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Schläge in der Kindheit – ich will meine Schutzmauer einreißen!

M1inxze hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr da draußen! :-)

Ich hoffe, irgendjemand kann mir einen Rat geben, weiß im Moment nicht so recht, wie ich das Problem angehen soll.

Ich wurde von meiner Mutter als Kind geschlagen und auch mit Worten runtergemacht. Sie war sehr streng und hat öfter mal rumgeschrien und mir ab und an auf den Po oder den Hinterkopf geschlagen. Das ganze hatte ich verdrängt, vor einem halben Jahr kam es dann urplötzlich wieder hoch und wurde mir bewusst... ich war wochenlang ziemlich fertig. Das war sehr schlimm für mich. :°(

Ich habe einen Psychologen kontaktiert und der hat mir zur Arbeit mit meinem inneren Kind geraten. Ich habe mir dann das Buch von Erika Chopich besorgt, das hat mir sehr geholfen. Wenn ich nun an meine Mutter und ihre "Erziehung" denke, spüre ich nur noch Mitleid für sie (sie war als Kind noch wesentlich schlimmer dran als ich). Alle Wut habe ich rauslassen können und ich komme mittlerweile ganz gut mit den Erinnerungen klar. Ich habe keinen Hass, keine Wut mehr auf meine Mutter, ich bin nur traurig, dass es so war und dass sie mir ihre Liebe nicht zeigen konnte, wie sie eigentlich sollte.

Ich weiß, ich bin für mich und mein Leben verantwortlich und es ist nun meine Aufgabe, meinem Kind all das zu geben, was es damals so sehr gebraucht hätte und auch heute natürlich immer noch braucht. Ich habe, denke ich, sehr gut verstanden, worum es geht, ich konnte auch schon viel viel umsetzen und es hat sich schon sehr sehr viel verbessert, was z.B. der Umgang mit fremden Menschen angeht oder auch mit mir selbst.

Ich habe erkannt, dass alle Probleme, die ich habe, eigentlich nur eine Ursache haben: Ich habe Angst, dass mir wieder ein Mensch so weh tut, wie meine Mutter. Und deshalb schütze ich mich, was das Zeug hält. Ich sehe quasi überall eine Gefahr dafür, dass mir wieder ein Mensch körperlich oder psychisch weh tut. Deshalb lasse ich niemanden so recht an mich ran, habe sogutwie keine Freunde, weil ich innerlich immer "zu mache" und "weg will", wenn jemand was von mir wissen will, sich für mich interessiert. Diese Fragen werden mir dann zu viel und ich breche den Kontakt ab. :°( Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als ein paar Freunde. Aber da ist dann immer diese Schutzmauer, die sich aufbaut, bevor es dazu kommen kann. :°( Ich kann einfach auch sehr schlecht vertrauen.

Einzige Ausnahme ist mein Freund. Ihm vertraue ich eigentlich. Eigentlich. Doch auch hier in meiner Beziehung zu ihm, steht mir immer diese Mauer im Weg. Ich kann schlecht Gefühle zulassen, zeige sie ungern. Auch beim Sex habe ich große Probleme mich fallen zu lassen. Beim Sex ist man halt völlig nackt, offen, ohne Schutz. Deshalb möchte ich Sex eigentlich vermeiden, und doch wieder nicht. :°(

Ich weiß nicht, wie ich diese Mauer einreißen kann. Ich möchte nicht mehr ständig Angst haben, dass mir irgendwer etwas tut.

Hat vielleicht jemand ähnliches durchgemacht und kann mir ein paar Ratschläge geben? Wie soll ich das mit meinem inneren Kind angehen?

Viele Grüße

Minze

Antworten
c|ro.wl


Hat vielleicht jemand ähnliches durchgemacht und kann mir ein paar Ratschläge geben? Wie soll ich das mit meinem inneren Kind angehen?

Vor allem solltest du dich nicht so unter Druck setzen.

Wenn dir das aus deiner Kindheit erst vor einem halben Jahr um die Ohren geflogen ist, wäre es ein bißchen viel verlangt, dass jetzt gleich alles wieder in Butter ist. Seelische Veränderungen brauchen ihre Zeit, die kann man nicht vorantreiben.

Die ersten Schritte machst du ja bereits, indem du dich beobachtest und merkst, wo du Grenzen hast, die du so garnicht möchtest. Im Kopf scheint bei dir schon viel geregelt, nu lass die Gefühle mal hinterherkommen. :)*

Hast du noch Kontakt zu dem Psychologen oder machst du alles allein?

k<rüm4mel7x8


hallo minze *:)

ich hab dir ne pn geschrieben *:)

crrowxl


hallo minze *:)

ich hab dir ne pn geschrieben

:-|

Ich versteh den Sinn solcher Posts irgendwie nicht. Zum einen find ich schade, weil der Inhalt vielleicht eben auch Interessant als Beitrag wäre. Zum anderen überflüssig, weil Minze ja wohl Info über PN kriegt wie wir alle. Hrr

sRtolp}ersFteionchxen


hi minze

also ich kann mir sehr gut vorstellen wie es dir geht.....ich war auch ein geschlagenes kind und wurde zusätzlich auch psychisch fertig gemacht...bei mir kam aber noch hinzu dass ich auch sexuell belästigt wurde und das von meinem stiefbruder ...also alles in allem eine WUNDERBARE kindheit :°( :°( ....ich bin erst dahinter gekommen dass ich damit nnicht klar komme , als ich mit angst und panikattacken angefangen habe..schreckliche zeit....und ich hab so wie du kein vertauen in die menschheit gehabt......was mir geholfen hat das vertrauen in die menschen wieder zu finden ??? ? MIT EINER PSYCHOTHERAPIE hab ich meine mauer , ziegel für ziegel abgerissen.....hab meine kindheit aufgearbeitet....und hab dann auch wieder die farben des lebens gesehen...lg @:) @:) @:)

SQunflTowerJ_73


Vielleicht mal weniger Arbeit mit dem inneren Kind, sondern auch auf der rationalen Ebenen deutlich machen, dass einem nicht jeder etwas will. Wirklich mal logisch (mit therapeutischer Hilfe!) durchdenken. Strategien ableiten, wie sich ein erwachsener Mensch notfalls zur Wehr setzen kann. Dass man als Erwachsener ganz andere Möglichkeiten hat, als als Kind.

Situationen, in denen Du die Mauer merkst, genau in einer Therapie besprechen. Ängste erforschen, neue Verhaltensstrategien entwickeln, ausprobieren, ggf. überarbeiten (empfehle dafür einen Verhaltenstherapeuten statt Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse!).

Und letztlich:

Diese gewisse Empfindlichkeit auch als Teil von sich akzeptieren. Wir alle sind das Ergebnis von Persönlichkeit und Lernerfahrungen, und solche Erfahrungen prägen halt. Sich nicht dagegen wehren, sondern eher "liebevoll" mit diesem Teil umgehen. Lernen zu verstehen, warum er noch da ist.

syomeonNe to ]trust


Hat vielleicht jemand ähnliches durchgemacht und kann mir ein paar Ratschläge geben? Wie soll ich das mit meinem inneren Kind angehen?

Die Arbeit mit dem inneren Kinde ist ohne therapeutische Begleitung meines Erachtens schwierig. :-) Man bekommt in den Büchern schonmal eine sehr gute theoretische Übersicht und man versteht auch das Wesentliche und hat "Aha"-Effekte. Um auf dieser Basis aufzubauen, braucht man allerdings den Therapeuten, der Verhaltensmuster aufbricht. Das passiert z.B. mittels Systemischer Therapie oder Transaktionsanalyse.

Ansonsten ist ein wichtiger Faktor Zeit – du hast jetzt erst festgestellt, dass es sehr lange offene Bedürfnisse in dir gab. Alleine die Feststellung, woran es lag, kann diese Wunden nicht heilen. Du musst viele positive Erlebnisse sammeln, um festzustellen, dass die Welt ein sicherer Ort für dich ist und die Menschen dir nichts Böses wollen. Und du musst dich bewusst auch mal Risiken aussetzen, in denen du Ablehnung erfahren könntest, aber merkst: Du kannst dich wehren, und keiner kann dich verletzten, wenn du das nicht willst. Der Therapeut wird dir zeigen, wie das funktioniert. Und auch dann wirst du noch eine Weile brauchen, um das Geschehene zu bewältigen, aber es wird besser und das Leben lebenswerter :)^

M"inxze


Danke für Eure Beiträge! :-)

Ich hatte ein paar Mal Kontakt zu einem Therapeuten. Allerdings war das nur übers Internet, über Email-Beratung. Eine richtige Therapie beginnen will ich nicht, kann ich nicht und doch will ich nichts mehr, als das mir jemand sagt, wie ich da raus komme. Einerseits denke ich, dass ich das alleine schaffe, ich habe es ja auch bis hierher alleine geschafft. Ich will einem Therapeuten das nicht alles erzählen, ich will mich nicht komplett öffnen, davor habe ich Angst, ich will das lieber mit mir selbst ausmachen und alleine bewältigen. Schon alleine, wenn ich mir vorstelle, dass jemand das alles von mir weiß....ich fühle mich dann so schutzlos. Irgendwie ausgeliefert.

Das sind so meine Gedanken dazu. ":/

Ja, ich weiß, diese Dinge wieder ins Reine zu bringen, braucht Zeit. Und ich mache mir eigentlich nicht allzuviel Druck. Ich möchte halt einfach nur wissen, wo und wie ich anfangen soll. Es wird Jahre dauern, aber ich will diese Last irgendwann ganz abgeworfen haben.

Ich spreche oft mit meinem Kind, erforsche meine Gefühle, überlege warum, wieso, suche Lösungen... Mittlerweile kenne ich mich sehr gut, ich weiß eigentlich immer, warum ich in bestimmten Situationen so oder so reagiere. Das Wissen ist also da. Ich weiß nur nicht, wie ich es richtig einsetzen soll bzw. wie ich Situationen, die mir Angst machen, richtig reagiere, sodass es mir und meinem Kind hilft.

F'rau DDingexns


Ich versteh den Sinn solcher Posts irgendwie nicht.

Man könnte auch den Kaffeesmiley setzen, somit ist man Nutzer des Fadens. ;-)

c'rwowl


Einerseits denke ich, dass ich das alleine schaffe, ich habe es ja auch bis hierher alleine geschafft. Ich will einem Therapeuten das nicht alles erzählen, ich will mich nicht komplett öffnen,

Dieses "es alleine schaffen" gehört bei Fällen wie deinen meist mit dazu. Mussest ja auch in der Kindheit schon viel aushalten.

Im übrigen musst du das nicht alles erzählen und dich nicht komplett öffnen. Gute Theras können dich da abholen wo du stehst und gehen nur so weit, wie du gehen magst. Betrachte das als eine Art Begleitung. Jemand der dich dabei begleiten kann, wie du bestimmte Schritte zum ersten Mal gehst und dir auch helfen kann mit den aufkommenden Gefühlen umzugehen und sie besser einzuordnen.

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