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Fragen zu Venlafaxin/Trevilor

Kpaix2t7


Also das Schwitzen habe ich bei mir auch bemerkt. Ich weiss nicht ob ich auf 75 mg gehen soll weil ich eigentlich mit den 37, 5 mg total begnügt bin. Frage mich nur ob der Spiegel im Blut ausreicht für den therapeutischen Nutzen. Nehme es gegen Panikattacken ein und muss sagen das es bombig hilft.

ZIw~ackx44


Hallo Kai27, an sich ist die empfohlene Tagesdosis bei Panik einschleichen mit 37.5 mg, nach 1 Woche steigern auf 75 mg, aber wenn Du schon mit 37.5 mg symptomlos bist ..... was willst Du mehr?

V=anne6lle7x8


Hallo liebe (Leidens-)Gemeinde, :)

da ich als Betroffener von starken Depressionen nun etwa ein Jahr lang auf den "Stoff" Venlafaxin unterwegs bin, ist dies mein erster Beitrag auf dieser Plattform weil ich selber nach Antworten suche, wie auch eigene Erfahrungen (soweit) gerne teilen möchte. Dazu muss ich etwas ausholen:

Im jungen Alter von 18 Jahren musste ich umständehalber plötzlich große Verantwortung und Aufgaben übernehmen, mit denen ich aus heutiger Sicht überfordert wurde - dennoch aber stets gewillt war diesen gerecht zu werden/werden zu müssen. Wenn man(n) aber ständig auf 200% läuft ist es nur eine Frage der Zeit wann Körper, oder Psyche anfangen zu rebellieren. Anfangs wurde mir "nur" ein burn-out und 14 Tage "AU-Urlaub" attestiert und/als Genesungsphase angedacht.

Bis zu dem Zeitpunkt waren Depressionen für mich ein Fremdwort, weshalb ich damals soweit auch nicht gedacht habe. Erste körperliche Beschwerden äußerten sich in plötzlicher Unlust/mangelnder Motivation, Angstzuständen/Panikattacken (wenn es an der Tür klingelt, oder das Telefon leutete), Schlaflosigkeit, Grübelzwang und dem Gefühl einer Wertlosigkeit gekoppelt mit Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und Rückzug bzgl. Sozialkontakten. Im beruflichen Leben "ausgepowert" wegen schlaflosen Nächten, aber trotzdem bemüht den (körperlichen) Anforderungen gerecht zu werden ergab sich ein weiterer Teufelskreis....

Anfänglich ärztlich verordnete Johanniskrautkapseln gegen meine "Verstimmung" zeigten keinen Verbesserung, sondern steigerte sich der Leidensdruck unaufhaltsam. Vor diesem Hintergrund habe ich seinerzeit zu meiner eigenen "Medizin" gefunden - dem Alkohohl. Ein Jeder weiß wohl um seine "aufheiternde Wirkung" - zumindest in gewissen Maßen! Erst waren es nur ein paar Biere vor dem Schlafengehen um endlich mal wieder ne Nacht durchschlafen zu können. MEIN Problem schien gelöst, aber ergaben sich Neue in Bezug auf die Partnerschaft: Welches Mädel mag schon gerne nen Kerl mit Bierfahne jeden Abend im Bett liegen haben?!? Zwar nicht volltrunken, aber... :/

Letztlich ist die Beziehung zerbrochen, wenn auch nicht maßgeblich an dem Alk-Konsum aber war es eine zuzügliche Facette des Trennungsprozesses und der Scheidung. Dieser Vorgang hat mir "den Rest gegeben", dessen was meine Psyche ertragen konnte! Nach vereiteltem Suizidversuch musste ich etwa vier Monate in einer Entzugs- und Psychatrieklinik verbringen.

In diesem Atemzug kam es natürlich auch zu Gesprächen mit Psychologen/in und Fachärzten. Nach fast 20 Jahren gefangen in Depression und Alkohohl war es mir erstmals möglich fast beides vollends zu besiegen! :) Erstmals bekam ich dort "Venlafaxin" verabreicht. Langsam wurde die Dosis über Wochen von 37,5mg auf 150mg gesteigert.

Die ersten 10 bis 14 Tage hatte ich mit Übel- und Müdigkeit zu "kämpfen" - speziell in den Morgenstunden. Dann aber stellte sich der gewünschte Effekt ein während anfängliche NW sich einstellten - zumindest soweit. Mir ging es vom "Kopf her" deutlich besser - bis sehr gut! Lediglich Errektionsprobleme machten sich nach ein paar Wochen (und mit steigender Dosierung) der Einnahme dieses Medikaments breit :/ Hinzu kamen gelegentlich visuelle und akkustische Halluzinationen. Damit meine ich keinen (bad-)trip wie auf LSD oder sowas! Ist schwer zu beschreiben iwi, aber erleb(t)e ich es so das trotz aller Nüchternheit sich "helle Blitze" vors Auge schieben und die Ohren Geräusche einfangen die an Technomusik erinnern - aber nur im Hochtonbereich - blöd zu beschreiben:/

Weitere NW (die ICH) erlebt habe ist eine gewisse Müdigkeit in den frühen Morgenstunden. Mein Arbeitsalltag begann um 5:00h mit dem PKW in den Betrieb. Ich musste andere Arbeitszeiten oder Mitfahrgelegenheiten ausmachen, da ich mich selber dabei "erwischt" habe den Anforderungen eines sicheren Straßenverkehrs nicht gewachsen zu sein!!! In Trounce quasi geradeaus über nen Kreisverkehr zu fahren, oder ähnliches gefärdet nicht nur mein eigenes Leben.... Lustigerweise ist sogar diese NW in der Packungsbeilage beschrieben, aber heißt es dort dass ich selber abschätzen soll wie es um meine Verkehrstauglichkeit bestellt ist, hehe. Ich kenne noch keinen Arbeitgeber der mich einstellen würde, wenn ich jeden Morgen erst ein Feedback meiner aktuellen Verfassung abliefern müsste....

MEIN persönliches Fazit bzgl. Venlafaxin:

Dieses Präperat hat mir erstmal wirklich weiter geholfen im Sinne von (neuer) Lebensqualität! Lediglich die Abstriche in der Libido, wie auch "Müdigkeit" in frühen Morgenstunden habe ich etwas zu beklagen. Erstmals bekam ich aber in der Klinik einen "Eimer" zu leeren der Badewanne gereicht bekommen, während mein Hausarzt mir nur scheinbar eine Teelöffel gereicht hatte! Und wie ein Vorposter schon sagte: Lieber zu 90% glücklich im Alltag, anstatt Sex praktizieren zu können - obgleich dies ein anderes Kapitell in Sache Lebensqualität darstellt.

Meine Erfahrungen haben aber keine Allgemeingültigkeit! Damals und zwischenzeitig auf "Mirtrazapin" eingestellt gewesen, ging es mir vom Kopf her zwar schei... aber wollte mein kleiner Freund in der Lendenregion min 4-8 mal täglich und aus heiterem Himmel... Für mich als eine völlig gegensätzliche Erfahrung mit Antidepressiva und soll es Mut machen für anderen Leidensgenossen! Es ist ein langer Prozess - spezielle durch lange Wartezeiten bei Fachärzten leider, aber wenn man sich informiert, am Ball bleibt, dann wird so ziemlich alles gut denke ich. Auch wenn es (wirtschaftlich) schwer fällt, sollte man fürs eigenen Wohlbefinden gar eine mehrwöchige stationäre Aufnahme in nem Fachklinikum in kauf nehmen! Mir hat die "Ruhe" und die 24/7 Betreuung von Fachpersonal und Ärzten SEHR gut geholfen - und ohne großartige Wartezeiten als Notfallpatient...

Justr my 2 Cents - Toi, Toi, Toi :)

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