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Warum habe ich Angst vor der Arbeit?

ThanXte2x010 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin langsam ziemlich verzweifelt... ich habe das Gefühl, dass ich eine richtige Angst vor der Arbeit entwickel.

Immer wenn ich abends von der Arbeit komme, sollte ich mich eigentlich freuen zuhause zu sein, aber ich habe nur einen Horror davor, am nächsten Tag wieder hinzumüssen. Dann denk ich die ganze Nacht darüber nach und schlafe ganz wenig, versuche mir einzureden, dass es ja garnicht so schlimm ist.. morgens ist es dann das Allerschlimmste, aufzustehen und mich fertig zu machen. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich ein flaues Gefühl im Magen und wenn ich dann da bin... Horror.

Ich habe jede Sekunde Angst, Ärger zu kriegen (wegen was auch immer), Fehler zu machen usw. Jedes Mal wenn ich da eine Email kriege, habe ich Angst, dass diese von meinem Chef ist, jedes Mal wenn meine Ausbilderin mich anspricht zucke ich zusammen...

Warum?

Sooo schlimm ist die Arbeit eigentlich nicht. Es ist ein Bürojob, wo ich eigentlich nur telefoniere, Emails schreibe, Rechnungen sortiere usw.

Meine Kollegen sind eigentlich auch alle nett.. Privat sowieso.

Aber diese Angst lässt mich sogar Fehler machen. Da ich so unter Druck stehe wegen dieser komischen Angst, mache ich manchmal EINFACH SO Aufgaben nicht, die ich bekommen habe, und ich weiß nicht wieso.

Jetzt bin ich sogar krank (Gastritis) geworden, bestimmt deswegen...

Ich weiß wirklich nicht was ich tun soll, weil ich einfach keine Angst haben will. Ich will einfach nur meinen Job machen, da ich ja auch das Geld benötige und nicht arbeitslos werden möchte...

:( Hoffentlich weiß jemand Rat – das ist wirklich ein ernst gemeintes Problem...

Danke :-/

Antworten
s1ch0natttergxusche


Betrifft diese Angst nur die Arbeit, oder hast Du auch in anderen Situationen Angst davor, Fehler zu machen?

Bezieht sich die Angst auf den Chef, oder auch auf Kollegen, Kunden oder andere Leute, die Dir Fehler vorwerfen könnten?

Tzante2x010


Hallo,

danke für die schnelle Antwort.

Ich habe privat/familiär etc. keine Angst Fehler zu machen, auch in meinem Studium (am Wochenende) hab ich das Problem garnicht.

Es ist nur bei der Arbeit so, und am meisten Angst habe ich, dass meine Ausbilderin mir Fehler vorwirft. Und daraus ergeben sich dann ja Konsequenzen (Chef erfährt es, unanagenehmes Gespräch, evtl. Kündigung.....). Vor den Kunden habe ich keine Angst.

Auch noch dazu kommt, dass ich immer mehr merke, wie ungerne ich telefoniere, ich schreibe dann öfters Mails und freue mich, falls ich Kunden telefonisch nicht erreiche, da ich dann eine Email schreiben muss. Obwohl ich weiß, dass der telefonische Kontakt besser ist, mache ich das, und ich wurde auch schon 2x darauf angesprochen, dass ich mehr telefonieren muss, dann habe ich mich in Ausreden geflüchtet (Kunden nicht erreichbar, wollen lieber Emails, etc...)

Und mit meiner Ausbilderin verstehe ich mich z.B. auf dem Nachhauseweg oder so privat gut, mit allen anderen Kollegen auch. Also es ist kein persönliches Problem.

Ich denke ständig "Ich suche mir einen anderen Job" usw. – aber das ist auch nicht so einfach...

sLchnLatte=rgusxche


Was hindert Dich daran, einen anderen Job zu suchen? Wenn der jetzige zu solchen Konsequenzen führt, wird Dir über kurz oder lang keine andere Wahl bleiben. Denn die Angst läßt Du nicht im Büro zurück.

Welche Gedanken verbindest Du mit dem Telefonieren? Angst, ungelegen zu kommen? Angst, im Gespräch mit einem unsichtbaren Menschen nicht die richtigen Worte zu finden?

Hast Du diese Angst, Fehler zu machen, nur bezüglich des Telefonierens, oder betrifft sie auch andere Dinge im Arbeitsalltag?

THa@nt e~2x010


Ach ja und bei einem anderen Job gibt es auch nicht die allergrößte Auswahl, da ich z.B. körperliche Arbeit auch nicht so gut vertrage (Rückenprobleme und Knie fangen auch schon an, in meinen jungen Jahren). Ich arbeite ja nun momentan in der "langweiligen" Buchhaltung, was mir am Anfang noch Spaß gemacht hat.. aber mittlerweile denke ich auch, ich muss raus da.

Ich möchte was kreatives machen, will selbstständiger arbeiten, nicht jeden Tag das gleiche sehen.

Der perfekte Job für mich wäre es, durch die ganze Welt zu reisen und zu fotografieren. Diese Fotos am PC zu bearbeiten und Bücher zu verkaufen.

Aber davon gibt es nun wirkich nicht viele Jobs, vor allem keine die ich bekommen würde (unausgebildet).

Stattdessen bin ich jetzt eine ängstliche Bürokauffrau ohne Selbstbewusstsein.

TgaZnte>201x0


Ich habe diese Angst bezogen auf alles bei der Arbeit. Telefonieren, Rechnungen schreiben, Dinge von A-Z sortieren.. es ist nahezu albern. Am schlimmsten ist aber, dass ich ja nun aus unerfindlichen Gründen tatsächlich Aufgaben manchmal nicht erledige oder damit eine Woche warte, bis es mir mitten in der Nacht siedend heiß einfällt und ich morgens versuche, das unbemerkt zu erledigen.

Und beim Telefonieren.. ich weiß es nicht. Ich telefoniere zum Beispiel gerne mit meinen Eltern oder Freunden (oft stundenlang), aber ich habe da einfach eine Blockade. Ich weiß den Grund nicht.

s;chnattterguschxe


Diesen Traumjob könntest Du wahrscheinlich nur freiberuflich machen. Ich bin seit meiner Kindheit Fan von [[www.uni-protokolle.de/Lexikon/Erich_Wustmann.html Erich Wustmann]], habe aber inzwischen viele Bücher dieser Art auch von anderen verschlungen. Der Blick auf die Realität sagte mir, dass es nicht einfach ist, auf diese Weise genügend Geld zu verdienen. Es gibt viele Leute mit mehr Talent und Erfahrung, so dass die Lücke für mich zu klein war. So blieb die Frage, wie sich die verbleibenden Möglichkeiten am besten umsetzen ließen. Ich habe ein anderes Hobby zum Beruf gemacht. Inzwischen habe ich ein neues gefunden und als meine Berufung erkannt. Das könnte bei Dir ähnlich aussehen.

Du hast verschiedene Dinge angeführt. Die Ursache bleibt Dir aber verborgen. Es gibt allerdings eine Gemeinsamkeit: Angst vor einer (weiteren) Last. Sie ist so groß, dass Du Dinge verdrängst. Natürlich nicht bewußt. Es passiert Dir einfach. Das Telefonieren möchtest Du verdrängen. Rechnungen schreiben auch. Etwas alphabetisch zu sortieren ist für Dich kein Problem. Aber das möchte es in Dir verdrängen. Und am besten wäre es, wenn Du die Notwendigkeit, auf Arbeit zu gehen, auch verdrängen könntest.

Verdrängen funktioniert nur im Bewußtsein. Das ist eine natürliche und wichtige Schutzreaktion. Jede Information, die wir aufnehmen, kommt zuerst im Unterbewußtsein an. Dort wird sortiert. Was als wichtig befunden wird, gelangt ins Bewußtsein. Das sind dann die Dinge, die wir bemerken. Ohne diesen Filter wären wir geistig überlastet. Manchmal erweist sich etwas, das bereits im Bewußtsein angekommen ist, später als hinderlich oder gefährlich. Dann wird es verdrängt. Im Unterbewußtsein bleibt die Information vorhanden. Aber aus dem Bewußtsein wird sie gelöscht. Und unter ganz bestimmten Voraussetzungen wird sie wieder im Bewußtsein aktiv.

Warum fallen Dir verdrängte Termine plötzlich im Schlaf ein? Da hat das Bewußtsein seine Ruhephase, und das Unterbewußtsein regiert allein. Der Filter ist abgeschaltet. Die Information wird als Traum verarbeitet, als Alptraum, oder führt eben zum Aufwachen.

Da ist wahrscheinlich irgendeine unbewußte Last in Dir. So lange Du mit ihr nicht umgehen kannst, wird sie immer zu solchen Verdrängungsprozessen führen. Wenn meine Vermutung richtig ist, stehst Du vor der Wahl, entweder diese ganzen Verdrängungen einzeln zu beackern, oder zu lernen, mit ihrer Ursache anders umzugehen. Im Idealfall würdest Du die auflösen, und damit auch die Blockaden aufheben. Eventuell schafft das sogar eine Verbesserung in Deinen Knien und im Rücken, wenn da nichts mehr ist, was Dir "auf den Schultern lastet".

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