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Umgang mit depressiver Arbeitskollegin?

BSaswti180 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich weiß mir momentan einfach nicht zu helfen. Mir sitzt nun seit fast 2 Jahren eine Kollegin gegenüber (2er Büro), die anscheinend immer depressiver wird. Prinzipiell komme ich sowohl beruflich als auch privat (wir unterhalten uns auch über privateres) sehr gut mit ihr aus. Nur in der letzten Zeit wird das nur immer schlimmer.

Will nicht zu sehr ins Detail gehen, da ansonsten eventuell jemand wissen könnte, wen ich meine. Eine absolut normaler Kommentar meinerseits (wurde mir von mehreren Kollegen/innen so bestätigt) führte bei ihr zu einem Heulkrampf. Ich kann sie wirklich gut leiden, deshalb tut sie mir auch sehr leid. Und es berührt mich wirklich sehr tief. Zuerst komme ich mir vor wie jemand, der Vater und Mutter ermordet hat, also so ziemlich wie der letzte Dreck. Ich entschuldige mich mehrmals und weiß mir einfach nicht zu helfen.

Wenn ich dann so darüber nachdenke und mein Problem anderen schildere merke ich, dass ich ja eigentlich nichts schlimmes gesagt habe und dann wandelt sich das Ganze in Wut um. Ich fühle mich dann so, als ob ich mit meiner Faust Wände einreißen könnte. Und es wird von Vorfall zu Vorfall schlimmer. Diese Woche konnte ich nach diesem Vorfall nicht mehr mit ihr sprechen. Ich kenne mich und weiß, dass ich dann in meiner Wut Dinge sagen würde, die mit Sicherheit nicht hilfreich sein würden. Also bin ich erstmal ruhig. Ich habe dann aber massive Probleme meine Arbeit zu erledigen und kann an kaum was anderes denken. Selbst jetzt (Dienstag war der Vorfall) denke ich darüber nach. Ich schlafe schlecht, bin schlecht gelaunt und nehme das natürlich auch alles nach Hause zu meiner Frau und meinem Kind mit.

Ich will das definitiv nicht mehr.

Jetzt will ich am Montag ihr das mal genauso wie hier beschrieben erklären und ihr klar machen, was sie ihren Mitmenschen so manchmal dann auch damit antut. Nur wie mache ich das? Auf der einen Seite will ich nicht mehr darunter leiden, auf der anderen Seite will ich aber nicht noch auf jemanden so einwirken, der sowieso schon auf dem Boden liegt und dem es schlecht geht. Habe echt Angst vor ihrer Reaktion. Aber wie gesagt, es wirkt sich auf die Arbeit, auf mein Privatleben aus, ich muss ihr das jetzt klipp und klar sagen.

Ansonsten bleibt als letzter Weg nur der Gang zu meinem Vorgesetzten und der soll mir dann einen anderen Platz suchen. Nur ist das für sie ja auch nicht förderlich.

Ihr seht, egal wie ich argumentiere, immer gibt es ein großes Aber. Aber letztlich überwiegt bei mir nun der Selbstschutz. Es ist auch nicht sehr angenehm mit jemanden in einem Büro zu sitzen, den man krampfhaft zu ignorieren versucht und bei der man schon Angst haben muss, dass wenn man "Guten Morgen" in der falschen Tonlage sagt, sofort wieder ein Heulkrampf folgt.

Wie sage ich ihr das? Zudem hat das überhaupt Sinn mit ihr zu sprechen? Ich glaube sie selbst will das nämlich gar nicht so einsehen, dass solche extremen Gefühlsschwankungen überhaupt nicht normal sind. Schon gar nicht in dieser Häufigkeit. In meinen Augen müsste sie in ärztliche Behandlung. Zudem kommen ja jetzt erst die dunklen Tage, also werden die depressiven Zustände schlimmstenfalls noch schlimmer werden. Kann da bei ihr überhaupt ein Bewusstsein entstehen, dass sie behandelt werden muss, wenn sie selbst vielleicht nicht mal merkt, dass das so nicht in Ordnung ist?

Also was soll ich tun?

Aber alleine das hier so zu schreiben hilft schon etwas.

Viele Grüße

Antworten
Voulkamnierx64


Ich glaube mal, Reden hilft immer. So lernt ihr euch besser zu verstehen. Aus welchem Grund auch immer, steht deine Kollegin unter hohem Leidensdruck. Wenn du darüber Bescheid weißt, kannst du vielleicht auch besser damit umgehen.

Wenn du einen verständnisvollen Vorgesetzten hast, mit dem du das Problem besprechen kannst, dann ist auch das ein Weg. Er wird verstehen, dass euere Motivation und Arbeitsleistung sich wieder steigern können, wenn ihr in getrennten Büros sitzt.

:-) *:)

ZcwBackx44


Hallo Basti180, also zuerst einmal: Das Verhalten Deiner Kollegin ist Symptom einer Krankheit, an der sie schuldlos ist. Dementsprechend darf man vielleicht Deine Wutreaktion kurz hinterfragen. Die Kollegin hat Dir nicht unterstellt, sie zu schädigen, und deshalb ist ein persönlicher Rochus auf die arme Frau auch unangebracht. Was Dich schmerzt, ist Dein eigenes Gewissen, weil Du ja selber erkennst, dass die Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs ist. Schön, dass es nioch Leute mit Gewissen gibt!

Das "Einsehen" ist bei Depressionen so eine Sache, wie ich leider selber erfahren habe: Der Patient wird mit einem mentalen und körperlichen Zustand konfrontiert, der sich ganz allmählich eingeschlichen hat, so dass man in Gedanken schon weit zurückgehen muß, um den früheren eigenen Zustand mit dem status quo zu vergleichen. Der Patient leidet u.a. an innerer Leere, verminderter Belastbarkeit, Entscheidungsschwäche, "Wollen-aber-nicht-können", abrupten Stimmungswechseln, "das Leben ist so beschwerlich", Introvertiertheit, Sozialphobie, Schlafstörungen, Libidoverlust, evtl. Suizidgedanken. Oh, das Mittagessen ruft - Beitrag wird fortgesetzt.

Blastix180


Erst mal vielen Dank für die Antworten.

@ Zwack 44

Wieso soll ich die Wutreaktion hinterfragen? Sie ist wohl allzu menschlich. Man ist zuerst zutiefst betroffen und merkt dann, dass man eigentlich gar keinen Grund dazu hat. Wenn man das jetzt bereits mehrmals erlebt hat ist eine gewisse Reaktion also total normal. Das ihr Verhalten nicht dazu dient mich anzugreifen, zu beleidigen oder gar zu verletzen ist mir absolut klar. Insofern habe ich meine Wut ja gezügelt und war einfach ruhig. Nur ist das Gefühl der Wut ja trotzdem leider da und kann auch von mir nicht so einfach mit einem Fingerschnippen "weggezaubert" werden. Ich kann mich da schon beherrschen und sehe die Realität da hoffentlich noch.

Bin schon mal auf den zweiten Teil deines Beitrages gespannt.

Ich hoffe doch es hat geschmeckt?

s6chnekcke1x985


Deine Wutreaktion versteh ich auch nicht so ganz.

Klingt so, als würdest du sozusagen dein Mitgefühl in Wut kanalisieren, um die Geschichte von dir fernzuhalten, weil du selbst mit deinen Gefühlen nicht wirklich umgehen kannst. ":/

Für diese Reaktionsweise kann aber die arme Frau ja nix ":/ ":/

ciomvpyf.reak


Vielleicht wäre es tatsächlich besser, wenn du einen anderen Arbeitsort bekommen würdest, wenn du mit ihrer Situation nicht gut umgehen kannst.

Wenn du zu ihr gehst und sagst, sie soll doch bitte in Zukunft nicht mehr heulen, wenn du etwas normales zu ihr sagst (auch wenn du es nett formulierst), wird es ihr vermutlich erstens nicht gelingen, sich daran zu halten, und zweitens würde es ihren Zustand auch nicht gerade verbessern, eher im Gegenteil.

Ein gutes Verhalten wäre vermutlich, dich nicht von ihren Heulanfällen so treffen zu lassen. Mach dir klar, dass sie das (vermutlich) nicht tut, weil du sie falsch behandelt hast, sondern weil sie eine schlimme Krankheit hat. Und außerdem ist ja auch nicht jeder wie ein Therapeut im Umgang mit depressiven Menschen geschult und erfahren. Du hast also nichts falsch gemacht (jedenfalls nicht bewusst). Kein Grund, dich schlecht zu fühlen, aber auch kein Grund, so wütend zu werden.

Falls du einen etwas engeren Kontakt mit ihr hast als nur einen oberflächlich-beruflichen, dann frage sie doch, warum es ihr offenbar oft schlecht geht, ob du denn etwas dafür kannst, und ob es vielleicht eine gute Idee wäre, wenn sie deswegen zu einem Arzt geht. Oder so etwas ähnliches. Was genau du hier sagen/fragen solltest, weiß ich auch nicht genau. ":/

Falls dir das alles zu viel ist, dann solltest du dich und deine eigenen Gefühle ernst nehmen und um einen anderen Arbeitsort bitten, sonst ist wohl weder dir noch der Kollegin geholfen.

BCastdix180


Klingt so, als würdest du sozusagen dein Mitgefühl in Wut kanalisieren, um die Geschichte von dir fernzuhalten, weil du selbst mit deinen Gefühlen nicht wirklich umgehen kannst.

Ist wohl ein Teil der Antwort. Damit hast Du nicht unrecht. Nur ich habe diese Aktion bereits mehrmals erlebt und kann nicht wirklich damit umgehen. Und ich betone es nochmals : Ich weiß, sie macht das absolut nicht extra um mich zu verletzen sondern sie ist in meinen Augen krank. Nur ist Wut, gerade wenn man das bereits mehrmals erlebt und sich zuerst mal selbst wie der letzte Dreck vorkommt und dann merkt, dass man eigentlich nichts dafür kann und trotzdem darunter leidet, für mich etwas absolut menschliches. Und da ich weiß, das sie nichts dafür kann habe ich sie ja auch wohl wissend, dass das nicht gut ausgehen würde, einfach in Ruhe gelassen.

Nur in so Momenten kenne ich mich selbst nicht mehr. Ich merke, da ist was, was ich nicht kontrollieren kann, ja noch nicht einmal richtig verstehen kann. Und dieses Wechselbad der Gefühle ist halt nicht so einfach zu kontrollieren. Und da wird man schon mal wütend.

B/astix180


Aber um jetzt mal zu meiner eigentlichen Frage zurück zu kommen. Ist die Idee mit dem Gespräch jetzt gut oder soll ich es besser lassen, weil es vielleicht ja sowieso keinen Sinn hat?

Das würde mich jetzt eher interessieren.

s<cDull0ie


ich wuerde ihr schon freundlich mitteilen,dass du sie schaetzt und magst,aber dass es mit sicherheit besser fuer sie waere,wenn sie sich therapeutische hilfe suchen wuerde

mit ihre depressiven stimmung wuerdest du dich belastet und ueberfordert fuehlen

Z4wacUkx44


Fortsetzung

Ich merke, da ist was, was ich nicht kontrollieren kann, ja noch nicht einmal richtig verstehen kann.

Deswegen will ich ja wenigstens ein bißchen versuchen klarzumachen, wie die Welt aus Sicht eines depressiven Patienten aussieht. Wenn der Patient alsoi zum ersten Mal eine Depression erleidet, hat er keine Vergleichsmöglichkeiten, weder aus persönlicher Erfahrung noch aus dem Bekannten- und Freundeskreis, weil nicht nur die Kenntnisse über diese Krankheit höchst spärlich verteilt sind, sondern die Betroffenen selten offen damit umgehen und deswegen nichts nach außen dringt. Dritte wissen nicht, wie sie saich fühklen und wie man mit ihnen am besten umgeht - genauso wie eben Du im Augenblick. Für den Patienten ist es allerdings viel schlimmer als für das Umfeld, weil sich da ja existentielle Fragen stellen: Weil er nicht weiß, wie er dazu gekommen ist, weiß er natürlich auch nicht, wie der aus diesem Loch wieder herauskommt. Die Ärzte versprechen zwar Linderung oder Heilung, ohne allerdings eine Zeitvorstellung geben zu können, weil eben jeder Mensch anders reagiert. Und dann gibt es oft viele Wochen, in denen der Patient selbst unter Behandlung keinen Fortschritt erkennen kann. Du mußt Dir vorstellen: Fast alle Fähigkeiten, auf die sich die Lebensplanung, das Selbstwertgefühl und der Glauben an eine hoffnungsvolle Zukunft knüpfen, sind aus unverständlichen Gründen weg; dem Patienten wird der Boden unter den Füßen weggezogen, und er erkennt nur, dass "es" nicht mehr gut funktioniert. Verringerten output versucht man durch Mehrarbeit zu kompensieren, es bleibt keine Freizeit mehr, und die Fähigkeit, Freude zu empfinden, verschwindet. Da rücken dann auch Gedanken ins Zentrum der Überlegungen, ob man denn in naher Zukunft zum Sozialfall wird.

Soweit zum Verständnis, und nun zu Deiner eigentlichen Frage: Ob Du mit Deiner Kollegin sprechen solltest, hängt davon ab, welchen Draht Du zu ihr hast und inwieweit Du von Wut auf Mitgefühl umschalten kannst. Sicher wäre nicht gut, in den Vordergrund zu stellen, dass Du unter ihrem Verhalten leidest, denn krank bist nicht Du, sondern SIE. Wenn Du mit Gefühl nachfragen würdest, ob sie etwas bedrückt, ob sie unter bestimmten Vorkommnissen leidet, ob irgendeine Änderung ihr helfen könnte, okay; aber ich vermute, sie wird dankend ablehnen und Defizite dementieren - die Frau weiß eben auch noch nicht, wie sie damit umgehen soll. Wenn sie einen verständnisvollen Chef hätte, könnte dieser sie ansprechen und ihr nahelegen, ärztliche bzw. psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Vorgesetzte kann da (mit Gefühl!) ein bißchen Druck machen in dem Sinne: "Wenn sie das Problem nicht aus der Welt schaffen, ist uns doch beiden nicht gedient." Um den Vorgesetzten zu informieren, könntest Du ihm Deine Beobachtungen schildern, am besten aber mit Bedauern und den Blick auf das Wohl der Firma gerichtet; Dein eigenes Leiden zu betonen, sollte nicht nötig sein - das sieht dann auch für Dich besser aus. Arbeitgeber und ihre Führungskräfte müssen heute mehr denn je mit solchen Problemen umzugehen lernen - und sie könnten demnächst selbst die Betroffenen sein.

ZVahnh9offnuxng


Ich würde ihr nicht sagen, dass sie professionelle Hilfe braucht, wie man das so "schön" ausdrückt, weil das als Einmischung und Überheblichkeit rüberkommen könnte. Ich würde, wenn ich die Kollegin nett fände und mich ihr verstünde, fragen: "Habe ich was Falsches gesagt?" Und dann vielleicht erstmal nachfragen, was sie denn habe, ihr würde es ja offensichtlich gar nicht gut gehen, ob sie vielleicht eine Kaffee wolle etc. sowas in der Art. Vielleicht hat Dein für Dich harmloser Kommentar sie ja an ein schlechtes oder trautiges persönliches Erlebnis erinnert - sowas gibt's manchmal.

Vielleicht hat sie gerade einen sehr nahe stehenden Menschen verloren oder irgend etwas anderes Schreckliches erlebt.

Du hast doch geschrieben, dass Ihr Euch auch über Privates unterhalten habt. Vielleicht sagt sie Dir ja irgendetwas.

Es gibt auch Bemerkungen, die die Leute hierzulande im Allgemeinen witzig oder harmlos finden - andere aber nicht, und noch weniger in bestimmten Situationen. Beispiel: einen jener blöden Schwiegermutterwitze, wenn sie z.B. gerade ihre vielleicht sehr nette Schwiegermutter - und ihr Mann somit seine Mutter - verloren hat. Man kann schon manchmal völlig unabsichtlich in irgendein Fettnäpchen treten.

ZPahnKhoffnxung


Fettnäpfchen heißt es natürlich. Da kann man bisweilen durchaus unbeabsichtigt reinsteigen, wenn man jemanden nicht ganz genau kennt.

sCcFullxie


ich vermute auch,dass sie irgendetwas schlimmes erlebt hat..z.b.kind oder mann gestorben und sie damit nicht klarkommt.

ein therapeut koennte ihr helfen

mitgefuehl,verstaendnis wird sie bestimmt brauchen,aber sie sollte auch etwas fuer sich tun

W/ateJrlxi


Wenn mir jemand sagt, dass er sich durch mich belastet fühlt, dann fühle ich mich garantiert nicht besser... das ist dann nur nochmal ein Schlag obendrauf.

Ich glaube, wenn man selber schon nicht mehr klarkommt und sich überfordert fühlt, sollte man nicht noch versuchen, anderen Ratschläge zu geben. Lieber erstmal Abstand suchen, bis man selber wieder bereit ist, was auszuhalten und zu tolerieren...

Wenn du ihr helfen willst, musst du eine Stütze sein. Die sich nicht bei einem Heulkrampf angegriffen fühlt, die den anderen Menschen nicht ändern "muss", sondern einfach nur erstmal da ist. Ich glaub das kannst du im Moment nicht mehr, vielleicht, weil es wirklich inzwischen zu belastend geworden ist. Am meisten hilfst du dann, indem du dich wieder um dich kümmerst. Kannst ja ab und zu mal nach ihr gucken und sagen, dass du sie magst.

mX a r0 v% i n


@ Basti1980

Wieso soll ich die Wutreaktion hinterfragen? Sie ist wohl allzu menschlich.

Ja, klar – wie die meisten Gefühlsreaktionen. Hinterfragen darf man sie dennoch ;-)

Man ist zuerst zutiefst betroffen und merkt dann, dass man eigentlich gar keinen Grund dazu hat

Für mich liest sich dein Beitrag 1 so: Sie hat auf einen Kommentar völlig anders reagiert, als vorher zu erwarten war. Du hast darauf hin entschieden, dass eine Entschuldigung notwendig ist. Du hast entschieden, dass du das nochmal von Anderen (Kollegen, Freunden?) überprüft haben willst. Du hast entschieden, deine ursprüngliche Haltung neu zu bewerten und sie als gar nicht entschuldigungsbedürftig einzuschätzen. Du hast entschieden, deswegen wütend zu werden. Sie hat lediglich auf einen Kommentar völlig anders reagiert, als du es erwartet hattest – das ist von "anderen etwas antun" aus meiner Sicht sehr weit entfernt. Aber das schreibst du ja auch selbst:

Ich weiß, sie macht das absolut nicht extra um mich zu verletzen

Also sollte das Thema des Gesprächs auch nicht "was sie anderen damit antut" sein.

In einer solchen Situation ginge meine ersten Fragen in der Tat an mich selbst: Was passiert da? Warum führt eine möglicherweise übereilt hervorgebrachte Entschuldigung bei Neubewertung zur Wut? Wie komme ich auf die Idee, dass "sie" mir etwas antut?

Ein Gespräch mit der Kollegin würde ich erst danach führen.

Nur ist das für sie ja auch nicht förderlich.

Na ja, da wäre ich wiederum genauso egozentrisch, wie bei den oben gestellten Fragen: Es geht ja erstmal um mich, nicht um sie. Es kann durchaus sein, dass beim Nachdenken über obige Fragen herauskommt, dass es in der Tat besser für mich wäre, wenn wir nicht im selben Büro säßen. In dem Fall bleibt dann nur der Gang zum Vorgesetzten.

und bei der man schon Angst haben muss, dass wenn man "Guten Morgen" in der falschen Tonlage sagt, sofort wieder ein Heulkrampf folgt.

Ersetz mal das "man" durch "ich" und schon ergeben sich daraus meines Erachtens durchaus gute Gesprächsthemen: "ich fühle mich unwohl wenn du weinst und – aus meiner Sicht – passiert das sehr oft", "ich hab Angst was falsches zu sagen", "ich würde dir gern helfen, weiß aber nicht wie", eben sowas in der Art. Möglicherweise wird sie dann erst einmal wieder heulen, bleib dann trotzdem erstmal dran. So wie ich das sehe ist es durchaus möglich, dass die Heulerei gar nix mit dir zu tun hat. Wenn es aber doch was mit dir zu tun hat, sind getrennte Büros womöglich auch für sie durchaus sinnvoll. Vielleicht irre ich hier aber auch – letzten Endes kennst du sie ja besser ;-)

Es ist auch nicht sehr angenehm mit jemanden in einem Büro zu sitzen, den man krampfhaft zu ignorieren versucht

Ähmm, das geht in der Tat gar nicht. Da ist jedes Gespräch allemal besser. *find*

Nur mal so interessehalber: Steht hier auf unterschiedlichen Hierarchiestufen?

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