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Was passiert beim stationären Klinikaufenthalt?

h'enn"aro't


wie war es bei euch danach?

findet man wieder in den alltag?

wie gesagt, habe ich drei kinder und bin verheiratet.

zur zeit ist hier alles nicht so einfach, weil mein mann mich nicht verstehen kann. er gibt sich mühe, aber er denkt immer noch, ich könnte mich doch ein wenig zusammenreißen.

unser sexualleben ist natürlich auch tot zur zeit, was zu einem großen teil, wohl auch an meinem AD liegt.

er hat das gefühl, mir könnte es auch schlecht gehen, weil ich ihn nicht mehr liebe.

wenn ich mir jetzt vorstelle, dass es mir in der klinik, mit anderen leuten besser geht als hier, kann er sicherlich nicht gut damit umgehen.ich auch nicht!

ist nicht beides ein schock?

erst in der klinik und dann wieder zu hause?

Jru5lexy


Das ist schwierig zu sagen... es gibt Patienten, die nicht mehr nach Hause wollen, die am liebsten für immer in der Klinik bleiben wollen... dann gibt es welche, die ihr Zuhause und/oder ihre Familie so sehr vermissen, dass sie es in der Klinik kaum aushalten und froh sind, wieder nach Hause zu dürfen...

Bei mir hängt es von der Dauer des Aufenthaltes und der Atmosphäre in der Klinik ab. Bei meinem 1. Aufenthalt war es natürlich erstmal ein Schock. Es war ein ungeplanter, notfallmäßiger Aufenthalt, mir wurde von Anfang an gesagt, dass ich 2 Wochen bleiben muss, was für mich zu dieser Zeit wahnsinnig lange war und ich ja damals auch noch ein "Leben" hatte, also nen Fulltimejob (damit meine ich nicht eine 40Std-Woche, sondern jeden Tag arbeiten, mind. 60-70 Std. die Woche, der Job war mein Leben) und dann 2 Wochen Krankenhaus, das ging gar nicht. Aber diese Klinik wurde im Laufe der Zeit (nach mehreren Aufenthalten) sowas wie ein Zuhause für mich, die Familie, die ich nie hatte... und da fiel mir der Abschied schon immer sehr schwer, vor allem wenn ich mal länger dort war. (meist war ich aber nur kurz da, zur Krisenintervention, die dauert hier entweder 5 Tage oder 2 Wochen).

Dein Vorteil ist meiner Meinung nach, dass du auch nach der Klinik noch einen strukturierten Alltag hast, du hast einen Haushalt mit Mann und Kindern, den du versorgen musst, das ist schon mal viel wert. Ich dagegen habe nichts, muss jeden Tag gucken, wie und ob ich meinen Tag strukturiere, ich bin alleine und kann sozusagen tun und lassen was ich will, was zwar einerseits ganz gut ist, weil niemand was von mir will und ich mich deshalb nicht überfordern kann (was am Ende im Job der Fall war, weswegen ich seit 2,5 Jahren nicht mehr berufstätig bin und seit einiger Zeit auch berentet bin), aber andererseits auch ziemlich schwierig, weil ich echt nicht weiß, was ich mit dieser vielen Zeit anstellen soll.

Außerdem ist es empfehlenswert, nach einem stationären Aufenthalt ambulante Therapie weiterzuführen, das kann auch Halt geben @:)

Darf ich fragen, welches AD du nimmst?

h$enna8rot


ich nehme citalopram 20mg. heute genau seit 4 wochen.

die ersten zwei wochen habe ich nur geschlafen.

jetzt geht es.

ich bin nicht mehr wütend, streitlustig und auch nicht mehr so traurig. ich bin aber irgendwie nichts.

emotional tot.

ich glaube auch, dass mich meine alltagsstrukturen aufrecht erhalten.

ich muß jeden tag um sechs aufstehen, meine kleine in die schule fahren, essen kochen, sauber machen....

andererseits habe ich oft schuldgefühle, wenn ich nicht alles zu meiner zufriedenheit erledigen kann.

JWulexy


Bei Citalopram hatte ich am Anfang auch übelste Nebenwirkungen (aber geschlafen habe ich davon leider nicht ;-) ). Mittlerweile nehme ich Cipralex, das ist Citalopram ziemlich ähnlich, sozusagen die "neuere Form" davon ;-) Hilft meiner Meinung nach wunderbar gegen Stimmungsschwankungen.

Alltagsstrukturen sind echt viel viel viel wert!!! Du musst aber keine Schuldgefühle haben (ich weiß, das sagt sich so leicht...), denn du machst doch alles, was in deiner Macht steht, du wagst sogar den großen Schritt, eine Therapie zu beginnen, was vielen nicht leicht fällt. Du kannst stolz auf dich sein!! Und dass du momentan nicht 150% leisten kannst, ist auch ganz normal, schließlich bist du krank! @:) (hättest du ein gebrochenes Bein, wäre es leichter für dich (und auch für andere) das so zu sehen oder?) ;-) :)*

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