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Muss der Therapeut dem Patienten BL-Diagnose mitteilen?

LBila PQ. hat die Diskussion gestartet


Angenommen man macht 2 Jahre eine Verhaltenstherapie und der Therapeut stellt beim Patienten Borderline fest. Muss er die Diagnose dem Patienten mitteilen? Oder gibt es Fälle wo die Therapie irgendwann vorbei ist und der Patient es gar nicht erfährt?

Antworten
s0chneecke19x85


Hängt vom Therapeuten ab... manche sprechen die Diagnose von sich aus an, andere auf Nachfrage seitens des Patienten und wieder andere lehnen Diagnostik per se ab und therapieren eher individuell orientiert.

Wenn man aber drauf besteht, dann kriegt man das Ergebnis sicher gesagt

L?ilka Px.


Ach ok, danke.

sfchnec~ke198x5


Wieso willst du das denn wissen? *neugierignachfrag* ;-) @:)

L;ila xP.


Ach bin nur neugierig. Habe mal so ein online-Test gemacht und da hatte ich 7 (glaube ich) von 9 Kriterien. Ist schn länger her. Habe es aber in der Therapie nicht erwähnt. Mir ist nur irgendwann aufgefallen vor ca. einem Jahr, dass meine Thera die Punkte bespricht, die als Fragen bei diesem Test vorkamen und es gibt viele Anzeichen, dass sie diese Diagnose hat. Aber ich will sie nicht darauf ansprechen. Traue mich nicht. Bin noch nicht bereit sie zu fragen.

Deshalb meine Frage, ob sie es mir mitteilen wird. *:)

JRulexy


1. Internet-Tests sind Schwachsinn und so dermaßen allgemein gehalten, dass sie auf sehr viele "gesunde" Personen auch zutreffen würden.

2. es wäre schon sinnvoll, von dieser Diagnose zu wissen, denn dann könnte eine spezifische Therapie gemacht werden (im Falle von BL wäre das DBT)

3. hast du denn überhaupt mal eine Diagnose erhalten? Sie muss ja eine stellen, auch für die Krankenkasse, dass die Gutachter dort die Therapie überhaupt genehmigen. (es sei denn, du bist bei einer Therapeutin ohne Kassenzulassung und/oder Selbstzahler)

L4il'a P.


Die Verhaltenstherapie hat sie zum zweiten mal verlängert. Was sie dem Gutachter und Krankenkasse als Diagnose angibt weiß ich nicht.

JZulZey


Und aus welchen Gründen hast du die Therapie begonnen wenn ich fragen darf?

Lrila Px.


Angstzustände, Panikattacken, Depressionen

LCillaT 7Px.


Na ja, die hatte ich schon vor ca. 15 Jahren auch aber damals verschrieb mir mein Hausarzt öfters Tabletten gegen die Angstzustände. Erst vor 2 Jahren wurde es schlimmer, ich konnte nicht alleine die Wohnung verlassen. Ohne einen Grund zu haben. Da ich umgezogen bin und einen neuen Hausarzt hatte, hat der mich dann zum Psychiater überwiesen, und der zur Therapie.

Llöck}chexn1


wieder andere lehnen Diagnostik per se ab und therapieren eher individuell orientiert.

Hi Schnecke

diagnostik dient dazu festzustellen was ein Patient hat, um die Therapie genau auf die Probleme des Patienten abzustimmen. Eine am Patienten individuelle durchgeführte Psychotherapie ist ohne Diagnostik gar nicht möglich.

Aber es gibt viele Therapeuten die ihrem Patienten gegenüber behaupten, das sie nicht kaufen diagnostizieren und Diagnose so was von unwichtig sind. Sie verkaufen ihre Patienten für doof, um sich Fragen zur Diagnose nicht stellen zu müssen.

Ich hatte mal Probatorische Sitzungen bei so einer Psychotherapeutin. Sie gab mit einen Stapel an Fragebögen mit welche ich ausfüllen sollte. Folglich führte sie eine ganz genaue Diagnostik durch. Das ist ein Qualitätsmerkmal und richtig so. Auf die Frage nach meiner Diagnose, sagte sie; "Diagnosen interessieren mich nicht." Das war ja wohl dick gelogen. Und auf diese Lüge nahm ich mir vor, sie in der nächsten Woche anzusprechen. Ich erwartet das sie zumindest rot werden würde. Ich fragte sie, wie denn das zusammen passe, das sie ein umfangreiche Diagnostik betreibt und behauptet das sie Diagnosen nicht interessieren? Das ist schließlich ein deutlicher Wiederspruch. Sie wurde nicht rot, aber deutlich aufgebracht in der Stimme und sagte:"Daran hätte ich mich zu gewöhnen." Ich wollte mich aber garnicht an einen Psychotherapeuten gewöhnen, der es für normal hält seine Patienten anzulügen. Das war das Ende der therapeutischen Beziehung.

Jkulexy


Also bzgl. Diagnostik kann ich nur von dem berichten, was ich so erlebt habe... und das war meist durchaus positiv. Gerade bei BL ist eine ausführliche Diagnostik wichtig, denn diese Diagnose ist nicht leicht zu stellen, weil viele andere Krankheiten ähnliche Symptome haben können usw.

Ok, meine 1. Therapeutin konnte nicht wirklich ne richtige Diagnose bei mir stellen, weil ich ihr nix erzählt habe :=o Mir wurde von Neurologen eine Therapie empfohlen (ich war da stationär wegen anderen Problemen und die merkten wohl, dass da was nicht stimmt...), ich war aber null krankheitseinsichtig, da ich diese Symptome schon immer hatte und als "normal" ansah. Also hat mich diese Therapeutin, als sie nicht weiterkam, zu einer Psychiaterin geschickt (wegen Medi-Einstellung usw). Diese Psychiaterin hat wohl irgendwie in die richtige Richtung gedacht, mir konkrete Fragen gestellt (haben Sie dies, machen Sie das usw...) und kam irgendwann auf die Verdachtsdiagnose BL. (das sagte mir erstmal gar nix, als ich dann ein bisschen was drüber erfuhr war ich erstmal geschockt) Sie wollte sich aber nicht festlegen und hat mich zur weiteren Abklärung in die Ambulanz der Psychiatrie geschickt. Insgesamt dauerte es fast ein halbes Jahr bis die Diagnose feststand.

Meine 2. Diagnostik fand stationär in einer Psychiatrie statt (die Ärzte dort wollten ihre eigenen Diagnosen stellen und sich nicht auf Diagnosen von anderen Instituten verlassen). Das waren dann 2 Wochen intensiver Diagnostik (auch auf diverse andere Krankheiten), ich musste bergeweise Fragebögen ausfüllen, hatte viele "Interviews" mit einem Therapeuten und es gab eine Fremdanamnese, sprich ein Gespräch mit einer Person, die mich schon lange kennt, über meine Symptome, Verhaltensweisen usw. Ergebnis: Diagnose BL wurde bestätigt. (und noch ein paar andere Diagnosen, aber zum Glück nix neues ;-) Das kam erst während der Therapie dort, dass sie was neues gefunden haben %-| )

Also falls deine Thera diesen Verdacht hat, fände ich es nicht gut, wenn sie dir das verschweigt, da sie dir dann die Möglichkeit auf eine spezifische Therapie vorenthalten würde (oder ist sie DBT-Therapeutin? Kann ich mir kaum vorstellen, denn davon gibt es leider sehr sehr wenige :-( ).

L;il3a P.


Nein, soviel ich weiß ist sie keine DBT-Therapeutin. Ich habe noch 12 Stunden übrig, danach ist die Therapie vorbei.

s[chnecTke198x5


Danke Juley für deine ausführliche Beschreibung deiner Diagnostik, sehr interessant, dass die bei dir stationär gemacht wurde.

Mir wurde die Diagnose von meinem Psychiater nach ca. 2-3 Monaten Gesprächen mitgeteilt. Tests habe ich nie gemacht.... Hab also gleich wieder ein Gesprächsthema für meine nächste Thera-Sitzung ;-) meine "neue" Therapeutin werd ich mal drauf ansprechen, was sie diagnostisch bei mir vermutet (die zweifelte am Anfang an meiner BL-Diagnose)

Danke und alles Gute euch :)*

LTiTla Px.


@:)

Dir auch alles Gute Schnecke :)*

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