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Wie richtet man Depressive auf, ohne einen Druck aufzubauen?

aA.fxish


Ich kann Dir wirklich nur dringend davon abraten, auf Kater_3-8 zu hören! Was er gemacht hat, mag in seinem Fall funktioniert haben, aber es war gefährlich. Menschen sind verschieden und niemand kann voraussagen, wie Deine Frau auf Druck reagieren wird. Ob es sie tatsächlich hochholt, ob es ihr nur genug Kraft gibt, Dir die Tür vor der Nase zu zuschlagen oder ob sie letztendlich daran zerbricht. Und habe ich es richtig verstanden, dass die Diagnose gar nicht gesichert ist, sondern von Dir stammt? Dann weißt Du also eigentlich noch gar nicht, was mit ihr los ist.

Egal, was es ist: Du bist ihr Partner und nicht ihr Therapeut. Und genau als Partner braucht sie Dich! Jeder Versuch, sie zu "behandeln" wäre kein Ausdruck von Liebe, sondern ein Übergriff und eine gefärhliche Überschätzung Deiner Kompetenzen.

Kaaterx_3-8


a.fish

warscheinlich findest du es besser wenn er seine Frau durch irgendwelche Antidepressiva vollpumpen lässt und sie dadurch in eine Abhängigkeit bringt aus der sie nicht mehr rauskommt, Beispiele dazu findest du genug

schau mal nur bei Googel rein unter Med, abhängigkeit. :(v

a<.fixsh


AD können eine sinnvolle Ergänzung sein, aber das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ich hab die AD damals nicht vertragen, aber nicht, weil ich "vollgepumpt" oder abhängig wurde. Es war einfach nicht das richtige für mich – ein Gespräch mit meinem damaligen Therapeuten und die Medis wurden ausgeschlichen, fertig. Die Therapie habe ich dann ohne Medikamente weitergeführt, das kann man mit seinem Arzt besprechen und entscheiden. Niemand wird gegen seinen Willen mit irgendetwas behandelt. Es gibt eine Vielzahl verschiedener AD, die einzige Stoffgruppe, die abhängig machen kann sind die Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer – wer da Ängste hat, sagt eben, dass er nicht mit einem AD dieser Gruppe behandelt werden möchte.

n9ajanXaguxt


@ Kater_3-8:

wenn du mit mir damals so umgegangen wärst, wäre unsere Beziehung zuende gewesen, und zwar mit einem ziemlichen Knall. Dazu hätte meine Kraft immer noch gereicht. Es ist sicher toll für euch beide, dass es funktioniert hat, aber ein Patentrezept ist dieses dein Verhalten ganz bestimmt nicht.

@ Antidepressiva:

Ich habe ungefähr ein Jahr lang Citalopram genommen und es dann wieder abgesetzt, als ich der Meinung war, dass es seinen Zweck erfüllt hat, mir aus dem tiefsten Loch herauszuhelfen. Das Einschleichen und das Absetzen waren jeweils zwei unangenehme Wochen, dann war das Thema erledigt. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass ein AD für begrenzte Zeit eine sinnvolle und hilfreiche Krücke sein kann, aber das ist eine einzelfallentscheidung, und dafür muss man zum Psychiater.

Ich gebe a.fish recht:

Du bist ihr Partner und nicht ihr Therapeut. Und genau als Partner braucht sie Dich!

Als jemanden, der zu ihr hält und sie bei dem unterstützt, was sie selbst will.

r`osa_Xlinxde


okay! mir platzt gleich der kragen. sorry! erstmal...ich will niemandem etwas aufdrängen, sondern nur bemerken, was am sinnvollsten ist. und das ist schließlich mein gutes recht, wenn hier jemand um hilfe und ratschlage bittet. wenn es z. zt. nicht möglich ist, warum auch immer, dann ist das so. ich will hier auch keine persönlichen gründe erfragen. im grunde hat mich das auch gar nicht zu interessieren. das muß jeder für sich selber entscheiden. wobei...nebenher frage ich mich tatsächlich, was da sooooo wichtiges dagegen spricht. krank ist krank. und wenn jemand einen herzinfarkt hat, dann kann man auch keine gründe vorschieben, warum der gerade nicht behandelt werden kann. irgendwann läuft die zeit ab und es kann u. U. zu spät sein. aber bitte...jeder nach seinem gutdünken. für mich scheint das den schilderungen entsprechend akut genug.

antidepressiva sind helfer, keine schädlinge. persönliches interesse schön und gut. aber in diesem fall kann man noch so viel helfersyndrom an den tag legen...ich kann es nur wiederholen...der te ist laie. er kann nicht heilen und nur nebensächlich unterstützen. die aufgabenerfüllung liegt beim therapeuten und bei der frau. jeder muß sein stück arbeit erledigen. der te kann nur zur seite stehen und nebenher agieren. die eigentliche problembewältigung liegt nicht bei ihm. und wer hier gegen ad's wettert...ich kann es nicht verstehen. insbesondere citalopram ist eines der modernsten mittel auf dem markt. warum sperren sich so viele dagegen? erfahrungsmangel? desinteresse? mensch,wenn ihr eine bakterielle infektion habt, dann schluckt ihr bedenkenlos antibiotika. und nur, weil das ad in den stoffwechsel des gehirns eingreift, sperrt man sich? denkt doch mal nach!!! das kann u. U. auch eine lebensrettende medikation sein. %-|

Aslles-Gu^te_3x000


@ Kater_3-8,

@a.fish,

@ najanagut

vielen dank fuer alle eure Beitraege!

Ich glaube, dass fuer Kater sein Weg der richtige war, waehrend er fuer najanagut der voellig falsche gewesen waere.

Dennoch konnte ich gerade wegen dieser Widersprueche, meine Lehren daraus ziehen. Wahrscheinlich gibt es eine Deppression nicht zweimal und jede ist wohl grundverschieden und muss dementsprechend anders behandelt werden. Ist mir schon klar geworden.

Meine Frau ist aehnlich wie najanagut und will sich partout nicht helfen lassen. Sie kann alles alleine, dafuer habe ich sie einst bewundert.

Ich denke, dass ich meiner Frau helfen werde so gut es geht, bis wir professionelle Hilfe nehmen koennen. Das werden wir bestimmt. Die notwendige Einsicht habe ich und meine Frau inzwischen auch.

Fuer weitere Ideen oder Anregungen, ganz gleich welche, bin ich nach wie vor dankbar und sehr interessiert.

Viele Gruesse

s8chneVcke19x85


Ich schreib jetzt mal aus dem Blickwinkel der Betroffenen:

Man ist morgens schon froh, wenn man aus dem Bett kommt, obwohl man sich sowieso fragt, WOFÜR man überhaupt aufstehen soll. Der Tag liegt scheinbar endlos vor einem.

Man steht auf... duschen vielleicht später...

Der Blick fällt auf den Geschirrberg von gestern in der Küche. Die eine Stimme im Kopf sagt: "Hey, räum den Mist weg!", die andere sagt "Später vielleicht". Während dem Frühstück denkt man drüber nach, was man im Laufe des Tages noch machen sollte. Im Kopf schwirren die Gedanken, dass man doch keinen Grund hat, die Aufgaben zu erledigen, weil alles so leer und sinnlos ist. Man fühlt sich angeschlagen, man kennt sich selbst nicht so.

Schon nach zehn abgespülten Tassen kommt man ans Limit. "Das kannst du später noch machen", sagt die Depression und legt sich wie ein schwerer Mantel auf die Schultern. "Sei nicht so schlapp, früher konntest du das doch auch", sagt der Verstand und quält dich mit seinen Vorwürfen. Man möchte weitermachen, doch die Depression ist stärker, sie ist wie eine undurchdringliche Bleimauer. Sie blockiert das Denken, das normale Handeln.

Man fühlt sich schuldig, weil man nicht so kann wie die anderen, wie früher. Und gleichzeitig ist man unglaublich frustriert von dem ständigen Kampf im Kopf zwischen Vernunft und Depression. Depression ist wie eine unsichtbare Glaswand, und dauernd rennt man unvermittelt dagegen, spürt seine eigenen Blockaden.

Der Partner kommt unvermittelt herein, zerreisst den kleinen Kokon mit den Worten: "Schatz, ein Spaziergang würde uns/dir jetzt sicher guttun!"

Der Verstand sieht die Sonne draußen und den strahlenden Tag aber in der Seele bleibt es dunkel. Jede Bewegung ist unendlich mühsam. "Für meine Gesundheit wäre es gut", sagt der Verstand. "Ich KANN NICHT!!!", schreit die Depression. "Wenn ich nicht mitgehe, dann kränke ich ihn sicher. Er meint es doch nur gut" flüstert im einen Ohr der Verstand. Was soll man jetzt erwiedern? Wenn ich nicht mitgehe, dann handle ich so, wie ich mich fühle, aber dann macht sich mein Schatz Sorgen und ist enttäuscht. Wenn ich ihn aber begleite handle ich GEGEN meine Bedürfnisse. Ich kann da jetzt nicht raus! Ich kann nicht!! Panik steigt auf, das Herz krampft sich zusamen

B:ella_Swatn-C-ullen


schnecke

:)* :)= sehr gut geschrieben....

finde ich mich wieder

cDirmexzz


Wollte meinerseits den Satz von a.fish nochmal unterstreichen

Egal, was es ist: Du bist ihr Partner und nicht ihr Therapeut. Und genau als Partner braucht sie Dich!

:)^

AllesGute, du solltest auch auf DICH achten, daß du stark bleibst, daß sich nicht nur alles um die Depression deiner Frau dreht, sie braucht einen Halt und keinen (emotionalen) Co-Kranken.

Sie will (ich schreibe das jetzt aus meiner Ansicht heraus, nat. kann ich nicht wissen, ob sie das wirklich will), daß du im Lichtschein am Ende des Tunnels geduldig auf sie wartest, da bist, wann immer sie dich braucht und nicht zusammen mit ihr durchs Dunkle tappst und auch nicht mehr den Ausgang findest. Du bist sozusagen der Ausgangswächter (-beleuchter), damit sie sieht, wo sie hinmuß, heraus wird sie aber wohl nur mit einem Höhlenführer kommen.

Ich habe es erlebt (Depri-Betroffener), eine Liebe ist kaputtgegeangen, saß in tiefem Loch fest, wollte dort alleine sein, wollte nicht, daß meine damalige Partnerin mitfestsitzt (das ist MEINE Depri, da muß ich mich zurechtfinden, rauskommen), die Anziehung -Liebe- war zu groß, sie saß mit fest, strampelte nach Leibeskräften mich herauszuziehen, sie schaffte es nicht, ihre Kraft war zuende

Sie tat das -für sie- einzig Richtige: Ihre letzte Kraft zusammenzunehmen, aus dem Loch zu klettern und mich zurückzulassen. Seitdem weiß ich, daß große Liebe einen auch runterziehen und kaputtmachen kann. Einer der schlimmsten letzten Worte einer Beziehung:

Ich liebe dich mehr denn je, aber es geht einfach nicht mehr ... .

Das Paradoxe daran (oder eig. auch garnicht) : Die Depri war wie weg: Ich bin aufgesprungen, rausgegangen, ewig lange Wanderungen gemacht und alle Emotionen sprich- und wortwörtlich aus mir rausgeSchrieen. Ich hätte kein AD mehr gebraucht, sondern ein Aggressionsbewältigungsprogramm ]:D. Alleine schon der Schmerz war so groß, da hätte keine Depri mehr Platz gehabt (nat. hätte ich viel lieber schlimmste Depri gehabt, als den Schmerz :[] ). Soweit erstmal, glaube, das war mein längster selbstgetippter Beitrag ever.

c$ir#mezvz


BellaSwan-Cullen

hast du mich jetzt aber erschreckt, ich dachte zuerst, ich hätte aus Versehen im Wurm-Faden geschrieben :-o o:)

ccirm$ezxz


Beim Nochmal-durch-lesen ist mir aufgefallen: Mit +sie+ ist jedesmal die Freundin gemeint, nicht die Liebe, falls das mißverständlich sein sollte ":/

Krater7_3x-8


Wenn ich mit meinem Beitrag zur bewältigung einer Depr. einigen von Euch einen Wiederspruch

hervor gerufen habe Sorry wollte ich eigentlich nicht. @:)

aber wenn es wieder passieren würde, was ich nicht glaube da wir seither ein erfülltes Leben haben ( 72 Jahre )

ich würde daselbe nochmals machen. :)^

schnecke1985

du hast das sehr gut beschrieben, so habe ich es bei meiner Frau auch erlebt, habe aber auch in ihren Augen das betteln gelesen das ich sie da heraushole aus diesem Käfig. und dann draussen den Dank in ihren Augen gesehen das ich nicht locker gelassen habe, :)*

sSchnec2ke19x85


@ Kater

Schön, dass es bei dir und deiner Frau so funktioniert hat, aber so ein Vorgehen erfordert einerseits eine große Opferbereitschaft vom Partner als auch ein außergewöhnliches Fingerspitzengefühl, dann könnte das auch öfter so funktionieren. Aber die Regel ist es nicht, dass Depressive so aus ihrem Loch kommen. Aber manchmal bin ich auch froh, wenn mich mein x:) aus dem Haus zerrt :)*

KOate r3_3-8


schnecke1985

ja klar braucht es geduld, in einer Woche ist es nicht getan, ein Jahr aufopferung ist das wenigste was getan werden muss, und wer ist in der heutigen Zeit noch bereit das für seinen liebsten Partner zu tun, :)^

A3lles-mGu'te_30x00


Es ist wirklich sehr schwer taeglich die richtige Basis zu finden, meiner Frau alles recht zu machen. Was sie heute liebt wird morgen verdammt.

Mittlerweile habe ich aber Zugang zu ihr gefunden! Ich habe eine Mischung aus Kater_3-8 und von Schnecke1985 angewendet. Allerdings glaube ich auch, dass meine Frau, die im Augenblick sehr viel ueber ihre Situation nachdenkt, bemerkt hat, dass sie an Depressionen leidet. Vorher sprach sie davon, dass unsere Ehe nicht gut laeuft, ihre Arbeitsstelle katastrophal sei und ihr alles und jeder auf die Nerven geht. Sie sprach auch davon fuer nichts und niemanden Gefuehle zu haben und zweifelte an ihrer Normalitaet! Selbst ueber Scheidung wurde gesprochen. Ich war wie vor den Kopf gestossen. Denn ich glaubte, dass wir eine sehr gute Ehe fuehrten.

Das ist nun Gott sei dank vom Tisch! Aber es dauerte wirklich sehr lange, bis sie davon ueberzeugt war, dass es nicht unsere Ehe, sondern ihre Depressionen sind.

Ich habe meiner Frau in rund sieben Jahren Ehe (wir kennen uns acht Jahre) nicht einmal angelogen, ihr niemals koerperlich oder seelisch weh getan und sie immer respektiert. Das kam mir bei meinen Argumenten sehr zugute und sie erkannte schliesslich, dass sie ein Problem hat und unsere Ehe eigentlich gut laeuft.

Nun hoffe ich, dass dieses Denken auch weiterhin anhaelt. Sie scheint aus dem Tiefsten heraus zu sein, obwohl sie alle Paar Tage doch wieder "flach" liegt.

Vielen Dank fuer eure Hilfe. Ich halte euch auf dem Laufenden und bitte auch weiterhin um eure konstruktiven Antworten.

@ Kater_3-8

Fuer mich spielt es keine Rolle, ob ich ein Jahr oder mein Leben lang geduldig sein soll. Ich werde alles tun, um meiner Frau zu helfen und ihr wieder Freude am Leben und an unserer Ehe zu geben, inklusive Therapie, die kommen wird!

Aber du hast recht. Es gibt nicht viele, die den schweren Weg gehen wollen. Es ist fuer viele wohl einfacher, sich einfach eine neue Partnerin zu suchen. Dazu gehoeren du und ich nicht! Zum Glueck!

Viele Gruesse

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