


Hallo Darkingwer,

ich habe auch ein Problem mit meiner Mutter. Wohl längst nicht so ausgeprägt, wie es bei dir der Fall ist, aber vielleicht hilft es dir ja trotzdem:

Mach dir bewusst, dass du nicht für das (selische) Wohlergehen deiner Mutter verantwortlich bist! Du musst ihr nichts beweisen, und wenn es dir ohne Kontakt besser geht, dann vermeide eben den Kontakt.

Ich sag das jetzt so daher, dabei hab ich es selbst noch nicht so richtig geschafft. Ich denke mir immer "Aber sie ist doch meine Mutter. Außer mir hat sie doch nichts und niemanden!". Das stimmt, aber in diesem Falle sollten wir selbst uns wichtiger sein.

Meine Mutter wurde von meinem Vater regelmäßig verprügelt als ich Kind war. In der Hoffnung, dass er ihr nicht schon wieder Zähne ausschlagen würde, "zwang" meine Mutter meine Schwester und mich, da zu bleiben, anstatt uns in unseren Zimmern zu verstecken oder einfach raus zu gehen zu lassen. Ich habe meinen Vater gehasst, er war nie für uns da, immer nur arbeiten, und wenn er zuhause war, gab es um die banalsten Dinge Streit, der fast immer ausgeartet ist. Jetzt bin ich älter und sehe die Dinge anders. Vieles hat meine Mutter durch ihr Verhalten provoziert, mein Vater war durch den Krieg in seinem Heimatland und durch fast täglich neue Nachrichten über tote oder vermisste Verwandte sehr unter Stress. Sie war schwach und hat durch ihr Verhalten eine sehr unschöne Kindheit für meine Schwester und mich verursacht.

Mein Vater ist mittlerweile ruhiger geworden, meine Eltern aber immernoch zusammen. Ich bin meinem Vater nicht mehr böse, aber er bedeutet mir auch nichts, wir haben keinen Kontakt. Mit meiner Mutter telefnoiere ich alle paar Wochen mal, manchmal treffen wir uns auch. Sie kann aber irgendwie nicht akzeptieren, dass ich meienn Vater nicht sehen will und mich nicht inreressiert, was mit ihm ist. Er wiederrum begreift nicht, warum ich ihn nicht sehen will, schiebt meiner Mutter die Schuld in die Schuhe. Und so läuft es letztenendes darauf hinaus, dass meine Mutter nur heimlich mit mir telefoniert und sich mit mir trifft, damit er es nicht mitbekommt. Dadurch sehen wir uns recht selten, was sie mir ständig vorhält. Genauso nervt es mich, dass sie es irgendwie immer schafft, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil es mir gut geht. Ich habe ihr mehrfach gesagt, wie es ist, dann ist auch immer kurzzeitig gut, aber nach ein paar Wochen geht wieder alles von vorn los.

Ich hätte furchtbar gern ein tolles Verhältnis zu meinen Eltern, aber das Thema ist abgehakt. Ich habe meine eigene Familie, DIE ist mir wichtig. Ich habe genug Probleme in MEINEM Leben, da muss ich mich nicht noch um die (hausgemachten) Probleme meiner Mutter kümmern.

DWarhkI|ngawexr


Es wäre wohl das Beste.

Ich fühle mich für die Beziehung halt mitverantwortlich.

Sie sagt immer wieder, sie ist mit ihrem Leben zufrieden, sie hätte das Beste getan was sie tun könnte, mehr könnte man nicht verlangen. Ich hab sie gefragt, wie man mit einem Leben zufrieden sein kann, wo eine gescheiterte Ehe (war denke ich überwiegend tatsächlich die Schuld meines Vaters) mit einem hässlichen Rosenkrieg und eine derartig kaputte Beziehung zum einzigen Kind drinstecken. An ihre Antwort erinnere ich mich nicht mehr, möglicherweise hat sie das Thema gewechselt und mir an anderer Stelle eine reingewürgt.

Ich denke schon, dass bei ihr etwas nicht stimmt (sie ist der Meinung, bei ihr ist alles ok, schliesslich wäre ich diejenige, die Probleme hat). Sie kann extrem verdrängen und Dinge falsch erzählen, verleugnet Dinge, die sie gesagt hat, später häufig. Das ist schon beängstigend. Manchmal denke ich, sie dreht sich alles wie es ihr passt, damit sie ein gutes Leben hat. Ihre einzige und beste Freundin hat ihr mal gesagt, sie (meine Mutter) hätte eine Affenliebe zu mir, sie würde alles für mich tun. Manchmal zweifele ich an meiner Wahrnehmung, wenn ich SO was höre. Nach aussen mag das wirklich so aussehen. Engagierte Frau, undankbare Tochter. Aber ich spüre trotzalledem ihre unterdrückte Wut, ihre Ablehnung meiner Person, ihre Respektlosigkeit und ihre Unfähigkeit zu echtem Mitgefühl - und ihr enormes Pflichtgefühl, doch das eine oder andere zu tun.

Ich habe gestern nach einem 6stündigen (!) Telefonat nur geweint, und ich verachte mich, dass sie es am Ende mitbekommen hat und sich über meine Gefühle ihr gegenüber noch gefreut hat, dass ich überhaupt noch welche habe. Sie hat wohl auch etwas geweint, glaube ich, aber dann, als mein Mann kam und ich es abwürgen wollte, plötzlich kippte wieder was bei ihr und sie meinte zum Abschied in ganz heiterem Tonfall: Ach, ich drück Dir die Daumen, dass Du bald einen guten Job bekommst und glücklich wirst. Du hast bisher nicht allzuviel Glück gehabt. Also wirst auch Du mal Glück haben. Ich glaube, da setzt bei ihr wieder dieser Mechanismus ein, wo alles weggesperrt wird, damit ihre Welt wieder stimmt. Leider geht das bei mir nicht so.

Keine Ahnung, ob es Sinn macht ihr zu sagen, ich breche den Kontakt ab bis sie eine Therapie macht?

s'cu_llie


es ist ein wichtiger satz:..du bist nicht fuer das seelische wohlergehen deiner mutter zustaendig

ich wuerde mich nicht in ihr leben einmischen..wenn sie sagt,sie ist mit ihrem leben zufrieden..ist es doch okay,es ist ihre sache..auch wenn es erlogen ist und sie viel verdraengt..

natuerlich braeuchte sie therapie,vermutlich wird sie es aber nicht machen,das ist auch ihre angelegenheit..

wenn sie zu dir solche verletzenden bemerkungen macht,haette ich zu ihr fuer einige zeit den kontakt abgebrochen,damit sie spaeter vorsichtiger wird und mehr respekt vor dir bekommt

s5cullxie


mach ihr den vorschlag mit der therapie..

aber erhoffe dir nicht soviel davon,die meisten aelteren menschen machen keine therapie

sbuper-uschxi


Dass sie eine Therapie macht, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Warum auch? In ihrer Welt ist doch alles bombe. Außer, dass ihre Tochter eine Versagerin ist, aber das ist ja nicht IHRE Schuld – so oder so ähnlich denkt sie doch.

Ich würde mich an deiner Stelle wohl nicht mehr melden, und wenn sie sich meldet, das Gespräch an der Stelle abbrechen, wo sie wieder verletzend wird. "Einfach" sagen: Mutter, so nicht! und auflegen. Vielleicht machts dann irgendwann bei ihr *klick* Hach, es schreibt sich immer alles so leicht. Ich habe auch immer ein Problem damit, in Konfliktsituationen meine Meinung zu sagen, weil ich direkt losheule und dann nicht mehr ernst genommen werde, dann bin ich noch wütend auf mich selbst weil ich weine und es wieder nicht geschafft habe, und das macht alles noch schlimmer :-/

D0a8rkI4nxgwer


Hallo Uschi,

danke für Deinen Post, und es tut mir leid zu hören, was für Sachen Du ausgesetzt warst. Körperliche Gewalt habe ich nur selten erlebt, psychische dafür teilweise extrem. Ich habe erst mit 30 begriffen, dass diese Dinge nie hätten so laufen dürfen und Eltern ihre Kinder beispielsweise nicht in einen Rosenkrieg reinziehen sollen, dass auch alleinstehende Mütter ihren Kindern nicht drohen dürfen, sie ins Heim zu stecken oder sich aufzuhängen, wenn das Kind weiter so anstrengend ist (mein einziger "Fehler" war, dass ich anders war und immer noch Einzelgängerin bin). Ich war als Kind oft verzweifelt, weil ich viel Gewalt in der Schule erfahren habe, zu Hause hiess es nur, pass Dich endlich an. Manchmal schrie und weinte sie auch und meinte, sie hätte Angst, dass ich mir was antun würde, aber wenn ich mich aufhängen würde, würde sie sich daneben hängen. - Heute graust mir, wenn ich das selbst lese...

An das meiste meiner Kindheit vor der Scheidung erinnere ich mich nicht, meine Psychologin meinte später, auch das wäre nicht normal. Die Dinge, die mein Herz warmwerden lassen sind ausschließlich Dinge, die ich mit Nachbarn erlebt habe. Schon als Kind habe ich mich zu mütterlichen Erzieherinnen hingezogen gefühlt.

Du schreibst, Deine Mutter macht Dir ein schlechtes Gewissen, wenn es Dir gut geht. Das ist wirklich gemein und deutet auf Neid und Unzufriedenheit hin. Aber auch darauf, dass Du etwas geschafft hast, was ihren Neid verdient ;-) Meine Mutter dagegen will nur gute Nachrichten hören. Sie will, dass ich Erfolg habe und dass es mir gutgeht, denn das, denke ich, würde sie darin bestätigen, dass sie gute Arbeit geleistet hat. Es ist normal, dass Eltern wollen, dass es ihren Kindern gutgeht, aber ich habe das Gefühl, es geht ihr dabei eher um ihre eigene Bestätigung. Wenn mal ein richtiges Problem auftritt, wäre sie die letzte, die es erfährt, denn sie würde es nur noch schlimmer machen, selbst am Rad drehen und ihre Ängste noch auf meine draufpacken.

"Ich hätte furchtbar gern ein tolles Verhältnis zu meinen Eltern, aber das Thema ist abgehakt." Hier an der Stelle hab ich einfach nur geweint, gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.

D@arkaIng/wer


"Dass sie eine Therapie macht, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Warum auch? In ihrer Welt ist doch alles bombe. Außer, dass ihre Tochter eine Versagerin ist, aber das ist ja nicht IHRE Schuld – so oder so ähnlich denkt sie doch."

Hm. Ja. Das trifft es ganz gut. Bei ihr ist alles ok, ich habe die Probleme, nicht sie. Sie hat mal nach einem grossen Krach bei der TS angerufen und sich dort ausgekotzt. Später hat sie mir das erzählt (mit einem vorwurfsvollen Ton à la "sieh, was du mit mir machst"), und die TS hätte sie wohl durchgehend bestätigt, dass sie eine starke Tochter erzogen hätte etc. Toll. Ganz toll.

"Ich habe auch immer ein Problem damit, in Konfliktsituationen meine Meinung zu sagen, weil ich direkt losheule und dann nicht mehr ernst genommen werde, dann bin ich noch wütend auf mich selbst weil ich weine und es wieder nicht geschafft habe, und das macht alles noch schlimmer"

Ja, ich kann praktisch keine Spannungen aushalten, Konflikte sind für mich extrem schwer, und das Muster ist immer dasselbe. Egal wer mir was Negatives sagt, und egal ob berechtigt oder nicht, ich kriege Schamgefühl und Selbsthass, mein Über-Ich legt mir Ketten an, ich kriege selbst kaum was raus, gleichzeitig hetzt dasselbe Über-Ich mich auf und sagt, wehr Dich! Wenn Du das auf Dir sitzenlässt, verdienst Du es nicht anders. Es ist so, als wenn man mir die Hände auf dem Rücken zusammenbindet und gleichzeitig in den Boxring steckt. - Das alles macht es einem im Berufsleben extrem schwer. Ich komme mit fairen Kollegen immer gut zurecht, aber man hat immer ein paar Idioten dabei, und dann geht dieser Mechanismus aus Selbsthass und Selbstzerstörung und unsägliche Angst los, man heult die ganze Nacht und traut sich kaum noch auf Arbeit, ist extrem angespannt, macht Fehler. Es gibt keine innere Verteidigung, dafür mein Über-Ich, das fleissig mit auf mich einprügelt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wie in einem Tetris-Spiel, ich kann nicht kompensieren, alles läuft sich auf, bis dann "game-over" kommt und ich abklappe. Das Bekloppte ist, dass dieses Über-Ich die Stimme meiner Mutter hat. Das hat sie damals der TS erzählt und der Typ meinte, ob ich vielleicht besessen wäre. ]:D Das finde ich schon fast wieder lustig, diese Leute sollten mal eine anständige Psychologieausbildung machen, bevor man sie ans Telefon lässt.

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