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Einsamkeit: Keine Freundin, kaum Freunde, keine Hoffnung

i%nfini!teB ignfinity hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin 23 Jahre alt und sehr einsam. Es war eigentlich schon immer so, dass ich mich mit anderen Menschen zusammen sehr wohl gefühlt hab. Zu Schulzeiten war fast jeden Tag ein Freund bei mir, mit dem ich dann den Tag verbracht habe. Ich hatte aber auch keine Probleme alleine zu sein, manchmal hab ich es auch genossen, aber lieber hatte ich jemanden um mich herum.

Bis zur 10. Klasse war ich eher ein Außenseiter, hatte zwar ein paar Freunde in der Schule und wurde auch nicht gemobbt oder so, aber dennoch nicht wirklich in der Klasse integriert.

Dann bin ich sitzen geblieben und kam in eine neue Klasse, hier änderte sich alles. Mich mochten alle und ich war innerhalb von ein paar Monaten perfekt in die Klasse integriert (das hätten weder ich, noch die Lehrer gedacht). Alles war gut, ich hatte dann einen relativ großen Freundeskreis und eine Gruppe mit denen ich immer um die Häuser zog.

Doch in den letzten Jahren vor dem Abitur verlor sich das wieder ein bisschen. Ich verstand mich immer noch gut mit allen, begleitete sie aber nur noch selten in die Stadt aus dem einfachen Grund, weil mich niemand mehr fragte ob ich mitkomme(warum weiß ich auch nicht). Ich wollte mich auch nicht aufdrängen, deswegen hab ich immer darauf gewartet, dass mich jemand fragt.

Ich fand es schade, aber hoffte im Studium neue Freunde zu finden. Ich wechselte 3 Mal Studienort und Studienfach, doch niemals fand ich auch nur einen Freund. Es gab zwar immer Leute, die ich kannte und mit denen ich mich hin und wieder in der Uni unterhielt, aber außerhalb der Uni hatte ich überhaupt nichts mit denen zu tun. Irgendwie gab es mit diesen Leuten auch nie wirklich Gesprächsstoff, man unterhielt sich meist immer nur über die Uni.

In den WGs wo ich immer wohnte dasselbe Spiel: Ich verstand mich immer gut mit allen, es gab nie Streit, aber es gab auch nie sowas wie Freundschaft, man unternahm nichts zusammen.

Nun wohne ich wieder in meiner Heimatstadt bei meinen Eltern. Hier kenne ich noch ein paar Leute, die ich vielleicht alle paar Wochen mal sehe.

Ich würde gerne ausziehen, aber habe soviel Angst vor dem Alleinwohnen. Während der letzten Schuljahre(in denen ich nicht mehr mit meiner Gruppe um die Häuser zog; auch ein Freund der fast jeden Tag bei mir war, hatte nur noch selten für mich Zeit) sind meine Eltern häufiger mal in den Sommerferien in den Urlaub gefahren. In der Zeit wurde ich wirklich sehr depressiv, ich spürte nichts mehr, alles erschien mir sinnlos, ich saß die ganze Nacht vor dem Fernseher, weil ich Angst hatte nicht einschlafen zu können. Ich hatte einfach nichts tun, keine Aufgabe. Fühlte mich total einsam. Wenn mich Freunde besuchen kamen ging es mir gut, aber zu 95% war ich alleine und total fertig. Ich rief meine Eltern an und heulte denen am Telefon was vor, meine Mutter rief aus dem Urlaub sogar die Mutter eines Freundes an, die dann zu mir kam und mich versuchte zu trösten. Jedesmal, wenn meine Eltern dann wiederkamen(und somit wieder was zuhause los war), waren die Depressionen innerhalb weniger Tage weg.

Seitdem ich wieder zuhausewohne waren meine Eltern natürlich auch noch ein paar Mal längere Zeit weg, da hatte ich keine Probleme, aber ich denke trotzdem, dass ich nicht dauerhaft alleine wohnen kann. Die Depressionen würden früher oder später auf jeden Fall wiederkommen, da bin ich sicher.

Und in einer WG würde ich mich schämen, weil ich ja kaum Freunde hab, ich würde wahrscheinlich die ganze Zeit im Zimmer hocken(so wie jetzt ja auch schon) und die würden sich denken "Was ist denn das für einer? Geht nie raus, da kommt fast nie einer zu Besuch" usw.

Und ich habe auch noch ein weiteres großes Problem:

Ich bin total darauf fixiert eine Freundin zu finden und geliebt zu werden. Das war schon immer das Einzige was mich angetrieben hat. Es ist die einzige Motivation, die ich habe. Ich habe kein anderes Ziel im Leben. Fast alles was ich tue, tue ich dafür.

Ich hatte zwar schon 2 Freundinnen, aber die Beziehungen waren weder von mir, noch von der Seite der Freundinnen wirklich ernst gemeint. Die Freundinnen haben zwar beide Liebe geheuchelt, aber andererseits sich gar nicht wirklich für das interessiert was ich mache und, das was ich bin. Ich sollte nur ihre Einsamkeit stillen.

So bin ich in Liebeshinsicht mein ganzes Leben schon einsam und immer auf der Suche. Nicht nur, dass ich mich deswegen immer schlechter fühle, es fängt sogar an mein ganzes Leben richtig negativ zu beeinflussen.

Mittlerweile bin ich seit 2 Jahren Single und die Hoffnung auf eine Frau schwindet immer weiter. Meine Haare fallen mir aus(erblich bedingt) und ich fühle mich immer unwohler in meinem Körper. Aber so werde ich natürlich nie jemanden finden und meine Hoffnung ist wirklich im Moment fast 0. Und da diese Hoffnung das einzige war, was mich angetrieben hat, ist mein ganzes Leben wie gelähmt. Ich denke mir bei allem was ich tun muss(Studium) "wofür soll ich das tun? ich werde doch eh niemals glücklich.". Ich habe keine Kraft mehr meine Einsamkeit einfach herunterzuschlucken. Immer wenn ich unterwegs bin und ein Paar in meinem Alter oder jünger sehe, zieht mich das total herunter. Es ist wirklich wie ein Stich ins Herz und ich werde sofort traurig. Das führt dazu, dass jedesmal, wenn ich irgendwie draußen unterwegs war, total fertig bin. Doch dabei bin ich ja eigentlich gerne draußen und unter Menschen, aber der Neid auf einen Partner und soziale Integrierung macht es mich unmöglich. Ich fange mittlerweile sogar an, alle Leute zu hassen, denen ich mich überlegen fühle und die einen Partner haben, weil ich mir immer denke "warum haben DIE es verdient jemanden zu haben und ich nicht?!".

Aber mittlerweile überwiegt die Trauer.

Es lähmt wirklich mein ganze Leben, ich wollte auch schon in irgendnen Verein gehen oder sonst was um neue Freunde zu finden, aber ich weiß, dass ich auch hier auf Pärchen treffen werde und das auf Dauer einfach nicht aushalte.

Auch in die Uni geh ich kaum noch, dort macht es mich traurig wie alle Spaß haben und über Partys sonst was labern, wo ich nicht dabei war.

Ich weiß einfach nicht, was ich anders machen soll, was ich falsch mache. Ich habe keine Hoffnung deswegen keinen Antrieb mehr und weiß nicht wie lange ich das noch aushalten soll.

Das einzige was mir helfen würde, wäre eine Freundin(oder eine realistische Hoffnung auf eine), dann hätte ich wieder Kraft und Motivation und könnte die Sachen wieder anpacken. Mein leerer Akku wäre wieder aufgeladen.

Nun hab ich mir fürs erste alles von der Seele geschrieben. Ich freue mich über jeden, der sich die Mühe macht, alles durchzulesen und irgendwas dazu zu schreiben. :) Ich erwarte keine Lösung, sondern irgendein Feedback :)

Antworten
C'hilllerx84


Hey

Du bist nicht allein!

Mir geht s ähnlich und ich bin mir sicher vielen Menschen empfinden ebenso!

Bin nun seit 7 jahren single und bekomme in dieser hinsicht einfach kein Fuss auf die Erde...

Hab einfach extreme schwierigkeiten mich anderen zu öffnen, denke dir gehts auch so!

Kann dir nur den Rat geben nich aufzugeben!

Ich werde es auf jedenfall nicht tun... auch wenn es schmerzt!!!!

Schönes WE noch *:)

ionfinitCe in6finxity


Danke für die Antwort. :)

Ne, ich hab eigentlich kein Problem mich neuen Leuten zu öffnen. Nur halt, dass ich ein sozialer Versager bin würde ich gegenüber anderen nicht zugeben, weil mich das wohl auch nicht weiterbringen würde. Wer will schon was mit solchen zu tun haben?

SCwneeth=ottie720x09


Du sprichst mir aus der Seele...nur mit dem Unterschied dass ich erst 19 bin und gemobbt wurde in der Schule.

Ich kann auch nicht allein sein – mit meinem Hund geht es so, aber das ist kein Vergleich. Steck grad voll in ner Krise weil ich schon wieder so sehr auf der Suche bin...

Das Doofe ist, ich finde mich eigentlich nicht hässlich, aber die meisten Jungs bisher schon (wobei die auch noch nicht "vernünftig" waren sondern einfach noch in der Pubertät) außer mein Ex aber der ist irgendwann auch einer von den "coolen" Leuten geworden und hat mich sitzen lassen...das steckt noch obwohl es schon bald 1 jahr her ist.

Irgendwie beruhigt es mich ein wenig dass es mir nicht allein so geht...das lässt die Hoffnung irgendwie doch steigen...

Welche Sternzeichen seid ihr? Ich weiß das klingt blöd aber ich hab irgendwie gemerktk dass die Beschreibungen von Sternzeichen doch was wahres an sich haben..

i)nfin<ite Bin.finsixty


Ich bin Fisch und du? :)

Ich fühle mich eigentlich auch nicht häßlich. Erst seitdem mir meine Haare ausfallen, fühle ich mich richtig mies in meiner Haut.

Smweethot/txie2009


Ich bin Krebs..hmm Fisch hab ich mir noch gar nicht durchgelesen muss ich doch direkt mal machen ;-D

Ich pass jedenfalls ziemlich gut auf die Beschreibung von Krebs ;-)

KAylcinn


Ganz ehrlich? Ich kenne einige Menschen, die genauso drauf sind. "Wenn ich nur endlich einen Partner hätte, wären alle meine Probleme gelöst". Mir geht es auch manchmal so. Allerdings habe ich festgestellt, dass man erst mit sich selbst im Reinen sein sollte, bevor man mit jemand anderem eine Partnerschaft eingeht. Denn solche Selbstzweifel, mangelndes Selbstbewusstsein etc sind Gift für jede aufkeimende Partnerschaft. Eine bestehende mag sowas aushalten können, aber wenn noch alles am Anfang steht, ist doch logisch, dass viele die Flucht ergreifen. Und das merkt man oft schon BEVOR man sich verliebt, wenn bei jemandem "etwas nicht stimmt" und Probleme lauern. Und wer will sich schon von vornherin mit Problemen belasten?

Dann fühlt man sich nur wieder bestätigt, dass man "keine/n abkriegt" und zieht sich noch mehr zurück. Self-fulfilling-Prophecy nannte mein Therapeut das immer ;-)

Ich möchte hier auf keinen Fall alle in einen Topf schmeissen, jeder Mensch ist anders. Ich wollte nur meine Erfahrungen schildern.

ipnfini?te inxfinity


@ Kylinn

Danke für das Feedback. Ich bin mit mir selbst eigentlich im Reinen (außer die Sache mit den Haaren, daran habe ich aktuell etwas zu knabbern. Das kommt aber eigentlich eher in so Schüben. Wenn ich mal mit ein paar Freunden weg bin oder sonst wie unter Leuten und dabei nicht isoliert bin fühle ich mich eigentlich fantastisch). Es ist wirklich nur die Einsamkeit.

Ich versuche ja schon mein Leben zu leben und mich nicht auf Partnerschaften zu konzentrieren. Ich ziehe das bestimmt schon seit 2 Jahren oder so durch. Aber es passiert einfach nichts, ich lebe mein Leben und sehe wie andere Menschen miteinander glücklich sind oder werden und ich stehe nur außen vor. Mir ist es mittlerweile kaum noch möglich einfach das Leben zu leben, weil ich überall Pärchen und Verliebte sehe, was mich als Versager fühlen lässt und mich eine tiefe Trauer überkommt. Ich frage mich dann einfach nur "warum lebe ich überhaupt?".

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