» »

Wie richtet man Depressive auf, ohne einen Druck aufzubauen?

A0lles-.GuteH_300x0


@ rosa_linde

Ich weiss, du moechtest, deine Idee mit der Therapie mir immer naeher bringen. Ich bin mir voellig bewusst, dass das letztendlich die einzige Moeglichkeit ist, meine Frau zu "heilen". Aber bitte akzeptiere, dass es wirklich nicht geht. Warum und weshalb sollten wir nicht diskutieren, einfach annehmen, dass es wirklich nicht geht! Vielleicht Anfang naechsten Jahres, aber nicht vorher. Aber eine Therapie wird gemacht. Ich muss allerdings auch meine Frau ueberzeugen, denn sie glaubt, dass sie ohne auskommt. Das ist aber nicht das Hauptproblem.

Viele Gruesse

ZIwackx44


Neben Psychotherapie gibt es natürlich auch noch die medikamentöse Behandlung. Zuständig wäre ein Psychiater. Oft werden auch Psychotherapie und Antidepressiva miteinander kombiniert.

a~.fxish


Ich kann mich allem, was hier geschrieben wurde nur anschließen. Ich wünsche Deine Frau alles Gute! Und ich wünsche euch, dass Du die Kraft hast, ihre Erkrankung auszuhalten, denn es ist nicht leicht und verlangt einem Partner viel ab.

Aber auch hier wird berichtet, was man mit Depressiven NICHT tun sollte. Aber wie kann ich einen Depressiven unterstuetzen? Wie mit guten Worten umgehen? Wie sie aufmuntern?

Nun, Depression ist eine Erkrankung, die von einem Fachmann behandelt werden muss (bzw. letztendlich auch von der betroffenen Person selber bekämpft werden muss, aber das geht in den meisten Fällen nur mit entsprechender professioneller Unterstützung). Du kannst, fürchte ich, einfach nichts aktiv tun, außer Dich eben zurückzunehmen, das ist ja das schwierige daran. Ich denke, Du kannst nichts dafür tun, dass Deine Frau sich besser fühlt (das ist eben Symptom ihrer Erkrankung, das sie das nicht kann), sondern nur versuchen dafür zu sorgen, dass sie sich nicht noch schlechter fühlt. Was Du aber auch nicht immer wirst verhindern können, Du bist ja auch nur ein Mensch. Je schneller Deine Frau in Behandlung kommt, desto besser.

L<ewia!n


Alles-Gute-3000

Andere haben es schon einmal gesagt, aber vielleicht nochmal um es auch deutlich zu betonen:

1) Depressionen sind eine ernsthafte Krankheit, die professionelle Behandlung benoetigt.

2) Es braucht bereits eine Fachperson, um Depression, sofern sie ernsthaft ist, ueberhaupt zu diagnostizieren. Klar kannst du hundertmal sagen, dass eine Behandlung nicht moeglich ist, und klar "akzeptieren" wir das letztlich automatisch (obwohl keiner die Informationen hat, die erlauben, das zu beurteilen), weil wir ja gar keine Chance haben, daran, was ihr tut und lasst, was zu aendern. Bloss, ganz deutlich:

Diagnose in dieser Form ueber das Internet ist in keiner Weise verlaesslich, und ohne professionelle Behandlung und Diagnose auskommen zu wollen, ist grob fahrlaessig und gefaehrlich.

Klar koennen Leute dir Tipps geben, aber keiner kann dir im Einzelnen erklaeren, was welche Symptome bedeuten und was zu tun ist, weil das immer vom individuellen Fall abhaengt.

Ein persoenlicher Tipp: Es ist fuer Angehoerige sehr wichtig, nicht zuviel Verantwortung zu uebernehmen (damit meine ich auch von der inneren Einstellung her), weil sie letztlich nicht viel tun koennen, und weil es extrem frustriert, wenn man die eigenen Ansprueche nicht einloesen kann. Keinem Depressiven ist damit geholfen, dass der Partner auch noch krank wird, weil er denkt, er muesse den Depressiven "aus dem Loch" ziehen und immer wieder scheitert.

Lwewiaxn


PS:

Aber eine Therapie wird gemacht. Ich muss allerdings auch meine Frau ueberzeugen, denn sie glaubt, dass sie ohne auskommt.

Das ist natuerlich schwierig. So lange sie nicht in akuter Gefahr ist (oder andere Leute in akute Gefahr bringt), hat sie die Verantwortung dafuer erstmal selber.

Du solltest dir in Abwesenheit einer professionellen Diagnose auch klarmachen, dass, wenn du meinst, sie sei ernsthaft psychisch krank, sie selber dieses aber nicht glaubt, sozusagen "Aussage gegen Aussage" steht. Glaubst sie denn selber, dass sie depressiv ist? Also krankhaft depressiv, nicht nur "wie alle moeglichen Menschen immer mal voruebergehend"? Gibt es von ihr einen Anspruch oder eine Bitte, dass du ihr dabei hilfst? Wenn nicht, bewegst du dich auf recht duennem Eis. Womit ich zurueck zum letzten Posting von mir komme: Lade dir nicht nicht Verantwortung fuer sie auf, die eigentlich ihr selber zustuende.

KXater'_}3-x8


Alles- Gute_3000

Hallo erstmal, ich habe das Problem mit meiner Frau auch gehabt, habe aber die Depr. bei ihr in denn Griff bekommen, Die einzige Medizinische Hilfe die ich bekommen habe, waren Antidepressiva, und das wollte ich meiner Frau nicht antun ohne das ich vorher alles probiert habe sie da rauszuholen. Ich weiss was solche Medikamente verursachen können, habe diese Hoffnungslosikeit bei Bekannten gesehen, Du brauchst eine riesige Geduld, dann darfst Du in keinem Fall Agressiv reagieren, gehe nicht auf ihre Lügen ein, vieleicht sind es auch nur stumme Hilfeschreie, gehe am besten nicht darauf ein, Ich frage mich aber was es auf sich hatt das sie lügt, wenn du dieses Problem rausbekommst,ist es der erste Schritt, es ist warscheinlich die unheimliche Angst aus dem Haus zu gehen oder etwas zu machen. Da darfst du nicht locker lassen etwas mit ihr zu unternehmen, ich habe meiner Frau bastelarbeiten nach hause gebracht, Glasritzen, Stricken, einen PC eingerichtet, sie darauf vorbereitet, Sie muss auf jeden fall aus diesem Kreis rausgerissen werden, Was auch eine grosse Hilfe war, war Johannisblüten Tee aber nur von Hochwertigen anbietern. Was auch hilft ist Ihr die freude zu machen mal ein hübsches Kleid zu kaufen, weil bei meiner Frau die Tendenz herschte sich in dunkle Kleider zu hüllen. Versuche alles ihre Aufmerksamkeit zu erreichen, gib ihr keine Minute Zeit sich in Ihr Schneckenhaus zu verkriechen. Nur mit einer stoischen Hartnäckigkeit kannst du das erreichen.

wünsch das es Dir gelingen wird sie da mit persönlichem Einsatz da rauszu holen. LG x:)

A1llesA-GQute_R30x00


@ Lewian

Hallop Lewian,

vielen Dank auch fuer deine Hilfe. Ich weiss, es ist alles sehr schwierig! Aber eines ist ganz sicher: Ich werde meine Frau nie im Stich lassen, egal was passiert.

Das wichtigste ist, dass mir klar ist, dass meine Frau ihr Verhalten aufgrund ihrer Erkrankung nicht zu verantworten hat! Sie aendert oft ihre Meinung, je nach "Windrichtung". Einmal sagt sie, dass sie einsehe, dass sie therapeutische Hilfe braucht, ein anderes mal ist es nur Humbug! Aber ich werde ihr beistehen und mein allerbestes geben, bis wir professionelle Hilfe in Anspruch nehmen koennen.

Aflles-$Gfut,e_300x0


@ Kater_3-8

Danke fuer deine aufmunternden Worte und deine konstruktive Hilfe. Genau danach habe ich gesucht, nach Erfahrungen eines Menschen hautnah. Und da wir beide maennlich sind und unsere Damen diese Probleme haben/hatten, passt es eigentlich 1:1.

Meine Frau ist mag es eigentlich nicht so, dass ich vieles mit ihr mache: Wandern, spazieren gehen, zeichnen, was auch immer. Sie wuerde sich, wie sagt man, "overwhelmed" fuehlen. Das mag sie nicht. Auch, wenn ich aufpasse, was sie tut (z. B. Nachts, wenn die Alptraeume kommen), empfindet sie das als Kontrolle und lehnt es strikt ab.

Meine Frau nimmt nun (wie ich auch) Johanniskraut Kapseln, wir hoffen, dass sie uns beide helfen. Aber alle deine Punkte werde ich beherzigen und einsetzen, wenn die Sitaution dafuer gegeben ist.

Ich werde alles geben!

rHosCa_liindxe


Ich werde alles geben!

und eben genau das, befürchte ich, wird nichts bringen. es liegt nicht an DIR! du bist laie und irgendwann selber mit der situation überfordert. man stellt sich das anfangs immer so einfach vor und ist der meinung, daß man das gemeinsam schaffen kann. vielleicht funktioniert das auch irgendwie, aber nicht ohne professionelle unterstützung. deine frau muß sich ihrer krankheit voll und ganz bewußt sein. sie muß sie kennen und sich mit ihr auseinandersezten. das kann sie nicht alleine. und vor allem muß sie sie erkennen und akzeptieren. das tut sie anscheinend nicht.

Ich muss allerdings auch meine Frau ueberzeugen, denn sie glaubt, dass sie ohne auskommt. Das ist aber nicht das Hauptproblem.

oh doch! das ist das hauptproblem. wenn sie nicht der auffassung ist, daß sie hilfe braucht und meint, es alleine zu schaffen, kannst du dir die beine ausreissen. es wird zu nichts führen.

geht wenigstens zum psychiater, der deiner frau ganz klar und deutlich macht, daß ihre krankheit einen namen hat. und der ihr zu verstehen gibt, daß sie es nicht alleine schaffen wird. die punkte, die du hier aufgezählt hast, zeugen von keiner vorübergehenden oder leichten depression. da steckt mehr dahinter.

ich wünsche dir alles, alles liebe und einen klaren kopf :)* kraft wünsche ich euch beiden. jede menge! @:)

s)chneZcke198x5


Nur ganz kurz: ich würde nicht wollen, dass mein Partner auch als Therapeut fungiert.

Mir hilft es, wenn ich mich in schlechten Phasen aussprechen kann und er einfach nur zuhört. Ratschläge und dergleichen helfen mir persönlich dann null, weil ich mich sofort wieder unter Druck fühle. Ich denke zuhören und vor allem Respekt vor dem Kranken sind sehr wichtig.

snchRnFeckex1985


PS: und mit Respekt vor dem Kranken meine ich, dass ich als mündiger, vollständiger Mensch wahrgenommen und meine Entscheidungen respektiert werden. Darunter fällt auch die Entscheidung, inwieweit ich Hilfe brauche oder annehmen möchte und was für eine Art der Hilfe ich mir vorstelle. Ratschläge wie "XY wären gut für dich" nerven einfach nur gewaltig und ziehen immer weiter runter. Der Wunsch nach Therapie muss aus einem selbst wachsen, denn die Therapie muss man dann auch alleine bewältigen und hinter sich bringen.

n}ajanagxut


@ schnecke1985:

Du bringst es auf den Punkt. :)= :)^

A<llesw-Gut'e_30x00


@ rosa_linde

Ich schaetze deine Aussagen wirklich sehr, aber es sollte nun wirklich klar sein, das wir eine Therapie aus privaten Gruenden zurzeit nicht durchfuehren koennen.

Bitte akzeptiere dass, denn du wuerest zwangslaeufig auf den falschen Damper gelangen, wenn du mir pausenlos eine Therapie oder Psychiater oder sonst was empfiehlst. Inzwischen weiss auch meine Frau, dass eine Therapie notwendig ist und wir haben bei uns in der Naehe eine "Aerztehaus" nur mit Psychologen und Therapeuten. Wir werden sie kontaktieren sobald es uns moeglich ist.

Aber bitte verstehe, dass ich den Grund nicht im Forum oeffentlich machen werde, warum wir nicht heute noch dorthin gehen. Ein kleine wenig Privatsphaere sollte uns auch in Foren zugestanden werden.

ANllesK-G1utxe_3000


@ schnecke1985

Genauso wie du argumentiert auch meine Frau. Das meine ich positive.

Ich muss lernen, mich mit bestimmten Ratschlaegen, auch wenn sie gut gemeint sind, zurueckzuhalten.

Es ist nur schwer fuer mich zu erkennen, dass sie einen falschen Weg einschlagen moechte und meine gut gemeinte Hilfe dann abgewiesen wird. Aber ich arbeite daran, mich mehr zurueckzuhalten.

Sobald wie moeglich wird sie eine Therapie machen, darueber haben wir noch gestern gesprochen. Ich war erstaunt ueber den schnellen Wandel, denn einen Tag zuvor wollte sie davon nichts wissen. Ich hoffe, sie bleibt bei der Entscheidung.

K-ate~r_3i-8


Alles-Gute_3000

Meine Frau ist mag es eigentlich nicht so, dass ich vieles mit ihr mache: Wandern, spazieren gehen, zeichnen, was auch immer. Sie wuerde sich, wie sagt man, "overwhelmed" fuehlen. Das mag sie nicht.

Das mochte meine Frau damals auch nicht, am liebsten wäre es ihr gewesen wenn sie sich in eine dunkle Kammer hätte einschliessen können, also typisch für das verhalten von Depressiven Personen, aber es war meine Pflicht mit all meinen zur verfügung stehenden Mitteln sie aus diesem Kreis herauszuholen, wir haben uns ja mal versprochen füreinander du zu sein, in guten und in schlechten Zeiten. Also bleibt mir nur noch mal Dir dringlich zu raten Dich auch wenn es ihr nicht passt durchzusetzen und mit ihr ein Beschäftigungsprogramm zu machen, den nur so kannst du sie da rausholen. Halte mit ihr Gespräche tags und nachts, weine auch mit ihr wenn es euch danach zu mut ist, den Tränen lösen vieles.

bei einer Therapie muss sie ja auch was machen was ihr gegen den Strich geht. wecke in ihr wünsche, träume oder was sie gerne macht, Aber ich habe als Dank von ihr heute noch die Liebe was mich sehr mit stolz erfüllt,

auch wenn sie mich damals für meine hartnäckigkeit am liebsten zum Teufel gewünscht hätte.Also noch mals lasse nicht nach du wirst sehen wenn du es aus eigener Kraft schafst sie da raus zu holen, es wird dir ein erhabenes Gefühl verschaffen und es wird der Lohn sein für deine hartnäckigkeit, aber es braucht Zeit und nochmals Zeit und viel Kraft. also wünsche dir das du diese voraussetzungen haben wirst. LG

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH