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Seine Psyche im Griff kriegen aber wie?

mgars=magixc hat die Diskussion gestartet


Guten Abend,

kennt ihr das auch, das man sich in die kleinste Empfinden reinsteigert, sodass es nicht mehr weggeht oder sogar noch schlimmer wird?

Oder von Arzt zu Arzt läuft und man immer wieder gesagt bekommt mit der Lunge, Herz, Hals etc... ist alles in Ordnung es muss psychisches sein, aber man selber will es nicht wahr haben und man ist fest davon überzeugt das es nichts psychisches ist und rennt wieder zum nächsten Arzt.

Bis man sich irgendwann eingestehen muss, dass es doch was psychisches ist. Aber was nun? Der Weg zum Psychologen ist meistens schwerer als es klingt, denn für manche ist es peinlich oder ein ungutes Gefühl dorthin zu gehen.

Deswegen wollte ich hier mal eine Diskussion beginnen, wie man seine Psyche selbst in den Griff bekommt, z.B. durch Ablenkung, indem man mit Freunden unterwegs ist, aber man kann sich ja nicht jede Minute ablenken und schwupps konzentriert man sich wieder auf seinen Körper und die Probleme tauchen wieder auf.

Wie helft ihr euch? Wie geht ihr dagegen an? Was für Probleme treten dann auf?

Antworten
s,ch{neAckMex1985


Psychotherapie? :=o

Vielleicht wird die Akzeptanz der psychischen Krankheit leichter, wenn man sie wie eine physische betrachtet: Untersuchungen sind auch oft peinlich und unangenehm, die Therapie dagegen auch (z.b. Operationen). Aber man tut es, weil man weiß, dass es einem irgendwann besser geht.

Bei der Psyche ist es halt auch so... Psychotherapie kostet oft auch Überwindung, auch dort stößt man manchmal in die intimsten Ecken vor und es ist unangenehm. Aber man tut es, weil man SO nicht mehr leben will.

aegunxah


Ich habs zwar nicht so mit Angst vor div. Krankheiten, weiß Belastungsreaktionen nur von sehr unschönen Ereignissen.

Zu Zeiten absoluter Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung meinte ich auch einmal, zum Psychiater gehen zu müssen. Ein Gespräch von 3 Minuten, ein Rezept mit Antidepressiva und schwups war ich wieder ausm Besprechungszimmer. ..

Hab das Rezept nie eingelöst, nie was anderes genommen, keinen Alk "zur Entspannung" oder zum Einschlafen getrunken und nach diesem Arztbesuch gewußt, daß nur ich mich um mich selbst kümmern muß!

Waren schwere Zeiten, trotzdem kann man es lernen (sich zwingen?) Schönes zu sehen, zu Leben und zu genießen.

Sport, Radfahren, Natur, Hobby, für ein positives und gesundes Körpergefühl sorgen (bewußte Ernährung!), die "Opferrolle" aufgeben, das Jammern einstellen, sich wieder umschauen und sehen, wie schön (fast) alles ist oder mithelfen, daß einiges schöner wird, anderen (auch ungefragt) Gutes tun, ohne Dank zu erwarten, und sooo vieles mehr, was es in unserer Welt zu tun und zu sehen gibt! Für Wohnqualität sorgen, indem man es sich zuhause wieder schön macht (denn jede "Gammelecke schaut einen immer wieder an und macht es noch schlimmer) oder auch eigene Unarten ändern, die einen schon sooo lange ärgern und runterziehen...

Was gar nicht geht, ist aufgeben, sich gehenlassen, verdrängen (!), weil Probleme von allein NICHT kleiner werden....

Kurz Gesagt, das Hirn umkonditionieren auf positives Denken und Fühlen und, wie gesagt, tatsächliche Probleme angehen und nicht mit Ablenkungen verdrängen!

Mir hat auch viel geholfen, mit meinem Hund stundenlang in Wäldern zu Fuß oder mit Mountainbike unterwegs zu sein, mich an seinem Toben und Jagen zu erfreuen, Tiere zu sehen, uralte BÄUME sind übrigens geschichtsträchtig und WUNDERSCHÖN!

Vor allem hat man ein herrliche positives Körpergefühl, wenn man so ausgepowert wieder nach Hause kommt, wo es schön ist!

Zudem Leute bewußt meiden, die einem nur mit Smalltalk und/oder dem üblichen BlahBlah nerven. Ganz wenige wirklich gute Freunde bereichern das Leben mehr, als diese scheinheiligen Nichtssager...

Mach Dir bewußt, es gibt nix Gutes außer man tut es. Keiner klingelt bei Dir, holt Deine Probleme ab und überreicht Dir ein wunderschönes neues Leben. Das hast nur Du in der Hand. Fange jetzt damit an, es macht Spaß!

JUu)leNy


Zu Zeiten absoluter Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung meinte ich auch einmal, zum Psychiater gehen zu müssen. Ein Gespräch von 3 Minuten, ein Rezept mit Antidepressiva und schwups war ich wieder ausm Besprechungszimmer. ..

Du kannst doch einen einmaligen Besuch bei einem (meiner Meinung nach nicht sehr kompetenten ;-) ) Psychiater mit einer Psychotherapie vergleichen ":/

a.gun{ah


@ Juley

Ja, Du hast recht - ich habe auch mehr Erfahrungen als nur diesen einen Besuch, wollt es dem TE nur nicht vollkommen ausreden, falls er ich doch dazu entscheidet... denn diese Freiheit hat er ja unangefochten ...

s0chFnecke3198x5


Hm, Selbstheilungskräfte schön und gut, aber ab einem gewissen Punkt ist fachliche Hilfe dringend angebracht. Psychische Krankheiten machen, meiner Meinung nach, in sehr hohem Maße unfrei, das heißt, man kann nicht mehr denken und fühlen, wie man es möchte, sondern nur noch in dem Maße, wie es die Krankheit zulässt. Ich wollte auch zufrieden sein und das Schöne sehen, aber es war mir nicht möglich, weil ich es nicht mehr wahrnehmen konnte.

Einem Schizophrenen kann man auch hundertmal sagen, dass die Stimmen, die er hört, nicht real sind, aber FÜR IHN, und das ist der springende Punkt, sind diese Stimmen real.

aVgun.a&h


@ schnecke

Na klar, "echte" psychische Erkrankungen kann (sich) keiner wegschwatzen. Kein Thema.

Ich habe Monate als Besucherin auf psychiatrischen Stationen verbracht, bin selbst familiär betroffen und habe tagtäglich damit zu tun. Weiß demnach viel über schwer psychisch Kranke.

Mein "Wachrütteln" kann sich nur auf "normale", vorübergehende seelische Störungen beziehen. Ich schrieb auch nur von eigenen, persönlichen Erfahrungen.

Ob jmd. fachärztliche Hilfe benötigt, entscheidet allein der Schweregrad der Störung, entweder durch Selbsterkenntnis oder durch Wahrnehmung Beteiligter.

Nur sehe ich das so, daß die fachliche "Hilfe" meist in vorschnell verordnetern Psychopharmaka besteht. Kann richtig aber auch vollkommen überzogen sein. Hinzu kommt noch, daß es wg. der Überlastung der meisten Psychologen/Psychiatern nur selten eine exacte Diagnostik gibt. Ein Rezept ist schnell ausgestellt, die Nebenwirkung der Psychopillen meist schlimmer als das eigentliche Problem.

Das sollte man vorher bedenken.

Jbulxey


Nur sehe ich das so, daß die fachliche "Hilfe" meist in vorschnell verordnetern Psychopharmaka besteht. Kann richtig aber auch vollkommen überzogen sein. Hinzu kommt noch, daß es wg. der Überlastung der meisten Psychologen/Psychiatern nur selten eine exacte Diagnostik gibt. Ein Rezept ist schnell ausgestellt, die Nebenwirkung der Psychopillen meist schlimmer als das eigentliche Problem.

Sorry, aber das sehe ich anders. Klar gibt es in jeder Branche schwarze Schafe, aber meiner Meinung nach wissen die meisten schon, was sie tun. Vorschnelle psych. Diagnosen und Medikation kenne ich fast nur von Ärzten anderer Fachrichtungen, beispielsweise Allgemeinärzte. Eigene Erfahrung: meine 1. Diagnostik dauerte fast ein halbes Jahr, Verdachtsdiagnose wurde von einer niedergelassenen Psychiaterin gestellt und in einer psych. Ambulanz bestätigt. 2. Diagnostik dauerte 2 Wochen stationär (Fragebögen, Interviews, Fremdanamnese), alle meine bisherigen Diagnosen wurden bestätigt. Und ich denke nicht, dass ich da eine Ausnahme war oder großes Glück hatte ;-)

a1gunaxh


Doch, ich beglückwünsche Dich zu Deinem "Glück"!

Ich könnte, als Angehörige, von über 8jähriger Odyssee mit zahlreichen Fehldiagnosen, Übermedikation, etc. erzählen...

Mach ich aber nicht, weil wir jetzt fast alles geregelt bekommen haben - gegen alle Widerstände!

LG + Dir alles Gute

Rjuka


:)D

sNchnat"tergousche


... wie man seine Psyche selbst in den Griff bekommt, z.B. durch Ablenkung, indem man mit Freunden unterwegs ist, aber man kann sich ja nicht jede Minute ablenken und schwupps konzentriert man sich wieder auf seinen Körper und die Probleme tauchen wieder auf.

Das ist auch normal. Wenn man sich von Problemen nur ablenkt, ohne sie zu lösen, wird man immer nur weglaufen. Denn bewußte Ablenkung erfordert sehr viel Aufmerksamkeit. Läßt die nach, ist das Problem sofort wieder zurück. Das ist auf Dauer sehr anstrengend, ermüdend, und laugt einen nach einiger Zeit richtig aus. Die Probleme werden dadurch noch verstärkt. Durch die Dauerbelastung reichen dann schon kleine Anlässe, um einen vollkommen zu erschlagen. Irgendwann kann auch der Körper nicht mehr gegenhalten. Er reagiert zuerst mit Symptomen von Krankheiten. Dann werden keine organischen Ursachen dafür gefunden. Später kann der Körper auch die organischen Erkrankungen bekommen. Aber ganz tief drinnen ist es vor allem die Seele, die leidet, und damit auf sich aufmerksam macht.

In solchen Fällen ist professionelle Hilfe ganz wichtig. Manchmal müssen Medikamente erst helfen, dass man überhaupt in die Lage versetzt wird, auf eine Psychotherapie anzusprechen. Und dann müssen die Denk- und Verhaltensmuster analysiert werden, die einen so belasten. Schritt für Schritt werden Alternativen erarbeitet, behindernde Muster durch neue, fördernde ersetzt. Das bedeutet Arbeit. Richtig harte Arbeit mit sich selbst. Aber es lohnt sich! Jeder noch so kleine Fortschritt ist ein Stück des Weges zurück zur Lebensfreude.

m^arsMmagic


@ schnattergusche

Genau das ist irgendwann erkranken die Organe an der Psyche.

Mein Vater hat mir mal erzählt das eine frau die ganze zeit zum Arzt gerannt ist und gesagt hat, sie hätte Krebs, was der Arzt aber verneinte. Und irgendwann dank der Einbildung hatte sie es aufeinmal und war zufrieden.

Das ist nämlich das gefährliche daran, wenn es nicht behandelt wird.

Ich versuch selbst auch im Moment noch mit den Problemen fertig zu werden, da ich glaube, dass sie vom Stress kommen und ich mich dann hineinsteige.

s:chna:ttergbusche


Es ist wohl eher selten, dass man sich eine organische Erkrankung so sehr wünscht, dass man sie bekommt und dann zufrieden ist. Aber viele lassen sich auf psychische Ursachen zurückführen. Das ist schon seit Urzeiten bekannt. Nicht ohne Grund spricht man davon, dass eine z.B. Laus über die Leber gelaufen ist, etwas an die Nieren geht oder auf den Magen schlägt. Wenn man in der Therapie lernt, mit den auslösenden Situationen anders umzugehen, kann sich auch der Körper besser entspannen.

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