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Angst vor dem Erwachsen sein

Maar?cosx87 hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich habe folgendes Problem ich bin nun schon 23, komme damit aber überhaupt nicht klar schon Erwachsen zu sein. Ich wohne noch bei meinen Eltern, dadurch bin ich noch nicht wirklich selbstständig.

Ich denke oft mals an die Kindheit bzw. die Zeit als Jugendlicher zurück und wünsche sie mir so sehr zurück.

Im Moment bin ich sehr unzufrieden mit mir, mein Job macht mir sorgen, ich habe keine richtigen Freunde mehr und selbst mit meiner Freundin komme ich auch dadurch ne mehr klar. Da ich mein "altes Leben" so sehr vermisse.

In meiner Zeit als Jugendlicher lief alles perfekt, ich hatte viele gute Freunde, in der Schule lief auch alles gut und ich habe damals die Zeit viel besser genießen können als wie heute.

Wenn ich heute meine alten Kumpels treffe, rede ich mit ihnen sehr viel über "Früher", wieviel Spass wir immer hatten usw., heute haben ich mit ihnen nicht mehr den Spass auch aufgrund anderer Interessen wie damals. Sie fragen mich immer was mit mir los sei, wieso ich nur immer von alten Zeiten soviel erzähle, doch es ist nunmal so das mir die Zeit damals vielmehr Spass gemacht habe als die wie heute.

Irgendwie bin ich darüber ziemlich unglücklich, wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen.

Ich habe Angst wie sich mein Leben weiter entwickeln soll und ob ich jemals wieder so glücklich sein kann, wie früher als ich es noch als Kind oder als Teenager es war.

Gerade an der Weihnachtszeit fällt mir besonders auf, wie sich im Laufe der Zeit alles verändert hat. Das sich die Zeit so schnell dreht und vor niemand halt macht.

Antworten
dbannyxH19


Da geht es Dir ähnlich wie mir bin fast 20 und fühle mich noch wie grad in der Pubertät. Liegt wohl auch daran, dass mir alles abgenommen wird und auch schon immer wurde.

STi~raxt


Hm es gibt aber auch das Gegentiel, trotz der tatsache, das mir auch ziemlich viel abgenommen wurde. Ich musste dadurch zwar einiges nacharbeiten, aber das geht alles. UM ehrlich zu sein würde ich um nichts in der Welt wieder ein Jugendlicher sein wollen. Als Erwachsener hat man einfahc mehr Freiheiten und Möglichkeiten. Aber gut darunter fällt für mich zb ne eigene WOhnung, das würde ich obwohl ich meine Eltern sehr mag gar nicht ertragen, noch bei denen zu wohnen, weil ich mich viel zu sehr einschränken müsste,

Ich empfehle also das ihr lernt auf eigenen Füßen zu stehen. Besonders wenn mana rbeitet müsste man sich doch eine eigene Wohnung leisten können. Klar ists am ANfang hart, aber das ist es immer bei veränderungen.

MZarcAos87


Ich glaube mein Problem liegt auch daran mich von meinen Eltern und Großeltern abzunabeln. Ich bin 23 und müsste eigentlich nun endlich mal selbst mein eigenes Leben auf die Reihe bekommen und zu planen. Doch davor habe ich halt große Angst, auch Angst davor mein gewohntes Umfeld zu verlieren.

Habe es bis heute auch nicht geschafft meinen Eltern von meiner Freundin zu berichten, mit der ich schon 2 Monate zusammen bin. Weiß ne wieso aber ich habe halt immer noch das Gefühl das meine Eltern sowas belächeln wie als man noch Kind war, ich kann das nicht genauer beschreiben.

DOämohnen{sichel


Ich bin 26 Jahre, meine Frau 24 und uns geht es genauso wie dir, Marcos87.

Zusammengezogen sind wir, da war ich 21 und sie 19.

Mit dem Erwachsenwerden verbinden auch wir überwiegend schlechtes. Mag sein, dass man mehr Freiheiten hat, z.B. ein Auto fahren kann (wenn man A) Geld für einen Führerschein hat und die Prüfung auch übersteht und B) wenn man sich überhaupt ein Auto leisten kann), man kann in Diskotheken gehen (für die sich weder meine Frau noch ich groß interessiert haben), man kann wählen (um dann doch nichts zu bewirken und in der grauen Masse unter zu gehen), man kann arbeiten gehen (und sich als Werkzeug ausquetschen lassen, bis man kaputt geht und mitleidlos weggeworfen wird) und allerhand anderer tolle Sachen.

Die wenigen Vorteile, die wir sehen, sind:

- eine eigene Wohnung

- Abstand zur Familie, mit der man sich nicht gut bis gar nicht versteht

- Filme und Videospiele ab 18 Jahren

Da hört es für uns schon auf.

Was bleibt sind PFLICHTEN über PFLICHTEN. Man muss auf's Ansehen achten, darf nicht aus der Reihe fallen, sonst wird man gemobbt, rausgeprügelt- verbal oder auch mal physisch.

Du musst Rechnungen bezahlen (irgendwann kommt der Zeitpunkt, gerade als Hartz IV-Bezieher oder Sozialhilfeempfänger, da werden es mehr Rechnungen mit Forderungen als Einnahmen, selbst wenn du auf Luxusgüter beinahe komplett verzichtest und penibel darauf achtest, keine Schulden zu machen), Haushalten mit allen Materialien, die du hast, du musst putzen (alles muss ordentlich sein, jederzeit könnte jemand vorbei kommen, den du reinlassen musst, egal, ob du willst oder nicht und der könnte, wenn es nicht perfekt aussieht, dir das Leben mit Rufmord zur Hölle machen), du musst genau aufpassen, wem du was erzählst, derjenige könnte es gegen dich verwenden, du musst aufpassen, wem du vertraust, die meisten Menschen wollen dich entweder ausquetschen, dich für ihre eigenen Bedürfnisse und ihr eigenes Selbstwertgefühl herunterputzen, und und und. Alles passiert.

Im Schadensfall bist du immer allein. Versicherungen ziehen dich über den Tisch (denn versichert musst du auch sein), du musst dich um den Papierkram von Ämtern kümmern, weil die zu unfähig sind, etwas richtig zu machen.

Alles ist ganz furchtbar, um ernst genommen zu werden, musst du immer nur kämpfen. Selbst, wenn du am Boden liegst. Und egal, wie mutvoll du anfangs warst, irgendwann siehst du der Angst entgegen, dass dein Leben enden wird. Du kannst krank werden, plötzlich tot umfallen, du kannst einen Unfall haben, passieren kann immer etwas.

Nein, für meine Frau und ich ist Erwachsenwerden grausam, eiskalt, blutig und zerfressend. Wir bleiben in unserer kleinen Welt, in der auch nichts in Ordnung ist, denn um uns herum geschehen Dinge weiter, Menschen sterben, Verwandte und Freunde sterben, Haustiere sterben und du kannst es nicht aufhalten. Zumindest finden wir hier etwas Ruhe.

Seit unserem Umzug allerdings auch hier nicht mehr, mit den hasserfüllten und feigen Nachbarn um uns herum, die uns unbedingt aus dem Haus ekeln wollen und dafür fast alles tun.

Immerzu bist du der Willkür anderer Menschen ausgeliefert und die wollen dir selten etwas Gutes. Die wollen deine Energie, dein Geld, aber sie wollen nichts von deinem Charakter oder deinen Gefühlen wissen.

Zuletzt möchte ich sagen, dass diese Erlebnisse individueller Natur sind und keinesfalls anderen Menschen widerfahren müssen. Aber uns passieren sie. Immer wieder. Egal, wie viel wir kämpfen, wie oft wir wegziehen (in den letzten 5 Jahren sind wir mindestens 4 mal fest und 2 mal klein umgezogen), egal, wohin wir gehen, was wir sagen und tun, es wird schlimmer. Auch gesundheitlich. Und selbst mit schlechten medizinischen Werten tut die Medizin nichts.

Denn man ist ein Massenprodukt am Fließband. Wenn man nichts nützt und oder kein Geld hat, wird man aussortiert.

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