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Wie lange wart/ seid ihr in Therapie? "Fertig therapiert"?

Gcaensebkluqemc*hen22 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mich würde mal bei denjenigen die eine Therapie gemacht haben oder noch machen interessieren, wie lange die ging bzw. wie lange sie bis zum jetzigen Zeitpunkt andauerte?

Es wäre vielleicht, wenn ihr es schreiben mögt, auch ganz interessant dazu zu wissen weshalb die Therapie gemacht wurde/wird und wie das Ergebnis am Ende war?

Also einfach so ein wenig eure Erfahrungen mit Therapien.

Ich habe ein tiefenpsychologisch-fundierte Gesprächstherapie bis Anfang des Jahres gemacht, hatte dann aus beruflich/persönlichen Gründen eine Pause und muss nun entscheiden ob ich die Therapie verlängern will oder aufhören möchte und ich bin da total unsicher.

Darum interessieren mich nun eure Erfahrungen. Gab es einen Punkt an dem ihr das Gefühl hattet jetzt hat die Therapie eine Wirkung erzielt und ich kann aufhören? gibt es diesen Punkt überhaupt jemals oder ist man nie wirklich "fertig therapiert"? Kennt sich jemand aus – wie lange kann ich insgesamt verlängern und was passiert wenn die Maximaldauer erreicht ist, wenn dann ein "Notfall"/Rückfall eintritt?

Grüße

Antworten
K9yliinLn


Ich habe mehrere Therapien gemacht. Ambulante, Stationäre... bei den Stationären hatte ich nie das Gefühl "fertig" zu sein - aber das ist ja auch nicht der Sinn, sondern nur Stabilisierung bis man "draussen" wieder klarkommt. Bei den ersten Ambulanten hatte ich auch nicht das Gefühl, dass sie überhaupt was gebracht haben oder je fertig wären. Nur bei meiner letzten (ambulanten) Therapie hatte ich den Eindruck, dass sie wirklich was gebracht hat (derzeitiges Ergebnis: Reduktion der Symptome von 9 auf 4-5) und am Ende auch das Gefühl (erstmal) "fertig" zu sein bzw. eine Therapiepause zu machen. In der Zeit haben wir (Therapeut+ich) sehr viel geschafft. Da ich danach weggezogen bin, muss ich mir nun einen neuen Therapeuten suchen, da ich nach 2 Jahren Pause wieder eine Therapie machen möchte, um weitere Themen anzugehen.

In Therapie war ich wegen einer Borderline Persönlichkeitsstörung.

Man kann so eine Therapie auf Antrag mehrmals verlängern, soweit ich weiss.. im Notfall kann man auch jederzeit in eine Klinik. Klingt jetzt schlimmer als es ist. Nach einer Krisenintervention kann man - je nach Schweregrad und Krankheit - auch nach ein paar Tagen wieder raus.

ncaja(nagxut


Ich war wegen einer Erschöpfungsdepression in Therapie, wir hatten 45 Sitzungen, das hat über gut ein Jahr gereicht.

Bei mir hat sich ziemlich schnell ziemlich viel gebessert, weil ich wohl innerlich "reif" war für die Veränderungen. Von daher haben wir keine Verlängerung mehr beantragt. Ich hatte das Gefühl, wieder ganz gut klarzukommen – natürlich fonktioniert noch nicht alles auf Anhieb, aber ich finde meine Lösungen selbst und kann sie alleine umsetzen.

Meiner Meinung nach hängt das von sehr vielen Faktoeren ab – wie tiefgreifend die Probleme sind, die einen in die Therapie gebracht haben, wie viele Hindernisse einem die Umgebung in den Weg legt (bei mir: keine) und wie leicht es einem fällt, das umzusetzen, was man in der Therapie lernt und und und...

Soweit ich weiß, kannst du beliebig viele Verlängerungen beantragen. Die Kasse wird halt immer bessere Begründungen verlangen, je länger das Ganze sich hinzieht. Eine Therapie gilt aber immer noch als fortgesetzt, wenn du einmal im Quartal bei deinem Therapeuten bist. Das wäre doch eine Lösung, eine verlängerung zu beantragen und die Termine dann weit auseinanderzuziehen. Dann hast du deine Rückfallebene noch, ohne zu viele Stunden zu verbrauchen.

KMongo3-Otxto


Therapieform: Tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie (im Volksmund "Gesprächstherapie")

Therapiebeginn und -länge: Vor eineinhalb Jahren, andauernd

Grund der Therapie: Immer wieder auftretende depressive Phasen, nicht näher definierbare Unzufriedenheit mit meinem Leben

Nachdem ich mich fünf Jahre mit Phasen der Depression rumgeschlagen hatte, zudem häufig ängstlich in Bezug auf die Zukunft war, habe ich mich Anfang letzten Jahres nach einer besonders heftigen depressiven Verstimmung entschlossen, endlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies tue ich nun seit eineinhalb Jahren (mit mehreren längeren pausen, die aber nichts mit der Therapie zu tun hatten).

Die Therapie lief sehr langsam an, da ich mich zuerst daran gewöhnen musste, dieser völlig fremden Frau aus meinem Leben zu erzählen. Es war auch immer eine beträchtliche Überwindung meinerseits notwendig, das "Gelernte" in die Tat umzusetzen (z. B. ganz offen mit meinen Eltern darüber zu sprechen, was in meiner Erziehung alles falsch gelaufen ist). Ich merkte aber schnell, dass es ein bestimmtes Thema gab, über das ich nicht sprechen wollte. Vor sechs Monaten habe ich diesen Widerstand dann endlich aufgegeben, und seitdem "wirkt" die Therapie auch, und das viel besser, als ich es mir erhofft hatte, und dazu noch in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen.

Verlängert haben wir gerade zum 2. Mal, beide Verlängerungen liefen völlig problemlos ab. Bei der letzten hat der KK-Gutachter sogar Tips gegeben, wie die Behandlung weiterlaufen könnte. Es bleibt spannend.

Rvuscselxl4


Liebe najanagut ,

eine Psychotherapie läßt sich definitiv nicht unendlich verlängern. Das Maximum ist in einer Verhaltenstherapie bei 80 Sitzungen erreicht, 100 Sitzungen Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, 300 Sitzungen analytischer Psychotherapie. All das gilt für Einzeltherapien in Deutschland.

S/unflowber_x73


Wobei man durchaus auch mehr als die 80 Stunden VT bewilligt bekommen kann. Es hängt von der Situation und auch der Motivation des Therapeuten ab, denn diese Gutachten-Schreiberei kostet durchaus Zeit (unbezahlt).

Andererseits sollte man halt auch überlegen, ob man sich nicht zu sehr auf die Therapie verlässt, statt Dinge zunehmend allein zu bewältigen. Wenn man lange Zeit eine Pause macht, ist dies oft ein Zeichen dafür, dass der Bedarf erstmal nicht so gegeben ist.

RbussTellx4


Ich selber habe eine Dysthymie und zusätzlich eine rezidivierende Depression mit bis zu sehr schweren Epiasoden. Ich hatte vor einigen Jahren ca. 50 Sitzungen tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Sie haben mir in soweit geholfen, das ich verstanden habe warum ich depressiv wurde. Ebenfalls habe ich meine Vergangenheit aufgearbetet. Dann war die ersten 25 Sitzungen rumm. Der Therapeut wollte unbedingt verlängern, ich stimmte dem aus Sympatie zu, aber zu bearbeiten gab es für mich nichts mehr. Ich erzähle halt nur noch was sich so in den 2 Woche ereignet hatte. Im Grunde war das nur noch Kaffeeklatsch. So endete die Psychotherapie im Streit weil der Therapeut absolut nicht darauf einging das ich die Therapie als beendet ansah. Als ich die Nase endgültig voll hatte, brach ich ab.

Dann machte ich ein eVerhaltenstherapie (60 Sitzungen) weil ich unbedingt lernen wollte wie ich meine Depression beeinflussen kann. Da die Therapie an einem Ausbildungsinstutut stattfand, mußte zustimmen der Therapeutin bei der Methodenwahl freie Hand zu lassen. Die Therapeutin war jung und sehr nett. Aber am meinem Therapieziel einfluss auf meine Depression erlernen zu wollen, wurde nicht gearbeitet. Wirkung also = 0. Ein weiteres Therapieziel meinerseits war, sicherer im Umgang mit meinen Mitmenschen zu werden. An diesem Problem habe ich in fast allen Sitzungen gearbeitet und bin in dieser Therapie vollkommen daran gescheitert. Das Probelm potenzierte sich während der Therapie und wuchs sich bis Therapieende zu einer echten Katastrophe aus.

Ich bin jetzt in Vorgesprächen zu einer analytische Gruppentherapie. Ich hoffe, dort mein Ziel erreichen zu können.

R:usgselxl4


Wobei man durchaus auch mehr als die 80 Stunden VT bewilligt bekommen kann.

Das ist Einzelfall abhängig.

J(ulaey


Das ist Einzelfall abhängig.

Das hat Sunflower doch geschrieben, im Gegensatz zu dir ;-)

Hmm... meine 1. Therapie war eine tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie (1 Verlängerung, also insgesamt 50 Std), die ich mal für längere Zeit unterbrechen musste, da ich retraumatisiert wurde und viel zu instabil war, um weiterzumachen. Danach sind wir nie mehr so richtig "in die Tiefe" gegangen.

Seitdem hatte ich auch keine richtige ambulante Therapie mehr, bis auf einen amb. DBT-Versuch, der aber kläglich scheiterte (ich war zu instabil und fand keine amb. Verhaltenstherapeutin, was aber eigentlich dafür Voraussetzung ist).

Des weiteren habe ich eine "halbe" (2 Module, danach durfte ich nicht mehr stationär zur DBT in diese Klinik, da sie nur noch Patienten von außerhalb stationär aufnahmen) und eine "ganze" stat. DBT hinter mir. Bis auf die letzte stat. DBT konnte ich von nichts richtig profitieren, vielleicht war es die falsche Zeit (also dass meine innere Bereitschaft fehlte), die falsche Klinik, keine Ahnung... ":/

Momenten bin ich mal wieder, wie so oft, therapeutenlos (was daran liegt, dass ich von allen Therapeuten aufgrund der Diagnosen abgelehnt wurde und weil sich die Kliniken mal wieder nicht einig sind, welche Therapieform ich nun wählen soll %-| ), und schlage mich mit Hilfe meiner SozPäd (die sehr viel DBT-Erfahrung hat) und einer anderen SozPäd von einer Beratungsstelle für Essstörungen durchs Leben ;-) Und natürlich mit Eigeninitiative und dem Bestreben, bereits Gelerntes sinnvoll anzuwenden.

Für nächstes Jahr steht evtl. eine stationäre Traumatherapie an, vor der ich mich eigentlich seit Jahren drücke |-o

Ich weiß leider, dass ich noch lange nicht "fertig" bin, da es noch zu viele unbearbeitete oder nur halb bearbeitete Baustellen bei mir gibt :-/

Ich bin in Therapie aufgrund von Borderline-PS, PTBS, Essstörung (Tendenz zur Anorexie)

J<uleeGy


Nachtrag: ich bin seit ca. 4 Jahren in Therapie (oder auch nicht, wie momentan) ;-)

K}ylinsn


Hallo Juley,

das Problem kenne ich nur zu gut. Versuche auch grade einen neuen Therapeuten zu finden... und wenn ich dann sage, dass ich eine Borderline-PS habe... "Borderline? Nein danke - will ich NICHTS mit zu tun haben!" :(v

Dabei habe ich in den letzten Jahren und vor allem während der letzten Therapie (bin mittlerweile 200km weit weg gezogen, daher kommt dieser Therapeut leider(!) nicht mehr in Frage) sehr viele Fortschritte gemacht und bin mittlerweile ein sehr umgänglicher Patient ohne Krisen, der einfach nur reden und an Problemen arbeiten will... *seufz* :°(

S,inne*stätxer


Bitte mehr Erfahrungen :)D

Ich würde gerne, zum Mutmachen, eine Geschichte hören, die etwa so lautet: "Mir ging es gut, dann bekam ich eine psychische Krankheit, dann habe ich eine Therapie gemacht, und danach ging es mir wieder gut".

Gibt es so was?

KQyli8nn


Also für so eine Geschichte müsste ich lügen, tut mir leid.

nMajanAagut


@ Sinnestäter

Eine psychische Krankheit ist was anderes als ein Beinbruch. Das prägt dich als Mensch, deine Persönlichkeit. Und mit "nehmen Sie drei Wochen lang jeden Tag eine von diesen Tabletten" funktioniert nicht.

Ich nehme meine Geschichte selbst als sehr positiv wahr – aber für dich nochmal eine Kurzzusammenfassung ;-D : Früher ging es mir gut. Dann bin ich durch verschiedene Umstände in der Depression geladnet. Der Weg dort heraus war nicht leicht, aber erfolgreich. Jetzt muss ich noch ein bisschen auf mich achten, aber ich bin wieder gesund.

R0usbsTe.llx4


He Sinnestäter

so eine Geschichte gibt es nicht, denn eine psychische Erkrankung kommt nicht aus dem Nichts. Es muß schon vor der Erkrankung vieles schief gelaufen sein, sonst wäre es nicht zur Erkrankung gekommen.

Und genau das was schief gelaufe ist, ist ja Thema der Psychotherapie. Es wird einem aber erst durch die Psychotherapie bewust. Wenn man verstanden hat, warum etwas total schief gelaufen ist, kann man es ändern und wird dadurch ein Stück gesünder.

Mir hat, wie ich schon schrieb, geholfen zu verstehen warum ich in diese schwere depressive Episode abgerutscht bin und ich weis, das passiert mir so nicht noch mal.

Aber es gibt ja immer mal wieder schwere Belastungen im Leben und auch dann will ich nicht mit Depression reagieren, deshalb stärke ich meine Psyche weiter mit Psychotherapie.

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